Steffen Karl in Untersuchungshaft
Neue Wendung im Wett- und Betrugsskandal im deutschen Fußball. Mit Steffen Karl vom Nord-Regionalligisten Chemnitzer FC wurde am Freitagmorgen der erste aktive Fußballer festgenommen. Die Behörden vollstreckten einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Berlin.
Gegen den 35-Jährigen besteht der dringende Tatverdacht des "gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs, der versuchten Verbrechensabrede sowie der versuchten Nötigung."
Der Abwehrspezialist soll am 22. Mai 2004 im Punktspiel gegen den SC Paderborn (0:4) versucht haben, durch gezieltes Foulspiel im eigenen Strafraum Schiedsrichter Robert Hoyzer die Gelegenheit für einen Elfmeterpfiff zu geben. Die Absprache soll in Zusammenwirken mit dem Mitbeschuldigten Ante Sapina erfolgt sein.
Zwar gab es in der Partie des 32. Spieltags tatsächlich zwei Elfmeter, die der SC-Stürmer Gerov auch verwandelte, doch wurden diese von den damaligen Chemnitzern Wächter und Göhlert verursacht.
Steffen Karl spielt seit der Saison 2003/04 bei den "Himmelblauen". Zuvor war er unter anderem für Borussia Dortmund, Hertha BSC Berlin und St. Pauli aktiv. Für den BVB und Berlin absolvierte er 99 Bundesligapartien (drei Tore), für die "Kiez-Kicker" kam er auf 31 Zweitligaspiele.
Im Wett- und Betrugsskandal ist der Hauptbeschuldigte Robert Hoyzer bisher geständig. Steffen Karl hat wie andere Beschuldigte in einer eidesstattlichen Erklärung seine Unschuld beteuert. Am Mittwoch wurde mit Dominik Marks der zweite Referee festgenommen.
Quelle: kicker.de