FUSSBALL / Bezirksliga - FC Normannia bei TSG Hofherrnweiler zu siebt angetreten - Bei Sportgerichtsbestätigung TSG Meister
Abbruch in Hofherrnweiler bei 15:0
Ein spektakuläres Ende nahm die Bezirksliga-Saison im Finale um den Meistertitel - wenn sie den nun schon ein Ende hat. Der FC Normannia trat bei der TSG Hofherrnweiler zu siebt an - Spielabbruch nach 45 Minuten beim Stande von 15:0, die TSG wäre somit durch das bessere Torverhältnis Meister. Der Heidenheimer SB will bis in die letzte Instanz gehen.
VON MARKUS BRENNER
In Hofherrnweiler freute man sich nach der Bekanntgabe...
Noch hat Bezirksstaffelleiter Alfons Krauß den Meisterwimpel weder dem Heidenheimer Sportbund noch der TSG Hofherrnweiler übergeben. Bei Spielabbruch muss das Sportgericht entscheiden. Und das bis spätestens morgen, denn am Mittwoch beginnen bereits die Relegationsspiele zum Aufstieg in die Landesliga. Und da sollte feststehen, wer Meister ist und wer Zweiter.
Angetreten war die Oberligareserve des FC Normannia Gmünd in Hofherrnweiler mit gerade mal sieben Spielern (Kiebler, Geiger, Schwenger, Seskir, Koc, Onwuneme und Demmerer). Aus verschiedenen Gründen "verhindert, krank, wegen Studienfahrt und Prüfungen", so Thomas Rieger, Trainer der Normannen: "Außerdem hat die A-Jugend um 14 Uhr in Pfullendorf gespielt" - ein Spiel um den Klassenerhalt in der A-Junioren-Oberliga. "Da war nichts möglich", sagt Rieger. Zudem habe er morgens noch Alfons Krauß angerufen und ihn um eine Spielabsage gebeten. Alfons Krauß selbst lässt sich die Verantwortung für das Resultat nicht zuschieben: "Ich kann als Staffelleiter in dieser Situation keine Spielabsage annehmen." Und er fügt hinzu: "Das ist eine Frechheit und eine Schande für die Normannia."
Das Prekäre an der jetzigen Situation ist, dass die TSG Hofherrnweiler durch ein 15:0 genau um ein Tor besser dasteht als der HSB. Falls das Sportgericht also die übliche Vorgehensweise wählen würde - bei Spielabbruch wegen weniger als sieben Spielern auf dem Feld bleibt im Normalfall das Ergebnis bei Abbruch bestehen - hätte Hofherrnweiler den Heidenheimer Sportbund noch im letzten Moment abgefangen.
Der HSB wiederum stand beim SV Waldhausen, der nicht bereit war, Geschenke zu verteilen, auf dem Platz. Zur Halbzeit stand es 0:0 - und in Hofherrnweiler 15:0. Der HSB schaffte es zwar noch kurz vor Schluss zu gewinnen, jedoch nur mit 1:0.
Der Spielabbruch kam zustande, weil ein Spieler verletzungsbedingt aufgeben musste und somit nur noch sechs Normannen auf dem Platz gestanden hätten. Auf dem Spielbericht von Schiedsrichter Seidl aus Waiblingen steht: "In der 45. Minute (unmittelbar nach dem Halbzeitpfiff) kam der Gästespielführer Schwenger Denis Nr. 5 auf mich zu und bat mich das Spiel abzubrechen. Als Begründung sagte er: Wir haben einen verletzten Spieler und können deshalb nicht weiterspielen. Der Regel nach musste ich dieser Entscheidung nachkommen. PS. Schon während der ersten Halbzeit unterhielten sich Gmünder Spieler untereinander, wann sie endlich aufgeben sollen."
Dass diese das nicht schon früher taten, erfreut den Trainer der Heidenheimer Oberligareserve Hans-Peter Baamann überhaupt nicht: "Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel. Eine Oberligareserve tritt mit sieben Spielern an, und komischerweise hören sie bei 15:0 auf, so dass das genau zu unserem Ergebnis passt." Natürlich konnte auch keiner wissen, ob der HSB in Waldhausen in 45 Minuten noch ein, zwei oder noch mehr Tore erzielen würde, jedoch sagt Baamann: "Wir lassen uns nicht die Arbeit einer ganzen Saison kaputt machen. Wir werden bis in die letzte Instanz gehen. Beim jetzigen Stand werden wir am Mittwoch nicht in der Relegation antreten."
Und die TSG Hofherrnweiler? Abteilungsleiter Gerd Bartjen: "Wir hatten überhaupt keinen Kontakt zu Gmünd. Das ist einzig und allein die Angelegenheit von Normannia. Wir betrachten das 15:0 als gültig. Aber wir warten ab, bis wir offiziell etwas in der Hand haben."
Mittlerweile gibt es ein Sportgerichtsurteil dass das Ergebnis bestätigt. Daraufhin erklärte der Heidenheimer SB, dass seine zweite Mannschaft nicht an der für diese Woche angesetzte Relegation um den Aufstieg in die Landesliga teilnehmen wird.
Also ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass so etwas bei einem Oberligisten passiert, wenn auch die 2. Mannschaft, und Spiele verschoben werden.
Unglaublich!!!