Presseberichte zur "Rücktrittsforderung" an Präsid

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DS
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Presseberichte zur "Rücktrittsforderung" an Präsid

Beitrag von DS »

Aus der heutigen STN: Barner, die zweite......

Aufregung nach dem Misstrauensvotum bei den Kickers

Kullen spielt auf Zeit

Der Bericht unserer Zeitung gegen das Misstrauensvotum gegen Präsident Hans Kullen sorgte für hitzige Diskussionen bei den Stuttgarter Kickers. Der Betroffene wählte als Reaktion die bewährte Methode: Er sitz das Problem aus.

Am Tag danach entschloss sich Kickers-Präsidiumsmitglied Bernd Klingler zur Offensive: „Herr Kullen soll zu seinem eigenen Wohle und zum Wohle des Vereins zurücktreten.“ Der Präsident habe mit seinen vielzähligen Streitereien mit allen möglichen Vereinsrepräsentanten seit über einem Jahr für eine unerträgliche Negativstimmung gesorgt. Der Imageschaden für den Verein sei unübersehbar. „So kann es auf keinen Fall weitergehen, er hat kein Gespür für die Menschen.“ Klingler bestätigte indirekt, was unsere Zeitung berichtet hatte: Die seit Monaten schwelende Führungskrise beim Fußball-Regionalligisten gipfelte im Misstrauensvotum des Aufsichtsrates gegen den Präsidenten. Kullen wurde offiziell zum Rücktritt aufgefordert. Chef-Kontrolleur Hans-Jürgen Wetzel wollte am Donnerstag die Rote Karte gegen Kullen weder bestätigen noch dementieren. Er will sich in den nächsten Tagen erklären.
Kullen selbst sagte am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung: „Ich habe im Augenblick nicht die Absicht zurückzutreten. Ich werde mit verschiedenen Leuten ein Gespräch führen und mich dann erklären.“ Intern ließ er aber durchblicken, dass er das Votum des Aufsichtsrates nicht als Rücktrittsforderung verstehe. Er neigt dazu, die Sache auszusitzen und spielt auf Zeit.
Rein rechtlich hat der Aufsichtsrat in der Tat keine Handhabe. Das Gremium müsste dem Präsidenten grobe Verstöße in der Amtsführung nachweisen, um ihn des Amtes zu entheben. Außerdem bräuchte es dazu eine Zweidrittel-Mehrheit in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Große Teile des blauen Anhangs feiern aber Kullen als Retter der Kickers, die innere Zerrüttung kümmert sie eher wenig. Sollte sich Kullen zum Rücktritt entschließen, müsste ein Interimspräsident die Geschäfte führen.



STZ: (von Joachim Klummp)

Kullen nicht amtsmüde

Kampf hinter den Kulissen.
Mehr Sorgen als die sportliche Entwicklung in der Regionalliga bereitet dem Kickers-Präsidenten Hans Kullen das Störfeuer aus den eigenen Reihen. Auf die Frage, ob es Rücktrittsforderungen des Aufsichtsrats gegeben hätte, das Kullen nur: „Nein.“

Normalerweise lässt sich der Kickers-Präsident Hans Kullen kein Spiel seiner Mannschaft entgehen. Ob er allerdings morgen mit zum Böllenfalltor nach Darmstadt fährt, lässt er offen. Die Zurückhaltung hängt keineswegs damit zusammen, dass die Mannschaft vergangene Woche die erste Saisonniederlage hat einstecken müssen, sondern mit den immer wieder auftauchenden Störfeuern aus den eigenen Reihen. Zum Beispiel: Der Aufsichtsrat habe den Präsidenten zum Rücktritt aufgefordert. Während Hans-Jürgen Wetzel als Chef des Kontrollorgans keinen offiziellen Kommentar dazu abgibt, betont Kullen: „Es gab keine Rücktrittsforderung.“
Allerdings, das räumt der Kickers-Chef ein, habe er im Beisein Wetzels Änderungen innerhalb des Präsidiums angedacht, um das Ziel zweite Liga konsequenter anzugehen. In diesem Zusammenhang ist es ein offenes Geheimnis, dass Kullen von zwei seiner Vorstandskollegen mehr Einsatz erwartet. gemeint ist der Schatzmeister Siegfried Jahnke, dem vorgehalten wird, dass er sich seine Steuerberatertätigkeit für den Verein extra honorieren lässt:; bei Marketingexperte Bernd Klingler wird die mangelnde Sponsorenaquise kritisiert, wo sich erst in den vergangenen Wochen kleine Fortschritte gezeigt haben. Deshalb soll sich Kullen bereits nach personellen Alternativen umgeschaut haben. „Es wird aber keine überstürzten Aktionen geben“, sagte der Präsident, der betont,: „Ich habe nie etwas gegen die Kickers getan, sondern stets nur für den Verein. Und das wird auch so bleiben.“
Der Präsident hat mit Eigenkapital und Bürgschaften den Verein immer wieder über Wasser gehalten. Die wirtschaftliche Bilanz zum 30. Juni will Wetzel aber erst dann kommentieren, wenn die genauen Zahlen (von Jahnke) vorliegen. Währendbilanziell ein Minus von knapp 200.000 Euro droht, „ist die Liquidität aber gesichert“, sagt Wetzel, dem immer mal wieder Ambitionen auf das höchste Amt des Vereins nachgesagt werden. Vorerst ist er um Schadensbegrenzung bemüht: „Wir werden schlicht und ergreifend versuchen, Ruhe zu bewahren.“
Erschwerend kommt nämlich hinzu, dass das Theater hinter den Kulissen vor dem Spiel beim Tabellenzweiten in Darmstadt nicht spurlos an der Mannschaft vorbeizugehen scheint. „Es haben mich schon einige Spieler gebeten, weiterzumachen“, sagt Kullen, der eine Entscheidung diesbezüglich offen lässt. „Amtsmüde bin ich aber nicht.“
Bereits heute Abend (18.30 Uhr) empfängt der VfB Stuttgart II die zweite Mannschaft des Karlsruher SC. Mehr Angst als vor dem Gegner haben die Verantwortlichen dabei vor den Anhängern der Gäste, weil es beim Aufeinandertreffen der beiden Fangruppen in der Vergangenheit immer wieder zu Ausschreitungen gekommen ist. Es herrscht also Alarmstufe eins auf dem Wasen; genau wie in Degerloch – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.



Der BILD-Zeitung gab Kullen folgendes Interview:

Kickers-Boß Kullen: Ich trete nicht zurück

Die Stuttgarter Kickers kommen einfach nicht zur Ruhe. Nach vier Monaten Waffenstillstand sind in der Führungsetage des Regionalligisten wieder Grabenkämpfe ausgebrochen. BILD sprach mit Präsiden Hans Kullen (63).

Hat der Aufsichtsrat sie zum Rücktritt aufgefordert?

„Nach seiner Sitzung letzte Woche haben mich einige Gremiumsmitglieder gefragt, ob ich amtsmüde bin.“

Und sind Sie das?

„Ich habe schon im Dezember gesagt, dass ich so nicht mehr weitermache. Da der Verein zum Ende der vergangenen Saison auf ein Minus von etwa 150.000 Euro zusteuerte, bat ich damals meine Kollegen aus dem Präsidium, Maßnahmen zu ergreifen, um das zu verhindern. Doch bis auf den heutigen Tag hat niemand etwas getan.“

Ist das Minus tatsächlich so hoch geworden?

„Die genaue Bilanz liegt mir noch nicht vor.“

Haben Sie sich selbst etwas vorzuwerfen?

„Dass ich viel zu viel allein getan, viel zu spät auf das Nichtstun anderer reagiert und auf das Gute gehofft habe.“

Können Sie das ändern?

„Wir sind zusammen mit dem Aufsichtsrat dabei, bestimmte Dinge so zu gestalten und zu koordinieren, dass das Ziel zweite Liga nicht aus den Augen verloren wird.“

Das klingt ja nicht gerade nach Rücktritt.

„Mir ist es gelungen, den Verein sportlich und finanziell aus der Talsohle zu holen – allein. Das muss sich aber ändern. Deshalb wird es die eine oder andere Veränderung im Präsidium geben. Erst wenn ich zu der Überzeugung komme, im Verein nichts mehr positives bewegen zu können, werde ich zurücktreten. Diese Überzeugung habe ich im Moment nicht.“
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Blauer Bayer
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Beitrag von Blauer Bayer »

Also manchmal muss man sich schon fragen, an welchen Verein man da sein Herz verloren hat. Es muss doch möglich sein, binnen 24 Stunden eine offizielle Stellungsnahme dazu herauszugeben, ob der Aufsichtsrat eine Rücktrittsforderung geäußert hat oder nicht. Stattdessen wird "weder dementiert noch bestätigt". So werden die Herren den Verein sicher mit lauter neuen Sponsoren nach oben führen. :evil:

Die heutigen Berichte zeigen, dass Herr Barner mit seinem gestrigen Text eben doch nicht unrecht hatte. Die Wortwahl im heutigen macht allerdings deutlich, dass er wenig Sympathien für Kullen und die Kickers hat. Ein größeres Problem finde ich aber, dass ihm der Verein immer wieder Vorlagen zu solchen Artikeln liefert. Jetzt sollten sich mal alle zusammenreißen und nicht länger die positive sportliche Entwicklung torpedieren!

Dass ein Schatzmeister sich seine Steuerberatertätigkeit bezahlen lässt, finde ich - gelinde gesagt - sehr merkwürdig.
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Also der gute Herr Kullen scheint ja schon, gelinnde gesagt, sehr von sich überzeugt zu sein. Aber ich denke mit dem von ihm eingeschlagenen Reformkurs fahren wir auf jeden Fall in der richtigen Spur. Denn eines hat Herr Kullen wohl als einer von wenigen erkannt: Wenn die Kickers in den nächsten Jahren nicht aufsteigen, dann wird es sie nicht mehr lange geben. Und um dieses Ziel zu erreichen, muss sicherlich noch einiges getan werden, auch wenn man sicherlich an Herrn Kullens Feingefühl nach Außen hin zweifeln muss. Wenn er es nun noch schafft, die Gremien zu versöhnen und somit das Bild nach Außen wieder her zu stellen und so Sponsoren anzulocken, dann würde das alles sicherlich wunderbar funktionieren, aber so weit muss es halt erst mal kommen...
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

Lest mal Kullens Aussagen in dem Text. Vielleicht einige etwas großspurig - aber die meisten stimmen vollauf! Da reden Leute vom Rücktritt des Präsidenten, aber dann? Wer machts dann? Hoffentlich ist das gut überlegt worden, woran ich ehrlich gesagt etwas zweifle.
Ranger
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Beitrag von Ranger »

wäre es möglich, wen jemand zugang hat zur Leonberger-Zeitung, die zwei Presseberichte zu Posten von heute?
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blue-son
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Beitrag von blue-son »

...ich hab keine Lust den ganzen Artikel abzuschreiben, deshalb gibts nur einige Wortfetzen. Im Prinzip steht auch heut wieder nichts großartig Neues drin:

StN, 20.09.2005, G. Barner

Das Tischtuch an der Vereinsspitze ist zerschnitten - Offener Machtkampf zwischen Kullen und Wetzel

Kickers auf dem Weg zur Selbstzerstörung

Die Misere war absehbar. Die Stuttgarter Kickers stecken in der schlimmsten Führungskrise ihrer Geschichte. Und im Moment weiß keiner, wie die schauerlich tiefen Gräben an der Vereinsspitze wieder zugeschüttet werden könnten.

"Auf seiner verzweifelten Suche nach Geld ignorierte der neue Mann an der Kickers-Spitze mit schwer zu überbietender Sturheit all jene Helfer, die den Blauen zwar ihre ehrenamtliche Dienste anboten, zur finanziellen Gesundung aber wenig beitragen konnten"

"Dringen missliebige Interna nach außen, macht sich Kullen zornig auf die suche nach dem Maulwurf"

"Die Idee, Konflikte durch moderate Töne und kluge Menschenführung erst gar nicht aufkeimen zu lassen, scheint dem ehemaligen Versicherungsvertreter geradezu fremd"

"Mehrere Anläufe, den Poltergeist Kullen zu einem moderaten und transparenten Führungsstil zu bewegen, scheiterten"

usw.

Dann steht noch drin. dass heute nach dem Spiel eine interne Aufsichtsratsitzung stattfindet, am Donnerstag tagen dann Aufsichtsrat und Präsidium gemeinsam. Danach wird sich Wetzel der Presse erklären...
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Das ist der komplete Bericht aus der STN:

Das Tischtuch an der Vereinsspitze ist zerschnitten - Offener Machtkampf zwischen Kullen und Wetzel
Kickers auf dem Weg zur Selbstzerstörung

Stuttgart - Die Misere war absehbar. Die Stuttgarter Kickers stecken in der schlimmsten Führungskrise ihrer Geschichte. Und im Moment weiß keiner, wie die schauerlich tiefen Gräben an der Vereinsspitze wieder zugeschüttet werden könnten.

VON GUNTER BARNER

Seit Hans Kullen im Juli 2003 zum Präsidenten gewählt wurde, spaltet sich der Verein scheinbar unaufhaltsam in zwei Lager: hier die Traditionalisten, die sich dem Erbe von Axel Dünnwald-Metzler verpflichtet sehen. Allen voran Aufsichtsratschef Hans-Jürgen Wetzel. Sie halten die originären Werte des blauen Adels hoch und pochen auf den familiären Charakter des Fußball-Regionalligisten. Unter ihnen viele alte und verdiente Kämpen, die in der Vergangenheit viel Zeit, Geld und Enthusiasmus in die Blauen investiert haben. Sie legen Wert auf Stil und Etikette. Kritiker lasten ihnen freilich mit den sportlichen und finanziellen Abstieg des einstigen Paradeclubs an.

Dort die Modernisten um Hans Kullen, die sich rigoros auf den Standpunkt stellen, dass man die Vergangenheit am besten dadurch bewältigt, indem man sie hartnäckig ignoriert oder gar verdammt. "Was früher war, interessiert mich nicht", ist einer der Standardsätze des Präsidenten aus dem Bauchladen seiner Rechtfertigungen. So kritikwürdig auch sein mag, was in früheren Jahren bisweilen geschah - Kullen trampelte mit einer derart abenteuerlichen Ungeschicklichkeit durch die Landschaft der empfindlichen Seelen, dass er in rekordverdächtiger Zeit nahezu alle gegen sich aufbrachte, die sich den Blauen bis dato verbunden fühlten.

Dabei bestreiten auch seine schärfsten Kritiker nicht, dass er intern einen guten Job machte. Knapp 700 000 Euro aus Kullens Privatschatulle stecken inzwischen im Kickers-Budget, der Club schrammte haarscharf an der Insolvenz vorbei. Daraus freilich abzuleiten, der Traditionsclub von der Waldau wäre in Kullens Privatbesitz übergegangen, ist ein Trugschluss, der wesentlich mit zum aktuellen Zwist beitrug. Auf seiner verzweifelten Suche nach Geld ignorierte der neue Mann an der Kickers-Spitze mit schwer zu überbietender Sturheit all jene Helfer, die den Blauen zwar ihre ehrenamtlichen Dienste anboten, zur finanziellen Gesundung aber wenig beitragen konnten.

Versteckte Vorwürfe, persönliche Herabwürdigungen, gegenseitige Verleumdungen und Verdächtigungen, sogar Beleidigungen prägen inzwischen das Klima an der Spitze des Fußball-Regionalligisten. Kritische Geister werden als potenzielle Feinde diskreditiert. Dringen missliebige Interna nach außen, macht sich Kullen zornig auf die Suche nach dem Maulwurf. Die Idee, Konflikte durch moderate Töne und kluge Menschenführung erst gar nicht aufkeimen zu lassen, scheint dem ehemaligen Versicherungsvertreter geradezu fremd.

Jetzt gipfelt der schwelende Konflikt in der Bitte des Aufsichtsrates an den Präsidenten, sich aus seinem Amt zurückzuziehen. Der Mann aus Hülben bestreitet diesen Vorgang vehement, doch das Protokoll der besagten Aufsichtsratssitzung belegt es zweifelsfrei: Das Kontrollgremium fordert seinen Rücktritt. Sollte dies nicht geschehen, fordern die Aufsichtsräte die Offenlegung seiner Geschäfte für die Kickers. Sie fordern Daten, Zahlen, Fakten. Am heutigen Dienstag findet nach dem Regionalligaspiel gegen die TSG Hoffenheim eine interne Aufsichtsratssitzung statt. Am Donnerstag tagen Aufsichtsrat und Präsidium gemeinsam. "Danach werde ich mich der Presse erklären", teilte Wetzel am Montag per Fax mit. Klar ist: Das Gremium fordert nur ein, was die Kickers-Satzung glasklar vorschreibt. Doch so wie Kullen ein Präsidiumsmitglied nach dem anderen vergraulte, missachtet er offenbar die Aufgaben seines Aufsichtrates. Just jenes Vereinsorgan, das ihn im Juli 2003 zum Präsidenten kürte.

Mehrere Anläufe, den Poltergeist Kullen zu einem moderateren und transparenten Führungsstil zu bewegen, scheiterten. Jetzt liegt der Brandherd offen. Ein Feuerwehrmann ist nicht in Sicht. Die Selbstzerstörung des Traditionsclubs schreitet voran. Helfen könnte jetzt nur ein anerkannter Souverän, dem das Wohl des Vereins wichtiger ist als seine persönliche Ambition.
nordlicht

Beitrag von nordlicht »

Ranger hat geschrieben:wäre es möglich, wen jemand zugang hat zur Leonberger-Zeitung, die zwei Presseberichte zu Posten von heute?
Wer zieht die Strippen bei den Kickers?

Der Traditionsverein schafft es nicht, Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen - Aufsichtsrat will sich am Donnerstag erklären

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers empfangen heute in der Fußball-Regionalliga den Spitzenreiter TSG Hoffenheim. Anschließend trifft sich der Aufsichtsrat zu einer internen Sitzung. Es scheint Klärungsbedarf zu geben.

Von Joachim Klumpp

Am Sonntag sind gut 60 Millionen Menschen in Deutschland wahlberechtigt gewesen, einen klaren Regierungsauftrag hat es dabei nicht gegeben. Die Stuttgarter Kickers haben zwar nur etwa 1600 Mitglieder, in gewisser Weise wirft die Situation trotzdem Parallelen auf, selbst wenn die Vereinsfarbe Blau nun gar nicht ins politische Spektrum passt. Aber auch beim Traditionsklub von der Waldau sind turnusgemäß erst für nächsten Herbst Wahlen angesetzt. Doch ähnlich wie im Bundestag werden aus gewissen Kreisen bei den Kickers vorzeitige Neuwahlen angestrebt.

Dazu müsste laut Satzung allerdings "ein wichtiger Grund vorliegen" (und bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zudem eine Zweidrittelmehrheit gegen den Amtsinhaber votieren). Ein solcher Grund konnte bisher nicht gefunden werden, sieht man einmal von angeblichen verbalen Verfehlungen ab. Dass Hans Kullen, um in der Sprache der Politik zu bleiben, nicht gerade prädestiniert ist fürs diplomatische Corps hat sich auf Degerlochs Höhen herumgesprochen. Dafür sind seine Verdienste als eiserner Finanzminister unumstritten. Kullen hat einen Verein, der de facto pleite war, wieder so weit auf die Beine gebracht, dass eine Existenz in der Regionalliga möglich ist; ob verbunden mit dem Aufstieg, sei dahingestellt. Kullen hat dies mit großem finanziellen und persönlichen Engagement getan, was selbst seine Kritiker bestätigen. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass der Versicherungskaufmann unter falschen Voraussetzungen angetreten ist: einem Schuldenstand aus der ADM-Ära von circa 40 000 Euro, der beim Durchforsten der Bücher fast auf das Zwanzigfache geschnellt ist.

Dies hat zu ersten Irritationen mit dem Aufsichtsratschef Hans-Jürgen Wetzel geführt, weil dieser gewissermaßen als letzter Mohikaner seit mehr als einem Jahrzehnt genau über die roten Zahlen der Blauen informiert gewesen ist oder es zumindest gewesen sein müsste. Kullen wundert sich: Warum ist das verschwiegen worden?

Gute Frage: der Verdacht jedenfalls drängt sich auf, dass die Verantwortlichen nur einen finanzkräftigen Mann gesucht haben, um das Schiff nicht untergehen zu lassen. Dies hätte bei einem Wahlsieg des Gegenkandidaten Peter Kappes vor zwei Jahren durchaus einkalkuliert werden müssen, was Axel Dünnwald-Metzlers Lebenswerk mit einem Schlag zerstört hätte. Ob ein Neuanfang in der Oberliga überhaupt Erfolg versprechend gewesen wäre oder ist, bleibt hypothetisch. Doch auch eine Klasse tiefer benötigt man einen knapp siebenstelligen Etat, um ganz vorne mitzuspielen (bei dann weitaus geringeren Einnahmen).

Hans-Jürgen Wetzel, der seit Anfang des Jahres in Rente und deswegen vom zeitlichen Rahmen durchaus flexibel ist, dementierte offiziell zwar immer wieder sein Interesse am Präsidentenamt, doch intern hat er durchblicken lassen, Gewehr bei Fuß zu stehen. Inwieweit die Mitglieder dieses Ansinnen goutieren würden, steht auf einem anderen Blatt, weil die Rolle des Aufsichtsrats als Kontrollorgan in der Vergangenheit durchaus kritisch gesehen wird.

Dies scheint den Betroffenen bewusst zu sein - wobei schon ein Blick in das Fanforum des Internets reicht, selbst wenn dies nur bedingt repräsentativ sein muss. Offenbar wird deshalb regelmäßig - sei es durch Indiskretionen oder Behauptungen - versucht, Kullen zu diskreditieren und somit zu einem Rücktritt zu bewegen oder zumindest ins zweite Glied zu schieben. Wobei der Präsident betont: "Ich gehe meinen Weg."

Möglicherweise mit dem einen oder anderen neuen Mitglied im Präsidium; entprechende Gespräche laufen jedenfalls. Schatzmeister Siegfried Jahnke, der sich von Kullen ob seiner Arbeit angegriffen fühlt, hat sich inzwischen dahingehend geäußert, warum er nicht unentgeltlich für den Verein tätig sein darf: "Sonst würde kein Versicherungsschutz über meine Vermögensschadenversicherung bestehen", erklärte der Steuerberater.

"Das stimmt. Ansonsten gibt es viele Fragen zu klären", sagt Präsidiumsmitglied Michael Hofstetter, der als Koordinator alle Teilnehmer der Gremien für Donnerstag zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen hat. Ob es auch einen gemeinsamen Nenner gibt? Zumindest hat Hans-Jürgen Wetzel angekündigt, sich danach zu erklären. Vorab wird der Aufsichtsrat schon heute nach dem Spiel gegen Hoffenheim zu einer Sitzung zusammentreffen, was darauf schließen lässt, dass interner Klärungsbedarf besteht.

"Eine Schlammschlacht schadet nur den Kickers", betont Hofstetter, der auch Einblick in andere Vereine hat. "Aber hier ist es besonders schwierig." Es gibt es ein Gemengelage zwischen Präsidium, Aufsichtsrat, dazu Ehrenrat, Freundeskreis, Kickers-Treff oder die Handballer. "Ich bin mir nicht sicher, dass es unter einem anderen Präsidenten einfacher wäre", sagt selbst das von Kullen etwas abgerückte Präsidiumsmitglied Bernd Klinger, "das ist ja das Problem der Kickers."
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Wetzel und Kullen wären doch mal interessante Teilnehmer für den nächsten Kickers-Stammtisch; oder?
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Soulfly
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Beitrag von Soulfly »

Eins ist für mich sonnenklar, ich möchte nie Präsident
eines Fußballvereins werden. :roll:
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Blauer Bayer
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Beitrag von Blauer Bayer »

nordlicht hat geschrieben: Dies scheint den Betroffenen bewusst zu sein - wobei schon ein Blick in das Fanforum des Internets reicht, selbst wenn dies nur bedingt repräsentativ sein muss.
Hehe.

Aber im Ernst. Ich habe heute Nachmittag beide Texte gelesen und mich wirklich wahnsinnig geärgert, allerdings nur über einen.

Der Text aus der Stuttgarter Zeitung beschreibt die offenbar vorhandenen Personalquerelen, aber auch die Gegenseite. Interessant finde ich die Theorie, dass Kullen nur als Geldesel herhalten sollte.

Zu Barner fällt mir wirklich nichts mehr ein. Das ist eine Kampagne und hat mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun. Selbiges werde ich morgen dem Chefredakteur mitteilen.
Kullen trampelte mit einer derart abenteuerlichen Ungeschicklichkeit durch die Landschaft der empfindlichen Seelen, dass er in rekordverdächtiger Zeit nahezu alle gegen sich aufbrachte, die sich den Blauen bis dato verbunden fühlten
Versteckte Vorwürfe, persönliche Herabwürdigungen, gegenseitige Verleumdungen und Verdächtigungen, sogar Beleidigungen prägen inzwischen das Klima an der Spitze des Fußball-Regionalligisten. Kritische Geister werden als potenzielle Feinde diskreditiert.
Die Idee, Konflikte durch moderate Töne und kluge Menschenführung erst gar nicht aufkeimen zu lassen, scheint dem ehemaligen Versicherungsvertreter geradezu fremd.
Solche Sätze wären in einem Kommentar starker Tobak. Aber in einem normalen nachrichtlichen Beitrag sind sie eine Unverschämtheit. Der Mann ist dabei, die Kickers systematisch zu beschädigen. Ich für meinen Teil werde das nicht länger hinnehmen.
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Brigade-B
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Beitrag von Brigade-B »

@ dirty Tobi: ist eigendlich eine gute Idee. Ladet die Herren Wetzel und Kullen zum nächsten Schlesinger- Treff ein!
:wink:
ABSTIMMEN FÜR DIE STUTTGARTER KICKERS!
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Ralphonso
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Beitrag von Ralphonso »

Blauer Bayer hat geschrieben:... Ich für meinen Teil werde das nicht länger hinnehmen.
und das heisst :?:
moehringer
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Beitrag von moehringer »

na entweder verbaler oder nonverbaler Zweikampf, irgendwie scheint mir aber eher das erste wahrscheinlicher zu sein... :wink:
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svk4ever
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Beitrag von svk4ever »

DirtyToby hat geschrieben:Wetzel und Kullen wären doch mal interessante Teilnehmer für den nächsten Kickers-Stammtisch; oder?

:D Am besten lässt man das die beiden wie Männer mit dem Schwert austragen.
Damit der Verein auch was davon hat, könnte man ja Eintritt nehmen.
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Beitrag von Blaufieber »

Die beiden könnte man doch mal ins Halbzeitprogramm einbinden. Dann bliebe uns dieses elend langweilige Wissensspiel erspart.
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Blauer Bayer
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Beitrag von Blauer Bayer »

Ralphonso hat geschrieben:
Blauer Bayer hat geschrieben:... Ich für meinen Teil werde das nicht länger hinnehmen.
und das heisst :?:
Wie gesagt: Dass ich heute an den Chefredakteur schreibe, damit er seinen Sportchef einfängt. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob da gemerkt wird, was vor sich geht.
Leider habe ich kein Abo, das ich kündigen kann. 8)
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Ralphonso
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Beitrag von Ralphonso »

guter plan!

bin schon gespannt, mit was die sich herausreden :roll:

by the way, wäre ein leserbrief in der stz nicht auch eine möglichkeit?
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Blauer Bayer
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Beitrag von Blauer Bayer »

Ralphonso hat geschrieben: by the way, wäre ein leserbrief in der stz nicht auch eine möglichkeit?
Glaub' ich nicht. Kollegenschelte wäre auch kein feiner Stil, zumal beide Zeitungen ja im wirtschaftlichen Bereich eng zusammenarbeiten.
Nein. Ich will auch keine Gegenkampagne anzetteln. Es gibt ja den Streit im Vorstand, aber über den sollte ein Journalist neutral berichten. Herr Barner tritt aber als Akteur auf. Und das sollte man direkt mit seiner Zeitung klären.
Übrigens: Das Vorwort von Kullen im Stadionheft war ja wohl auch mehr als deutlich!
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Blaufieber hat geschrieben:Die beiden könnte man doch mal ins Halbzeitprogramm einbinden. Dann bliebe uns dieses elend langweilige Wissensspiel erspart.
:lol: :lol: :lol:
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Beitrag von Ranger »

Wen ihr den Wezel und den Kullen einladet, dan braucht ihr natürlich auch einen Schiedsrichter, wie wäre es da mit Herrn Barner .Aber bitte dan keine fauligen Tomaten mit bringen :D
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DirtyToby
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Beitrag von DirtyToby »

Ranger hat geschrieben:Wen ihr den Wezel und den Kullen einladet, dan braucht ihr natürlich auch einen Schiedsrichter, wie wäre es da mit Herrn Barner .Aber bitte dan keine fauligen Tomaten mit bringen :D
Wird ja immer besser... :lol:
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Beitrag von svk4ever »

nordlicht hat geschrieben:Am heutigen Dienstag findet nach dem Regionalligaspiel gegen die TSG Hoffenheim eine interne Aufsichtsratssitzung statt. Am Donnerstag tagen Aufsichtsrat und Präsidium gemeinsam. "Danach werde ich mich der Presse erklären", teilte Wetzel am Montag per Fax mit.
Und?
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Blauer Bayer
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Beitrag von Blauer Bayer »

svk4ever hat geschrieben:
nordlicht hat geschrieben:Am heutigen Dienstag findet nach dem Regionalligaspiel gegen die TSG Hoffenheim eine interne Aufsichtsratssitzung statt. Am Donnerstag tagen Aufsichtsrat und Präsidium gemeinsam. "Danach werde ich mich der Presse erklären", teilte Wetzel am Montag per Fax mit.
Und?
Angeblich gibt's heute Offizielles. Siehe den jüngsten, etwas gemäßigteren Barner hier

http://www.dot96.de/clients/onlinefancl ... php?t=3869

Ganz wichtig: Dutt hat sich hinter Kullen gestellt. Das ist für mich, der ich die Interna nicht beurteilen kann, ein klares Zeichen. pro Kullen!
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Beitrag von svk4ever »

Blauer Bayer hat geschrieben: Ganz wichtig: Dutt hat sich hinter Kullen gestellt. Das ist für mich, der ich die Interna nicht beurteilen kann, ein klares Zeichen. pro Kullen!
Na ja... er stellt sich hinter den, der im Zweifelsfall seine Entlassung unterschreibt oder eben nicht.

Sich hinter die Oposition zu stellen, wäre fahrlässig.
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