Rücktritt mit Folgen
Kickers: Klingler kündigt Werbevertag fristlos
Stuttgart - Nach seinem Rücktritt als Präsidiumsmitglied hat Bernd Klingler seinen mit den Stuttgarter Kickers geschlossenen Werbevertrag (150 000 Euro) fristlos gekündigt. Aufsichtsratschef Christian Mauch sieht die Liquidität jedoch nicht in Gefahr.
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Von Jürgen Frey
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Leicht ist Klingler die Entscheidung nicht gefallen. "Jetzt hat Präsident Hans Kullen seinen letzten Kritiker los", sagte das Ex-Präsidiumsmitglied am Dienstag. Zuletzt war der lange Zeit überdurchschnittlich leidensfähige Marketingmann nur noch frustriert: "Es macht keinen Sinn mehr, ich kann keinerlei Konzepte umsetzen", klagte er voller Resignation. Direkte Folge seinen Rücktritts: Klingler kündigte seinen Werbevertrag in Höhe von 150 000 Euro mit den Blauen. Der war am 9.Juni geschlossen worden und Teil der vom DFB geforderten Lizenzierungsunterlagen. "Ohne mich", behauptet Klingler, "hätten die Kickers die Lizenz nicht bekommen." Aufsichtsratschef Mauch hält dagegen: "Hans Kullen stand mit einer Bürgschaft Gewehr bei Fuß."
Laut Klingler ist eine Rate (30 000 Euro) an die Kickers überwiesen worden. Auf die restlichen 120 000 Euro werden die Blauen seiner Meinung nach vergeblich warten. "Meine Kündigung ist rechtens. Das habe ich juristisch prüfen lassen. Schließlich habe ich nie eine Gegenleistung bekommen. Meine Arbeit wurde ständig torpediert." Ob es die Kickers auf eine gerichtliche Auseinandersetzung anlegen werden, darüber wollte sich Christian Mauch nicht äußern.
Klar und deutlich brachte der Aufsichtsratsvorsitzende dagegen seinen Optimismus in Sachen Finanzen zum Ausdruck: "Wir haben jetzt schon mehr Geld in der Kasse, als unsere in der Hauptversammlung vorgesehene Liquiditätsplanung vorsah." Unabhängig von dem Vertrag mit Klingler, würden die Kickers bis Saisonende keine Zahlungsprobleme bekommen, so Mauch. Er geht sogar einen Schritt weiter: "Wir werden die finanziellen Voraussetzungen schaffen, um die Mannschaft so zu verstärken, dass sie im kommendenm Jahr aufsteigen kann." Woher die dafür nötigen 400 000 bis 500 000 Euro Mehreinnahemen kommen sollen? Mauch setzt auf die Kontakte der neuen Aufsichtsratsmitglieder. "Wir alle werden mit viel persönlichem Engagement versuchen, Türen zu öffnen, uns verstärkt um Sponsoren kümmern und mehr Service bieten." Skeptikern hält Mauch nur einen Satz entgegen: "Man sollte uns nicht unterschätzen."
Quelle: STN