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Reutlingen stürmte – die Kickers trafen
Oberliga-Fußballer des SSV schieden gegen Stuttgart mit 0:2 im Viertelfinale des WFV-Pokals aus
REUTLINGEN (dem). Von wegen Klassenunterschied: Im Viertelfinale des württembergischen Fußball-Pokals waren Oberligist SSV Reutlingen und Regionalligist Stuttgarter Kickers gleichwertig – und dabei setzte sich Pokalverteidiger Stuttgart vor 3000 Zuschauern beim SSV mit 2:0 (1:0) durch. „Eine ganz bittere Niederlage“, klagte Reutlingens Oliver Otto hinterher.

Da zieht es dir doch glatt die Hose aus: Der Tübinger Michael Urban bestand zwar den Reißtest, schied aber mit dem SSV Reutlingen gegen die Stuttgarter Kickers um den zupackenden Mario Wildersinn aus dem WFV-Pokal aus.
Bild: Ulmer
Für SSV-Trainer Peter Starzmann war das 0:2 eine ganz einfache Rechnung: „Die Kickers haben aus drei Chancen zwei Tore gemacht – und wir aus sieben Möglichkeiten kein einziges. Von den Stuttgartern können sich meine Stürmer was abschauen.“
Allen voran Reutlingens Torjäger Christian Haas: Erst köpfte er an den Pfosten (35.) und schoss den Abpraller vorbei, dann wurde sein Kopfball von Kickers-Keeper David Yelldell hervorragend gehalten (48.) und Otto rutschte im Nachsetzen mit dem Ball neben das Tor. „Wir hatten doch eindeutig mehr Chancen!“, ärgerte sich Haas. Zumal sein Sturmpartner Shpejtim Arifi auch noch zwei, drei gute Möglichkeiten vergab.
Da führten die Kickers freilich schon 1:0, weil die SSV-Abwehr in Minute 19 mit Interesse zugesehen hatte, wie Stuttgarts Timo Schlabach sich den Ball vor der Strafraumgrenze zurechtlegte und mit einem trockenen Schuss ins Eck die Führung erzielte.
Was danach auf die Kickers einstürmte, ließ den Puls des früheren Reutlinger und jetzigen Stuttgarter Präsidenten Hans Kullen gewaltig nach oben gehen. Als seine Mannschaft vor der Pause mächtig ins Schwimmen geriet, hätte er seinen Stuttgartern am liebsten erklärt, dass in Reutlingen das Freibad eigentlich ein paar hundert Meter vom Kreuzeichestadion entfernt ist.
„Es war die erwartete Schwerarbeit hier in Reutlingen“, sagte Kickers-Trainer Robin Dutt nach dem Schlusspfiff erleichtert, „der SSV hat ja nicht umsonst zuletzt sechs Mal in Serie gewonnen. Deshalb wollten wir auch nicht ins offene Messer laufen.“ Allerdings habe seine Mannschaft in der ersten Hälfte zu viele Reutlinger Chancen zugelassen – „und nach dem Wechsel hätten wir das 2:0 früher machen müssen“, so Dutt.
Das kam dann in der 79. Minute, als wieder Schlabach von einem Abwehrfehler der aufgerückten Reutlinger profitierte und SSV-Torwart Marco Langner mit einem Heber keine Chance ließ. Ein Treffer, der den Kickers eine nervenaufreibende Schlussphase ersparte, nachdem der SSV zuvor den Regionalligisten permanent eingeschnürt hatte.
Auch wenn die Stuttgarter vieles schuldig blieben, war Kickers-Manager Joachim Cast, der bis 2001 für die Reutlinger gespielt hatte, zufrieden: „Wir waren einfach cleverer und sind deshalb verdient ins Halbfinale eingezogen.“
Diese Niederlage werfe die Reutlinger Mannschaft auf jeden Fall nicht um, versicherte SSV-Stürmer Haas. „Jetzt konzentrieren wir uns voll auf den Titelkampf in der Oberliga“, verkündete sein Teamkollege Oliver Otto trotzig.
Reutlingens Trainer Starzmann jedenfalls sprach seinen Kickern ein großes Kompliment aus: „Sie haben die Stuttgarter Kickers bis zum Schluss gefordert und selbst nach dem 0:2 noch einmal alles versucht. So sprechen wir im Kampf um die Oberliga-Meisterschaft jedenfalls weiter gut mit.“ Davon waren die SSV-Fans auf der Tribüne überzeugt: „Wir sind stolz auf unser Team!“, sangen sie trotz der Niederlage.
SSV Reutlingen: Langner – Grimminger, Tspakidis, Urban, Scheuring (80. Abou Shoura) – Beskid (76. Rill), Otto, Waidmann (62. Aybar), Gmünder – Arifi, Haas.
Stuttgarter Kickers: Yelldell – Schreiber, Wildersinn, Härter, Kanitz – Parmak, Akcay, Gambo (90. Hartmann), Stierle – Schlabach (89. Bischoff), Mesic.
Quelle: Schwäbisches Tagblatt
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SSV-I: Pokal-Aus trotz couragierter Leistung
Newsbild Im Viertelfinale des WfV-Pokals war für die Reutlinger Mannschaft leider Endstation. Mit 0:2 musste man sich vor 2700 Zuschauern den Stuttgarter Kickers geschlagen geben.
[Daniel Hipp] -
Beide Trainer waren sich nach dem Spiel einig, dass während der Begegnung kein Klassenunterschied beider Teams zu sehen war. Die Kickers zeichneten sich jedoch letztlich als die cleverere Mannschaft aus und profitierten zudem von der Abschlussschwäche des SSV.
Schlabach erzielt Führung für die Kickers
Schon zu Beginn der Partie gingen die beiden Mannschaften kompromisslos zu Werke, sodass der Schiedsrichter schon nach 5 Minuten zwei Mal die Gelbe Karte zücken musste. Kein Team wollte früh ein Gegentor kassieren und die Abwehrreihen ließen in der Anfangsphase keine Torchancen zu. Der erste kleine Aufseher des Spiels gehörte dann den Kickers, doch ein Fernschuss von Stierle strich einige Meter über das Gehäuse.
Anschließend nahm die Partie an Qualität zu und schöne Kombinationen häuften sich. Nach einer guten Viertelstunde köpfte der mit nach vorn geeilte Tsapakidis den Ball in die Arme des Kickers-Torhüters. Auf der Gegenseite klärte Marco Langner kurze Zeit später eine Flanke per Faustabwehr. Beim nächsten Angriff der "Blauen" musste der SSV-Keeper dann erstmals hinter sich greifen. Kickers-Stürmer Schlabach nutzte den Freiraum, den ihm die SSV-Abwehr gewährte, gnadenlos aus und beförderte die Kugel aus gut 20 Metern in den Winkel.
Reutlingen versuchte, sich dem Drängen der Kickers zur Wehr zu setzen, doch oftmals brachten Abspielfehler im Mittelfeld den Gegner zu gefährlichen Angriffen. Nachdem Shpejtim Arifi schon in der 25. Spielminute mit einer Hereingabe am Torwart vorbei für Gefahr sorgte, fand seine Flanke rund zehn Minuten später Sturmpartner Christian Haas. Seinen Kopfball parierte aber der gut aufgelegte Gäste-Keeper Yelldell und auch der Nachschuss landete leider nicht im Tor. Die bis dahin beste Tormöglichkeit der Reutlinger verlieh der Mannschaft wieder etwas mehr Ordnung, nachdem die Degerlocher zuvor ein ums andere Mal gefährliche Angriffe starteten.
Das Team von Peter Starzmann war bemüht, sich Torchancen zu erarbeiten, vor allem Arifi leistete enorme Laufarbeit und war an den meisten Angriffen beteiligt. So auch kurz vor der Halbzeit, als er aus spitzem Winkel das Leder an Yelldell vorbeilegte, jedoch knapp am Tor vorbei.
Nach dem Treffer des Regionalligisten um Alt-Reutlinger Bachirou Gambo brauchte der SSV etwas Zeit, um wieder zu seinem Spiel zu finden. Ansonsten sahen die Zuschauer bis zur Halbzeit ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften.
Otto vergibt Riesenchance
Die zweite Hälfte hatte kaum begonnen, da hatten die zahlreichen SSV-Fans an der Kreuzeiche bereits den Torschrei auf den Lippen. Der kopfballstarke Haas scheiterte erneut an Yelldell, der die Kugel aber nur abklatschen kann. Das Spielgerät fiel daraufhin Oliver Otto vor die Füße, der aber unglaublicherweise nur die Außenstange des leeren Tores traf. Sofort waren alle Fans wieder da und feuerten ihre Mannschaft lautstark an.
Immer mehr wurde der Gegner in seine Hälfte gedrängt, was den Gästen aber auch mehr Raum zum Kontern gab. Der Wille der Reutlinger war ungebremst und das Team rannte immer wieder gegen die gut sortierte Kickers-Abwehr an. Lediglich vor dem Tor zeigte der SSV noch einige Unkonzentriertheiten. Auch Fernschüsse von Beskid (er ersetzte den angeschlagenen Rill) und Otto fanden ihr Ziel nicht.
Im Gegenzug präsentierte SSV-Torwart Langner seine Klasse, als er einen Parmak-Schuss glänzend parierte. Mittlerweile war es eine hochklassige Partie mit vielen Torchancen. Vor allem Reutlingen dominierte das Spielgeschehen, nur das wichtige Ausgleichstor wollte einfach nicht fallen. Die Hintermannschaft der Gäste vereitelte ein ums andere Mal die SSV-Chancen, so auch nach 70 Minuten als Beskids Flaschschuss knapp vor der Linie geklärt wurde.
Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Starzmann dann Andy Rill, der die Schlussoffensive noch einmal verstärken sollte. Doch die Hoffnungen der SSV-Fans auf den Ausgleich waren nicht von langer Dauer, denn in der 80. Spielminute versetzte Schlabach mit seinem zweiten Tor dem SSV den endgültigen K.O. Urban grätschte zuvor am Ball vorbei, sodass der Kickers-Stürmer freie Bahn hatte und den Ball gekonnt über den machtlosen Langner ins Tor lupfte.
Ex-Degerlocher Abou Shoura trifft Mannschaftskollegen
Zwei Minuten danach hatte Schlabach sogar noch die Chance auf sein drittes Tor, nachdem Michael Urban den Ball nicht traf. Marco Langner aber ahnte die Ecke und reagierte hervorragend. Ex-Kickers-Spieler Abou Shoura kam kurz vor Spielende noch zu seinem Einsatz. Doch auch er konnte die Niederlage nicht mehr abwenden, die Stuttgarter Kickers waren letztlich die effektivere Mannschaft, die nun im Halbfinale des wfv-Pokals steht.
Peter Starzmann brauchte seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, sie zeigte eine sehr ansprechende Leistung und ist in dieser Verfassung auch weiterhin ein Anwärter für die Spitzenplätze der Oberliga.
Stimmen zum Spiel:
Peter Starzmann (SSV):
"Ich habe heute keinen Klassenunterschied gesehen, leider ist das Ergebnis wegen unserer Chancenauswertung eine Farce. Bei einem Ausgleich wäre es noch einmal interessant geworden. Unsere Konzentration richtet sich nun auf das kommende Spiel gegen Großaspach, bis dahin haben wir nun erstmals eine längere Pause, wo wir uns auf dieses Spiel vorbereiten können."
Robin Dutt (Kickers):
"Wir haben natürlich gewusst, dass Reutlingen aufgrund seiner Siegesserie mit breiter Brust beim heutigen Spiel antreten wird. Aber ich denke, meine Mannschaft hat Charakter gezeigt, denn im Pokal gibt es keinen Klassenunterschied. Reutlingen hat spielerisch eine starke Leistung gezeigt, wir haben aber unsere Konter gut ausgespielt. Für uns ist dieser Sieg wichtig, auch in Anbetracht auf das nächste Punktspiel gegen Augsburg."
Aufstellungen und Statistik:
SSV:
Langner - Grimminger, Tsapakidis, Urban, Scheuring (80. Abou Shoura) - Otto, Waidmann (62. Aybar), Beskid (72. Rill), Gmünder - Haas, Arifi
Kickers:
Yelldell - Schreiber, Wildersinn, Härter, Kanitz - Gambo (90. Hartmann), Akcay, Mesic, Stierle - Parmak, Schlabach (89. Bischof)
Torfolge:
0:1 (20.) Schlabach
0:2 (80.) Schlabach
Zuschauer: 2720
Quelle: ssv-news.de
