Präsidium und Aufsichtsrat planen die Zukunft der Blauen - ohne den Präsidenten?
Kickers-Chef Hans Kullen droht Ablösung
Stuttgart - Sportlich läuft es bei den Stuttgarter Kickers neuerdings wie am Schnürchen. Doch intern gibt es wieder mal Stress beim Fußball-Regionalligisten. Mittendrin statt nur dabei: Präsident Hans Kullen.
VON GUNTER BARNER
UND JÜRGEN FREY
Am Montagabend tagten im Kickers-Clubheim die letzten Instanzen der blauen Familie. Hie Präsidium, hie Aufsichtsrat. Am Tisch versammelten sich an der Last ihrer Verantwortung schwer tragende Männer mit bitterernsten Mienen. Einer ließ sich dem Vernehmen nach entschuldigen: Präsident Hans Kullen.
Mit gewohnt derben Worten hatte der Chef auf Degerlochs Höhen zuvor kundgetan, was er von den Kollegen im Präsidium und im Aufsichtsrat hält: nichts! Der Grund: Kullen, der gelernte Versicherungsvertreter, fühlt sich in seinen Bemühungen zur Rettung des Vereins zunehmend im Stich gelassen von der blauen Entourage. Dass sich der Patron im Zuge der Sanierungen so ziemlich mit jedem anlegte, der es bis dato gut meinte mit den Blauen, blendet er in seinem Groll geflissentlich aus.
Vor allem um sein Verhältnis zu Hauptsponsor Eduardo Garcia (Gazi) soll es längst nicht mehr zum Besten stehen. Der Unternehmer mit den spanischen Wurzeln lässt den rasenden Präsidenten ins Leere laufen wie ein Torero den Stier. Aber ohne Garcias Namenszug unter dem neuen Sponsor-Vertrag gibt es keine Regionalliga-Lizenz für die Blauen. 120 000 Euro pro Saison ließ sich die Garmo AG ihren Werbeauftritt mit den Kickers kosten. Hinzu kamen 100 000 Euro per annum für die Namensrechte am Stadion. Garcia, so heißt es, sei sogar bereit, sein Engagement beim Stuttgarter Traditionsclub fortan aufzustocken - freilich nur unter einer Bedingung: Kullen, der ungeliebte, muss weg.
Der wiederum fuhr in seiner Verzweiflung selbst einem seiner treuesten Paladine in die Parade: Marketing-Mann Bernd Klingler. Der hatte etwas unvorsichtig die diskreten Verhandlungen der Kickers mit dem Finanzamt und der Stadt Stuttgart über Steuerstundungen ausgeplaudert, was ihm den Zorn seines Herrn und Gebieters eintrug. Inzwischen hat selbst der überdurchschnittlich leidensfähige Klingler die Nase gestrichen voll: "Ich habe genug von den ständigen Beleidigungen.''
Bleibt noch Präsidiumsmitglied Michael Hofstetter, Novize am Hof des blauen Adels. Den Sillenbucher Anwalt schickt Kullen seit Tagen auf Betteltour bei möglichen Geldgebern. Der Justiziar bittet um Bürgschaften, um das notorisch klamme Budget abzusichern. Doch wo immer der blaue Emissär vorstellig wird - einer ist schon da: der Ruf des Präsidenten, der gefährlich schwankt zwischen streitbar und händelsüchtig. Mit schwerem Säbel statt mit feinem Florett ging Kullen seit seiner Wahl vor zwei Jahren gegen alles vor, was Kosten verursachte. Und weil selbst dieser rigide Sparkurs nicht reichte, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben, griff der Mann aus Hülben ins eigene Portemonnaie. 700 000 Euro aus seiner Schatulle sollen mittlerweile im Verein stecken. Unbestritten ist jedenfalls ein Darlehen über 450 000 Euro, für das der Präsident im Falle der Insolvenz den Rangrücktritt bis zum 30. Juni 2006 erklärte. Trotz allem klafft im Etat der nächsten Saison bereits wieder ein Loch von 250 000 Euro.
Die Lage ist prekär. Genau darüber diskutierten am Montagabend die Gremien. Sie überlegten, Kullen das Misstrauen auszusprechen. Spekulationen um seinen Rücktritt standen im Raum - Hans-Jürgen Wetzel, Chef des Aufsichtsrats, könnte übernehmen. Auch Jürgen Hollenbach, Präsident der unlängst ausgegliederten Handball-Abteilung, scheint nicht abgeneigt. Des Weiteren im Gespräch: Christian A. Merz (Merzschule). Wetzel, ein enger Freund des verstorbenen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler, soll den Frieden auf Degerlochs Höhen wiederherstellen. Eine heikle Mission, die nur gelingt, wenn sämtliche Lager nur eines im Sinn haben: das Wohl der Blauen. Mit Kullen, darin sind sich alle einig, droht nicht allzu fernen Tages die Botschaft: Die Kickers leben, der Verein ist tot.
Ouelle: leonberger-kreiszeitung.de
Kickers-Chef Hans Kullen droht Ablösung
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Blauer Bub
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Re: Kickers-Chef Hans Kullen droht Ablösung
Überlinger hat geschrieben:Präsidium und Aufsichtsrat planen die Zukunft der Blauen - ohne den Präsidenten?
Vor allem um sein Verhältnis zu Hauptsponsor Eduardo Garcia (Gazi) soll es längst nicht mehr zum Besten stehen. Der Unternehmer mit den spanischen Wurzeln lässt den rasenden Präsidenten ins Leere laufen wie ein Torero den Stier. Aber ohne Garcias Namenszug unter dem neuen Sponsor-Vertrag gibt es keine Regionalliga-Lizenz für die Blauen. 120 000 Euro pro Saison ließ sich die Garmo AG ihren Werbeauftritt mit den Kickers kosten. Hinzu kamen 100 000 Euro per annum für die Namensrechte am Stadion. Garcia, so heißt es, sei sogar bereit, sein Engagement beim Stuttgarter Traditionsclub fortan aufzustocken - freilich nur unter einer Bedingung: Kullen, der ungeliebte, muss weg.
Ouelle: leonberger-kreiszeitung.de
Ich fand Kullens Sparkurs eigentlich sehr gut und habe ihn als Präsidenten bislang absolut positiv gesehen. Wenn ich das hier aber richtig lese, heisst das doch im Klartext: Er steht einem stärkeren finanziellen Engagement durch GAZI/Garcia im Wege. Ohne beurteilen zu wollen und zu können, was dieses Gesamtpaket (stärkere finanzielle Unterstützung durch GAZI + Ablösung von Kullen) alles für Konsequenzen mit sich bringen würde: zumindest darüber nachdenken sollte man schon. Denn wenn der Artikel die Sachverhalte richtig wiedergibt, dann scheint Herr Kullen ja im Prinzip so gut wie gar keinen Rückhalt im Verein zu haben. Und diese ewigen Streitereien, insbesondere dann, wenn es sportlich so gut läuft und die Kickers-Mannschaft auch in der Öffentlichkeit und für potentielle Sponsoren ein positives Bild abgeben, gehen mir in ihrem regelmäßigen Stattfinden dermaßen auf den Sack.
Manchmal muss man wirklich daran zweifeln, dass es allen Beteiligten primär um das wohl der Kickers geht. Schade, schade...
- Soulfly
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Geht es in diesem Verein eigentlich nur noch um
persönliche Eitelkeiten?
Dabei stehen doch wichtige Aufgaben ins Haus.
Nämlich mit den möglichen finanziellen Mitteln eine
schlagkräftige Mannschaft zusammen zu stellen.
Aber da stehen sich die Herren wohl sebst und dem
Verein im Weg.
Und der Artikel trägt auch nicht zum positiven Bild des
Verein bei. Das macht die Aufgabe nicht einfacher.
Vielen Dank!
persönliche Eitelkeiten?
Dabei stehen doch wichtige Aufgaben ins Haus.
Nämlich mit den möglichen finanziellen Mitteln eine
schlagkräftige Mannschaft zusammen zu stellen.
Aber da stehen sich die Herren wohl sebst und dem
Verein im Weg.
Und der Artikel trägt auch nicht zum positiven Bild des
Verein bei. Das macht die Aufgabe nicht einfacher.
Vielen Dank!
Hold Your Fire
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