Blaues Gold hat geschrieben: Unsere Bahnhofsuhr, der Paule, Nähe zum Spiel(er), wen interessiert das in Echt? Doch nicht den, den wir erstmalig oder wieder ansprechen wollen. Das Vergleichen mit dem Neckarclub und das "Abwerben" derer Kundschaft ist absurd, das was dort geboten wird, ist nun mal heute das, was als "Fussball" wahrgenommen und den Kiddies vermittelt wird.
Doch. Es interessiert zum Beispiel mich. Ich gehe seit ca. 3 Jahren zu den Kickers und genau das, was Du aufzählst, dieser besondere "Spirit" auf der Waldau war und ist der Grund warum ich immer wieder komme und warum ich mich z.B. auch von Grottenkicks gegen gelangweilte Zweitvertretungen bei 10 Grad und Nieselregen nicht davon habe abhalten lassen. Klar, damit bin ich sicher nicht die Regel, aber genau darum geht es mir ja. Den Standard-Fußball Fan, der sportlichen Erfolg, den sogenannten "schönen" Fußball und ein tolles Samstag-Nachmittag-Event mit namhaften Stars in großer Kulisse will, der wird eh nie den Weg zu den Kickers finden, sondern maximal zum VfB, wenn nicht sogar eher zu den Bayern gehen. Und was die "Kiddies" betrifft, deren Prägung findet meist eh im Elternhaus statt, unabhängig vom "Image" des Vereins. Und Nähe zu den Spielern kann bei Kindern durchaus ein Argument sein: Einem Mario Gomez werden sie wahrscheinlicher eher nicht die Hand schütteln können, mit Julian Leist hingegen können sie mit etwas Glück sogar Schnitzel essen... :wink:
Ich erlebe es eher andersherum und muss mich regelmäßig dafür rechtfertigen, warum ich mir "unterklassigen" Fußball anschaue und das, obwohl gerade Bundesliga läuft....Blaues Gold hat geschrieben:Und eben dann geht es einem auf den Wecker, wenn eine andere Fraktion, die dem Verein vom Neckar auch noch spinnefeind gegenübersteht, dauernd erzählen will, was die wahren Fußballwerte sind, ein "Kick" ist und was den Stadionbesuch ausmacht. Das (Besserwissen) tut sich doch keiner an!
Klar, wer wird schon gerne "verschroben" genannt. Ich meinte dass auch eher aus Sicht des Eventpublikums, dass eigentlich kein wirkliches Interesse am Fußball hat und Z.B nach Hoffenheim geht weil es dort so schöne Klatschpappen gibt...für die ist sowas wie Kickers eher seltsam, zum Glück!Blaues Gold hat geschrieben: Auch möchte ich nicht als "altmodisch, romatisch, verschroben" oder sonstwie, sondern als Anhänger eines professionell geführten, mit sportlich vielversprechender Perspektive ausgestatteten Vereins wahrgenommen werden. Das ist die - m.E. - im Moment wichtigste Aufgabe, mit sportlich ansprechender Leistung, mit Perspektive nach oben ziehen wir (das haben wir auch in der Vergangenheit gesehen) die Zuschauer, die unentschlossen sind und dem Fußball aber generell positiv gegenüberstehen. Wie wir Liebhaber die Seele und den "Spirit" unseres Vereines - ligaunabhängig - weiter leben, gestalten wir weiterhin, nicht zuvorderst die, die wir gewinnen wollen (idealerweise das dann aber auch irgendwann miterleben, schätzen und für sich vereinnahmen), aber auch nicht ein Joe Bauer.
Und wie gesagt: Professionalität/Erfolg und "Spirit"/Eigenheit müssen sich nicht ausschließen, da gibt in den ersten beiden Ligen genug Beispiele für. Nur ob das bei den Kickers so einfach und ohne weiteres klappt, finde ich eben nicht selbstverständlich. Ich weiß z.B nicht ob die Waldau aktuell zweitligatauglich ist, bzw. ob die Stadt den Aufwand betreiben würde es zweitligatauglich zu machen...