Mauch im Dialog
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Mauch im Dialog
1. Herr Dr. Mauch, die Kombination Mannschaftsarzt und Aufsichtsratsvorsitzender ist ziemlich ungewöhnlich. Können Sie uns erklären, wie Sie zu Ihrem neuen Amt kamen und warum Sie es angestrebt haben?
Eigentlich ist die Situation deswegen ungewöhnlich, weil Mannschaftsärzte in der Regel Ärzte bleiben und aus Zeitgründen kein Mandat annehmen. Ich habe es dennoch als Herausforderung und interessante Aufgabe betrachtet. Dass ich als Aufsichtsratsvorsitzender irgendwann gewählt werde, stand für mich bei der Wahl 2003 nie zur Debatte. Der Grund, weshalb ich mich dann nach dem Rücktritt von Herrn Wetzel entschlossen habe, Aufsichtsratsvorsitzender zu werden, ist ganz einfach. Seit 1999 betreue ich die Stuttgarter Kickers als Mannschaftsarzt. Ich kenne jeden Spieler, ich kenne die Vereinsführung, d.h. Geschäftsstelle, den Trainer, ich kenne eine Großzahl der Ehrenamtlichen, ich kenne haufenweise junge Spieler, die zu mir in die Sprechstunde kommen. Ich kenne als Stuttgarter sehr viele der alten Funktionäre. Kurzum: Ich bin in den Verein seit Jahren eingebunden und mit den Mitgliedern und Anhängern vertraut, wohl wie wenige, die zum jetzigen Zeitpunkt dem Aufsichtsrat angehören. Es war für mich wichtig, dass jemand die Verantwortung übernimmt, der nicht neu dazu kommt und gar keine Informationen oder Einblicke in die Gegebenheiten und die Vergangenheit des Vereins hat.
2. Wie definieren Sie die Aufgaben des Aufsichtsrats? Wie oft kommt er zu seinen Sitzungen zusammen? Und wie steht er im Verhältnis zu anderen Gremien des Vereins (Präsidium, Ehrenrat etc.)?
Die Aufgaben des Aufsichtsrats sind per Satzung reine Kontrollaufgaben, dass die wirtschaftliche und inhaltliche Arbeit des Vereins, des Präsidiums und aller Abteilungen überprüft. Natürlich sollte der Aufsichtsrat über persönliche Kontakte und Einflussnahme auf Stadt, Politik oder gar Unternehmen verfügen und den Verein unterstützen, z.B. in der Akquise von Sponsorentum. Aufgrund der Schwierigkeiten der letzten Jahre finden im Moment, wenn der Aufsichtsrat tagt, ausschließlich gemeinsame Sitzungen mit Aufsichtsrat und Präsidium sowie mit der Geschäftsstelle und Trainer Dutt statt. Diese gemeinsamen Sitzungen, die ca. alle 6 Wochen stattfinden, haben das Ziel, alle Energien und Maßnahmen zu bündeln, um die Voraussetzung für den Aufstieg in die 2. Liga zu schaffen. Unser Verhältnis zum Präsidium und Ehrenrat ist gut, sachlich und inhaltlich immer korrekt, aber natürlich nie frei von thematisch bedingten Auseinandersetzungen wie sie in jeder Partnerschaft existieren.
3. In den letzten Wochen hat sich - zumindest außerhalb des Platzes - bei den Blauen einiges bewegt. Was wollen sie mit den Kickers erreichen? Und welche Änderungen wären dazu nötig?
Zunächst wollen wir erreichen, dass in den Gremien ein Miteinander und kein Gegeneinander herrscht. Ich denke, wir haben schon weitgehend erreicht, dass wir die Meinung des anderen akzeptieren und unsere Diskussionen intern betreiben. Was wir erreichen wollen, sind die Voraussetzungen für einen Aufstieg in die 2. Liga zu schaffen. Dies bedeutet nicht nur eine finanzielle Stabilisierung und Aufrüstung, sondern vor allem auch, dass wir als Verein der Bevölkerung in Stuttgart und Umgebung wieder mit Beispiel vorangehen und Inhalte bieten, die es interessant machen, an unserem Vereinsleben teilzunehmen.
4. Zum Geld: Sie haben angekündigt, der Verein werde auf jeden Fall eine Zweitliga-Lizenz beantragen. Betrachtet man die Aktivitäten anderer Vereine auf dem Transfermarkt und vor allem die Leistung der Blauen am Samstag, erscheint ein Aufstieg extrem unwahrscheinlich. Sollte man die 10000 Euro nicht lieber für nächstes Jahr sparen oder in die Jugendarbeit stecken?
Wir wollen mit der 2.-Liga-Lizenz ein absolutes Signal setzen. Die Mannschaft kann meiner Meinung nach mehr als was der Tabellenplatz oder dieses Katastrophenspiel vom Samstag zeigt. Es ist gar nicht schlecht, den Druck zu erhöhen, um schon mal eine Härteprüfung für die nächste Saison vorzubereiten. Die Charaktere in der Mannschaft müssen sich auch an diesen Druck gewöhnen und sich unter diesem Druck ausbilden.
5. Im Aufsichtsrat hat es in der Vergangenheit viele Auseinandersetzungen gegeben. Wie würden Sie die aktuelle Stimmung beschreiben?
Im Moment gibt es nur ein konstruktives Miteinander, ohne Schwierigkeiten.
6. Wie ist der Sachstand im Streit mit Herrn Klingler um seinen Werbevertrag? Welche Meinung haben Sie dazu?
Herr Klingler ist von den Stuttgarter Kickers im Sinne eines Urkundenprozesses verklagt worden. Im März findet die Verhandlung statt. Ich meine, die Forderung ist berechtigt. Hier hat ein erwachsener Mann einen Vertrag unterschrieben. Dies bei vollem Bewusstsein und bei absoluter Detailkenntnis des Vereins, der Schwierigkeiten des Vereins und der möglichen Werbeleistungen als Präsidiumsmitglied für Marketing und PR. Warum Herr Klingler diesen Vertrag unterschrieben hat, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Wir als Verein sind auf jeden Fall verpflichtet, die finanziellen Forderungen gegen Dritte durchzusetzen.
7. Was halten Sie von der völlig verzerrten Berichterstattung eines Stuttgarter Mediums durch deren Sportchef? Warum wehren sich die Kickers-Verantwortlichen nicht gegen solche Berichte?
Man muss sich gut überlegen, welchen Krieg man führen will. Auf jeden Fall ist es unklug, gegen den Sportchef der Stuttgarter Nachrichten einen Medienfeldzug zu führen. Es ist wesentlich klüger und konstruktiver, einen Neuanfang zu schaffen und durch gegenseitige Vertrauen schaffende Maßnahmen die alten Konflikte aus dem Weg zu räumen. Das ist auch der Weg, den wir gehen wollen. Weder Herr Barner noch Herr Kullen sind Charaktere, mit denen man sich nicht verständigen könnte. Ich persönlich komme mit beiden sehr gut zurecht.
8. Die Kickers wollen ehemalige Star-Spieler verstärkt einbinden. Angeblich soll es auch Kontakt zu Thomas Berthold geben. Was ist an diesen Meldungen dran?
Es gibt Kontakt zu Herrn Berthold, aber nur über eine private Verbindung von Herrn Dinkelacker. Eine Starspielerverstärkung mit Herrn Berthold ist weder angedacht noch geplant.
Eigentlich ist die Situation deswegen ungewöhnlich, weil Mannschaftsärzte in der Regel Ärzte bleiben und aus Zeitgründen kein Mandat annehmen. Ich habe es dennoch als Herausforderung und interessante Aufgabe betrachtet. Dass ich als Aufsichtsratsvorsitzender irgendwann gewählt werde, stand für mich bei der Wahl 2003 nie zur Debatte. Der Grund, weshalb ich mich dann nach dem Rücktritt von Herrn Wetzel entschlossen habe, Aufsichtsratsvorsitzender zu werden, ist ganz einfach. Seit 1999 betreue ich die Stuttgarter Kickers als Mannschaftsarzt. Ich kenne jeden Spieler, ich kenne die Vereinsführung, d.h. Geschäftsstelle, den Trainer, ich kenne eine Großzahl der Ehrenamtlichen, ich kenne haufenweise junge Spieler, die zu mir in die Sprechstunde kommen. Ich kenne als Stuttgarter sehr viele der alten Funktionäre. Kurzum: Ich bin in den Verein seit Jahren eingebunden und mit den Mitgliedern und Anhängern vertraut, wohl wie wenige, die zum jetzigen Zeitpunkt dem Aufsichtsrat angehören. Es war für mich wichtig, dass jemand die Verantwortung übernimmt, der nicht neu dazu kommt und gar keine Informationen oder Einblicke in die Gegebenheiten und die Vergangenheit des Vereins hat.
2. Wie definieren Sie die Aufgaben des Aufsichtsrats? Wie oft kommt er zu seinen Sitzungen zusammen? Und wie steht er im Verhältnis zu anderen Gremien des Vereins (Präsidium, Ehrenrat etc.)?
Die Aufgaben des Aufsichtsrats sind per Satzung reine Kontrollaufgaben, dass die wirtschaftliche und inhaltliche Arbeit des Vereins, des Präsidiums und aller Abteilungen überprüft. Natürlich sollte der Aufsichtsrat über persönliche Kontakte und Einflussnahme auf Stadt, Politik oder gar Unternehmen verfügen und den Verein unterstützen, z.B. in der Akquise von Sponsorentum. Aufgrund der Schwierigkeiten der letzten Jahre finden im Moment, wenn der Aufsichtsrat tagt, ausschließlich gemeinsame Sitzungen mit Aufsichtsrat und Präsidium sowie mit der Geschäftsstelle und Trainer Dutt statt. Diese gemeinsamen Sitzungen, die ca. alle 6 Wochen stattfinden, haben das Ziel, alle Energien und Maßnahmen zu bündeln, um die Voraussetzung für den Aufstieg in die 2. Liga zu schaffen. Unser Verhältnis zum Präsidium und Ehrenrat ist gut, sachlich und inhaltlich immer korrekt, aber natürlich nie frei von thematisch bedingten Auseinandersetzungen wie sie in jeder Partnerschaft existieren.
3. In den letzten Wochen hat sich - zumindest außerhalb des Platzes - bei den Blauen einiges bewegt. Was wollen sie mit den Kickers erreichen? Und welche Änderungen wären dazu nötig?
Zunächst wollen wir erreichen, dass in den Gremien ein Miteinander und kein Gegeneinander herrscht. Ich denke, wir haben schon weitgehend erreicht, dass wir die Meinung des anderen akzeptieren und unsere Diskussionen intern betreiben. Was wir erreichen wollen, sind die Voraussetzungen für einen Aufstieg in die 2. Liga zu schaffen. Dies bedeutet nicht nur eine finanzielle Stabilisierung und Aufrüstung, sondern vor allem auch, dass wir als Verein der Bevölkerung in Stuttgart und Umgebung wieder mit Beispiel vorangehen und Inhalte bieten, die es interessant machen, an unserem Vereinsleben teilzunehmen.
4. Zum Geld: Sie haben angekündigt, der Verein werde auf jeden Fall eine Zweitliga-Lizenz beantragen. Betrachtet man die Aktivitäten anderer Vereine auf dem Transfermarkt und vor allem die Leistung der Blauen am Samstag, erscheint ein Aufstieg extrem unwahrscheinlich. Sollte man die 10000 Euro nicht lieber für nächstes Jahr sparen oder in die Jugendarbeit stecken?
Wir wollen mit der 2.-Liga-Lizenz ein absolutes Signal setzen. Die Mannschaft kann meiner Meinung nach mehr als was der Tabellenplatz oder dieses Katastrophenspiel vom Samstag zeigt. Es ist gar nicht schlecht, den Druck zu erhöhen, um schon mal eine Härteprüfung für die nächste Saison vorzubereiten. Die Charaktere in der Mannschaft müssen sich auch an diesen Druck gewöhnen und sich unter diesem Druck ausbilden.
5. Im Aufsichtsrat hat es in der Vergangenheit viele Auseinandersetzungen gegeben. Wie würden Sie die aktuelle Stimmung beschreiben?
Im Moment gibt es nur ein konstruktives Miteinander, ohne Schwierigkeiten.
6. Wie ist der Sachstand im Streit mit Herrn Klingler um seinen Werbevertrag? Welche Meinung haben Sie dazu?
Herr Klingler ist von den Stuttgarter Kickers im Sinne eines Urkundenprozesses verklagt worden. Im März findet die Verhandlung statt. Ich meine, die Forderung ist berechtigt. Hier hat ein erwachsener Mann einen Vertrag unterschrieben. Dies bei vollem Bewusstsein und bei absoluter Detailkenntnis des Vereins, der Schwierigkeiten des Vereins und der möglichen Werbeleistungen als Präsidiumsmitglied für Marketing und PR. Warum Herr Klingler diesen Vertrag unterschrieben hat, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Wir als Verein sind auf jeden Fall verpflichtet, die finanziellen Forderungen gegen Dritte durchzusetzen.
7. Was halten Sie von der völlig verzerrten Berichterstattung eines Stuttgarter Mediums durch deren Sportchef? Warum wehren sich die Kickers-Verantwortlichen nicht gegen solche Berichte?
Man muss sich gut überlegen, welchen Krieg man führen will. Auf jeden Fall ist es unklug, gegen den Sportchef der Stuttgarter Nachrichten einen Medienfeldzug zu führen. Es ist wesentlich klüger und konstruktiver, einen Neuanfang zu schaffen und durch gegenseitige Vertrauen schaffende Maßnahmen die alten Konflikte aus dem Weg zu räumen. Das ist auch der Weg, den wir gehen wollen. Weder Herr Barner noch Herr Kullen sind Charaktere, mit denen man sich nicht verständigen könnte. Ich persönlich komme mit beiden sehr gut zurecht.
8. Die Kickers wollen ehemalige Star-Spieler verstärkt einbinden. Angeblich soll es auch Kontakt zu Thomas Berthold geben. Was ist an diesen Meldungen dran?
Es gibt Kontakt zu Herrn Berthold, aber nur über eine private Verbindung von Herrn Dinkelacker. Eine Starspielerverstärkung mit Herrn Berthold ist weder angedacht noch geplant.
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