Das Interview ist absolut bezeichnend! Der Kerl ist strohdoof!!
„Ich bin, wie ich bin - ein ganz einfacher Typ“
19. Januar 2006
Michael Anicic ist einer der größten Wandervögel im hessischen Fußball: heute hier, morgen da. Gerade hat er Darnstadt 98 verlassen, um zum 1. FC zurückzukehren. Ein Gespräch über Geld, Imageprobleme, Stärken und Schwächen.
Wann gehen Sie wieder zum SV Darmstadt 98 zurück?
Das ist schwierig. Man sollte nie etwas ausschließen. Aber sicherlich nicht, solange Trainer Labbadia und der sportliche Leiter Schmidt da sind.
Wissen Sie eigentlich noch, bei welchem Verein Sie gerade spielen?
Ja, das ist nicht schwierig. Überall war ich zweimal. Fehlt noch der FSV Frankfurt.
Sie streben also einen Rekord im Vereinswechseln an?
Nein. Ich habe nirgendwo die Tür komplett zugehauen. Das werde ich auch in Zukunft so machen. Im Fußball ist komischerweise alles möglich.
Apropos komisch: Wie kann man sich wieder dem 1. FC Eschborn anschließen, mit dem Sie sich im vergangenen Jahr vor dem Arbeitsgericht auseinandergesetzt haben?
Was damals passiert ist, ist kein gutes Omen. Es sind keine guten Voraussetzungen. Aber hier sind jetzt komplett neue Leute. Es ist ein totaler Neuanfang mit einem neuen Geldgeber. Doch warum fragt man eigentlich immer kritisch den Spieler? Warum fragt man nicht den Verein, der einen Spieler zum zweiten Mal holt?
Dennoch: Sind Sie als Fußballspieler noch glaubwürdig?
Ich bin so, wie ich bin. Entweder man akzeptiert es oder nicht. Ich muß mich vor keinem rechtfertigen. Ich weiß, daß von meiner Seite alles okay war. Die Leute, die mich nicht mögen, werden mich nie mögen. Die jedoch, die mich kennen, wissen, wie ich bin.
Und wie ist Michael Anicic?
Ich bin sicherlich ein sehr hilfsbereiter und sehr direkter Mensch. Viele sagen, ich bin vielleicht ein bißchen arrogant. Aber das ist Teil des Spiels.
Was würde der Trainer Anicic über den Spieler Anicic denken?
Er würde nicht an ihm zweifeln. Der Trainer müßte mit ihm offen und ehrlich umgehen, und er müßte konsequent sein. Dann bringt der Spieler Anicic immer Topleistung. Als Trainer darf man nicht beleidigt sein, wenn der Spieler ihm mal die Meinung sagt. Labbadia hat die Kritik immer persönlich genommen.
Wie würden Sie Ihr Image beschreiben?
Jetzt werden die Leute sicherlich sagen, ich bin ein Abzocker. Über mich gibt es viele Vorurteile. Ich werde mein Image nicht mehr in die richtigen Bahnen lenken können. Vom ersten Tag an wird es geprägt. Mit 18 Jahren als Profi bei der Eintracht macht man sicher Fehler. Doch der Mensch kann sich ändern.
Ist Geld für Sie alles?
Geld ist wichtig, aber nicht alles. Ich habe auch in Darmstadt gut verdient, bin dort dennoch weggegangen. Von Eschborn habe ich ein Superangebot bekommen. Wenn Klaus Scheer hier aber nicht Trainer wäre, wäre ich nicht hier. Die Karriere als Fußballer ist begrenzt. Man muß schauen, vernünftig Geld zu verdienen. Danach ist nichts mehr.
Inwieweit identifizieren Sie sich mit den Klubs, bei denen Sie gerade spielen?
Es ist schwierig zu sagen, Eschborn ist alles für mich. Das kann nur jemand sagen, der über acht, neun, zehn Jahre bei einem Verein ist.
Ist Anicic ein guter Werbeträger für einen Verein?
Nachdem, was alles passiert ist, weiß ich es nicht. Wenn ich meine Leistung bringe, sind alle zufrieden.
Welcher Ihrer zurückliegenden Klubwechsel war ein Fehler?
Der FSV Frankfurt. Wegen der Rivalität zwischen Eschborn und dem FSV war es unheimlich schwer.
Warum sollte man Sie noch verpflichten?
Weil ich der Beste auf meiner Position bin. Es gibt Spieler auf dem Platz, die kämpfen und arbeiten. Und es gibt welche wie mich, die ihre Qualitäten nur in der Offensive haben. Wenn die unterschiedlichen Rollen in einer Mannschaft akzeptiert werden, dann hat man Erfolg.
Wie schwer ist es, den Fußballspieler Anicic zu verstehen?
Nicht schwer. Ich bin ein ganz einfacher Typ. Das einzige Problem besteht, wenn man mir auf dem Platz nicht den Ball gibt. Dann kann ich unangenehm werden.
Falls es mit Eschborn doch nicht klappen sollte: Finden Sie in Hessen noch einen Verein?
Ja, auf jeden Fall. Den FSV Frankfurt oder Darmstadt 98.

Wie bescheuert ist der denn?
