Wettskandal holt Kickers Offenbach ein

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McVillager
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Wettskandal holt Kickers Offenbach ein

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Hausdurchsuchung bei OFC-Spieler Bruno Akrapovic / Der Bosnier beteuert Unschuld: "Das ist für mich ein Schock"

Die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft im Wettskandal haben den Drittligisten Kickers Offenbach erreicht. Zu den Verdächtigen zählt nun auch OFC-Akteur Bruno Akrapovic, dessen Wohnung gestern von der Polizei durchsucht wurde.

VON I. DURSTEWITZ, S. GEHRMANN UND W. HETTFLEISCH


Frankfurt a. M. · 2. Februar · Es war vermutlich der Traum all jener, die es mit den Offenbacher Kickers halten, dass der Name des Clubs nie mehr in Zusammenhang mit Schiebung im Fußball genannt werden würde. Ältere Anhänger des OFC denken mit Schrecken an den Bundesliga-Skandal der Saison 1970/71, der durch die Enthüllungen des damaligen Kickers-Präsidenten Horst-Gregorio Canellas ans Licht gekommen war. Freilich war der OFC selbst in die Schiebereien im Kampf um den Klassenerhalt verstrickt. 1971 entzog der DFB Kickers Offenbach für zwei Jahre die Lizenz. OFC-Vize-Präsident Thomas Kalt hatte gestern Mühe, die Gespenster der Vergangenheit zu bändigen: "Wir hoffen, das alles ist ein Missverständnis. Ich finde es schade, dass nun in einem Atemzug mit dem Schwindel auch die Offenbacher Kickers genannt werden."


Um 5.30 Uhr klingelt die Polizei

Gestern war die Nachtruhe für das Rentnerpaar in Obertshausen, bei dem Akrapovic zur Untermiete wohnt, früh beendet. Um 5.30 Uhr klingelte die Polizei. Die Beamten machten sich daran, die Bleibe des defensiven Mittelfeldspielers zu durchsuchen, um Beweismaterial für dessen Verwicklung in den Wettskandal sicherzustellen. Akrapovic, im OFC-Trainingslager im portugiesischen Vale do Lobo über den ungebetenen Besuch informiert, war stocksauer: "16 Jahre in Deutschland - und nie habe ich mir etwas zu Schulden kommen lassen." Der Routinier beteuerte im Gespräch mit der FR seine Unschuld, weiß aber gleichwohl, "dass die Kacke jetzt am Dampfen ist". Erklären kann er sich das Interesse der Berliner Staatsanwaltschaft nicht: "Das war für mich ein Schock. Ich muss mich jetzt für Dinge rechtfertigen, mit denen ich nichts zu tun habe." Auf die Nachfrage, ob er in irgendeiner Weise in die Affäre verstrickt sei, entgegnet Akrapovic: "Nein! Um Gottes Willen."

Der Ex-Spieler von Tennis-Borussia Berlin (1998 - 2000) geht davon aus, dass sich die Vorwürfe auf seine Zeit in der Hauptstadt beziehen. Wie viele andere Fußballer verkehrte auch der Bosnier einst im Berliner Café "King", das sich nun als Zentrale der Wettbetrüger erwies. Das und seine Herkunft aus Ex-Jugoslawien genüge offenbar, um ihn verdächtig zu machen, sagte Akrapovic, der das für Rufmord hält: "Mein Name wird in den Dreck gezogen."

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft bezieht sich indes auf Vorfälle, die nicht so lang zurückliegen wie Akrapovic' Engagement bei TeBe. In der Mitteilung heißt es: "Die Beschuldigten sind verdächtig, zumindest zehn Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga sowie aus dem DFB-Pokal im Jahr 2004 manipuliert zu haben, damit die Gebrüder S. bei verschiedenen Wettanbietern im In- und Ausland erfolgreich wetten konnten." Seltsam nur: Nach Medienberichten pfiff keiner der verdächtigten Schiedsrichter (Hoyzer, Jansen, Zwayer, Marks) 2004 ein Spiel der Regionalliga Süd.

Die Überraschung stand auch Kickers-Manager Rüdiger Lamm ins Gesicht geschrieben: "Von offizieller Seite haben wir überhaupt keine Nachricht. Alles was wir wissen, ist an uns über Dritte herangetragen worden." Er gehe davon aus, so Lamm, "dass es sich dabei um alte Geschichten handeln muss". Vize-Präsident Thomas Kalt kündigte an, man werde sich bald zum Gespräch mit dem Spieler zusammensetzen.

Akrapovic informierte in Vale do Lobo umgehend Hans-Jürgen Boysen über den Polizeibesuch in Obertshausen. Der Kickers-Coach fiel aus allen Wolken: "Wir sind davon völlig überrumpelt worden. Das Handy klingelt Sturm." Boysen mühte sich um Gelassenheit: "Es gab keine Krisensitzung. Ich will niemanden vorverurteilen. Wir warten jetzt mal ab, was kommt." Dass der lange Schatten des Skandals nun auch auf den OFC gefallen ist, nahm den Trainer aber spürbar mit. Womöglich fürchtet Boysen, die Angelegenheit könnte sich auf die Vorbereitung des Tabellenführers der Regionalliga Süd auswirken, der nach der Winterpause Ende Februar Kurs auf die zweite Liga nehmen will. Die Abgeschiedenheit des Feriendomizils an der Algarve kommt ihm da zupass: "Wir sind hier so weit ab vom Schuss. Das ist vielleicht ganz gut."

Frankfurter Rundschau
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Ollie
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Beitrag von Ollie »

Offenbach Post
Akrapovic wehrt sich: Weiß nicht, was man mir überhaupt vorwirft
Der 37 Jahre alte Mittelfeldspieler der Kickers bestreitet jede Verwicklung in Wettskandal

Von Jochen K o c h

Offenbach -Als die Ermittlungsbeamten gestern seine Wohnung in Obertshausen nach Beweisen für eine Verwicklung in den Wettskandal durchsuchten, schlief Bruno Akrapovic 2500 Kilometer entfernt in Portugal in Almancil im Barrington-Hotel im Zimmer Nummer 846. Erst nach dem Vormittagstraining erfuhr der 37-jährige Mittelfeldspieler der Offenbacher Kickers, dass nun auch gegen ihn im Zusammenhang mit dem Wettskandal ermittelt wird.

Herr Akrapovic, was wirft Ihnen die Staatsanwaltschaft genau vor?

Akrapovic: Ich habe absolut keine Ahnung. Weder Staatsanwaltschaft noch die Polizei haben mich bisher über die Durchsuchung informiert. Eine Bekannte hat mir gerade am Telefon von der Durchsuchung meiner Wohnung erzählt. Ich habe jetzt nur gehört, dass man wohl etwas mitgenommen hat. Ich kann also auch nur vermuten oder raten.

Was vermuten Sie, wirft man Ihnen vor?

Akrapovic: Dazu kann ich nichts sagen. Ich weiß es nicht, was man mir vorwirft. Ich kann mich ja nicht einmal erkundigen, was ich getan haben soll. Ich sitze hier im Trainingslager in Portugal und weiß nichts. Das ist alles furchtbar, weil mein Name durch den Dreck gezogen wird.

Kennen Sie den Schiedsrichter Hoyzer, der den ganzen Wettskandal ins Rollen gebracht hat?

Akrapovic: Nein.

Sie haben zwei Jahre in Berlin gespielt und gelebt. Waren Sie auch im Cafe King, angeblich die Drehscheibe des Wettskandals.

Akrapovic: Natürlich kenne ich das Cafe King. Das kennt jeder. Aber dann ist auch jeder, der in Berlin wohnt, verdächtig. Ich habe noch vor zwei Tagen hier im Trainingslager mit unserem Kapitän gescherzt, dass mich in der Geschichte noch niemand angerufen hat, eben wegen Berlin. Jetzt ist aus Spaß Ernst geworden.

Sie haben auch in Cottbus gespielt, wo Energie-Torwart Tomislav Piplica ebenfalls unter Verdacht steht. Auch seine Wohnung wurde durchsucht.

Akrapovic: Ja, wir sind sehr gut befreundet. Bei Piplica kann ich mir so etwas überhaupt nicht vorstellen. Er ist doch eine ganz ehrliche Haut. So etwas sind grausame Unterstellungen.

Haben Sie denn auch auf Spiele gewettet?

Akrapovic: Nein.

Wie werden Sie nun vorgehen?

Akrapovic: Ich werde mich natürlich mit allen Mitteln gegen die Unterstellungen wehren. Denn da ist nichts dran. Ich werde auch eidesstattliche Erklärungen abgeben und alles, was in dem Zusammenhang jetzt modern ist.

Welche Auswirkungen könnte ihre mögliche Verwicklung in den Wettskandal für den Verein Kickers Offenbach haben?

Akrapovic: Ich hoffe, dass die ganze Geschichte keine Schande für die Mannschaft und den Verein bringt.
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gablenberger
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Beitrag von gablenberger »

eidesstattliche erklärung, aber sofort... :!:
die große stadt lockt mit ihrem glanz, mit schönen frauen, mit musik und tanz...
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Felix B.
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Re: Wettskandal holt Kickers Offenbach ein

Beitrag von Felix B. »

McVillager hat geschrieben: Boysen mühte sich um Gelassenheit: "Es gab keine Krisensitzung. Ich will niemanden vorverurteilen. Wir warten jetzt mal ab, was kommt."
Wow, da höre ich das volle Vertrauen des Trainers in Akrapovic raus! :!:
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