Aus Sorge, das Ansehen der Bundesrepublik in aller Welt könne am Aussehen deutscher Polizisten Schaden nehmen, hat das Innenministerium rechtzeitig zur Fußball-WM einen Erlass-Entwurf mit Vorschriften für das Erscheinungsbild der 30.000 Bundespolizisten vorgelegt.
Hamburg - Demnach soll nicht nur ein "unrasiertes Auftreten - insbesondere der sogenannte Drei-Tage-Bart" untersagt sein. Auf dem Index stehen nach SPIEGEL-Informationen auch der "sogennante Lagerfeld-Zopf" oder sonstige Haartrachten, die "als Ausdruck einer ausgeprägt individualistischen Haltung wahrgenommen werden". Verboten außerdem: "sichtbare Piercings, auch Mundpiercings", sichtbare Tätowierungen sowie mehr als eine Halskette, ein Armband und ein "Freundschaftsband" pro Polizist.
Polizisten (bei einer Übung im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion: "Nur ein Freundschaftsband pro Polizist"
Ohrschmuck dürfen nur Polizistinnen tragen, auf Weisung des zuständigen Abteilungsleiters im Innenministerium allerdings keine Ohrstecker mit mehr als fünf Millimeter Größe. Make up ist nur zugelassen, soweit es "für eine Polizeibeamtin oder einen Polizeibeamten als sozialadäquat" anzusehen sei. Begründet wird der Entwurf damit, dass mit "Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft ein gepflegtes Erscheinungsbild unverzichtbar" sei und einen "maßgeblichen Einfluss auf das Vertrauen in der Bevölkerung" habe. Der Erlass soll schon zum 1. Februar in Kraft treten.
Und noch einer
FIFA-BLAMAGE
Nur 7000 Tickets für WM-Gala verkauft
Von Pavo Prskalo und Steffen Gerth
Völlig überraschend hat die Fifa die WM-Eröffnungsgala abgesagt - offiziell heißt es, der Rasen mache Probleme. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurden für die extrem teure Veranstaltung schlicht zu wenig Karten verkauft.
Hamburg - Wie Fifa-Pressesprecher Markus Siegler SPIEGEL ONLINE bestätigte, wurden bislang nur etwa 7000 Karten für die Gala verkauft - doch das Berliner Olympiastadion bietet 75.000 Zuschauer Platz. 25 Millionen Euro waren für die Show unter der künstlerischen Leitung des Österreichers André Heller veranschlagt. Zum festlichen WM-Auftakt am 7. Juni hätten internationale Stars wie Peter Gabriel auftreten sollen. Sportlich wird das Turnier am 9. Juni mit der Partie Deutschland gegen Costa Rica in München eröffnet.
Siegler will aber den schwer anlaufenden Ticketverkauf nicht als Grund für die Absage gelten lassen. "Wir waren nicht unzufrieden, die Verkaufskampagne hat noch gar nicht richtig begonnen", sagte Siegler SPIEGEL ONLINE.
DPA
Olypiastadion in Berlin: Tickets zwischen 100 und 750 Euro
Christian Schroeder zeigte sich überrascht, dass überhaupt so viele Karten für die Heller-Show verkauft worden seien. Der Abteilungsleiter Ticketing beim Berliner Großveranstalter Velomax bezeichnete das vorgeschriebene Prozedere des Kartenverkaufs gegenüber SPIEGEL ONLINE als "unglücklich". Daher habe sein Unternehmen kein Interesse am Angebot des offiziellen WM-Ticketmaklers CTS gehabt, eine der Berliner Verkaufsstellen für die Veranstaltung zu werden. Auch andere Berliner Agenturen hätten abgesagt.
Fußball: WM-Eröffnungsgala fällt aus
Finanziell hätte sich die Kooperation überhaupt nicht gelohnt, sagt Schroeder. "Wir hätten nur zwei bis zweieinhalb Prozent Vorverkaufsgebühr verlangen können." Üblich sei eine Gebühr von etwa zehn Prozent. Zudem hätte der Kunde bei Velomax kein Ticket, sondern nur einen Optionsschein erlangen können, für den er wieder bei CTS eine Eintrittskarte erhalten hätte. "Das ist absolut einmalig", sagt Ticketprofi Schroeder.
FORUM
WM 2006 - Image- Desaster für Deutschland?
Auch über die gesalzenen Preise für die Veranstaltung wundert sich der Berliner. So kostet bei ihm das teuerste Ticket für die Konzerte von Popstar Robbie Williams am 27. und 28. Juli im Olympiastadion 88 Euro. Die billigste Karte für die WM-Gala war 100 Euro teuer, dafür hätte man weit weg vom Rasen sitzen müssen. Für einen guten Platz hätte Schroeder bereits 432 Euro pro Karte verlangen sollen. Die besten Plätze sollten 750 Euro kosten.
Die Fifa hatte die Absage heute mit Rasenproblemen begründet. Ein "termingerechter Abbau der aufwendigen Bühnen und Veranstaltungstechnik sowie ein darauf folgender Einbau eines neuen Rasens, der ab 12. Juni in perfekter Spielqualität zur Verfügung stehen müsste", wäre nicht "ohne erhebliche Risiken" möglich gewesen. Am 13. Juni spielt Weltmeister Brasilien in Berlin gegen Kroatien.
Beim Rasenverleger, der niederländischen Firma Hendriks Graszoden, reagierte man überrascht auf die Entscheidung der Fifa. "Mich wundert die Absage, ich wurde von der Fifa nicht informiert", sagte Firmenchef John Hendriks SPIEGEL ONLINE. Der Rasenprofi, der bereits unter anderem die Spielfläche im Madrider Stadion Santiago Bernabeu und der Ajaxarena in Amsterdam verlegt hat, sieht im Faktor Zeit kein Hindernis. "Für mich wäre es kein Problem gewesen, den Rasen rechtzeitig zu verlegen. Wenn wir morgens um fünf Uhr anfangen, ist der Platz abends um zehn Uhr fertig", so Hendriks. Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit hat kein Verständnis für die Absage: "Der Rasen wäre austauschbar gewesen, so dass die Bespielbarkeit gewährleistet wäre."
Der Fifa waren diese Garantien aber nicht genug. "Es gab ein zu hohes Restrisiko. Was wenn ein Jahrhundertregen runterkommt?", sagte Siegler. "Lieber jetzt ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende."
Fedor Radmann, der Kulturbeauftragte des WM-OK, bedauerte die Absage der WM-Eröffnungsgala. "Ich bin tief überzeugt davon, dass diese Veranstaltung die spannendste und Aufsehen erregendste nach dem Krieg in Deutschland geworden wäre", sagte der wegen der Absage "sehr trauriger" Radmann.
Derweil bietet sich München als Ersatzort für die Gala an. Die bayerische Landeshauptstadt sei "selbstverständlich bereit", entweder durch eine Ausweitung der Münchner Eröffnungsfeier oder durch ein gesondertes Fest im Olympiastadion behilflich zu sein, erklärte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Allerdings hat Siegler dieses Angebot schon abgelehnt. "Wir gehen nicht an einen anderen Ort, das ist ausgeschlossen", so der Fifa-Pressesprecher. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, will nach eigenen Worten der FiFa anbieten, ein Eröffnungsfest am Brandenburger Tor zu veranstalten. Man müsse jetzt aus der Situation gemeinsam das Beste machen, sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel".
Wie Fifa-Pressesprecher Markus Siegler SPIEGEL ONLINE bestätigte, wurden bislang nur etwa 7000 Karten für die Gala verkauft - doch das Berliner Olympiastadion bietet 75.000 Zuschauer Platz.
Ich hab gelesen, das nur 30 000 Karten in den freien Verkauf gekommen wären. Und wenn nach einem Viertel der Vorverkaufsphase ca. 1/4 der Karten verkauft ist, ist das doch gar nicht mal so schlecht.
Demnächst muß sowieso die Hälfte der Karteninhaber die Tickets zurückgeben, da kein lückenloser Besuch beim Zahnarzt seit Lebensbeginn, ein Abitur mit Mindestschnitt 1,5, sowie 0 Punkte in Flensburg vorgewiesen werden können... Desweiteren ist ein akzentfreies Aufsingen der Nationalhymne Pflicht und wird bei Zuwiderhandlung mit lebenslangem Stadionverbot geahndet.
Man sollte im übrigen diese Erscheinungsbildvorschriften dem Herrn MV nahelegen -natürlich zum Wohle Deutschlands.
Ich gönne das den Krampen, dass sie mit der Eröffnungsfeier auf die Fresse geflogen sind. 25 Millionen, das ist doch geradezu absurd! Zu nichts nütze, außer dass sich Kollege André Heller und seine Kumpels die Taschen vollstopfen. Und die Ausrede mit dem Rasen ist ja wohl das Allerlächerlichste. Geschieht ihnen recht, hoffentlich sind nachher auch noch die Stadien halbleer bei Ukraine gegen Togo etc., weil für die Krampenkicks keiner bestellt hat und jeder wegen der Personalisierung Panik hat, schwarz zu kaufen.
Aus Sorge, das Ansehen der Bundesrepublik in aller Welt könne am Aussehen deutscher Polizisten Schaden nehmen, hat das Innenministerium rechtzeitig zur Fußball-WM einen Erlass-Entwurf mit Vorschriften für das Erscheinungsbild der 30.000 Bundespolizisten vorgelegt.
Hamburg - Demnach soll nicht nur ein "unrasiertes Auftreten - insbesondere der sogenannte Drei-Tage-Bart" untersagt sein. Auf dem Index stehen nach SPIEGEL-Informationen auch der "sogennante Lagerfeld-Zopf" oder sonstige Haartrachten, die "als Ausdruck einer ausgeprägt individualistischen Haltung wahrgenommen werden". Verboten außerdem: "sichtbare Piercings, auch Mundpiercings", sichtbare Tätowierungen sowie mehr als eine Halskette, ein Armband und ein "Freundschaftsband" pro Polizist.
So langsam muss man ernsthaft an der geistigen Verfassung einiger "Offiziellen" zweifeln. Die machen da ein Aufsehen um eine WM, als ob dies das Jahrtausendereignis überhaupt sei, bei dem es um den menschlichen Fortbestand gehen würde bzw. in jenem Zeitraum die Welt ernsthaft untergehen könne, falls die deutsche Bevölkerung sich "gehenlassen" würde. Hallo?! Ständig liest man neue Verordnungen von FIFA und dem deutschen Innenministerium! Ich dachte immer, das Motto sei "Die Welt zu Gast bei Freunden" und dass wir offen und gastfreundlich auftreten sollen. Ferner bin ich davon ausgegangen, dass wir immer noch in einer Demokratie leben und jeder Mensch privat ein individuelles Erscheinungsbild pflegen darf (jetzt mal abgesehen davon, ob dieses mit dem Beruf vereinbar ist). Gebt mir bitte einen Grund, warum ein Polizist keinen Drei-Tage-Bart oder einen Zopf tragen darf? Für mich sind das - so hart es auch klingen mag - Methoden wie sie im Dritten Reich angeordnet wurden. Sieht so ein weltoffenes und freundliches Deutschland aus? Wollen Fans aus anderen Ländern deutsche Roboter oder lieber eine Vielfalt von toleranten individuellen Menschen in unserem Lande begegnen?! Denkt mal d'rüber nach!
WIR SIND EUROPAPOKALSIEGER DER LANDESMEISTER IM FELDHOCKEY !!!
1899 Einträge !!! ---> reloaded als User "Kickers-Horschdi"
Es ist herlich. Mal sind die Verbracherschützer schuld, mal die FIFA im Moment die Stiftung Warentest. Haben die Jungs vom OK auch mal daran gedacht selber ein paar Fehler gemacht zu haben??? Die sind echt lächerlich.
Dazu auf der FAZ:
17. Januar 2006 Getreu dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung” hat das zuletzt in die defensive geratene deutsche Organisationskomitee (OK) der Fußball-Weltmeisterschaft die Stiftung Warentest heftig attackiert. „Die Stiftung Warentest muß ihr Urteil revidieren”, erklärte der 1. OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Frankfurt/Main.
Das OK fordert damit eine Rücknahme der Kritik an der Sicherheit der WM-Stadien und will diese Auffassung bei der Sitzung des Bundestags-Sportausschusses am Mittwoch in Berlin vertreten. Die Stiftung Warentest hatte in einer am Dienstag vergangener Woche veröffentlichten Studie den vier WM-Stadien in Berlin, Leipzig, Gelsenkirchen und Kaiserslautern zum Teil erhebliche Mängel beim Staudruck in Paniksituationen, bei den Evakuierungsmöglichkeiten und beim Brandschutz attestiert.
Sorgenvolle Miene: OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach
Das OK wirft der Verbraucherschutz-Organisation vor, daß sein Vorgehen oberflächlich, fahrlässig und unverantwortlich gewesen sei. „Wir fordern die Stiftung Warentest auf, die vier Roten Karten für die Stadien Kaiserslautern, Gelsenkirchen, Berlin und Leipzig zurückzunehmen. Durch dieses Fehlurteil wurde im In- und Ausland ein Bild von den Arenen gezeichnet, welches in keinster Weise den hohen Sicherheits-Standards entspricht”, sagte Schmidt. In ausländischen Medien war von „Bruchbuden statt Schmuckkästchen” im Zusammenhang mit den WM-Stadien die Rede.
Obwohl sich die Betreiber der Stadien in Leipzig und Gelsenkirchen weiter rechtliche Schritte gegen die Stiftung Warentest vorbehalten, beharren die Tester auf ihrer Kritik. „Wir stehen weiter zu unserer Studie. Es bleibt bei den Urteilen. Daß wir sie zurücknehmen sollen, haben wir mit Erstaunen gehört”, erklärte Sprecherin Heike van Laak in einer ersten Reaktion.
"Studie war eine Grätsche von hinten": Jim Brown von der Fifa
Sie verwies darauf, daß keine Gründe für eine Rücknahme genannt wurden. Laak räumte aber auch ein, daß die Stiftung Warentest das Echo auf die Studie unterschätzt habe: „Beim nächsten Mal würden wir die Einladung sicher neutraler gestalten und später verschicken. „ Van Laak sagte zudem, daß es „nicht darum ging, Deutschland schlecht zu machen. Wir wollten auf Mängel hinweisen, die bis zur WM noch zu beheben sind”.
Die deutschen WM-Organisatoren hatten in den letzten Tagen intensive Beratungen mit den Stadion-Betreibern abgehalten. „Wir halten die gesamte Studie der Stiftung Warentest für fraglich, da sie weder die Komplexität des Themas Sicherheit noch die Gesamtzusammenhänge oder dahinter liegende Konzepte berücksichtigt. Es ist unsachlich, in diesem sensiblen Bereich Ergebnisse isoliert zu betrachten, ohne den Kontext zu kennen oder die individuellen Gegebenheiten vor Ort zu würdigen”, meinte Schmidt.
Diese Aussage sollen die Warentester zurücknehmen
Die von der Stiftung Warentest aufgeführten Mängel hält das OK für subjektiv, weil andere Experten zu anderen Ergebnissen gekommen seien. Zudem sei die Vorgehensweise der Tester nicht korrekt und nicht transparent gewesen, so die Kritik der WM-Macher. „Wir haben ein absolut reines Gewissen, weil mit größter Sorgfalt und Akribie alles nur Menschenmögliche für die Sicherheit getan wurde. Weder das OK noch die Stadionbetreiber verschließen sich konstruktiven Hinweisen zur Verbesserung des Standards, nehmen Informationen ernst, wenn es um die Sicherheit der Zuschauer geht. Ein konstruktives Miteinander aber hat nicht stattgefunden vor allem nicht in der Gesamtbewertung”, erklärte Schmidt.
Die WM-Organisatoren werden in ihrer Ansicht von der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Weltverband Fifa unterstützt. „Die Studie war eine Grätsche von hinten. Wir wurden davon sehr überrascht, weil wir uns ja selbst die Stadien mehrfach angesehen haben. Die Fifa, für die die Sicherheit ganz oben steht, ist sehr zufrieden mit den Vorbereitungen der Organisatoren”, sagte Fifa-Turniermanager Jim Brown.
Die vier kritisierten Arenen: Berlin, Leipzig, Kaiserslautern und Gelsenkirchen
Kurz vor der Pressekonferenz in Frankfurt hatte DFB-Marketingdirektor Horst Lichtner in München gesagt, das OK habe die Mängelliste der Stiftung Warentest analysiert, halte deren Prüfmethoden aber für nicht richtig. Daher hält das Organisationskomitee eine zweite Studie über die Sicherheit der Stadien für notwendig.
Das OK werde deshalb „eine weitere, unabhängige Stadionstudie fordern”, sagte Lichtner. Prüfinstitute wie zum Beispiel der TÜV oder die Dekra sollten die WM-Stadien noch einmal durchleuchten. Sollten tatsächlich Mängel entdeckt werden, würden sie so rasch wie möglich behoben werden.
Ich frage mich nur welches Interesse die Stifung Warentest hat die WM schlecht zu machen???
17.01.2006 - «Prolleo» statt «Goleo»: Fan-Initiative will Gegenpol bilden
Das Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) will bei der Weltmeisterschaft mit «friedlichen Störmanövern» Gegenpositionen zu Veranstaltungen der WM-Organisatoren beziehen. «Die Hochglanz-Fankultur, wie FIFA-Präsident Joseph Blatter sie sich wünscht, entspricht nicht unserer Vorstellung», sagte BAFF-Sprecher Johannes Stender am Sonntag bei einem Fan-Kongress in Bremen. Dem offiziellen WM-Motto «Zu Gast bei Freunden» will die Fan-Initiative die Kampagne «Spielverderba 2006» entgegen setzen.
Das WM-Maskottchen «Goleo» wird von BAFF in «Prolleo» umbenannt und soll mit einer Flasche Bier in der Hand über die Fanmeilen marschieren, kündigte Stender an. Eines hat er dem Original-Löwen voraus: «Er wird eine Hose tragen», verriet der BAFF-Sprecher. Zum «Spielverderba»-Programm sollen zudem Ausstellungen zur Korruption innerhalb der FIFA sowie zur weltweiten Migration von Fußballern gehören.
Die Fan-Initiative befürchtet während der WM das verstärkte Ausbrechen nationalistischer Tendenzen in Deutschland. «Das Thema Rassismus ist gerade bei Länderspielen immer noch aktuell», sagte Stender. Als Beispiel nannte er diskriminierende Rufe aus der deutschen Fankurve während des Länderspiels der Nationalmannschaft in Slowenien im vergangenen Jahr. Dort war es auch zu Ausschreitungen gekommen. (dpa)
17.01.2006 - «Prolleo» statt «Goleo»: Fan-Initiative will Gegenpol bilden
Die Fan-Initiative befürchtet während der WM das verstärkte Ausbrechen nationalistischer Tendenzen in Deutschland.
Es ist schon traurig in was für einer geisteskranken Welt wir leben, in der es Menschen gibt, die sich erdreisten und es überhaupt wagen einen derartigen geistigen Dünnpfif von sich zu geben! Aber heute scheint ja sowas schon fast normal zu sein... Und deshalb liebe Leute verbrennt eure Deutschlandfahnen -schals und -trikots, wer sich bei der WM mit einem solchen Utensil auf die Straße begibt ist nämlich ein verachtenswerter Nationalist und wehe ihr wagt es für euer Land zu schreien, das ist hier nämlich absolut verpönt und jeder der es trotzdem tut, steckt bis zum Hals im braunen Sumpf!!!
Will man uns denn jetzt auch noch das einzige Ereignis, bei dem zumindest mal ein gewisses Wir-Gefühl aufkommt, welches in jedem anderen Land in wesentlich stärkerer Ausprägung und nicht nur im Rahmen einer Weltmeisterschaft völlig selbstverständlich ist durch solche schwachsinnigen Parolen vergällen? Aber im Hinblick auf die Tatsache, dass bei einem bundesweiten Fankongress solche Fahnen hängen (siehe nachfolgendes Bild) erscheint diese Aussage wenig verwunderlich, fehlt ja eigentlich nur noch, dass der Schreiberling den Artikel mit "Nie wieder Deutschland" beendet hat...
17.01.2006 - «Prolleo» statt «Goleo»: Fan-Initiative will Gegenpol bilden
Die Fan-Initiative befürchtet während der WM das verstärkte Ausbrechen nationalistischer Tendenzen in Deutschland.
Es ist schon traurig in was für einer geisteskranken Welt wir leben, in der es Menschen gibt, die sich erdreisten und es überhaupt wagen einen derartigen geistigen Dünnpfif von sich zu geben! Aber heute scheint ja sowas schon fast normal zu sein... Und deshalb liebe Leute verbrennt eure Deutschlandfahnen -schals und -trikots, wer sich bei der WM mit einem solchen Utensil auf die Straße begibt ist nämlich ein verachtenswerter Nationalist und wehe ihr wagt es für euer Land zu schreien, das ist hier nämlich absolut verpönt und jeder der es trotzdem tut, steckt bis zum Hals im braunen " beendet hat...
In den USA nennt man solche Leute Patrioten, bei uns sind es Faschisten. Traurig aber wahr.
Rinderwahn hat geschrieben:Warum dürfen wir nicht dazu stehen was wir sind?
Weil es in Deutschland Institutionen wie den Zentralrat der Juden gibt, die bei allem und jedem gleich meinen die wiederkehr des Faschismus in die deutschen Köpfe erkannt zu haben! Traurig
Klischeepflege im Schützengraben des Fußballs
Deutsche werden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert
Gern hätten wir hier und heute begeistert berichtet über die aggressionshemmende Wirkung des Sports. Statt dessen müssen wir uns lauthals beschweren über Luis Fernando Suarez, den Trainer Ekuadors, unseres Vorrundengegners bei der Weltmeisterschaft, der uns gestern im Fernsehsender "Premiere" folgendermaßen den kalten Krieg erklärt hat: "Die Deutschen spielen Fußball wie große Panzer. Sie überrollen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Sie sind Zerstörer, wie im Krieg."
Diese markig vorgetragene Sicht der Dinge ist ungefähr vergleichbar mit der typischen Handbewegung, mit der vor Jahren die Fans in Leeds auf Lars Leese, den damaligen deutschen Torwart des FC Barnsley, reagiert haben: Bei der Begrüßung hoben sie den Arm zum Hitlergruß.
War es der britische Humor - oder nur die Nachwirkungen des Rinderwahns? (Toll, wenn Sie nicht weiterwissen, bin ich Schuld)
So oder so: Sicherer als das Amen in der Kirche begegnet uns im Fußball immer wieder die Vergangenheit, mindestens aber dieses alte Klischee von unseren deutschen Kanonen. Karikaturisten und sonstige Einfaltspinsel malen unsere Torjäger als Sturmtanks im Soldatenrock und lassen sie mit Stahlhelmen kicken, oder in Knobelbechern mit den drei Adidas-Streifen - angefeuert von uns Fans, die wir dann meist durstig und grölend unter einer Kuckucksuhr im Hofbräuhaus sitzen, mit zwei Schweinshaxen in der Sepplhose. Kurz: Der Deutsche kommt als Soldat zur Welt, ernährt sich von Bier und Sauerkraut und fährt Panzer.
Auch Senor Suarez aus Ekuador hat dieses Bild offenbar lückenlos verinnerlicht. Zumindest hat er den Faden dort wieder aufgenommen, wo ihn vergangene Woche jene Niederländer fallen ließen, die bei der Weltmeisterschaft angeblich in Scharen mit Plastikversionen des deutschen Wehrmachtshelms in unsere Stadien einfallen wollen. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als im Rahmen des Heimatschutzes gegen diese orangefarbene Invasion die rechte Spur unserer Autobahnen zu sperren sowie alle Campingplätze und Pommesbuden.
An der Stelle zeigt sich unser herausragender, friedfertiger Wesenszug: Wir können darüber immer noch schallend lachen.
Dahinter verbirgt sich eine langjährige Übung. Was haben wir nicht alles schon mitgemacht. Sogar die Franzosen, mit denen wir im richtigen Leben längst offen und herzhaft befreundet sind, krönen im Fußball noch gelegentlich ein Länderspielplakat mit kriegerischen deutschen Rittern, die mit Lanzen auf ihre Equipe Tricolore losstechen - was allerdings fast schon wieder auf eine sympathische Art drollig ist im Vergleich zu dem, was den Schotten einst einfiel.
Als unser ehemaliger Nationalstürmer Andreas Thom in Glasgow für Celtic spielte und nicht jeden Tag traf, schrieb ein Zeitungsnörgler, er tauge so wenig wie Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess - jener war bekanntlich 1941 nahe Glasgow mit dem Fallschirm aus seiner zweimotorigen Messerschmitt abgesprungen, um Frieden zu stiften - ist damit aber so schmählich gescheitert wie später Andreas Thom vor dem Tor.
So schnell werden wir Deutsche im Fußball wieder zum Fritz.
Was im Schützengraben des Fußballs halt dummerweise oft genug auf der Strecke bleibt, ist der tragfähige Geschmack - wobei der bisherige Höhepunkt die leichte Abwandlung von Chamberlains Kriegserklärung vom September 1939 war, mit der ein Londoner Massenblatt anläßlich der Europameisterschaft 1996 mobil machte. Wir rezitieren: "Nachdem Herr Vogts das wehrlose Rußland, die Tschechische Republik und Kroatien überrannt hat, ist er offenbar entschlossen, im Halbfinale auch England anzugreifen - er muß aufgehalten werden."
29. Januar 2006 In seiner Not berief der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) den Ältestenrat des Stadtparlaments ein. Denn die Last seiner Entscheidung wollte das Stadtoberhaupt nicht mehr alleine tragen: 15 Karten für die Fußball-Weltmeisterschaft hat er jedem der 80 Stadträte zum Kauf angeboten. Ein unmoralisches Angebot?
Der Ältestenrat tagte hinter verschlossenen Türen. Nach fast zwei Stunden sprang er dem Oberbürgermeister zur Seite: Bei dem Angebot handele es sich nur „um rechnerisch mögliche Höchstzahlen”, hieß zur Entlastung Udes. Und: Im Durchschnitt würden die Politiker nur ein oder zwei der 1.800 städtischen WM-Karten kaufen. Daß sie selbst zu den Privilegierten zählen, erwähnten die Mitglieder des Ältestenrats nicht.
Affäre überstanden
Die Karten sind rar, und nur ein Bruchteil der Fans wird ein WM-Spiel von der Stadiontribüne verfolgen können. Knapp drei Millionen Tickets hat der Internationale Fußball-Verband (Fifa) drucken lassen, „aber wir bräuchten gut und gerne 30 Millionen”, sagt der Vizepräsident des deutschen Organisationskomitees, Horst Schmid.
Beschwerden wegen des komplizierten Bewerbungsverfahrens gab es schon, jetzt steht Ärger ins Haus wegen eines Teils der 389.000 Tickets für die „Deutsche Fußball-Familie”. Zu ihr gehören auch die zwölf Städte, in denen die Spiele ausgetragen werden. Zwischen 300 und 600 Tickets je Spiel durften sie erwerben. Jetzt müssen sie entscheiden, wem sie die begehrten Karten anbieten.
Anders als Oberbürgermeister Ude ist Frankfurts Bürgermeister Joachim Vandreike schon wieder bester Laune. Der SPD-Politiker sitzt im Sportausschuß und läßt 40 Minuten lang einen Mitarbeiter über die Umbaupläne für ein Regionalligastadion referieren. Frühestens in einem halben Jahr soll der Umbau beginnen, doch die Präsentation an diesem Tag ist kein Zufall. Gerade hat der Bürgermeister und Sportdezernent eine Affäre um die Vergabe von städtischen WM-Tickets überstanden. Jetzt braucht er gute Nachrichten.
Beschwerden von der Opposition
Vandreike hat Ummut auf sich gezogen. weil er nicht genügend Briefe geschrieben hat. Kürzlich hatte er verfügt, wie die 2.000 Karten für die fünf Spiele in Frankfurt aufzuteilen seien: Zehn bis 20 Prozent sollten für künftige Sponsoren zurückgehalten werden, zwei Drittel der restlichen Tickets an schon beteiligte Geldgeber gehen.
Doch weil viele Karten übrigblieben, gestattete Vandreike sich und den anderen Stadträten, jeweils 15 davon exklusiv zu kaufen. Dann lagen aber immer noch Tickets auf dem Schreibtisch, und Vandreike schrieb noch ein paar Briefe. Nicht verdienten Ehrenamtlichen oder Nachwuchsfußballern bot er die letzten Eintrittskarten an, sondern den Fraktionen der Frankfurter Viererkoalition.
Die Opposition bekam davon Wind und beschwerte sich heftig. Also verfaßte Vandreike noch ein paar Briefe. Spötter sagen, er habe sich „wie ein Anfänger” aufgeführt. Im Frankfurter Rathaus heißt er seitdem „der Karten-Dezernent”.
Leipzig hält es mit der Fifa
„15 Karten pro Stadtrat?” Die Stimme mit dem sächsischen Akzent klingt überrascht. Im Sportamt der Stadt Leipzig kennt man die Vorgaben der Fifa: Die 2.530 städtischen Tickets dürfen nur an diejenigen weiterverkauft werden, die sich besonders für die Weltmeisterschaft engagieren. „Aber da denkt man doch zuerst an die Ehrenämtler in Vereinen und Hilfsdiensten”, heißt es.
Deshalb habe das Leipziger Sportamt mehr als 100 Vereine angeschrieben und gebeten, Mitglieder zum Kartenkauf vorzuschlagen. 1.300 der städtischen Tickets sollen auf diese Weise verteilt werden. Leer ausgehen sollen die Politiker dabei nicht: Für jeden Stadtrat werde es genau zwei Karten geben. Das sei „transparent und gerecht”.
Die Sprecherin der Stadt Köln braucht zehn Sekunden, dann hat sie die Liste parat. Dann liest sie vor: 300 Tickets für Fußballvereine, 300 für sonstige Sportvereine, 600 für weitere Ehrenamtliche, 200 Karten für Verkehrsbetriebe und Feuerwehr, 100 für Mitglieder ausländischer Dachvereine, 100 für Staatsgäste und Oberbürgermeister der Partnerstädte, und 400 Tickets für den Ehrenkreis Köln, zu dem der Dompropst ebenso gehört wie die Ratsmitglieder.
In Köln haben Helfer Vorrang
Die Politiker kommen an letzter Stelle: „Bei uns war von Anfang an klar, daß die Karten nicht an diesen engen Kreis gehen sollten.” Derart durchdacht ist die Vergabe in Dortmund, Gelsenkirchen, Kaiserslautern und Berlin zwar nicht, aber auch dort gilt: Die Kommunalpolitiker bekommen nur wenige Karten, auf die Mehrzahl der Karten dürfen jene zugreifen, „die arbeitstechnisch mit der WM in Verbindung stehen”, wie der Dortmunder Koordinator Gerd Kolbe sagt.
So habe die Stadt drei Viertel der 2.400 Eintrittskarten etwa 200 Helfern zum Kauf angeboten, die seit mehr als zwei Jahren für die Weltmeisterschaft schufteten. Bedacht worden seien zum Beispiel das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz. Die Mitglieder des Ältestenrats und die Dezernenten durften je eine Karte für eines der sechs Spiele kaufen.
Ähnlich verfährt Gelsenkirchen. „Priorität haben die, die bei so einem riesigen Event helfen”, so eine Sprecherin. Das schließe Politiker natürlich nicht aus, bringe ihnen aber auch keine Vorteile. „Den Fraktionen haben wir weniger als zwei Prozent der Karten angeboten.”
Stuttgart bemühte den Ältestenrat
Der Berliner WM-Koordinator Jürgen Kießling will die Münchner und Frankfurter Kartenspiele gar nicht erst kommentieren. Er sagt nur: „Unser Modell wird anders aussehen.” Zuerst bedacht würden „Menschen, die sich um Berlin verdient gemacht haben”. Kaiserslauterns WM-Chef Erwin Saile will „selbstverständlich die Kommunalpolitiker berücksichtigen, weil sie die WM ermöglicht haben”.
Mehr als zwei Tickets je Ratsmitglied ist ihm das aber auch nicht wert. Wie man Ärger umgeht, zeigt auch Nürnberg. Für das städtische Kontingent - 2.000 Karten für fünf Spiele - sammele man derzeit Anmeldungen. Bis April könnten Bürger anrufen, die sich für die WM engagiert haben. Für die Kommunalpolitik sei der Stadionbetreiber eingesprungen und habe den 70 Stadträten 500 Eintrittskarten aus seinem Kontingent zum Kauf angeboten.
Stuttgart hat gleich zu Beginn den Ältestenrat bemüht. Der entschied, daß die 60 Stadträte je drei der 3600 Karten erwerben dürfen. Der größte Teil, 2.700 Tickets, soll nach den Sponsoren des aufwendigen Rahmenprogramms angeboten werden. Daß die Unternehmen den Kartenkauf unter gewissen Voraussetzungen von der Steuer absetzen können, ficht die Stuttgarter nicht an. „Wir brauchen die Partner, sonst geht es nicht.”
Die Frankfurter Opposition wurde beteiligt
Großzügiger bedenkt Hannover seine Politiker: Bis zu zehn Tickets kann jeder der 62 Ratmitglieder kaufen. Auch gegenüber den Sponsoren zeigt sich die Stadt freigiebig: Mehrere hundert der 2.000 Karten sollen für sie bereit liegen. Anders als Frankfurt denkt die niedersächsische Hauptstadt aber auch an Ehrenamtliche, die sich in Vereinen und Schulen engagieren. Rund 200 Eintrittskarten will man ihnen schicken - als Dank für den Einsatz vor und während der Weltmeisterschaft.
Vielleicht hat der Sprecher der Hamburger Sportbehörde zuviel Zeit in München oder Frankfurt verbracht: Ehrenamtlichen will er jedenfalls erst einmal keine Karten zum Kauf anbieten. „Wir richten unser Angebot an die relevante Stadtöffentlichkeit”, heißt es, zum Beispiel an Vertreter von Kammern, Kirchen und Förderern des Rahmenprogramms. Üppig versorgt werden die 121 Abgeordneten der Bürgerschaft: Sie dürfen jeweils bis zu zehn Tickets bestellen. Erst wenn dann noch Karten übrigblieben, werde man „an Ehrenamtliche herantreten”.
Frankfurts Bürgermeister Vandreike hat seine Schwierigkeit mittlerweile aus dem Weg geräumt: Den sechs Fraktionen der Opposition hat er einfach Karten aus dem Sponsorenkontingent angeboten. Entschuldigt hat er sich nicht; an der Verteilung der Tickets will er nichts ändern. In München gibt es dagegen noch Hoffnung: Oberbürgermeister Ude hat angekündigt, prüfen zu wollen, wie andere Städte die Karten vergeben.