StZ: Interview mit Jürgen Hollenbach

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Blau&Weiß
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StZ: Interview mit Jürgen Hollenbach

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"Stadt ist gefordert"

Nachgefragt beim Kickers-Chef

Die Handballer der Stuttgarter Kickers, die nach der Ausgliederung vom Hauptverein als HC antreten, sind in diesem Jahr in die vierthöchste Spielklasse aufgestiegen. "Und unsere Bemühungen enden nicht in der Baden-Württemberg-Oberliga", sagt der HC-Präsident Jürgen Hollenbach im Gespräch mit Joachim Klumpp.


Herr Hollenbach, wann haben die jetzt bereits viertklassigen Handballer von der Ligenzugehörigkeit die Fußballer der Stuttgarter Kickers eingeholt?

Zunächst muss ich sagen, dass weiter zwei Herzen in mir schlagen: das als Präsident des Handballklubs und das als über 20-jähriges Mitglied bei den Kickers. Deshalb hoffe ich nicht, dass wir die Fußballer überholen, sondern ihnen sukzessive nachfolgen - und irgendwann parallel in der Bundesliga spielen.

Das heißt, Ziel ist wieder der Aufstieg?

Nein. Der nächste Aufstieg in die Regionalliga ist auf zwei bis drei Jahre angelegt. Was aber nicht heißt, dass ich einem früheren Zeitpunkt abgeneigt wäre. Zunächst einmal gilt es aber, den Klassenerhalt so früh wie möglich sicherzustellen und einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen.

Dafür wurde der Kader entsprechend verstärkt.

Insgesamt sind acht neue Spieler gekommen. Wobei nicht alle gleich zum 14-Mann-Kader der ersten Mannschaft zählen dürften.

Wird es mit jedem Aufstieg nicht immer schwieriger, die Aufgabe in Stuttgart zu stemmen?

Erstaunlicherweise ist es weniger ein Problem auf sportlicher Seite, zumal ich dem Thema VfL Pfullingen-Stuttgart skeptisch gegenüberstehe. Denn das ist weder Fisch noch Fleisch. Deshalb habe ich bei allen Anfragen klipp und klar gesagt: Wir werden unseren Weg alleine gehen. Es gibt noch immer genug Vereine in Stuttgart, die eine gute Nachwuchsarbeit betreiben, denen aber bei den Aktiven die Luft ausgeht. Und da bieten wir jungen Spielern aus der Region eine Plattform, die stolz sind, das Kickers-K tragen zu dürfen.

Wie muss man sich denn das Verhältnis zum Hauptverein vorstellen?

Ich denke, der wartet in erster Linie darauf, dass unsere jährliche Zahlung für Logo und Namensnennung kommt. Keine Sorge: das wird pünktlich geschehen.

Und auf welchen Betrag beläuft sich der Etat für die Baden-Württemberg-Oberliga?

Er liegt im mittleren fünfstelligen Bereich - aber damit an der unteren Kante der Liga.

Hat denn das Zuschauerinteresse mit den Erfolgen auch zugenommen?

Wir hatten in den entscheidenden Spielen der vorigen Saison schon eine deutliche Steigerung und rechnen jetzt mit einem Schnitt von 300 pro Spiel. Damit wäre die Halle drei viertel voll.

Irgendwann stoßen Sie auch bei der Kapazität an die Grenzen.

Wir haben diesbezüglich schon bei der Stadt angeklopft, die in unseren Augen auch gefordert ist. Wir brauchen hier oben eine Halle mit zwei- bis dreitausend Plätzen als Zwischenstufe zu der neuen Arena am Wasen. Denn eines kann ich versprechen: unsere Bemühungen enden nicht in der Baden-Württemberg-Oberliga oder der Regionalliga.

Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 08. September 2005
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