Auf der gestrigen Pressekonferenz wurde Robin Dutt als neuer Chef-Trainer der Regionalliga-Mannschaft des SV Stuttgarter Kickers e. V. vorgestellt. Der 38-jährige A-Lizenz-Inhaber tritt die Nachfolge von Rainer Adrion an, der am Montag nach einem Gespräch mit den Führungsgremien des Vereins entlassen wurde.
Zuerst räumte Kickers-Präsident Hans Kullen die Irritationen um die Entlassung von Rainer Adrion aus dem Weg. „Rainer Adrion bat am Samstag nach dem Spiel um ein Gespräch mit den Führungsgremien über die weitere sportliche Zukunft und Zusammenarbeit. Er hat in unserem Gespräch nicht den Eindruck vermittelt, als könne er noch die Wende schaffen,“ so Hans Kullen. „Rainer Adrion hat selbst am Ende des Gesprächs gesagt, dass der Verein jetzt eine Entscheidung treffen müsse. Wir sahen keinen Kampfgeist."
Präsident Hans Kullen betont: „Wir sind am Montag früh nicht zusammengesessen, um über eine Trainerentlassung zu diskutieren, aber das Gespräch hat eine solche Eigendynamik bekommen, dass wir uns am Nachmittag nach eingehender Beratung entschieden haben, uns von Rainer Adrion zu trennen. Der Hauptgrund der Trennung war die fehlende sportliche Perspektive und nicht die finanziellen Einbußen, die Rainer Adrion uns angeboten hatte.“ Der Ex-Cheftrainer bot dem Verein am Vormittag an, bei einer Entlassung auf 50% seiner Bezüge bis zum Auslaufen seines Vertrages im Juni 2004 zu verzichten.
Dann wurde Adrions Nachfolger vorgestellt. Der bisherige Co- und Amateurtrainer Robin Dutt ist ab sofort für die sportlichen Geschicke des Vereins verantwortlich. Den vielen Fragen der Journalisten stand er redegewandt, zielstrebig und selbstbewusst gegenüber:
- Zu seinem Vorgänger, Rainer Adrion: „Sie werden von mir keine schlechten Worte über meinen Vorgänger hören, denn es ist eine Unsitte im Fußball geworden, sich über den körperlichen Zustand oder die Zusammenstellung der Mannschaft negativ zu äußern. Für das, was ab sofort läuft, übernehme ich die volle Verantwortung. Wir werden von Mittwoch an drei Tage ins Trainingslager nach Kleinaspach gehen, um uns in aller Ruhe und in Einzelgesprächen auf das Heimspiel am Samstag gegen den FC Augsburg vorzubereiten."
- Zu seiner Ernennung: „Als ich am Montag gefragt wurde, war ich schon überrascht - zumindest vom Zeitpunkt. Dennoch habe ich spontan zugesagt, denn als so genannter Newcomer ist das eine Chance für mich. Ich bin dem Verein auch finanziell entgegengekommen, aber ich sehe mich nicht als billiger Jakob. Und wenn ich hier erfolgreich arbeite, werden wir nächste Saison sicher nicht über die gleichen Konditionen verhandeln."
- Zu seiner Zielsetzung: „Ich bin hier nur unter der Bedingung angetreten, keine illusorischen Wunderdinge zu versprechen. Das heißt, die kurzfristigen Ziele können nicht Aufstieg in die 2. Bundesliga heißen, sondern nur Klassenerhalt, wobei ich da keinen großen Unterschied mache zwischen Platz drei und Platz 14."
- Zu seinem Anspruch an die Spieler: „Die Mannschaft hat sicherlich erheblichen Anteil am Misserfolg, es fehlten in den letzten Spielen die Grundtugenden und das Leben in der Mannschaft. Ich will neues Feuer entfachen, denn die Mannschaft hat mehr Potential als es der Tabellenplatz aussagt. Die Frage ist, ob sie es auch abrufen kann. Die Mannschaft ist sehr, sehr schwierig, aber das bekommen wir hin, denn ich kenne sie in- und auswendig und ich muss deshalb nicht bei null anfangen. Für mich macht es jetzt wenig Sinn, über die Schwächen zu reden, lieber arbeiten wir an den Stärken. Wir müssen den Kader überprüfen und den Teamgeist fördern. Sicher ist bereits, dass der eine oder andere Spieler aus dem Oberliga-Kader dazustoßen wird, denn sie sind leistungsmäßig nicht weit weg von der ersten Mannschaft. Die Jungs haben sich eine Chance verdient"
- Zu seinem Führungsstil: „Ich bevorzuge eine Mischung aus kooperativem und autoritärem Führungsstil, denn ohne den geht es nicht. Ordnung und Disziplin auf dem Platz ist das oberste Gebot, es gibt eine persönliche Aufgabenstellung für jeden Spieler, die er zu erfüllen hat. Außerdem muss die Mannschaft zumindest zwei Spielsysteme beherrschen. Wir müssen versuchen, nach einer Balleroberung möglichst schnell über Konter den zielgerichteten Abschluss zu suchen. Dabei muss die Mannschaft auf dem Platz zumindest wieder mehr Leidenschaft verkörpern, wenn es schon spielerisch nicht reicht."
- Zu seinem noch nicht bestimmten Co-Trainer: „Ich werde ganz sicher mit Co-Trainer arbeiten. Ich werde mir in den nächsten Tagen Gedanken machen und Gespräche führen, um dann in ca. 14 Tagen einen Namen präsentieren zu können.“
- Zu seinem Werdegang: „Ich habe erstmals mit 15 Jahren als Trainer gearbeitet, das war in der C-Jugend der SpVgg Hirschlanden. Denn schon immer habe ich mich mit Fußball beschäftigt. Aber ich bin auch rasch zu der Erkenntnis gekommen, dass es als Spieler nicht zum Profi reicht, deshalb musste ich mir einen anderen Weg suchen – den des Trainers. Und ich bin überzeugt, dass ich bei den Kickers die Rahmenbedingungen schaffen kann, um erfolgreich zu sein."
Kickers HP: Dutt neuer Chef-Trainer der Stuttgarter Kickers
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Kickers Stuttgart allez !
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Jean-Luc Girard
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Re: Kickers HP: Dutt neuer Chef-Trainer der Stuttgarter Kick
Irgendwie bekomme ich diesen einen Satz, den ich vor Saisonbeginn mal gelesen habe, nicht mehr aus dem Kopf: "Das kann ich so natürlich nicht stehen lassen. Die Mannschaft wurde von mir zusammengestellt..."Die Macht im Schwabenland hat geschrieben:Die Mannschaft ist sehr, sehr schwierig
Na Hauptsache sie ist nicht schwieriger als die gesetzten Ziele.