Folgender Artikel aus der Esslinger Zeitung hört sich doch schon besser an

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www.wirpackensietrotzdem.de
Erhöhung der Mitgliederbeiträge bringt viele VfB-Fans auf die Palme
Stuttgart - Zu später Stunde kocht die Volksseele. Hinter dem Tagesordnungspunkt fünf verbirgt sich nicht nur die Aussprache, sondern vor allem die Chance auf den verbalen Quickie im Rampenlicht. Reihenweise ergreifen die Fans auf der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart im Hegel-Saal der Liederhalle das Mikrofon und reden sich ihren Frust von der Seele. Präsident Erwin Staudt benötigt ein dickes Fell, wenn beispielsweise der traditionsbewusste Fan die Rückbesinnung auf das alte Vereinswappen fordert oder bemängelt, dass neugeborene Mitglieder kein persönliches Anschreiben erhalten. Die Stimmen der Basis treffen nur in Ausnahmefällen den Punkt. In erster Linie sind sie populistisch, polemisch und teilweise auf Stammtisch-Niveau. 25 Jahre lang sei der Verein ein Politikverein gewesen, jetzt sei er ein Wirtschaftsverein. Nur so sei es zu erklären, dass eine Aktion wie "
www.wirpackenschalke.de" ins Leben gerufen werde. "Wo haben wir denn Schalke gepackt? Wir haben noch immer weniger Mitglieder, sie schnappen uns die besten Spieler weg und wir müssen uns für diese Werbeaktion von den Gegnern verhöhnen lassen", ist ein Fanclub-Mitglied sauer. Höhepunkt der Anfeindungen ist der Vorwurf, Marketing-Chef Jochen Rotthaus sei Schalke-Mitglied. Dieser wird zwar entkräftet, das Misstrauen bleibt.
Von Michael Thiem
Vergleich mit einer Drückerkolonne
Selbst als Staudt ausführt, dass die Königsblauen den Ball humoristisch gekonnt aufgenommen und eine Gegenaktion "
www.wir-lassen-uns-nicht-packen.de" ins Leben gerufen hätten, prallt an den meisten ab. Staudt gibt alles und fügt hinzu, dass es frei nach dem Motto "
www.wirpackensietrotzdem.de" eine weitere Werbeaktion geben werde. Im Hinterkopf, so der VfB-Vereinschef leidenschaftlich, stünde immer die magische 100 000 Marke des Vereins "im mehr landwirtschaftlichen Süden der Republik". Ob der entrüstete Fan weiß, dass damit der FC Bayern München gemeint war?
Der VfB hat im Moment knapp 30 600 Mitglieder. Vor zwei Jahren sind es noch 7500. Als es um die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge geht, fühlen sich viele Fans überrumpelt. Der eine vergleicht die vorangegangene Werbeaktion mit einer Drückerkolonne, der andere bescheinigt dem VfB "Burger-King-McDonalds-Niveau". Staudt versucht mehrmals, den Hauptgrund der Beitragserhöhung klar zu stellen. Da die Gefahr droht, dass der Verein die Gemeinnützigkeit aberkannt bekommt, ist die Erhöhung auf nun 48 Euro unvermeidbar. Es folgt eine Kampfabstimmung. Zunächst wird der Antrag, die Abstimmung von der Tagesordnung zu streichen, abgeschmettert. Das Votum für die Beitragserhöhung fällt danach mit 767 Ja-Stimmen, 307 Nein-Stimmen und 67 Enthaltungen keineswegs überwältigend aus. "Das ist aber Demokratie", versucht Staudt die Fans zu beruhigen.
Eine hitzige Diskussion gibt es auch im Zusammenhang mit dem Stadion. Die Fans fordern vehement ein reines Fußball-Stadion. Wie schon seit Jahren wird den VfB-Verantwortlichen vorgerechnet, viel Geld für Umbaumaßnahmen zu investieren. Andere Vereine würden für 50 Millionen Euro tolle Stadien bauen. Staudt verspricht, dass das Thema nach der WM 2006 wieder auf den Tisch komme. Im Hintergrund schmiede der Verein Pläne, wie die Laufbahn zu Tribünen umgebaut werden könne. "Wir haben zuletzt im Stillen mehr Leute für ein Fußballstadion begeistert, wie in der Vergangenheit durch eine offensive Vorgehensweise", sagt Staudt.
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