Der Ligaverband des deutschen Profifußballs plant im Rahmen einer internationalen Aktionswoche des Netzwerks Football Against Racism (FARE) in Kooperation mit der UEFA Maßnahmen gegen Rassismus.
Der Ligaverband des deutschen Profifußballs Liga plant im Rahmen einer internationalen Aktionswoche des Netzwerks Football Against Racism (FARE) in Kooperation mit der UEFA am 8. Bundesliga-Spieltag eine umfangreiche Maßnahme gegen Rassismus.
Rote Karte für den Rassismus
Unter dem Motto „Zeig’ dem Rassismus die Rote Karte“ erhalten alle Zuschauer in den Bundesliga-Stadien Rote Karten mit einer dem Motto identischen Aufschrift. Die Fußball-Fans werden aufgefordert, diese Karte gemeinsam in die Höhe zu halten und damit ein deutliches Zeichen gegen Rassismus zu setzen.
Diskriminierung hat keinen Platz
Ligapräsident Werner Hackmann erklärte dazu: „Die Bundesliga steht für Internationalität, Weltoffenheit und Toleranz. Es ist uns ein Anliegen, diese europaweite Aktionswoche zu unterstützen, denn Rassismus und Diskriminierung haben bei uns keinen Platz.
Aktionen seit 1993
Bereits seit 1993 unterstützen deutsche Profi-Vereine Aktionen gegen Rassismus. Unter den Mottos „Mein Freund der Ausländer“, „Tag gegen das Vergessen“ und „Die Woche der Toleranz“ bezog der deutsche Profi-Fußball deutlich Stellung.
Rote Karte für den Rassismus
- Jürgen K.
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- Registriert: Mittwoch 20. August 2003, 10:08
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Von der Fanszene gelebtes Bewusstsein
Kampagnen gegen Fremdenfeindlichkeit: bundesliga.de stellt die Initiativen der Bundesliga-Vereine vor.
Der Slogan ist kurz, prägnant und in seiner Diktion vor allem eines: eindeutig. "Blau-Weiss statt Braun!"
Etwas dagegen tun
Blau-Weiss, das steht für die Farben des Karlsruher SC, dessen Fangemeinde schon seit sechs Jahren im Wildpark-Stadion und auch außerhalb rassistischem Gedankengut entschlossen entgegen tritt.
"Damals gab es Probleme mit rassistischen Parolen und fremdenfeindliche Ausrufe waren wesentlich häufiger als heute. Und dagegen musste man was tun", erinnert sich BWsB-Gründungsmitglied Joachim Köhn im Gespräch mit bundesliga.de.
Aus Überzeugung: Fans gegen Rechts
Die Taten folgten beim Heimspiel am 2. September 2000 gegen Wacker Burghausen. Der Fan-Dachverband und eine KSC-Mitgliederinitiative wendeten sich mit einer gemeinsamen Erklärung an alle Stadionbesucher. Unter Regie der heutigen Vereinsvorsitzenden Marion Jabs, wurde das Transparent "BLAU-WEISS statt BRAUN - KSC-Fans gegen Nazis" erstmals im Stadion aufgehängt, der KSC startete seine Aktion "Gegen Gewalt und Intoleranz".
Wichtig dabei: die Aktion entwickelte sich aus Überzeugung aus der Karlsruher Fanszene heraus. "Innerhalb eines Jahres ist es uns gelungen, rund 95 Prozent der organisierten Fans auf unsere Seite zu ziehen", erklärt Köhn. "Die "Supporters Karlsruhe" - der Dachverband der Fanclubs - stehen voll hinter uns, auch die Ultras leben unsere Werte. Der große Konsens ist, dass unsere Linie die richtige ist."
Auszeichnung der Bundesregierung
Als Bestätigung dieser Linie wurde die Initiative BWsB im Mai 2006 vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz" der Bundesregierung "für ein ideenreiches und wirkungsvolles Beispiel zivilen Engagements" ausgezeichnet. Das Preisgeld wurde umgehend an die Jugendprojekte innerhalb der KSC-Fan-Szene weitergereicht.
Die Initiatoren der Karlsruher Kampagne arbeiten eng mit der Fanszene von Bundesligist Hertha BSC Berlin zusammen. Die Hauptstädter unterstützen ihrerseits neben der Aktion BWsB einige Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit. Das Projekt Schule mit Courage, Schule gegen Rassismus wird von Ex-Stürmer Michael Preetz und Nationalspieler Malik Fathi persönlich begleitet. Zudem beteiligt sich Hertha BSC an der Antirassismus-Kampagne Gesicht zeigen.
Ein gesellschaftliches Problem
"Die Zuschauer in den Bundesliga-Stadien sind ein Querschnitt unserer Gesellschaft. Und das Problem des Rechtsradikalismus haben wir leider immer noch in dieser Gesellschaft, das sieht man auch an aktuellen Wahlergebnissen. Davor kann eben kein Verein die Augen schließen", warnt Donato Melillo, Fanbeauftragter von Hertha BSC Berlin.
Fan-Aktionen haben Erfolg
"Aktionen gegen Rassismus sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie sich aus der Fanszene entwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt BWsB beim KSC", lobt Melillo. "Man muss dies beharrlich weiterführen und zwar auch in Zeiten, in denen man nichts Negatives hört, um das Bewusstsein der Leute zu stärken. Aber es muss von der Fanszene gelebt werden."
Michael Wollny
Kampagnen gegen Fremdenfeindlichkeit: bundesliga.de stellt die Initiativen der Bundesliga-Vereine vor.
Der Slogan ist kurz, prägnant und in seiner Diktion vor allem eines: eindeutig. "Blau-Weiss statt Braun!"
Etwas dagegen tun
Blau-Weiss, das steht für die Farben des Karlsruher SC, dessen Fangemeinde schon seit sechs Jahren im Wildpark-Stadion und auch außerhalb rassistischem Gedankengut entschlossen entgegen tritt.
"Damals gab es Probleme mit rassistischen Parolen und fremdenfeindliche Ausrufe waren wesentlich häufiger als heute. Und dagegen musste man was tun", erinnert sich BWsB-Gründungsmitglied Joachim Köhn im Gespräch mit bundesliga.de.
Aus Überzeugung: Fans gegen Rechts
Die Taten folgten beim Heimspiel am 2. September 2000 gegen Wacker Burghausen. Der Fan-Dachverband und eine KSC-Mitgliederinitiative wendeten sich mit einer gemeinsamen Erklärung an alle Stadionbesucher. Unter Regie der heutigen Vereinsvorsitzenden Marion Jabs, wurde das Transparent "BLAU-WEISS statt BRAUN - KSC-Fans gegen Nazis" erstmals im Stadion aufgehängt, der KSC startete seine Aktion "Gegen Gewalt und Intoleranz".
Wichtig dabei: die Aktion entwickelte sich aus Überzeugung aus der Karlsruher Fanszene heraus. "Innerhalb eines Jahres ist es uns gelungen, rund 95 Prozent der organisierten Fans auf unsere Seite zu ziehen", erklärt Köhn. "Die "Supporters Karlsruhe" - der Dachverband der Fanclubs - stehen voll hinter uns, auch die Ultras leben unsere Werte. Der große Konsens ist, dass unsere Linie die richtige ist."
Auszeichnung der Bundesregierung
Als Bestätigung dieser Linie wurde die Initiative BWsB im Mai 2006 vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz" der Bundesregierung "für ein ideenreiches und wirkungsvolles Beispiel zivilen Engagements" ausgezeichnet. Das Preisgeld wurde umgehend an die Jugendprojekte innerhalb der KSC-Fan-Szene weitergereicht.
Die Initiatoren der Karlsruher Kampagne arbeiten eng mit der Fanszene von Bundesligist Hertha BSC Berlin zusammen. Die Hauptstädter unterstützen ihrerseits neben der Aktion BWsB einige Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit. Das Projekt Schule mit Courage, Schule gegen Rassismus wird von Ex-Stürmer Michael Preetz und Nationalspieler Malik Fathi persönlich begleitet. Zudem beteiligt sich Hertha BSC an der Antirassismus-Kampagne Gesicht zeigen.
Ein gesellschaftliches Problem
"Die Zuschauer in den Bundesliga-Stadien sind ein Querschnitt unserer Gesellschaft. Und das Problem des Rechtsradikalismus haben wir leider immer noch in dieser Gesellschaft, das sieht man auch an aktuellen Wahlergebnissen. Davor kann eben kein Verein die Augen schließen", warnt Donato Melillo, Fanbeauftragter von Hertha BSC Berlin.
Fan-Aktionen haben Erfolg
"Aktionen gegen Rassismus sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie sich aus der Fanszene entwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt BWsB beim KSC", lobt Melillo. "Man muss dies beharrlich weiterführen und zwar auch in Zeiten, in denen man nichts Negatives hört, um das Bewusstsein der Leute zu stärken. Aber es muss von der Fanszene gelebt werden."
Michael Wollny
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Asamoah: "Dem Rechtsradikalismus keine Chance geben"
07.10.2006 09:19:00
Im Interview: Gerald Asamoah
Gerald Asamoah war fest eingeplant für das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die Länderspiele gegen Georgien heute (ab 20 Uhr/live im ZDF) und in der Slowakei am Mittwoch (ab 20.45 Uhr/live in der ARD). Doch einen Tag vor der Nominierung erlitt der 28 Jahre alte Angreifer beim UEFA-Pokal-Aus von Schalke 04 bei AS Nancy einen Schien- und Wadenbeinbruch. Eine längere Pause nach der sofortigen Operation ist nun für den 43-maligen Nationalspieler die bittere Konsequenz.
Asamoah, der im WM-Finale 2002 gegen Brasilien in Yokohama eingewechselt wurde und auch bei der WM 2006 im DFB-Trikot am Ball war, wird deshalb in Rostock fehlen. In jenem Stadion, in dem er zu Saisonbeginn bei einem DFB-Pokalspiel zur Zielscheibe rassistischer Schmähungen wurde. Angesichts dieses Vorfalls führte Michael Ashelm für das Stadionheft "DFB aktuell" das folgende Interview mit Asamoah.
Frage: Die rassistischen Schmähungen gegen Sie im Ostseestadion liegen vier Wochen zurück. Haben Sie nach den tollen WM-Erlebnissen noch mit solchen Ausbrüchen gerechnet?
Gerald Asamoah: Vor der Weltmeisterschaft hatte man in Deutschland gewisse Befürchtungen vor rassistischen Übergriffen, was sich glücklicherweise als unbegründet erwies. Umso erschreckender ist es jetzt, dass Rechtsradikale auf einen deutschen Nationalspieler losgehen. Ich finde es schlimm, welche Blüten der Rechtsradikalismus in Deutschland treibt. Das ist sehr traurig. Die jüngsten Vorfälle in deutschen Stadien sind daher auch Grund zu großer Wachsamkeit. Wir dürfen dem Rechtsradikalismus keine Chance geben.
Frage: Was schlagen Sie vor?
Gerald Asamoah: Ich finde gut, mit welcher Konsequenz der DFB harte Strafen ausspricht. Dadurch wird auch die Zivilcourage der vielen echten Fans im Stadion gefördert, die keine Rassisten sind. Wir müssen es schaffen, die kleine Gruppe der rechtsradikalen Schreihälse, die das Interesse am Fußball auf so beschämende Weise ausnutzt, durch eindeutige Reaktionen auszugrenzen. Wir müssen aufpassen, dass nicht ein falsches Bild von Deutschland entsteht. Ein richtiges Zeichen ist da beispielsweise die Aktion in der Bundesliga unter dem Motto "Zeig´ dem Rassismus die Rote Karte", die am übernächsten Wochenende stattfindet.
Frage: Was empfinden Sie auf dem Platz, wenn das "Affengebrüll" von den Rängen dröhnt?
Gerald Asamoah: Das tut weh. Es ist beschämend und macht mich traurig. Ich versuche es dann in diesem Moment zu ignorieren, aber es geht nicht. Am liebsten würde ich losschreien vor Wut, doch ich bin natürlich als Nationalspieler ein Vorbild. Ich kann mich nicht gehen lassen und muss das erst einmal herunterschlucken.
Frage: Eine Neonazi-Organisation hat schon Poster und Hemden mit Ihrem Foto und der Parole "Nein, Gerald, du bist nicht Deutschland" verbreitet. Was haben Sie dagegen unternommen?
Gerald Asamoah: Das hat mich sehr verletzt, aber ich bin zuerst nicht juristisch dagegen vorgegangen. Mit Unterstützung des DFB habe ich dann jedoch rechtliche Schritte eingeleitet und per einstweiliger Verfügung generell die Veröffentlichung und Verbreitung dieses Plakats und des dazugehörigen Bildes untersagen lassen.
Gerald Asamoah in Aktion
Frage: Im Verfassungsschutzbericht steht, dass rechte Straftaten um 27 Prozent zugenommen haben. Spüren Sie am eigenen Leib eine direkte Gefahr?
Gerald Asamoah: Ich habe natürlich gegenüber vielen anderen Farbigen oder Ausländern in Deutschland den großen Vorteil, dass ich eine prominente Person bin. Auf der Straße traut sich keiner so leicht, mich in der Öffentlichkeit anzupöbeln, auch wenn er es vielleicht wollte. Ich selbst fühle mich nicht in Gefahr, aber ich habe Freunde, die sich im Moment nicht besonders wohl fühlen und auf der Straße beleidigt werden.
Frage: Unterhalten Sie sich im Nationalteam über dieses Thema?
Gerald Asamoah: Natürlich wird mal darüber gesprochen. Aber vor Länderspielen möchte ich mich damit gar nicht zu sehr belasten.
Frage: Wie sollte man in Deutschland ganz allgemein mit der Rassismusgefahr umgehen?
Gerald Asamoah: Da fragen Sie mich? Ich habe einen Bericht im Fernsehen gesehen über einen 13 Jahre alten Jungen, der durch Freunde in diese Szene gekommen und fest dabei ist. Das hat mich schockiert. Ein Junge in diesem Alter, wie kann das sein?
Frage: Ist es für Sie vorstellbar, sich als eine Art prominenter Streetworker für rechte Jugendliche zu engagieren, um sie vom Gegenteil zu überzeugen?
Gerald Asamoah: Natürlich. Was ich als bekannter Fußballer sage, kommt bei gewissen Leuten vielleicht besser an. Der Kampf gegen Rechtsradikalismus könnte eine Aufgabe für die Zukunft sein, wenn ich meine Fußballkarriere beendet habe.
Frage: Was sagen Ihre Angehörigen und Freunde in Ihrem Geburtsland Ghana zu dieser Entwicklung?
Gerald Asamoah: Die meisten wissen ja, was in Deutschland passiert. Sie kennen das Positive und Negative. Die tolle Stimmung bei der WM 2006 und das friedliche Fest der Fans aus aller Welt in den Stadien und Städten in Deutschland haben die richtigen Akzente gesetzt und alle beeindruckt. Es war ein nachhaltiger Beweis dafür, wie die große Mehrheit in unserem Land denkt. Wir dürfen uns jetzt gerade nach der WM nicht damit zufriedengeben, dass Deutschland mit seiner Multi-Kulti-Gesellschaft eine tolle und unvergessliche Sommer-Party gefeiert hat. Wir müssen uns weiterhin entschieden dafür einsetzen, dass der Kampf gegen Rassismus einen entsprechenden Stellenwert hat und bei Entgleisungen sofort klar Positionen von allen gesellschaftlichen Kräften bezogen wird. Der Sport und der Fußball spielen dabei eine wichtige Rolle.
Frage: Ist die deutsche Gesellschaft aus Ihrer Sicht wirklich eine offene, fremdenfreundliche Gesellschaft?
Gerald Asamoah: Ja, schon. Sicher weiß ich auch, dass manche im Ausland sehr negativ über Deutschland denken und sagen, es sei ein Land der Rassisten. Es gibt auch Leute, die mich fragen, weshalb ich überhaupt für Deutschland Fußball spiele – für ein Land, welches Schwarze nicht akzeptiert, so sagen sie dann. Aber ich fühle mich heimisch in Deutschland. Deutschland ist ein Land, in dem man sich als Ausländer wohlfühlen kann. Ich lebe schon lange hier und habe mich nie richtig unwohl gefühlt.
07.10.2006 09:19:00
Im Interview: Gerald Asamoah
Gerald Asamoah war fest eingeplant für das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die Länderspiele gegen Georgien heute (ab 20 Uhr/live im ZDF) und in der Slowakei am Mittwoch (ab 20.45 Uhr/live in der ARD). Doch einen Tag vor der Nominierung erlitt der 28 Jahre alte Angreifer beim UEFA-Pokal-Aus von Schalke 04 bei AS Nancy einen Schien- und Wadenbeinbruch. Eine längere Pause nach der sofortigen Operation ist nun für den 43-maligen Nationalspieler die bittere Konsequenz.
Asamoah, der im WM-Finale 2002 gegen Brasilien in Yokohama eingewechselt wurde und auch bei der WM 2006 im DFB-Trikot am Ball war, wird deshalb in Rostock fehlen. In jenem Stadion, in dem er zu Saisonbeginn bei einem DFB-Pokalspiel zur Zielscheibe rassistischer Schmähungen wurde. Angesichts dieses Vorfalls führte Michael Ashelm für das Stadionheft "DFB aktuell" das folgende Interview mit Asamoah.
Frage: Die rassistischen Schmähungen gegen Sie im Ostseestadion liegen vier Wochen zurück. Haben Sie nach den tollen WM-Erlebnissen noch mit solchen Ausbrüchen gerechnet?
Gerald Asamoah: Vor der Weltmeisterschaft hatte man in Deutschland gewisse Befürchtungen vor rassistischen Übergriffen, was sich glücklicherweise als unbegründet erwies. Umso erschreckender ist es jetzt, dass Rechtsradikale auf einen deutschen Nationalspieler losgehen. Ich finde es schlimm, welche Blüten der Rechtsradikalismus in Deutschland treibt. Das ist sehr traurig. Die jüngsten Vorfälle in deutschen Stadien sind daher auch Grund zu großer Wachsamkeit. Wir dürfen dem Rechtsradikalismus keine Chance geben.
Frage: Was schlagen Sie vor?
Gerald Asamoah: Ich finde gut, mit welcher Konsequenz der DFB harte Strafen ausspricht. Dadurch wird auch die Zivilcourage der vielen echten Fans im Stadion gefördert, die keine Rassisten sind. Wir müssen es schaffen, die kleine Gruppe der rechtsradikalen Schreihälse, die das Interesse am Fußball auf so beschämende Weise ausnutzt, durch eindeutige Reaktionen auszugrenzen. Wir müssen aufpassen, dass nicht ein falsches Bild von Deutschland entsteht. Ein richtiges Zeichen ist da beispielsweise die Aktion in der Bundesliga unter dem Motto "Zeig´ dem Rassismus die Rote Karte", die am übernächsten Wochenende stattfindet.
Frage: Was empfinden Sie auf dem Platz, wenn das "Affengebrüll" von den Rängen dröhnt?
Gerald Asamoah: Das tut weh. Es ist beschämend und macht mich traurig. Ich versuche es dann in diesem Moment zu ignorieren, aber es geht nicht. Am liebsten würde ich losschreien vor Wut, doch ich bin natürlich als Nationalspieler ein Vorbild. Ich kann mich nicht gehen lassen und muss das erst einmal herunterschlucken.
Frage: Eine Neonazi-Organisation hat schon Poster und Hemden mit Ihrem Foto und der Parole "Nein, Gerald, du bist nicht Deutschland" verbreitet. Was haben Sie dagegen unternommen?
Gerald Asamoah: Das hat mich sehr verletzt, aber ich bin zuerst nicht juristisch dagegen vorgegangen. Mit Unterstützung des DFB habe ich dann jedoch rechtliche Schritte eingeleitet und per einstweiliger Verfügung generell die Veröffentlichung und Verbreitung dieses Plakats und des dazugehörigen Bildes untersagen lassen.
Gerald Asamoah in Aktion
Frage: Im Verfassungsschutzbericht steht, dass rechte Straftaten um 27 Prozent zugenommen haben. Spüren Sie am eigenen Leib eine direkte Gefahr?
Gerald Asamoah: Ich habe natürlich gegenüber vielen anderen Farbigen oder Ausländern in Deutschland den großen Vorteil, dass ich eine prominente Person bin. Auf der Straße traut sich keiner so leicht, mich in der Öffentlichkeit anzupöbeln, auch wenn er es vielleicht wollte. Ich selbst fühle mich nicht in Gefahr, aber ich habe Freunde, die sich im Moment nicht besonders wohl fühlen und auf der Straße beleidigt werden.
Frage: Unterhalten Sie sich im Nationalteam über dieses Thema?
Gerald Asamoah: Natürlich wird mal darüber gesprochen. Aber vor Länderspielen möchte ich mich damit gar nicht zu sehr belasten.
Frage: Wie sollte man in Deutschland ganz allgemein mit der Rassismusgefahr umgehen?
Gerald Asamoah: Da fragen Sie mich? Ich habe einen Bericht im Fernsehen gesehen über einen 13 Jahre alten Jungen, der durch Freunde in diese Szene gekommen und fest dabei ist. Das hat mich schockiert. Ein Junge in diesem Alter, wie kann das sein?
Frage: Ist es für Sie vorstellbar, sich als eine Art prominenter Streetworker für rechte Jugendliche zu engagieren, um sie vom Gegenteil zu überzeugen?
Gerald Asamoah: Natürlich. Was ich als bekannter Fußballer sage, kommt bei gewissen Leuten vielleicht besser an. Der Kampf gegen Rechtsradikalismus könnte eine Aufgabe für die Zukunft sein, wenn ich meine Fußballkarriere beendet habe.
Frage: Was sagen Ihre Angehörigen und Freunde in Ihrem Geburtsland Ghana zu dieser Entwicklung?
Gerald Asamoah: Die meisten wissen ja, was in Deutschland passiert. Sie kennen das Positive und Negative. Die tolle Stimmung bei der WM 2006 und das friedliche Fest der Fans aus aller Welt in den Stadien und Städten in Deutschland haben die richtigen Akzente gesetzt und alle beeindruckt. Es war ein nachhaltiger Beweis dafür, wie die große Mehrheit in unserem Land denkt. Wir dürfen uns jetzt gerade nach der WM nicht damit zufriedengeben, dass Deutschland mit seiner Multi-Kulti-Gesellschaft eine tolle und unvergessliche Sommer-Party gefeiert hat. Wir müssen uns weiterhin entschieden dafür einsetzen, dass der Kampf gegen Rassismus einen entsprechenden Stellenwert hat und bei Entgleisungen sofort klar Positionen von allen gesellschaftlichen Kräften bezogen wird. Der Sport und der Fußball spielen dabei eine wichtige Rolle.
Frage: Ist die deutsche Gesellschaft aus Ihrer Sicht wirklich eine offene, fremdenfreundliche Gesellschaft?
Gerald Asamoah: Ja, schon. Sicher weiß ich auch, dass manche im Ausland sehr negativ über Deutschland denken und sagen, es sei ein Land der Rassisten. Es gibt auch Leute, die mich fragen, weshalb ich überhaupt für Deutschland Fußball spiele – für ein Land, welches Schwarze nicht akzeptiert, so sagen sie dann. Aber ich fühle mich heimisch in Deutschland. Deutschland ist ein Land, in dem man sich als Ausländer wohlfühlen kann. Ich lebe schon lange hier und habe mich nie richtig unwohl gefühlt.
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nachdem Mitglieder der Urban Crew - Ultras des FC Kopenhagen - in Führung von einem Webmaster einer bekannten FC Kopenhagen Fansite Aufkleber mit der Aufschrift: ''FCK fans mod muslimer'' (''FCK Fans gegen Muslime'') gedruckt und im Stadion verteilt hat, wurden die Beteiligten vom FC Kopenhagen mit Stadionverbot belegt. :)
nachdem Mitglieder der Urban Crew - Ultras des FC Kopenhagen - in Führung von einem Webmaster einer bekannten FC Kopenhagen Fansite Aufkleber mit der Aufschrift: ''FCK fans mod muslimer'' (''FCK Fans gegen Muslime'') gedruckt und im Stadion verteilt hat, wurden die Beteiligten vom FC Kopenhagen mit Stadionverbot belegt. :)
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