StZ: Die 180-Grad-Wende - Schlechter Stil

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Basti
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StZ: Die 180-Grad-Wende - Schlechter Stil

Beitrag von Basti »

Die 180-Grad-Wende: Kickers entlassen Adrion

Der Trainerwechsel in Degerloch verläuft nicht ohne Irritationen - Nachfolger Dutt gibt heute in Poltringen sein Debüt

STUTTGART. Rainer Adrion wird am Samstag gegen Augsburg nicht mehr auf der Bank der Stuttgarter Kickers sitzen. Der Verein hat sich gestern für eine Trennung und für Robin Dutt als Nachfolger entschieden. Wobei die Begleitumstände verworren bleiben.

Von Joachim Klumpp

Der Kickers-Trainer Rainer Adrion hatte gestern zur Krisensitzung gerufen - und fast alle wichtigen Leute waren gekommen: der Präsident (Hans Kullen), der Aufsichtsratschef (Hans-Jürgen Wetzel), der Manager (Kahraman Erdin). Als Adrion 90 Minuten später die kleine Runde im Klublokal verlassen hatte, tat er das in der festen Überzeugung, weiterhin Trainer der Stuttgarter Kickers zu sein. War er auch - zumindest noch für etwa vier Stunden. Denn kurz vor 18 Uhr kam von dem Fußball-Regionalligisten dann ein Fax mit der knappen Nachricht: "Stuttgarter Kickers trennen sich von Trainer Rainer Adrion."

Eine Entscheidung, die sportlich - nach zuletzt nur einem Sieg aus zehn Spielen sowie dem Sturz auf einen Abstiegsplatz - durchaus nachzuvollziehen ist. Die Frage aber bleibt: Wie kam Adrion noch kurz zuvor zu der Aussage, "der Verein hat mir das Vertrauen ausgesprochen"?

Alles nur ein Missverständnis? Das Wunschdenken eines gescheiterten Fußball-lehrers? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Der Erklärungsversuch des Präsidenten Hans Kullen lautet: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Adrion mit dieser Überzeugung aus unserem Gespräch gegangen ist. Er selbst hat gesagt: ,Ihr müsst euch entscheiden - für oder gegen den Trainer"."

Adrion wollte einen ultimativen Vertrauensbeweis der Führung, doch den bekam er nicht. Vielleicht hat er unbewusst sogar selbst den letzten Stein ins Rollen gebracht. Denn auf den Diskussionspunkt hin, ob sich die Kickers einen Trainerwechsel überhaupt leisten können, kam sein Einwand: "Wenn dies das eigentliche Problem sein sollte, dann verzichte ich im Falle einer Entlassung auf die Hälfte des mir zustehenden Gehalts."

Hat etwa dieser Vorschlag die Stimmung schließlich zum Kippen gebracht? Jedenfalls zogen sich die anwesenden Kickers-Funktionäre zum Essen zurück und starteten einen Rundruf in Sachen Trainerfrage. Das Ergebnis: Entlassung. "Wir waren der Meinung, dass es für den Verein das Beste ist, auch wenn die Entscheidung mir persönlich ausgesprochen schwer gefallen ist", sagt Hans Kullen, der sogleich eine Lanze für den Nachfolger Robin Dutt brach: "Er ist ein Energiebündel, der die Spieler genau kennt. Außerdem hat er mit der zweiten Mannschaft eine hervorragende Arbeit abgeliefert", so der Präsident, der sich vehement dagegen wehrt, auf Grund der wirtschaftlich äußerst angespannten Lage des Klubs von einer "Billiglösung" zu sprechen.

Der bisherige Assistenzcoach sowie Chef der zweiten Mannschaft, Robin Dutt, wird seinen Einstand bereits heute Abend (18 Uhr) in einem - noch unter Adrion - angesetzten Freundschaftsspiel in Poltringen geben. Dutt ist damit nach Rainer Zobel, Marcus Sorg und eben Adrion seit dem Abstieg aus der zweiten Liga vor gut zwei Jahren bereits der vierte Übungsleiter, der versucht, die Kickers zumindest einmal ins gesicherte Mittelfeld der Regionalliga zu führen.

Was Adrion dem Team durchaus zutraut. "An guten Tagen können wir gegen jede Mannschaft gut aussehen." Dass das unter seiner Regie eher selten der Fall war, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich hatte Adrion im März hoch ambitioniert sein Amt angetreten: "Ich sehe das als Riesenchance, einen Verein, der momentan am Boden liegt, wieder nach oben zu führen." Jetzt kehrt der ehemalige VfB-Coach dem Verein ernüchtert den Rücken. "Natürlich bin ich über die 180-Grad-Wendung innerhalb von wenigen Stunden enttäuscht", sagte der 49-Jährige gestern Abend. "Aber letztendlich ist es unter diesen Umständen besser, wenn man sich trennt. Denn klar ist doch, dass das Vertrauen nicht mehr vorhanden gewesen ist."

Wobei Kullen betont: "Präsidium und Aufsichtsrat haben diese Entscheidung einstimmig getroffen." Was so wiederum nicht ganz korrekt ist. Denn zumindest das einflussreiche Aufsichtsratsmitglied Günter Daiss traf die Nachricht unvorbereitet - und zwar in Südafrika. "Darüber bin ich schon überrascht", sagte Daiss am Telefon, und es klang so, als gäbe es diesbezüglich noch Gesprächsbedarf. Wobei der Geschäftsmann seinen Humor nicht ganz verloren hatte - und mit Bezug auf seinen momentanen Aufenthaltsort Kapstadt sagte: "Ich hoffe, dass sich das für die Kickers vielleicht auch als Kap der guten Hoffnung entpuppt."

Aktualisiert: 28.10.2003, 05:05 Uhr
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/534985

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Die Trennung von Rainer Adrion
Schlechter Stil

Die Stuttgarter Kickers sind ihrer Linie treu geblieben und setzen mal wieder auf das Allheilmittel Trainerwechsel - zum wievielten Male auch immer. Aus rein sportlicher Perspektive ist diese Entscheidung sogar durchaus nachvollziehbar. Der Sturz auf einen Abstiegsplatz in der Regionalliga sollte in dieser Saison mit aller Macht vermieden werden; spielerisch waren zuletzt keine Fortschritte mehr erkennbar; und dass offensichtlich längst nicht mehr alle Profis mit ihrem Chef auf einer Wellenlänge schwammen, stärkte die Position von Rainer Adrion selbstredend nicht gerade.

Warum dem Trainer aber nicht schon beim gemeinsamen Krisengespräch gestern Mittag reiner Wein eingeschenkt wurde, bleibt das Geheimnis der Beteiligten. Die Entlassung gewissermaßen im Stundentakt ist kein guter Stil, und sie wirft auch ein Licht auf das bisher nicht immer glückliche Zusammenwirken der neuen Führungsgremien in Degerloch, die von einem Brandherd zum anderen eilen. Ob mit der Entlassung des Jugendleiters Kilgus vor kurzem und jetzt des Chefcoaches alle Feuer gelöscht sind, darf indes bezweifelt werden. Denn auch wirtschaftlich stehen den Blauen wieder einmal schwere Zeiten ins Haus. Und mit den personellen Maßnahmen der jüngsten Vergangenheit haben sich die Verantwortlichen keineswegs nur Freunde gemacht.

Solche aber brauchen die Kickers in der Zukunft mehr denn je. Denn aus der großen Familie, als die sich der Verein so gerne bezeichnet, ist gewissermaßen ein Single-Klub geworden: Jeder ist sich selbst der Nächste. Der Zusammenhalt wird immer löchriger, und genau das macht die Arbeit für den neuen Trainer Robin Dutt nicht leichter - auch wenn er der Mannschaft keine Umgangsformen beibringen muss, sondern einen guten Fußballstil auf dem Rasen.

Von Joachim Klumpp

Aktualisiert: 28.10.2003, 05:05 Uhr
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Hansen
Kickers-Fan
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Beitrag von Hansen »

Das ist ein Zeichen!!!!!!!!
Jetzt wird die Mannschaft über sich hinauswachsen und POLTRINGEN in einem unglaublichen Spiel 1: 0 besiegen. Endlich ein Sieg.

Langsam hab ichs Gefühl für einige wäre Afrika ganz gut......
Hansen
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