Kein Einsatz mehr, trotz Vertrag bis 2008: Jens Nowotny.Der Verein begründete die Entscheidung mit einem zerstörten Vertrauensverhältnis, das durch die von Nowotny (31) und seiner Beraterfirma GTS gegen Bayer 04 Leverkusen eingeleiteten Klagen entstanden sei.
Nowotny, der vor neun Jahren vom Karlsruher SC zu Bayer 04 gewechselt ist, könne weiterhin am Trainingsbetrieb teilnehmen und erhält auch jegliche medizinische Betreuung. Zudem erhalte er seine zugesagten Bezüge. Nowotny hat bei den Leverkusenern noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008.
"Eine weitere Zusammenarbeit ist nicht mehr möglich, weil Jens Nowotny entgegen seiner schriftlichen Aussage, die Klage auf Lohnfortzahlung zurückzunehmen und auf sämtliche Forderungen zu verzichten, dennoch mit dem Verein vor Gericht gegangen ist", erklärte Holzhäuser. Somit würde wohl auch ein Rückzug der Klage nichts mehr an dem Schritt ändern.
"Das Ganze ist sehr bedauerlich und schade. Dass es so weit kommen musste, ist für alle Beteiligten sehr unangenehm. Aber es war einfach ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr anders geht", sagte Sportdirektor und Interims-Teamchef Rudi Völler dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Sicher kann es der Bayer AG nicht gefallen, wenn ein Spieler den Verein gleich zweimal verklagt. Ich habe oft versucht, zu vermitteln, aber es ist immer wieder gescheitert. Es ist in den letzten Monaten einfach zu viel Porzellan zerschlagen worden. Und offenbar war kein vernünftiges Zusammenkommen möglich."
Mit seiner Klage auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall war der 45-malige Nationalspieler, der derzeit nach seinem vierten Kreuzbandriss an einem Comeback arbeitet, beim Arbeitsgericht gescheitert, weil Nowotny keine schriftliche Vereinbarung auf Lohnfortzahlung über die gesetzliche Frist von sechs Wochen vorweisen konnte. Der Streitwert betrug 1,75 Millionen Euro plus Zinsen und Gerichtskosten. Nowotny hatte sich auf eine angeblich mündlich erfolgte Zusage von Ex-Geschäftsführer Reiner Calmund berufen.
Die zweite Klage bezieht sich auf die Versteuerung der 10,2 Millionen Euro Handgeld zwischen Nowotny und dem Klub für die Vertragsverlängerung 2002. Sie wird am 28. Oktober vor dem Landgericht Köln verhandelt. Diese Summe sollte Nowotny komplett versteuern. Die Forderung des Bayer-Abwehrrecken, dass der Klub die Zahlung des Differenzbetrages nach Steuern übernehmen soll, soll nun geklärt werden. Den Rechtsstreit hat die Firma GTS angestrengt, die Nowotnys Berater Georg Bischoff gehört.
GTS erhielt ein Viertel der Summe von 10,2 Millionen Euro. Ein anderes Viertel wurde mit dem Gehalt an Nowotny überwiesen, worauf dieser den Betrag sofort zurücküberwies. Daraufhin war der Betrag unversteuert GTS zugegangen. Die letzten beiden Ratenzahlungen stehen noch aus