Angstgegner bringt SVW nicht zum Zittern
Ausgerechnet beim bisherigen Angstgegner Stuttgarter Kickers II haben die Oberliga-Fußballer des SV Waldhof Wiedergutmachung betrieben. Acht Tage nach der bitteren 0:3-Pleite in Gmünd siegten die Blau-Schwarzen verdient mit 2:0 (1:0) und haben nach acht Partien 16 Zähler auf dem Konto. Mit einer kämpferisch überzeugenden Vorstellung widerlegten die Cracks einerseits den Vorwurf, gegen den Trainer zu spielen und versöhnten sich darüber hinaus mit den eigenen Fans.
Oberste Bürgerpflicht beim unbequemen Gegner aus Stuttgart war für Slavko Petrovic die Sicherung des eigenen Tores und deshalb stellte der Coach von einer Vierer- auf eine Dreier-Abwehrreihe um. Vor der Deckung spielten Asaeda und Marschlich die Staubsauger und setzten die Maßgabe des Übungsleiters konsequent um. Bis auf einen Freistoß von Marchese, der die Torlatte streifte (41.) und einen Schuss von Lukic (70.) blieben die Kickers ohne Möglichkeit. In der Offensive kamen die Waldhöfer hingegen schwer in Schwung. Nach 13 Minuten hatte Rath dennoch eine Riesenmöglichkeit, aber der Angreifer scheiterte am Stuttgarter Keeper. Ansonsten neutralisierten sich beide Teams, so dass die 350 Zuschauer zunächst auf Strafraumszenen verzichten mussten.
Dem Waldhof-Clan war dies ab der 43. Minute allerdings völlig schnuppe, denn nach feiner Einzelleistung drosch Michael Oelkuch den Ball aus 15 Metern zum 1:0 in die Maschen. "Bis zum Tor waren die Spieler etwas verunsichert, denn sie haben nach dem Gmünd-Spiel von vielen Seiten auf die Fresse bekommen", erklärte Petrovic die mangelnde Durchschlagskraft. Nach der Pause änderte sich dies nachhaltig: gegen etwas offensiver spielende Kickers nutzten die Blau-Schwarzen die entstehenden Räume und überzeugten jetzt auch spielerisch. Der erlösende Treffer ließ allerdings noch eine Weile auf sich warten, weil sich der Stuttgarter Keeper Michael Grauer als bester Akteur seiner Mannschaft erwies. In der 67. Minute war aber auch er machtlos, als Georgi Donkov nach einer Maßflanke von Benjamin Waldecker aus kurzer Distanz zum 2:0 einköpfte.
In der Schlussminute hätte der kurz zuvor eingewechselte Gilles Ekoto-Ekoto bei seinem ersten Saisoneinsatz mit einem Drehschuss fast noch das 3:0 erzielt. Doch die Kugel ging über das Tor, was die SVW-Fans nicht davon abhielt, den Rekonvaleszenten mit Sprechchören zu feiern.
Quelle: Mannheimer Morgen
Spielberichte: Kickers II - SV Waldhof Mannheim
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Überlinger
SVW hält Tuchfühlung
Fußball-Oberliga: 2:0-Auswärtssieg in Stuttgart
MANNHEIM - Der SV Waldhof ist in der Fußball- Oberliga Baden-Württemberg in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Blau-Schwarzen kamen gestern Abend zu einem hoch verdienten 2:0 (1:0)-Auswärtserfolg über die Zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers. Damit halten die Mannheimer Tuchfühlung zur Spitzengruppe der Liga, die weiter vom bislang noch ungeschlagenen Tabellenführer Heidenheimer SB (3:2-Sieg bei Normannia Gmünd) angeführt wird. "Das war heute ein sehr guter Auftritt meiner Mannschaft, sie ist konzentriert zur Sache gegangen und hat gezeigt, dass sie es besser kann", freute sich Waldhof-Coach Slavko Petrovic nach dem Sieg. Die rund 350 Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit eine schwache Oberliga-Partie. Die Waldhöfer, bei denen Cesar M´Boma in die Anfangsformation zurückkehrte und Benjamin Waldecker erstmals in der Startelf stand, waren nach der Pleite in Gmünd sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Doch klare Torchancen blieben zunächst Mangelware. Das änderte sich zwei Minuten vor der Halbzeit. Spielmacher Michael Oelkuch (43.) startete ein Solo über den halben Platz und traf mit einem platzierten Schuss zur 1:0-Führung für den SVW.
Nach der Pause war es dann Goalgetter Georgi Donkov, der eine Flanke von Benjamin Waldecker zum 2:0 einköpfte (61.). Die Stuttgarter zeigten sich geschockt, Offensivaktionen brachten die Kickers bis zum Schluss nicht mehr zustande. Die Waldhöfer hatten dagegen am Ende sogar noch Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Letztlich zeigte sich Coach Petrovic aber auch mit dem 2:0 zufrieden: "Wir haben den Gegner beherrscht, dieser Sieg war gut fürs Selbstvertrauen." Fünf Minuten vor Schluss feierte Angreifer Ekoto-Ekoto nach langer Verletzungspause sein Comeback.
Quelle: Lampertheimer Zeitung
Fußball-Oberliga: 2:0-Auswärtssieg in Stuttgart
MANNHEIM - Der SV Waldhof ist in der Fußball- Oberliga Baden-Württemberg in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Blau-Schwarzen kamen gestern Abend zu einem hoch verdienten 2:0 (1:0)-Auswärtserfolg über die Zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers. Damit halten die Mannheimer Tuchfühlung zur Spitzengruppe der Liga, die weiter vom bislang noch ungeschlagenen Tabellenführer Heidenheimer SB (3:2-Sieg bei Normannia Gmünd) angeführt wird. "Das war heute ein sehr guter Auftritt meiner Mannschaft, sie ist konzentriert zur Sache gegangen und hat gezeigt, dass sie es besser kann", freute sich Waldhof-Coach Slavko Petrovic nach dem Sieg. Die rund 350 Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit eine schwache Oberliga-Partie. Die Waldhöfer, bei denen Cesar M´Boma in die Anfangsformation zurückkehrte und Benjamin Waldecker erstmals in der Startelf stand, waren nach der Pleite in Gmünd sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Doch klare Torchancen blieben zunächst Mangelware. Das änderte sich zwei Minuten vor der Halbzeit. Spielmacher Michael Oelkuch (43.) startete ein Solo über den halben Platz und traf mit einem platzierten Schuss zur 1:0-Führung für den SVW.
Nach der Pause war es dann Goalgetter Georgi Donkov, der eine Flanke von Benjamin Waldecker zum 2:0 einköpfte (61.). Die Stuttgarter zeigten sich geschockt, Offensivaktionen brachten die Kickers bis zum Schluss nicht mehr zustande. Die Waldhöfer hatten dagegen am Ende sogar noch Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Letztlich zeigte sich Coach Petrovic aber auch mit dem 2:0 zufrieden: "Wir haben den Gegner beherrscht, dieser Sieg war gut fürs Selbstvertrauen." Fünf Minuten vor Schluss feierte Angreifer Ekoto-Ekoto nach langer Verletzungspause sein Comeback.
Quelle: Lampertheimer Zeitung
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Kickers II - Waldhof Mannheim 0:2
Zuschauer: 350
Aufstellung (taktisch korrekt):
Grauer
Koyuncu Jelas Accardi Lukic
Gatzky (59. Tucci) Hartmann Marchese (78. Söckler) Chatzis Baradel (78. Vujevic)
Yildiz
Bank: Salz, Ivanusa, Kärcher, Bischoff
Bericht:
Die kleinen Blauen im alt "bewährten" 4-5-1 System gegen den haushohen Favoriten aus Mannheim, der mit 7 Ex- Profis, aber ohne Autoschieberkönig Gaudino, begann. Auffällig bei den Kickers: Eine mit Chatzis, Hartmann und Marchese sehr prominent besetzte Zentrale.
Schon kurz nach Anpfiff sah jeder dass heute keine Spitzenmannschaft der Oberliga in Degerloch angetreten war. Die Teams tasteten sich langsam ab, zeigten aber beide Schwächen im technischen Bereich und auch das Passspiel war für manch einen Spieler eine schwierige Kunst. Die erste halbe Chance in einem zerfahrenen Spiel gab es für die Kickers, ein Eckball segelte an 2 Kickers Akteuren vorbei, Lukics Nachsetzen war erfolglos. Kurz danach zeigten die Akteure vom Waldhof ihre nicht bestrittene spielerische Einzelklasse. Ein perfekt getimter langer Ball auf Marcel Rath, Erdal Koyuncu ist um Welten zu langsam für den bulligen Glatzkopf und dessen Schuss kann Grauer nur mit Müh und Not zur Ecke ablenken. Die darauf folgende Ecke sorgte für schreckhafte Gesichter auf der Kickers Tribüne, Grauer unterschätzte die Ecke, verpasste den Ball und ein Mannheimer am langen Pfosten setzte einen wuchtigen Kopfball nur knapp über die Latte.
Nach dieser Szene passierte eine halbe Ewigkeit gar nichts mehr, ein äußerst schlechtes Spiel auf schwachem Niveau und teils haarsträubenden Fehlern insbesondere auf der rechten Abwehrseite und im zentralen Mittelfeld der Kickers waren ein Grund dafür dass Trainer Hinck fast nur noch vor der Bank stand anstatt auf dieser zu sitzen. In der 44.Minute dann die erste und einzigste gute Gelegenheit für die Kickers im ganzen Spiel. Ein scharf geschossener Freistoß von Enzo Marchese aus gut 25 m lenkte der Mannheimer Torhüter Todericiu mit Müh und Not über die Latte. Die folgende Ecke verpasste Boris Gatzky nur knapp, im Gegenzug fiel dann aber das Gegentor.
Michael Oelkuch bekommt im Mittelfeld den Ball, lässt einen Kickers Abwehrspieler stehen und zieht mit einem strammen Volley Schuss aus 20 m in die linke Ecke ab - keine Chance für Grauer, 1:0 für Waldhof Mannheim. Ein unglücklicher Moment für die Blauen, gerade in der 45.Minute. Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein, nach einem Rückpass vertendelte Kickers Kapitän Fabio Accardi den Ball gegen den aggresiven Rath, Grauer war aber auf dem Posten.
Dann war Halbzeit, ein bis auf die Schlussminuten langweiliges und schwaches Spiel.
Die 2.Halbzeit sollte dann actionreicher sein. Waldhof drängte auf das 2:0, mehrmals klärte vor allem Ivan Jelas gegen im Mittelfeld unbedrängt durchbrechende Mannheimer. Nach einem Konter dann die Chance zum Ausgleich für die Blauen, schöner Pass von Baradel auf Yildiz, der läuft auf den Torhüter zu, umspielt diesen, kann sich aber nicht zu einem Schuss entscheiden so dass der Mannheimer Keeper ihm den Ball noch vom Fuss pflücken kann. Dann begann die Zeit des Michael Grauer. Von der 60.Minute ab verpasste er mindestens 3 Flankenbälle und konnte mehrere mehr als harmlose Schüsse nicht festhalten, was eine extreme Belastung für das Nervenkostüm des normalen Kickers Anhängers bedeutete.
Mannheim machte Druck, ein scharfer Fernschuss flog knapp am Kasten vorbei, in der 67. Minute war es dann aber soweit. Mike Baradel wird links von seinem erfahrenen Gegenspieler verarscht (man muss es so nennen), der flankt in den Strafraum und weder Koyuncu noch Accardi sind bei Georgi Donkov, dessen Name dank 7 Treffern in der bisherigen Saison eigentlich jedem Kickers Spieler bekannt sein sollte. Donkovs Kopfball passte genau, Grauer wie schon beim ersten Gegentor chancenlos.
Die Blauen kamen nicht mehr ins Spiel zurück, die letzte ordentliche Chance vergab Lukic nach einem kurz ausgeführten Freistoß mit einem hohen Schuss in die Tormitte, der aber kein Problem für Todericiu darstellte. In den letzten Minute wollte Waldhof dann noch das 3:0 machen und drückte nochmal, Grauer als Unsicherheitsfaktor konnte wie oben erwähnt einige Bälle nicht festhalten. In der 90. Minute dann eine Szene die das ganze Spiel bezeichnete: Desaströses Zweikampfverhalten von Koyuncu, ein mehr als schwacher Schuss des Waldhöfer Angreifers, aber Grauer macht den Ball dadurch dass er den Ball nicht fest hält erst gefährlich. Dann war Schluss, die Waldhöfer Fans machten dann nochmal ihrem Ruf alle Ehre und starteten um ein Haar eine Prügelei auf der Haupttribüne. Ein unrühmlicher Abschluss eines richtig schlechten Spiels.
Fazit: Ohne Zweifel ein verdienter Sieg für Mannheim, gegen eine schlimm auftretende Kickers Mannschaft. Die Abwehr stand bis auf Koyuncu recht sicher, sonst lief aber wenig zusammen.
Einzelkritik:
Michael Grauer: In der ersten Hälfte noch halbwegs in Ordnung, bei den Gegentoren chancenlos. Aber durch verpasste hohe Bälle und seine Art Schüsse nicht festzuhalten, mehr als ein Unsicherheitsfaktor.
Erdal Koyuncu: In Schulnoten ausgedrückt eine klare 6. Desaströser Auftritt des Türken.
Ivan Jelas: Noch derbeste Kickers Feldspieler, allerdings merkte man ihm einige male seine Unerfahrenheit an.
Fabio Accardi: Böser Fehler gegen Rath, ansonsten ordentlich.
Kresimir Lukic: Fast wie immer. Defensiv zuverlässig aber nach vorne mit Fehlpässen, diesmal aber auch mit einigen gefälligen Aktionen.
Boris Gatzky: Unauffälliges Spiel, viele Fehler im Spiel, was aber bei der Mannschaftsleistung kaum auffiel.
Manuel Hartmann: Überraschend unsicher, ohne Akzente nach vorne, oft übertölpelt von den Mannheimern.
Enzo Marchese: Standards gut, Rest schlecht. Fehlpässe en masse, schwaches Zweikampfverhalten. In dieser Form kein Thema für die erste Mannschaft.
Nico Chatzis: Schwach im Zweikampf, unsicher im Abspiel. Zudem ohne genaue Position, war mal hier mal dort aber nirgendwo wirklich richtig, was für Löcher sorgte.
Mike Baradel: Zahlte in einigen Situationen Lehrgeld, konnte den guten Eindruck vom Hoffenheim Spiel nicht bestätigen.
Recep Yildiz: Lief keinen Schritt mehr als er musste. War ohne jegliche Chance gegen die Abwehrrecken der Mannheimer, ging aber auch so gut wie keinem Ball entgegen. Schwache Vorstellung.
Marco Tucci (E): Kaum geglückte Aktionen.
Mike Vujevic (E): Konnte keine Akzente setzen.
Sven Söckler (E): Einige technisch wirklich brillianten Aktionen in seiner kurzen Spielzeit. Hat sich empfohlen.
Spieler des Spiels: Ivan Jelas
KOMMENTAR:
Langsam sollte sich Hinck fragen was diese Taktik soll. Mit dem 4-5-1 System war kein Blumentopf zu gewinnen, im zentralen Mittelfeld standen sich die Leute auf den Füßen rum. Wieso kommt Tucci beim Stand von 0:1 erst so spät in die Partie? In der Halbzeit hätten Koyuncu, Chatzis oder Baradel gut und gern in der Kabine bleiben können.
Zudem ist Recep Yildiz in der Position als einziger Stürmer völlig abgemeldet, Yildiz gehört zurückhängend aufgestellt und nicht als einzigste Spitze, das ist nicht seine Position. Wieso bekommt Bischoff keine Chance? Wieso werden schlecht spielende Profis nicht ausgewechselt?
Ich schätze Hinck als Trainer, aber mich würde einfach mal interessieren was er an dieser 4-5-1 Taktik gefressen hat, bei den Profis wird diese nicht gespielt und bei den Amateuren bringt diese wenig ein. Ein Personalproblem? Aus meiner Sicht muss in der Winterpause dringend ein neuer "echter" Stürmer kommen.
Zuschauer: 350
Aufstellung (taktisch korrekt):
Grauer
Koyuncu Jelas Accardi Lukic
Gatzky (59. Tucci) Hartmann Marchese (78. Söckler) Chatzis Baradel (78. Vujevic)
Yildiz
Bank: Salz, Ivanusa, Kärcher, Bischoff
Bericht:
Die kleinen Blauen im alt "bewährten" 4-5-1 System gegen den haushohen Favoriten aus Mannheim, der mit 7 Ex- Profis, aber ohne Autoschieberkönig Gaudino, begann. Auffällig bei den Kickers: Eine mit Chatzis, Hartmann und Marchese sehr prominent besetzte Zentrale.
Schon kurz nach Anpfiff sah jeder dass heute keine Spitzenmannschaft der Oberliga in Degerloch angetreten war. Die Teams tasteten sich langsam ab, zeigten aber beide Schwächen im technischen Bereich und auch das Passspiel war für manch einen Spieler eine schwierige Kunst. Die erste halbe Chance in einem zerfahrenen Spiel gab es für die Kickers, ein Eckball segelte an 2 Kickers Akteuren vorbei, Lukics Nachsetzen war erfolglos. Kurz danach zeigten die Akteure vom Waldhof ihre nicht bestrittene spielerische Einzelklasse. Ein perfekt getimter langer Ball auf Marcel Rath, Erdal Koyuncu ist um Welten zu langsam für den bulligen Glatzkopf und dessen Schuss kann Grauer nur mit Müh und Not zur Ecke ablenken. Die darauf folgende Ecke sorgte für schreckhafte Gesichter auf der Kickers Tribüne, Grauer unterschätzte die Ecke, verpasste den Ball und ein Mannheimer am langen Pfosten setzte einen wuchtigen Kopfball nur knapp über die Latte.
Nach dieser Szene passierte eine halbe Ewigkeit gar nichts mehr, ein äußerst schlechtes Spiel auf schwachem Niveau und teils haarsträubenden Fehlern insbesondere auf der rechten Abwehrseite und im zentralen Mittelfeld der Kickers waren ein Grund dafür dass Trainer Hinck fast nur noch vor der Bank stand anstatt auf dieser zu sitzen. In der 44.Minute dann die erste und einzigste gute Gelegenheit für die Kickers im ganzen Spiel. Ein scharf geschossener Freistoß von Enzo Marchese aus gut 25 m lenkte der Mannheimer Torhüter Todericiu mit Müh und Not über die Latte. Die folgende Ecke verpasste Boris Gatzky nur knapp, im Gegenzug fiel dann aber das Gegentor.
Michael Oelkuch bekommt im Mittelfeld den Ball, lässt einen Kickers Abwehrspieler stehen und zieht mit einem strammen Volley Schuss aus 20 m in die linke Ecke ab - keine Chance für Grauer, 1:0 für Waldhof Mannheim. Ein unglücklicher Moment für die Blauen, gerade in der 45.Minute. Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein, nach einem Rückpass vertendelte Kickers Kapitän Fabio Accardi den Ball gegen den aggresiven Rath, Grauer war aber auf dem Posten.
Dann war Halbzeit, ein bis auf die Schlussminuten langweiliges und schwaches Spiel.
Die 2.Halbzeit sollte dann actionreicher sein. Waldhof drängte auf das 2:0, mehrmals klärte vor allem Ivan Jelas gegen im Mittelfeld unbedrängt durchbrechende Mannheimer. Nach einem Konter dann die Chance zum Ausgleich für die Blauen, schöner Pass von Baradel auf Yildiz, der läuft auf den Torhüter zu, umspielt diesen, kann sich aber nicht zu einem Schuss entscheiden so dass der Mannheimer Keeper ihm den Ball noch vom Fuss pflücken kann. Dann begann die Zeit des Michael Grauer. Von der 60.Minute ab verpasste er mindestens 3 Flankenbälle und konnte mehrere mehr als harmlose Schüsse nicht festhalten, was eine extreme Belastung für das Nervenkostüm des normalen Kickers Anhängers bedeutete.
Mannheim machte Druck, ein scharfer Fernschuss flog knapp am Kasten vorbei, in der 67. Minute war es dann aber soweit. Mike Baradel wird links von seinem erfahrenen Gegenspieler verarscht (man muss es so nennen), der flankt in den Strafraum und weder Koyuncu noch Accardi sind bei Georgi Donkov, dessen Name dank 7 Treffern in der bisherigen Saison eigentlich jedem Kickers Spieler bekannt sein sollte. Donkovs Kopfball passte genau, Grauer wie schon beim ersten Gegentor chancenlos.
Die Blauen kamen nicht mehr ins Spiel zurück, die letzte ordentliche Chance vergab Lukic nach einem kurz ausgeführten Freistoß mit einem hohen Schuss in die Tormitte, der aber kein Problem für Todericiu darstellte. In den letzten Minute wollte Waldhof dann noch das 3:0 machen und drückte nochmal, Grauer als Unsicherheitsfaktor konnte wie oben erwähnt einige Bälle nicht festhalten. In der 90. Minute dann eine Szene die das ganze Spiel bezeichnete: Desaströses Zweikampfverhalten von Koyuncu, ein mehr als schwacher Schuss des Waldhöfer Angreifers, aber Grauer macht den Ball dadurch dass er den Ball nicht fest hält erst gefährlich. Dann war Schluss, die Waldhöfer Fans machten dann nochmal ihrem Ruf alle Ehre und starteten um ein Haar eine Prügelei auf der Haupttribüne. Ein unrühmlicher Abschluss eines richtig schlechten Spiels.
Fazit: Ohne Zweifel ein verdienter Sieg für Mannheim, gegen eine schlimm auftretende Kickers Mannschaft. Die Abwehr stand bis auf Koyuncu recht sicher, sonst lief aber wenig zusammen.
Einzelkritik:
Michael Grauer: In der ersten Hälfte noch halbwegs in Ordnung, bei den Gegentoren chancenlos. Aber durch verpasste hohe Bälle und seine Art Schüsse nicht festzuhalten, mehr als ein Unsicherheitsfaktor.
Erdal Koyuncu: In Schulnoten ausgedrückt eine klare 6. Desaströser Auftritt des Türken.
Ivan Jelas: Noch derbeste Kickers Feldspieler, allerdings merkte man ihm einige male seine Unerfahrenheit an.
Fabio Accardi: Böser Fehler gegen Rath, ansonsten ordentlich.
Kresimir Lukic: Fast wie immer. Defensiv zuverlässig aber nach vorne mit Fehlpässen, diesmal aber auch mit einigen gefälligen Aktionen.
Boris Gatzky: Unauffälliges Spiel, viele Fehler im Spiel, was aber bei der Mannschaftsleistung kaum auffiel.
Manuel Hartmann: Überraschend unsicher, ohne Akzente nach vorne, oft übertölpelt von den Mannheimern.
Enzo Marchese: Standards gut, Rest schlecht. Fehlpässe en masse, schwaches Zweikampfverhalten. In dieser Form kein Thema für die erste Mannschaft.
Nico Chatzis: Schwach im Zweikampf, unsicher im Abspiel. Zudem ohne genaue Position, war mal hier mal dort aber nirgendwo wirklich richtig, was für Löcher sorgte.
Mike Baradel: Zahlte in einigen Situationen Lehrgeld, konnte den guten Eindruck vom Hoffenheim Spiel nicht bestätigen.
Recep Yildiz: Lief keinen Schritt mehr als er musste. War ohne jegliche Chance gegen die Abwehrrecken der Mannheimer, ging aber auch so gut wie keinem Ball entgegen. Schwache Vorstellung.
Marco Tucci (E): Kaum geglückte Aktionen.
Mike Vujevic (E): Konnte keine Akzente setzen.
Sven Söckler (E): Einige technisch wirklich brillianten Aktionen in seiner kurzen Spielzeit. Hat sich empfohlen.
Spieler des Spiels: Ivan Jelas
KOMMENTAR:
Langsam sollte sich Hinck fragen was diese Taktik soll. Mit dem 4-5-1 System war kein Blumentopf zu gewinnen, im zentralen Mittelfeld standen sich die Leute auf den Füßen rum. Wieso kommt Tucci beim Stand von 0:1 erst so spät in die Partie? In der Halbzeit hätten Koyuncu, Chatzis oder Baradel gut und gern in der Kabine bleiben können.
Zudem ist Recep Yildiz in der Position als einziger Stürmer völlig abgemeldet, Yildiz gehört zurückhängend aufgestellt und nicht als einzigste Spitze, das ist nicht seine Position. Wieso bekommt Bischoff keine Chance? Wieso werden schlecht spielende Profis nicht ausgewechselt?
Ich schätze Hinck als Trainer, aber mich würde einfach mal interessieren was er an dieser 4-5-1 Taktik gefressen hat, bei den Profis wird diese nicht gespielt und bei den Amateuren bringt diese wenig ein. Ein Personalproblem? Aus meiner Sicht muss in der Winterpause dringend ein neuer "echter" Stürmer kommen.
- Basti
- Kickers-Fan
- Beiträge: 5299
- Registriert: Dienstag 19. August 2003, 12:41
- Wohnort: Schwäbisch Hall
hab grad noch ein paar Fotos vom Spiel auf meiner Digitalkamera gefunden
http://www.svk1899.de/index.php?option= ... &Itemid=61
