Spielberichte Kickers:Elversberg
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Spielberichte Kickers:Elversberg
von der Kickers-Page:
Kickers - SV Elversberg 2:0 (0:0)
Na also: Nach neun Partien ohne Sieg gewann das Team von Trainer Robin Dutt heute im sogenannten "Geisterspiel" gegen den SV Elversberg mit 2:0 (0:0). Die Kickers brauchten aber bis zur Schlußviertelstunde, bis der Bann endlich gebrochen war: Gegen die stark ersatzgeschwächten und sehr defensiven Gäste trafen Christian Okplala in der 75. und Mustafa Parmak in der 78. Minute.
Zur Aufstellung:
Trainer Robin Dutt ließ heute dieselbe Elf wie zuletzt in Hoffenheim auflaufen:
Im 4-4-2-System spielte David Yelldell im Tor, davor Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter und Nico Kanitz in der Abwehr. Den defensiven Part im Mittelfeld übernahm Manuel Hartmann zusammen mit Mustafa Akcay, die sich auch abwechseld in die Offensive einschalteten. Auf den Flügeln spielten Sascha Benda und Oliver Stierle, vorne im Sturm Mirnes Mesic und Christian Okpala.
Gästetrainer Brent Goulet musste auf viele wichtige Stammspieler verzichten. Bei der SV 07 Elversberg fielen mit Torjäger Vitus Nagorny, Fabian Bröcker und Abdul Iyodo gleich drei Spieler auf Grund von Sperren aus, zudem kamen noch ein paar verletzte Spieler hinzu. Deshalb spielten die Gäste mit einem dicht gedrängten Fünfermittelfeld und nur einer Spitze.
Zum Spielverlauf:
Vor allem die Kickers mussten sich in der Anfangsphase an die ungewöhliche Stille im GAZi-Stadion auf der Waldau gewöhnen, denn man hörte wirklich jedes Wort. Nach zehn Minuten dann aber die erste gute Chancen, als Sascha Benda auf den freistehenden Mirnes Mesic spielte, dem aber zehn Metern vor dem Tor der Ball vom Fuß sprang. Mit einer besseren Ballannahme hätte er durchaus mehr daraus machen können.
Das Spiel plätscherte dann so vor sich hin, die Gäste aus Elversberg zogen sich weit zurück und machten in der eigenen Hälfte dicht. So gab es kaum ein Durchkommen für die Blauen, die aber auch immer wieder hohe Bälle ins Halbfeld auf die beiden Spitzen spielten. Doch da stand die Gästeabwehr kompakt und kopfballstark, so dass Chancen absolute Mangelware blieben.
Nach dreißig Minuten dann erst die nächste Möglichkeit: Christian Okpala bediente den aufgerückten Moritz Steinle, der aus elf Metern per Kopf aber das Tor um einen Meter knapp links verfehlte. Drei Minute später hatte Christian Okpala die Chance, als eine Kopfballabwehr der Gäste nach einen Freistoß von Sascha Benda bei ihm landete. Aber sein Schuss aus spitzem Winkel konnte Gästekeeper Knödler zur Ecke abwehren (33.).
Zur zweiten Halbzeit nichts Neues: Die Kickers beherrschten die Partie ohne sich zwingende Möglichkeiten herauszuspielen. Zwei Standardsituationen sorgten dann zunächst für Gefahr: Ein Freistoß von Sascha Benda aus 20 Metern konnte der Gästetorhüter Knödler gegen die tiefstehende Sonne abfangen (52.). Dann eine gute Position für Jens Härter: Freistoß aus gut 18 Metern halblinker Position, doch sein Schlenzer über die Mauer ging auch über das Tor (55.).
Danach zumindest mal zwei nenneswerte Konter der Gäste, die Stürmer Maas mit einem Schuss ans Außennetz (58.) und einem Schuss entlang der Grundlinie über das Tor hinweg (60.) vergab. David Yelldell im Kickers-Tor wäre aber beide Male auf dem Posten gewesen. Die beste Chance bis dato im Spiel hatte dann aber der eingewechselte Elversberger Zinnow: Die Gäste konnte sich im Mittlefled den Ball erobern, wo Zinnow angespielte wurde und zu einen tollen Solo ansetzte - vorbei an Freund und Feind und schließlich auch an Kickers-Torhüter David Yelldell, der ihn aber entscheidend abdrängen konnte. Den Nachschuss von Delic blockte dann schließlich Recep Yildiz ab (68.).
Doch spätestens mit der Einwechslung von Bashiru Gambo (70.) - Mustafa Parmak (58.) kam bereits in der 58. Minute - wurden die Kickers-Angriffe besser und durchdachter. Der Druck wuchs immer mehr, und als Nico Kanitz einen Kracher aus dem Rückraum an die Latte knallte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Führungstreffer gelingen sollte. Die Gäste wurde merklich müder und ließen kräftemäßig nach, was die Blauen dann in der 75. Minute endlich ausnutzten: Ein toller Angriff über Mustafa Parmak über die rechte Seite, der mit Mirnes Meesic eine Doppelpass spielte, im Strafraum dann vor dem klärenden Elbversberger Abwehrspieler quer auf den freistendenden Christian Okpala legte, der ohne Mühe aus sieben Metern sicher zur 1:0 Führung vollstreckte. Und nur drei Minuten später zappelte das Leder erneut im Netz: Den Freistoß aus 20 Metern von Mustafa Parmak fälschte die Elversberger Mauer unhaltbar für Knödler im Gästetor zum 2:0 ab (78.). Somit war der erste Sieg nach neun sieglosen Partien unter Dach und Fach.
Das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand ohne Zwischenfälle statt. Ca. 600 Kickers-Fans verfolgten auf Leinwänden und TV-Geräten im Kickers-Clubrestaurant im ADM-Sportpark die Partie live.
Die Trainerstimmen:
Brent Goulet: „Mit dem letzten Aufgebot an Spielern sind wir nach Stuttgart gefahren um vielleicht durch eine Standardsituation oder ein Konter das 1:0 zu erzielen oder zumindest zu Null zu spielen. Wir sind heute sehr gut gestanden und es war auch alles soweit in Ordnung bis wir umstellen bzw. auswechseln mussten. Wir hatten einige angeschlagenen Spieler, mit zunehmender Spielzeit hat es nicht mehr so geklappt und wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Zinnow hatten eine riesen Chance, die leider nicht zum Erfolg geführt hat. In der Schlußphase hatten wir aber nichts mehr entgegenzusetzen. Aufgrund des hohen Drucks war der Sieg für die Kickers hochverdient.“
Robin Dutt: „Wir kamen uns heute vor als ob wir zusammen einen alten Baum fällen mussten. Aber es gehört Taktik dazu, um zusammen an einer Stellen anzusetzen. Wir haben den Druck so lange aufrecht gehalten bis endlich das Tor fallen musste. Die Mannschaft war gewillt nach vorne zu spielen. Aber bei allem Druck war es wichtig nicht in einen Konter zu laufen, doch die Mannschaft hat sehr gut nach hinten gearbeitet und die Bälle früh zurückgewonnen. Die einzige Chance im Spiel für Elversberg von Zinnow wäre mehr als unverdient gewesen, aber alles konnte ja nicht gegen uns laufen. Elversberg stand zu lange zu tief, bis ein Fehler passierte und wir die Tore erzielt haben. Mit dem Sieg heute haben wir die Vorrunde versöhnlich abgeschlossen und stehen nun auf dem besten Platz seit dem Zweitligaabstieg."
Kickers - SV Elversberg 2:0 (0:0)
Na also: Nach neun Partien ohne Sieg gewann das Team von Trainer Robin Dutt heute im sogenannten "Geisterspiel" gegen den SV Elversberg mit 2:0 (0:0). Die Kickers brauchten aber bis zur Schlußviertelstunde, bis der Bann endlich gebrochen war: Gegen die stark ersatzgeschwächten und sehr defensiven Gäste trafen Christian Okplala in der 75. und Mustafa Parmak in der 78. Minute.
Zur Aufstellung:
Trainer Robin Dutt ließ heute dieselbe Elf wie zuletzt in Hoffenheim auflaufen:
Im 4-4-2-System spielte David Yelldell im Tor, davor Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter und Nico Kanitz in der Abwehr. Den defensiven Part im Mittelfeld übernahm Manuel Hartmann zusammen mit Mustafa Akcay, die sich auch abwechseld in die Offensive einschalteten. Auf den Flügeln spielten Sascha Benda und Oliver Stierle, vorne im Sturm Mirnes Mesic und Christian Okpala.
Gästetrainer Brent Goulet musste auf viele wichtige Stammspieler verzichten. Bei der SV 07 Elversberg fielen mit Torjäger Vitus Nagorny, Fabian Bröcker und Abdul Iyodo gleich drei Spieler auf Grund von Sperren aus, zudem kamen noch ein paar verletzte Spieler hinzu. Deshalb spielten die Gäste mit einem dicht gedrängten Fünfermittelfeld und nur einer Spitze.
Zum Spielverlauf:
Vor allem die Kickers mussten sich in der Anfangsphase an die ungewöhliche Stille im GAZi-Stadion auf der Waldau gewöhnen, denn man hörte wirklich jedes Wort. Nach zehn Minuten dann aber die erste gute Chancen, als Sascha Benda auf den freistehenden Mirnes Mesic spielte, dem aber zehn Metern vor dem Tor der Ball vom Fuß sprang. Mit einer besseren Ballannahme hätte er durchaus mehr daraus machen können.
Das Spiel plätscherte dann so vor sich hin, die Gäste aus Elversberg zogen sich weit zurück und machten in der eigenen Hälfte dicht. So gab es kaum ein Durchkommen für die Blauen, die aber auch immer wieder hohe Bälle ins Halbfeld auf die beiden Spitzen spielten. Doch da stand die Gästeabwehr kompakt und kopfballstark, so dass Chancen absolute Mangelware blieben.
Nach dreißig Minuten dann erst die nächste Möglichkeit: Christian Okpala bediente den aufgerückten Moritz Steinle, der aus elf Metern per Kopf aber das Tor um einen Meter knapp links verfehlte. Drei Minute später hatte Christian Okpala die Chance, als eine Kopfballabwehr der Gäste nach einen Freistoß von Sascha Benda bei ihm landete. Aber sein Schuss aus spitzem Winkel konnte Gästekeeper Knödler zur Ecke abwehren (33.).
Zur zweiten Halbzeit nichts Neues: Die Kickers beherrschten die Partie ohne sich zwingende Möglichkeiten herauszuspielen. Zwei Standardsituationen sorgten dann zunächst für Gefahr: Ein Freistoß von Sascha Benda aus 20 Metern konnte der Gästetorhüter Knödler gegen die tiefstehende Sonne abfangen (52.). Dann eine gute Position für Jens Härter: Freistoß aus gut 18 Metern halblinker Position, doch sein Schlenzer über die Mauer ging auch über das Tor (55.).
Danach zumindest mal zwei nenneswerte Konter der Gäste, die Stürmer Maas mit einem Schuss ans Außennetz (58.) und einem Schuss entlang der Grundlinie über das Tor hinweg (60.) vergab. David Yelldell im Kickers-Tor wäre aber beide Male auf dem Posten gewesen. Die beste Chance bis dato im Spiel hatte dann aber der eingewechselte Elversberger Zinnow: Die Gäste konnte sich im Mittlefled den Ball erobern, wo Zinnow angespielte wurde und zu einen tollen Solo ansetzte - vorbei an Freund und Feind und schließlich auch an Kickers-Torhüter David Yelldell, der ihn aber entscheidend abdrängen konnte. Den Nachschuss von Delic blockte dann schließlich Recep Yildiz ab (68.).
Doch spätestens mit der Einwechslung von Bashiru Gambo (70.) - Mustafa Parmak (58.) kam bereits in der 58. Minute - wurden die Kickers-Angriffe besser und durchdachter. Der Druck wuchs immer mehr, und als Nico Kanitz einen Kracher aus dem Rückraum an die Latte knallte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Führungstreffer gelingen sollte. Die Gäste wurde merklich müder und ließen kräftemäßig nach, was die Blauen dann in der 75. Minute endlich ausnutzten: Ein toller Angriff über Mustafa Parmak über die rechte Seite, der mit Mirnes Meesic eine Doppelpass spielte, im Strafraum dann vor dem klärenden Elbversberger Abwehrspieler quer auf den freistendenden Christian Okpala legte, der ohne Mühe aus sieben Metern sicher zur 1:0 Führung vollstreckte. Und nur drei Minuten später zappelte das Leder erneut im Netz: Den Freistoß aus 20 Metern von Mustafa Parmak fälschte die Elversberger Mauer unhaltbar für Knödler im Gästetor zum 2:0 ab (78.). Somit war der erste Sieg nach neun sieglosen Partien unter Dach und Fach.
Das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand ohne Zwischenfälle statt. Ca. 600 Kickers-Fans verfolgten auf Leinwänden und TV-Geräten im Kickers-Clubrestaurant im ADM-Sportpark die Partie live.
Die Trainerstimmen:
Brent Goulet: „Mit dem letzten Aufgebot an Spielern sind wir nach Stuttgart gefahren um vielleicht durch eine Standardsituation oder ein Konter das 1:0 zu erzielen oder zumindest zu Null zu spielen. Wir sind heute sehr gut gestanden und es war auch alles soweit in Ordnung bis wir umstellen bzw. auswechseln mussten. Wir hatten einige angeschlagenen Spieler, mit zunehmender Spielzeit hat es nicht mehr so geklappt und wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Zinnow hatten eine riesen Chance, die leider nicht zum Erfolg geführt hat. In der Schlußphase hatten wir aber nichts mehr entgegenzusetzen. Aufgrund des hohen Drucks war der Sieg für die Kickers hochverdient.“
Robin Dutt: „Wir kamen uns heute vor als ob wir zusammen einen alten Baum fällen mussten. Aber es gehört Taktik dazu, um zusammen an einer Stellen anzusetzen. Wir haben den Druck so lange aufrecht gehalten bis endlich das Tor fallen musste. Die Mannschaft war gewillt nach vorne zu spielen. Aber bei allem Druck war es wichtig nicht in einen Konter zu laufen, doch die Mannschaft hat sehr gut nach hinten gearbeitet und die Bälle früh zurückgewonnen. Die einzige Chance im Spiel für Elversberg von Zinnow wäre mehr als unverdient gewesen, aber alles konnte ja nicht gegen uns laufen. Elversberg stand zu lange zu tief, bis ein Fehler passierte und wir die Tore erzielt haben. Mit dem Sieg heute haben wir die Vorrunde versöhnlich abgeschlossen und stehen nun auf dem besten Platz seit dem Zweitligaabstieg."
- Roland
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Kickers gewinnen "Geisterspiel"
2:0 gegen SV Elversberg
Stuttgart - Die Stuttgarter Kickers haben das erste "Geisterspiel" in der Geschichte der Fußball-Regionalliga Süd gegen die SV Elversberg mit 2:0 (0:0) gewonnen.
Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt musste im Gazi-Stadion vor nur etwa 30 Zuschauern antreten, weil im DFB-Pokalspiel am 25. Oktober gegen Hertha BSC Linienrichter Kai Voss (Großhansdorf) von einem Bierbecher am Nacken getroffen wurde. Die Partie war daraufhin beim Stande von 0:2 abgebrochen worden. Die Kickers mussten 10.000 Euro Geldstrafe bezahlen und ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.
Nur 40 so genannte Funktionsträger der beiden Vereine sowie Medienvertreter waren zu der Partie zugelassen, Elversberg schöpfte sein Kontingent jedoch nicht aus. Etwa zehn Kickers-Fans sahen sich die Begegnung vom benachbarten Fernsehturm aus an. Die Anhänger der Gastgeber konnten die Begegnung im Clubhaus live an einer Großleinwand verfolgen.
Beide Teams boten eine schwache Partie, zumal sich die Saarländer weitgehend auf die Defensive verlegten. Die Kickers beendeten damit eine Negativserie von neun Spielen ohne Sieg. Christian Okpala (76. Minute) und Mustafa Parmak (78.) erzielten die Tore.
Zuvor hatte es im deutschen Profifußball erst ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeben: Am 26. Januar 2004 in einem Wiederholungsspiel der 2. Liga zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg. In der ersten Begegnung am 24. November 2003 hatte es Ausschreitungen gebeben, bei denen Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden war.
stuttgarter-zeitung.de
2:0 gegen SV Elversberg
Stuttgart - Die Stuttgarter Kickers haben das erste "Geisterspiel" in der Geschichte der Fußball-Regionalliga Süd gegen die SV Elversberg mit 2:0 (0:0) gewonnen.
Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt musste im Gazi-Stadion vor nur etwa 30 Zuschauern antreten, weil im DFB-Pokalspiel am 25. Oktober gegen Hertha BSC Linienrichter Kai Voss (Großhansdorf) von einem Bierbecher am Nacken getroffen wurde. Die Partie war daraufhin beim Stande von 0:2 abgebrochen worden. Die Kickers mussten 10.000 Euro Geldstrafe bezahlen und ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.
Nur 40 so genannte Funktionsträger der beiden Vereine sowie Medienvertreter waren zu der Partie zugelassen, Elversberg schöpfte sein Kontingent jedoch nicht aus. Etwa zehn Kickers-Fans sahen sich die Begegnung vom benachbarten Fernsehturm aus an. Die Anhänger der Gastgeber konnten die Begegnung im Clubhaus live an einer Großleinwand verfolgen.
Beide Teams boten eine schwache Partie, zumal sich die Saarländer weitgehend auf die Defensive verlegten. Die Kickers beendeten damit eine Negativserie von neun Spielen ohne Sieg. Christian Okpala (76. Minute) und Mustafa Parmak (78.) erzielten die Tore.
Zuvor hatte es im deutschen Profifußball erst ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeben: Am 26. Januar 2004 in einem Wiederholungsspiel der 2. Liga zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg. In der ersten Begegnung am 24. November 2003 hatte es Ausschreitungen gebeben, bei denen Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden war.
stuttgarter-zeitung.de
- Ruby
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Auch ohne Fans - Kickers schlagen Elversberg 2:0
Am Ende sind alle glücklich vereint
Stuttgart. Die Stuttgarter Kickers können doch noch gewinnen – sogar im Geisterspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es war das zweite im deutschen Profifußball.
Hans Kullen läuft nicht viel. Sein körperlicher Einsatz ist ziemlich überschaubar. Der schlanke Mann hält sich zurück – was heute aber nicht schlimm ist. Denn Kullen ist kein Fußballprofi. Er ist 64 Jahre alt – und Präsident der Stuttgarter Kickers. Normalerweise eilt er vor den Heimspielen in der Regionalliga Süd durch die Katakomben des Gazistadions. Hier einen Sponsor begrüßen, dort einen Gönner. Ein Handschlag mit alten Kickers-Größen – auch ein wenig Zeit für die Journalisten sollte sein. Doch heute ist nicht normalerweise. Denn heute heißt es: Geisterspiel gegen die SV Elversberg.
14 Uhr, das Stadion ist leer. Keine Fans, keine Gesänge, keine Stimmung. Nur ein paar Offizielle, Sicherheitspersonal, Medienleute und einige Gäste – knapp 100 Personen. Alles eine Folge des Pokal-Skandalspiels gegen Hertha BSC Berlin im Oktober. Spielabbruch, 10 000 Euro Geldstrafe und ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit – nach Aachen gegen Nürnberg 2004 ist es das zweite im deutschen Profifußball. Obwohl sich allein die fehlenden Zuschauereinnahmen auf bis zu 20 000 Euro belaufen, versucht es Kullen mit Humor zu nehmen. „Heute ist eben alles noch persönlicher als sonst.“ Auf der Gegentribüne steht nur eine Pappfigur – Beckenbauer aus einer Werbung, aber mit Kickers-Trikot. Davor ein Fan-Transparent: „Immer hinter euch.“
Der erste Applaus gilt Kickers-Wirt Gustav Rörich. Etwa 500 Kickersfans haben sich bei prächtigem Herbstwetter zum öffentlichen Gucken (Public Viewing) im ADM-Sportpark eingefunden. Drei große Bildschirme, wobei man auf dem größten leider nichts public viewen kann, weil die Sonne dagegen sticht. Der Wirt gibt sein Bestes, rückt einen Schirm gegen die Sonne. Es geht besser. Die Fans singen sich warm (SVK, wir sind da, jedes Spiel, ist doch klar), aber irgendwie ins Nichts, denn gekickt wird ja ein paar 100 Meter weiter. „Wir hätten auch näher ans Stadion ran können, aber das haben wir dem DFB versprochen“, sagt Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl, der persönlich die fünf Euro Obolus pro Person kassiert, wovon zwei Euro für krebskranke Kinder sind und die restlichen drei wohl kaum für die Deckung der Übertragungskosten reichen werden.
Die abstiegsbedrohte SV Elversberg igelt sich hinten ein, und die Kickers finden keine Mittel, den Abwehrrigel zu knacken. Die Partie schleppt sich dahin.
Kurz vor drei. „Wir werden alle dafür bestraft, weil einer Mist gebaut hat“, mault ein Kickersfan. Er spürt, dass seine Mannschaft Unterstützung braucht, aber sie dürfen ja nicht. Es wird ruhiger, die Leute trinken Bier oder Cola und schauen einem Spiel zu, dem man wirklich nicht zuschauen muss.
Kurz nach drei: Endlich sorgt ein Kopfball von Kickers-Verteidiger Moritz Steinle für ein wenig Stimmung bei den Verantwortlichen auf der Haupttribüne. Wenig später schreit Trainer Robin Dutt nach einer missglückten Flanke: „Moritz, geh doch weiter.“ Jeder Kommentar ist zu hören, jedes Knallen des Balls gegen die Werbebanden.
15.37 Uhr. Tiefpunkt unter blauen Sonnenschirmen. Die Leute gucken traurig ins Bier. Ein paar vereinzelte „Scheiß DFB“-Rufe und dann sagt einer: „Der VfB führt in München 1:0.“ Schlimmer kann es nicht werden.
15.42 Uhr. Dutt wechselt Mustafa Parmak ein – und mit ihm das Glück. Erst bereitet er das 1:0 durch Christian Okpala vor (76.) – das erste Tor des Stürmers seit dem Pokaltriumph über den HSV. Zwei Minuten später trifft Parmak selbst zum 2:0. Der erste Dreier der Kickers nach neun Spielen ohne Sieg. „Eine Riesenbefreiung“, sagt Mittelfeldspieler Manuel Hartmann. Und: „Ohne Fans ist das wie im Training.“
Na also, geht doch. Kurz nach vier dröhnt Status Quo durch den ADM-Park. „Rocking all over the world“. Zwei Tore in zwei Minuten. „Der SVK ist wieder da“, donnern die Fans und fügen ein glückseliges „Scheiß VfB“ hintendran, weil mittlerweile Bayern führt. Es ist also doch noch ein perfekter Nachmittag für die Blauen geworden.
16.45 Uhr. Auch der Trainer Dutt hat seinen Humor wieder gefunden. Für heute sehe er das Spiel ohne Zuschauer mal positiv. „Da kannst du endlich mal Anweisungen geben, die auch gehört werden.“ Dann wird es doch noch laut im Gazistadion – in der Kickers-Kabine. Zu einem flotten Beat wird gesungen und getanzt. Danach geht es in den ADM-Park zu den Fans. Am Ende wieder vereint.
Quelle: Sonntag Aktuell
Am Ende sind alle glücklich vereint
Stuttgart. Die Stuttgarter Kickers können doch noch gewinnen – sogar im Geisterspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es war das zweite im deutschen Profifußball.
Hans Kullen läuft nicht viel. Sein körperlicher Einsatz ist ziemlich überschaubar. Der schlanke Mann hält sich zurück – was heute aber nicht schlimm ist. Denn Kullen ist kein Fußballprofi. Er ist 64 Jahre alt – und Präsident der Stuttgarter Kickers. Normalerweise eilt er vor den Heimspielen in der Regionalliga Süd durch die Katakomben des Gazistadions. Hier einen Sponsor begrüßen, dort einen Gönner. Ein Handschlag mit alten Kickers-Größen – auch ein wenig Zeit für die Journalisten sollte sein. Doch heute ist nicht normalerweise. Denn heute heißt es: Geisterspiel gegen die SV Elversberg.
14 Uhr, das Stadion ist leer. Keine Fans, keine Gesänge, keine Stimmung. Nur ein paar Offizielle, Sicherheitspersonal, Medienleute und einige Gäste – knapp 100 Personen. Alles eine Folge des Pokal-Skandalspiels gegen Hertha BSC Berlin im Oktober. Spielabbruch, 10 000 Euro Geldstrafe und ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit – nach Aachen gegen Nürnberg 2004 ist es das zweite im deutschen Profifußball. Obwohl sich allein die fehlenden Zuschauereinnahmen auf bis zu 20 000 Euro belaufen, versucht es Kullen mit Humor zu nehmen. „Heute ist eben alles noch persönlicher als sonst.“ Auf der Gegentribüne steht nur eine Pappfigur – Beckenbauer aus einer Werbung, aber mit Kickers-Trikot. Davor ein Fan-Transparent: „Immer hinter euch.“
Der erste Applaus gilt Kickers-Wirt Gustav Rörich. Etwa 500 Kickersfans haben sich bei prächtigem Herbstwetter zum öffentlichen Gucken (Public Viewing) im ADM-Sportpark eingefunden. Drei große Bildschirme, wobei man auf dem größten leider nichts public viewen kann, weil die Sonne dagegen sticht. Der Wirt gibt sein Bestes, rückt einen Schirm gegen die Sonne. Es geht besser. Die Fans singen sich warm (SVK, wir sind da, jedes Spiel, ist doch klar), aber irgendwie ins Nichts, denn gekickt wird ja ein paar 100 Meter weiter. „Wir hätten auch näher ans Stadion ran können, aber das haben wir dem DFB versprochen“, sagt Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl, der persönlich die fünf Euro Obolus pro Person kassiert, wovon zwei Euro für krebskranke Kinder sind und die restlichen drei wohl kaum für die Deckung der Übertragungskosten reichen werden.
Die abstiegsbedrohte SV Elversberg igelt sich hinten ein, und die Kickers finden keine Mittel, den Abwehrrigel zu knacken. Die Partie schleppt sich dahin.
Kurz vor drei. „Wir werden alle dafür bestraft, weil einer Mist gebaut hat“, mault ein Kickersfan. Er spürt, dass seine Mannschaft Unterstützung braucht, aber sie dürfen ja nicht. Es wird ruhiger, die Leute trinken Bier oder Cola und schauen einem Spiel zu, dem man wirklich nicht zuschauen muss.
Kurz nach drei: Endlich sorgt ein Kopfball von Kickers-Verteidiger Moritz Steinle für ein wenig Stimmung bei den Verantwortlichen auf der Haupttribüne. Wenig später schreit Trainer Robin Dutt nach einer missglückten Flanke: „Moritz, geh doch weiter.“ Jeder Kommentar ist zu hören, jedes Knallen des Balls gegen die Werbebanden.
15.37 Uhr. Tiefpunkt unter blauen Sonnenschirmen. Die Leute gucken traurig ins Bier. Ein paar vereinzelte „Scheiß DFB“-Rufe und dann sagt einer: „Der VfB führt in München 1:0.“ Schlimmer kann es nicht werden.
15.42 Uhr. Dutt wechselt Mustafa Parmak ein – und mit ihm das Glück. Erst bereitet er das 1:0 durch Christian Okpala vor (76.) – das erste Tor des Stürmers seit dem Pokaltriumph über den HSV. Zwei Minuten später trifft Parmak selbst zum 2:0. Der erste Dreier der Kickers nach neun Spielen ohne Sieg. „Eine Riesenbefreiung“, sagt Mittelfeldspieler Manuel Hartmann. Und: „Ohne Fans ist das wie im Training.“
Na also, geht doch. Kurz nach vier dröhnt Status Quo durch den ADM-Park. „Rocking all over the world“. Zwei Tore in zwei Minuten. „Der SVK ist wieder da“, donnern die Fans und fügen ein glückseliges „Scheiß VfB“ hintendran, weil mittlerweile Bayern führt. Es ist also doch noch ein perfekter Nachmittag für die Blauen geworden.
16.45 Uhr. Auch der Trainer Dutt hat seinen Humor wieder gefunden. Für heute sehe er das Spiel ohne Zuschauer mal positiv. „Da kannst du endlich mal Anweisungen geben, die auch gehört werden.“ Dann wird es doch noch laut im Gazistadion – in der Kickers-Kabine. Zu einem flotten Beat wird gesungen und getanzt. Danach geht es in den ADM-Park zu den Fans. Am Ende wieder vereint.
Quelle: Sonntag Aktuell
- Kickers-Micha
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Kickers nehmen «Geisterspiel» mit Humor
19.11.2006
Stuttgart (dpa) - Die Stuttgarter Kickers haben das erste «Geisterspiel» in der Geschichte der Fußball-Regionalliga Süd gegen die SV Elversberg mit 2:0 (0:0) gewonnen.
«Da kannst du endlich mal Anweisungen geben, die auch gehört werden», sagte Kickers-Trainer Robin Dutt nach der Partie vor ungewohnt stiller Kulisse. Seine Mannschaft musste im Gazi-Stadion vor nur etwa 30 Offiziellen antreten, weil im DFB-Pokalspiel am 25. Oktober gegen Hertha BSC Linienrichter Kai Voss von einem Bierbecher am Nacken getroffen worden war.
Die Partie war daraufhin beim Stande von 0:2 abgebrochen worden. Die Kickers mussten 10 000 Euro Geldstrafe bezahlen und ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Auf der Gegengeraden stand dafür sogar «Franz Beckenbauer» - als lebensgroße Pappfigur im Kickers-Trikot. Nur so genannte Funktionsträger der beiden Vereine sowie Medienvertreter waren zu der Partie zugelassen, Elversberg schöpfte sein Kontingent jedoch nicht aus. Etwa zehn Kickers-Fans sahen sich die Begegnung vom benachbarten Fernsehturm aus an. 500 Anhänger verfolgten die Begegnung auf dem wenige hundert Meter entfernten Clubgelände live auf drei Großbildschirmen.
Kickers-Präsident Hans Kullen nahm die Situation ebenso wie Dutt mit Humor, auch wenn der Verein auf etwa 20 000 Euro aus Zuschauereinnahmen verzichten musste. «Heute ist eben alles noch persönlicher als sonst», meinte er.
Zuvor hatte es im deutschen Profifußball erst ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeben: Am 26. Januar 2004 in einem Wiederholungsspiel der 2. Liga zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg. In der ersten Begegnung am 24. November 2003 hatte es Ausschreitungen gebeben, bei denen Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden war.
Esslinger Zeitung
19.11.2006
Stuttgart (dpa) - Die Stuttgarter Kickers haben das erste «Geisterspiel» in der Geschichte der Fußball-Regionalliga Süd gegen die SV Elversberg mit 2:0 (0:0) gewonnen.
«Da kannst du endlich mal Anweisungen geben, die auch gehört werden», sagte Kickers-Trainer Robin Dutt nach der Partie vor ungewohnt stiller Kulisse. Seine Mannschaft musste im Gazi-Stadion vor nur etwa 30 Offiziellen antreten, weil im DFB-Pokalspiel am 25. Oktober gegen Hertha BSC Linienrichter Kai Voss von einem Bierbecher am Nacken getroffen worden war.
Die Partie war daraufhin beim Stande von 0:2 abgebrochen worden. Die Kickers mussten 10 000 Euro Geldstrafe bezahlen und ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Auf der Gegengeraden stand dafür sogar «Franz Beckenbauer» - als lebensgroße Pappfigur im Kickers-Trikot. Nur so genannte Funktionsträger der beiden Vereine sowie Medienvertreter waren zu der Partie zugelassen, Elversberg schöpfte sein Kontingent jedoch nicht aus. Etwa zehn Kickers-Fans sahen sich die Begegnung vom benachbarten Fernsehturm aus an. 500 Anhänger verfolgten die Begegnung auf dem wenige hundert Meter entfernten Clubgelände live auf drei Großbildschirmen.
Kickers-Präsident Hans Kullen nahm die Situation ebenso wie Dutt mit Humor, auch wenn der Verein auf etwa 20 000 Euro aus Zuschauereinnahmen verzichten musste. «Heute ist eben alles noch persönlicher als sonst», meinte er.
Zuvor hatte es im deutschen Profifußball erst ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeben: Am 26. Januar 2004 in einem Wiederholungsspiel der 2. Liga zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg. In der ersten Begegnung am 24. November 2003 hatte es Ausschreitungen gebeben, bei denen Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden war.
Esslinger Zeitung
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moehringer
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- Registriert: Montag 27. Oktober 2003, 18:39
Ruby hat geschrieben:
Na also, geht doch. Kurz nach vier dröhnt Status Quo durch den ADM-Park. „Rocking all over the world“. Zwei Tore in zwei Minuten. „Der SVK ist wieder da“, donnern die Fans und fügen ein glückseliges „Scheiß VfB“ hintendran, weil mittlerweile Bayern führt. Es ist also doch noch ein perfekter Nachmittag für die Blauen geworden.
Quelle: Sonntag Aktuell
- Roland
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Im B-Block steht nur Beckenbauer und schweigt
20.11.2006
Die Stuttgarter Kickers gewinnen das "Geisterspiel" gegen die SV Elversberg mit 2:0 - 500 Fans im ADM-Sportpark
Stuttgart - Auch wenn es zum ersten Sieg nach einer Durststrecke von neun Spielen reichte: Die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers werden nach dem 2:0 (0:0) gegen die SV Elversberg bestimmt nicht beantragen, in Zukunft immer vor leeren Rängen auflaufen zu dürfen. Das "Geisterspiel" soll einmalig bleiben. Allein schon wegen der entgangenen Einnahmen. So nahmen alle die Angelegenheit mit Humor.
Von Sigor Paesler
75 zähe Minuten sind absolviert. Die Kickers haben sich in der Defensive der Elversberger festgebissen, während sich die Gäste überhaupt nicht am Offensivspiel beteiligen. Gerade haben die Elversberger ihre einzige Konterchance vergeben und Kickers-Verteidiger Nico Kanitz hat die Latte getroffen. Dann spielt Mirnes Mesic einen schönen Pass auf den eingewechselten Mustafa Parmak, der schiebt zu Christian Okpala, und der sorgt mit seinem ersten Ligator seit dem 1. September für die verdiente Führung. Okpala rennt zu Trainer Robin Dutt und lässt sich abklatschen. Auf der Haupttribüne applaudiert eine Handvoll Menschen. Einige von ihnen sind bereits Funktionsträger der "Blauen". Andere, wie der frühere Kickers- und VfB-Profi Walter Kelsch wollen sich auf der Jahreshauptversammlung morgen in den Aufsichtsrat wählen lassen. Ansonsten ist es still. Im B-Block steht nur ein Papp-Beckenbauer im Kickers-Trikot und schweigt. "Der Franz hat uns riesig unterstützt", sagt Manuel Hartmann später und grinst.
Der Jubel der 500 Fans, die einige hundert Meter entfernt im ADM-Sportpark auf drei Leinwänden zuschauen, ist im Gazi-Stadion nicht zu hören. Dort wird es erst lauter, nachdem Mustafa Parmak mit einem abgefälschten Freistoß für die Entscheidung gesorgt hat (78.) und die Spieler in die Kabine gegangen sind. Musik wird angestellt, es wird gesungen und getanzt. Später geht es zu den Anhängern ins Clubheim und am Abend lädt Torschütze Okpala, der heute 30 wird, seine Kollegen noch zum Essen ein.
Der Sieg gegen die personell geschwächten Elversberger war passend zum Rahmen glanzlos, aber wichtig. "Jetzt haben wir die Vorrunde doch noch versöhnlich abgeschlossen", sagte Dutt und verwies darauf, dass es die beste Hinrunde seit dem Abstieg aus der zweiten Liga war. "Gemeinsam mit dem 1:1 in Hoffenheim war das die Wende", sagte Okpala, der das Ende seiner persönlichen Durststrecke nicht überbewerten wollte.
Anweisungen, die gehört werden
Vor dem Erfolg lag jedoch ein hartes Stück Arbeit. Die fehlende Kulisse, betonten Dutt und sein Gegenüber Brent Goulet, sei dabei kein großes Problem gewesen. "In den ersten Minuten ist es komisch, aber dann beschäftigt man sich so sehr mit dem Spiel, dass man gar nicht mehr drauf achtet", sagte Dutt. Die gespenstische Atmosphäre hatte aber auch Vorteile. Dutt: "Da kannst du endlich mal Anweisungen geben, die auch gehört werden." Seinen Spielern hatte er dagegen eingetrichtert, sich möglichst still zu verhalten. "Wenn es so ruhig ist im Stadion, kann der Schiedsrichter bei Reklamationen nicht weghören." Sie haben sich daran gehalten und keine Gelbe Karte bekommen. Und auch den geforderten Sieg haben sie eingefahren. Auch wenn es in die Vereinschronik eingehen wird, ist das Spiel damit abgehakt. Am kommenden Samstag wollen die Stuttgarter zum Rückrundenstart gegen den VfR Aalen wieder gewinnen. Und dann auch wieder Jubel hören.
ez-online.de
20.11.2006
Die Stuttgarter Kickers gewinnen das "Geisterspiel" gegen die SV Elversberg mit 2:0 - 500 Fans im ADM-Sportpark
Stuttgart - Auch wenn es zum ersten Sieg nach einer Durststrecke von neun Spielen reichte: Die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers werden nach dem 2:0 (0:0) gegen die SV Elversberg bestimmt nicht beantragen, in Zukunft immer vor leeren Rängen auflaufen zu dürfen. Das "Geisterspiel" soll einmalig bleiben. Allein schon wegen der entgangenen Einnahmen. So nahmen alle die Angelegenheit mit Humor.
Von Sigor Paesler
75 zähe Minuten sind absolviert. Die Kickers haben sich in der Defensive der Elversberger festgebissen, während sich die Gäste überhaupt nicht am Offensivspiel beteiligen. Gerade haben die Elversberger ihre einzige Konterchance vergeben und Kickers-Verteidiger Nico Kanitz hat die Latte getroffen. Dann spielt Mirnes Mesic einen schönen Pass auf den eingewechselten Mustafa Parmak, der schiebt zu Christian Okpala, und der sorgt mit seinem ersten Ligator seit dem 1. September für die verdiente Führung. Okpala rennt zu Trainer Robin Dutt und lässt sich abklatschen. Auf der Haupttribüne applaudiert eine Handvoll Menschen. Einige von ihnen sind bereits Funktionsträger der "Blauen". Andere, wie der frühere Kickers- und VfB-Profi Walter Kelsch wollen sich auf der Jahreshauptversammlung morgen in den Aufsichtsrat wählen lassen. Ansonsten ist es still. Im B-Block steht nur ein Papp-Beckenbauer im Kickers-Trikot und schweigt. "Der Franz hat uns riesig unterstützt", sagt Manuel Hartmann später und grinst.
Der Jubel der 500 Fans, die einige hundert Meter entfernt im ADM-Sportpark auf drei Leinwänden zuschauen, ist im Gazi-Stadion nicht zu hören. Dort wird es erst lauter, nachdem Mustafa Parmak mit einem abgefälschten Freistoß für die Entscheidung gesorgt hat (78.) und die Spieler in die Kabine gegangen sind. Musik wird angestellt, es wird gesungen und getanzt. Später geht es zu den Anhängern ins Clubheim und am Abend lädt Torschütze Okpala, der heute 30 wird, seine Kollegen noch zum Essen ein.
Der Sieg gegen die personell geschwächten Elversberger war passend zum Rahmen glanzlos, aber wichtig. "Jetzt haben wir die Vorrunde doch noch versöhnlich abgeschlossen", sagte Dutt und verwies darauf, dass es die beste Hinrunde seit dem Abstieg aus der zweiten Liga war. "Gemeinsam mit dem 1:1 in Hoffenheim war das die Wende", sagte Okpala, der das Ende seiner persönlichen Durststrecke nicht überbewerten wollte.
Anweisungen, die gehört werden
Vor dem Erfolg lag jedoch ein hartes Stück Arbeit. Die fehlende Kulisse, betonten Dutt und sein Gegenüber Brent Goulet, sei dabei kein großes Problem gewesen. "In den ersten Minuten ist es komisch, aber dann beschäftigt man sich so sehr mit dem Spiel, dass man gar nicht mehr drauf achtet", sagte Dutt. Die gespenstische Atmosphäre hatte aber auch Vorteile. Dutt: "Da kannst du endlich mal Anweisungen geben, die auch gehört werden." Seinen Spielern hatte er dagegen eingetrichtert, sich möglichst still zu verhalten. "Wenn es so ruhig ist im Stadion, kann der Schiedsrichter bei Reklamationen nicht weghören." Sie haben sich daran gehalten und keine Gelbe Karte bekommen. Und auch den geforderten Sieg haben sie eingefahren. Auch wenn es in die Vereinschronik eingehen wird, ist das Spiel damit abgehakt. Am kommenden Samstag wollen die Stuttgarter zum Rückrundenstart gegen den VfR Aalen wieder gewinnen. Und dann auch wieder Jubel hören.
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Ein Geisterspiel aus der Schlüssellochperspektive
Die Kickers im leeren Stadion - Und die Fans stehen davor
Ein wahrer Kickers-Fan lässt sich seinen Fußballsamstag von der Fußballgerichtsbarkeit nicht vermiesen. Beim Heimspiel gegen Elversberg mussten die Zuschauer wegen des Becherwurfs vor gut drei Wochen zwar draußen bleiben, so mancher ¸¸Blauer" behielt trotzdem den Durchblick.
Von Christian Klenk
Die Linienrichter sind an diesem Samstag auf der Waldau sicher vor Bierbecherwerfern, denn die Zuschauer müssen nach dem Zwischenfall im Pokalspiel gegen Hertha BSC Ende Oktober draußen bleiben. Im Gazistadion findet ein Geisterspiel statt. Auf dem Spielfeld ackern die ¸¸Blauen" und die Elversberger, als gäbe es kein Morgen, aber kein Fan spornt sie an, denn die Tribünen sind leer. So hat es der Deutsche Fußball-Bund (DFB) angeordnet und gleich noch 10 000 Euro Strafe verhängt. Die Ordner stehen deshalb nicht in den Blocks, sondern laufen am Stadionzaun Streife.
Der harte Kern der Kickers-Fans ist trotz Aussperrung auf die Waldau gekommen. Das Team hat Luft nach oben, da muss man die Daumen drücken. Im Clubheim, 500 Meter vom Spielort entfernt, hat das Kickers-Präsidium zwei Leinwände aufbauen lassen, auf denen das Spiel übertragen wird. Die Stadionwurst gibt es auch hier mit Senf, aber eben ohne Stadion. ¸¸Daheim zu bleiben wäre doch keine Alternative gewesen", sagt Sascha Hiller. Und Thorsten Philipp lobt die nette Biergartenatmosphäre und die Idee mit dem Kickers-TV. Dennoch könne das Fernsehvergnügen einen Stadionbesuch nicht ersetzen. Die Fans ärgern sich über die Kollektivstrafe - weil einer durchgedreht sei, müssten nun alle draußen bleiben. Das tue weh.
Nico Cvjetkovic, seit 1968 ein ¸¸Blauer" durch und durch, schaut sich das Spiel trotz Platzsperre live und in Farbe an: Er nutzt ein Guckloch in der blauen Plane, mit der der Stadionzaun verhängt ist. ¸¸Wir Zuschauer und die Spieler können doch nichts dafür. Die Ordner hätten den Vorfall damals verhindern müssen", schimpft er. Sein Leidensgenosse Dietmar Hageleit ärgert sich über ¸¸den Komödienstadl, den der DFB da veranstaltet". Manfred Schmidt macht sich derweil Gedanken, ob es richtig war, für die Bahnfahrt extra einen Fahrschein für 1,80 Euro zu lösen. Üblicherweise garantiert nämlich seine Dauerkarte die kostenfreie An- und Abreise mit dem VVS, ¸¸aber ich war nicht sicher, ob das Kombiticket heute gilt." ¸¸Natürlich", meint Hageleit, ¸¸schließlich findet das Spiel statt."
Einer Hand voll Fans bläst derweil in luftiger Höhe ein schneidiger Wind ins Gesicht. Mit einem Fernglas verfolgt Richy von der Aussichtsplattform aus das Regionalligaspiel. ¸¸Das ist eigentlich gar kein schlechter Platz. Es fehlt leider nur der Bierstand." Richy wohnt bei Frankfurt und ist extra für dieses Spiel gekommen. Also will er es auch sehen. Das sagt auch Klaus Siffrin, wohl der einzige Elversberger Fan, der seine Mannschaft zum Auswärtskick begleitete. Die Heimspiele im 8000-Seelen-Ort im Saarland seien grundsätzlich schlecht besucht, sagt Siffrin. ¸¸Das ist oft frustrierend und langweilig." Das Geisterspiel vom Fernsehturm aus zu verfolgen, sei dagegen eine tolle Sache. Siffrin ist deshalb auch nicht enttäuscht, dass das erste Tor just in dem Moment fällt, als er den Aufzug nach unten nimmt, um die letzten Spielminuten im Clubheim erleben zu können.
Dort ist die Stimmung prächtig, denn die Kickers gewinnen 2:0. Das Zuschauerverbot ist schnell vergessen, jetzt zählt nur noch der Sieg. Später bekommen die Fans die Spieler dann doch noch zu Gesicht. Die Mannschaft kommt zum gemeinsamen Abendessen. ¸¸Auch das ist für uns mal was Neues", sagt Rechtsaußen Sven Sökler.
Tunnelblick und durch
Beim 2:0-Sieg der Kickers gegen Elversberg kommt dank Mustafa Parmak die Wende
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben ihre Durststrecke in der Regionalliga beendet und nach neun sieglosen Spielen gegen Elversberg 2:0 gewonnen. ¸¸Das war eine Befreiung für die Mannschaft", sagte Manuel Hartmann.
Von Joachim Klumpp
Da haben die Stuttgarter Kickers endlich mal wieder gewonnen - und dann war keiner da, mit dem man schön feiern konnte. Das obligatorische Abklatschen am Zaun mit den Fans jedenfalls fiel am Samstag aus, weil die Partie gegen Elversberg bekanntlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand (siehe auch Seite 21). Also bat Christian Okpala nach dem Schlusspfiff im Mittelkreis spontan zu einem Tänzchen. Was zum einen auf seinen 30. Geburtstag einstimmen sollte, den er heute feiert, zum anderen aber auch die Erlösung nach neun sieglosen Spielen offenbarte. Der Trainer Robin Dutt sagte: ¸¸Das war ein versöhnlicher Abschluss der Vorrunde."
Denn gewisse Selbstzweifel nagen nach so einer Serie schon, das gab auch der Mittelfeldspieler Manuel Hartmann zu: ¸¸Je länger ein Spiel dauert, desto mehr denkt man, es kommt wieder kein Erfolgserlebnis - und man verkrampft." Ganz befreit wirkte die Mannschaft in der ungewohnten Atmosphäre nicht, doch wer weiß, wofür das gut war. So konnten zumindest keine Pfiffe von dem manchmal allzu kritischen Kickersanhang kommen, als das Team lange Zeit zwar spielbestimmend war, aber gegen die sehr tief stehenden Gäste aus dem Saarland nicht den nötigen Druck entwickelte, um zu vielen klaren Chancen zu kommen.
Der Trainer Robin Dutt verglich den Gegner hinterher mit einem Baum, an dessen Stamm man mit allen Kräften rüttelt, ohne dass er fällt. Wenn man sich nicht eine gewisse Taktik zurechtlegt, und die heißt bei den Holzfällern: man muss an der richtigen Stelle anschlagen. Das gelang den Kickers vor allem durch die Einwechslung von Mustafa Parmak, der die Schwachstellen des Gegners aufdeckte - und nicht von ungefähr an den entscheidenden Szenen beteiligt war. Die Führung bereitete er mustergültig vor, sodass Christian Okpala nur noch einzuschieben brauchte. Den 2:0-Endstand schließlich erzielte Parmak mit einem (abgefälschten) Freistoß selbst. Manuel Hartmann gab hinterher zu: ¸¸Das war eine Riesenbefreiung."
Aber auch ein Befreiungsschlag? Man hat am Samstag sehr wohl gespürt, dass sich die Kickers noch schwer tun, wenn sie, anders als in der Woche zuvor beim Titelfavoriten in Hoffenheim, die Fäden in die Hand nehmen sollen und dann auf einen Kontrahenten treffen, der in Anbetracht der Ausfälle von vier Stammspielern an diesem Tag sicher auch mit einem 0:0 zufrieden gewesen wäre. Zumal die Elversberger Verantwortlichen vor der Partie beim Blick auf die leeren Ränge noch geunkt hatten: ¸¸Das sind wir gewohnt."
Die Kickers nicht, und Hartmann sagte: ¸¸Ich habe das zwar nicht so gemerkt, weil ich im Spiel immer einen Tunnelblick habe. Aber natürlich tut man sich vor 10 000 Zuschauern leichter." So viele werden nächsten Samstag zum Beginn der Rückrunde gegen Aalen nicht kommen. Aber wie hatte sich Hoffenheims Trainer Rangnick diese Woche sinngemäß geäußert: wenn die Kickers bis zur Winterpause alles gewinnen, sind sie wieder vorne dran.
So weit denkt Dutt noch nicht. ¸¸So lange die zwei Mannschaften oben so einen Lauf haben, macht es keinen Sinn, auf die Tabelle zu schauen." Dabei stehen 27 Punkte zu Buche - und das ist die mit Abstand beste Bilanz der Vorrunde seit dem Abstieg.
Kickers: Yelldell - Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz - Benda (59. Parmak), Hartmann, Akcay (70. Gambo), Stierle (82. Stierle) - Mesic, Okpala.
Tore: 1:0 Okpala (75.), 2:0 Parmak (78.)
Beide aus der Stuttgarter Zeitung
Die Kickers im leeren Stadion - Und die Fans stehen davor
Ein wahrer Kickers-Fan lässt sich seinen Fußballsamstag von der Fußballgerichtsbarkeit nicht vermiesen. Beim Heimspiel gegen Elversberg mussten die Zuschauer wegen des Becherwurfs vor gut drei Wochen zwar draußen bleiben, so mancher ¸¸Blauer" behielt trotzdem den Durchblick.
Von Christian Klenk
Die Linienrichter sind an diesem Samstag auf der Waldau sicher vor Bierbecherwerfern, denn die Zuschauer müssen nach dem Zwischenfall im Pokalspiel gegen Hertha BSC Ende Oktober draußen bleiben. Im Gazistadion findet ein Geisterspiel statt. Auf dem Spielfeld ackern die ¸¸Blauen" und die Elversberger, als gäbe es kein Morgen, aber kein Fan spornt sie an, denn die Tribünen sind leer. So hat es der Deutsche Fußball-Bund (DFB) angeordnet und gleich noch 10 000 Euro Strafe verhängt. Die Ordner stehen deshalb nicht in den Blocks, sondern laufen am Stadionzaun Streife.
Der harte Kern der Kickers-Fans ist trotz Aussperrung auf die Waldau gekommen. Das Team hat Luft nach oben, da muss man die Daumen drücken. Im Clubheim, 500 Meter vom Spielort entfernt, hat das Kickers-Präsidium zwei Leinwände aufbauen lassen, auf denen das Spiel übertragen wird. Die Stadionwurst gibt es auch hier mit Senf, aber eben ohne Stadion. ¸¸Daheim zu bleiben wäre doch keine Alternative gewesen", sagt Sascha Hiller. Und Thorsten Philipp lobt die nette Biergartenatmosphäre und die Idee mit dem Kickers-TV. Dennoch könne das Fernsehvergnügen einen Stadionbesuch nicht ersetzen. Die Fans ärgern sich über die Kollektivstrafe - weil einer durchgedreht sei, müssten nun alle draußen bleiben. Das tue weh.
Nico Cvjetkovic, seit 1968 ein ¸¸Blauer" durch und durch, schaut sich das Spiel trotz Platzsperre live und in Farbe an: Er nutzt ein Guckloch in der blauen Plane, mit der der Stadionzaun verhängt ist. ¸¸Wir Zuschauer und die Spieler können doch nichts dafür. Die Ordner hätten den Vorfall damals verhindern müssen", schimpft er. Sein Leidensgenosse Dietmar Hageleit ärgert sich über ¸¸den Komödienstadl, den der DFB da veranstaltet". Manfred Schmidt macht sich derweil Gedanken, ob es richtig war, für die Bahnfahrt extra einen Fahrschein für 1,80 Euro zu lösen. Üblicherweise garantiert nämlich seine Dauerkarte die kostenfreie An- und Abreise mit dem VVS, ¸¸aber ich war nicht sicher, ob das Kombiticket heute gilt." ¸¸Natürlich", meint Hageleit, ¸¸schließlich findet das Spiel statt."
Einer Hand voll Fans bläst derweil in luftiger Höhe ein schneidiger Wind ins Gesicht. Mit einem Fernglas verfolgt Richy von der Aussichtsplattform aus das Regionalligaspiel. ¸¸Das ist eigentlich gar kein schlechter Platz. Es fehlt leider nur der Bierstand." Richy wohnt bei Frankfurt und ist extra für dieses Spiel gekommen. Also will er es auch sehen. Das sagt auch Klaus Siffrin, wohl der einzige Elversberger Fan, der seine Mannschaft zum Auswärtskick begleitete. Die Heimspiele im 8000-Seelen-Ort im Saarland seien grundsätzlich schlecht besucht, sagt Siffrin. ¸¸Das ist oft frustrierend und langweilig." Das Geisterspiel vom Fernsehturm aus zu verfolgen, sei dagegen eine tolle Sache. Siffrin ist deshalb auch nicht enttäuscht, dass das erste Tor just in dem Moment fällt, als er den Aufzug nach unten nimmt, um die letzten Spielminuten im Clubheim erleben zu können.
Dort ist die Stimmung prächtig, denn die Kickers gewinnen 2:0. Das Zuschauerverbot ist schnell vergessen, jetzt zählt nur noch der Sieg. Später bekommen die Fans die Spieler dann doch noch zu Gesicht. Die Mannschaft kommt zum gemeinsamen Abendessen. ¸¸Auch das ist für uns mal was Neues", sagt Rechtsaußen Sven Sökler.
Tunnelblick und durch
Beim 2:0-Sieg der Kickers gegen Elversberg kommt dank Mustafa Parmak die Wende
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben ihre Durststrecke in der Regionalliga beendet und nach neun sieglosen Spielen gegen Elversberg 2:0 gewonnen. ¸¸Das war eine Befreiung für die Mannschaft", sagte Manuel Hartmann.
Von Joachim Klumpp
Da haben die Stuttgarter Kickers endlich mal wieder gewonnen - und dann war keiner da, mit dem man schön feiern konnte. Das obligatorische Abklatschen am Zaun mit den Fans jedenfalls fiel am Samstag aus, weil die Partie gegen Elversberg bekanntlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand (siehe auch Seite 21). Also bat Christian Okpala nach dem Schlusspfiff im Mittelkreis spontan zu einem Tänzchen. Was zum einen auf seinen 30. Geburtstag einstimmen sollte, den er heute feiert, zum anderen aber auch die Erlösung nach neun sieglosen Spielen offenbarte. Der Trainer Robin Dutt sagte: ¸¸Das war ein versöhnlicher Abschluss der Vorrunde."
Denn gewisse Selbstzweifel nagen nach so einer Serie schon, das gab auch der Mittelfeldspieler Manuel Hartmann zu: ¸¸Je länger ein Spiel dauert, desto mehr denkt man, es kommt wieder kein Erfolgserlebnis - und man verkrampft." Ganz befreit wirkte die Mannschaft in der ungewohnten Atmosphäre nicht, doch wer weiß, wofür das gut war. So konnten zumindest keine Pfiffe von dem manchmal allzu kritischen Kickersanhang kommen, als das Team lange Zeit zwar spielbestimmend war, aber gegen die sehr tief stehenden Gäste aus dem Saarland nicht den nötigen Druck entwickelte, um zu vielen klaren Chancen zu kommen.
Der Trainer Robin Dutt verglich den Gegner hinterher mit einem Baum, an dessen Stamm man mit allen Kräften rüttelt, ohne dass er fällt. Wenn man sich nicht eine gewisse Taktik zurechtlegt, und die heißt bei den Holzfällern: man muss an der richtigen Stelle anschlagen. Das gelang den Kickers vor allem durch die Einwechslung von Mustafa Parmak, der die Schwachstellen des Gegners aufdeckte - und nicht von ungefähr an den entscheidenden Szenen beteiligt war. Die Führung bereitete er mustergültig vor, sodass Christian Okpala nur noch einzuschieben brauchte. Den 2:0-Endstand schließlich erzielte Parmak mit einem (abgefälschten) Freistoß selbst. Manuel Hartmann gab hinterher zu: ¸¸Das war eine Riesenbefreiung."
Aber auch ein Befreiungsschlag? Man hat am Samstag sehr wohl gespürt, dass sich die Kickers noch schwer tun, wenn sie, anders als in der Woche zuvor beim Titelfavoriten in Hoffenheim, die Fäden in die Hand nehmen sollen und dann auf einen Kontrahenten treffen, der in Anbetracht der Ausfälle von vier Stammspielern an diesem Tag sicher auch mit einem 0:0 zufrieden gewesen wäre. Zumal die Elversberger Verantwortlichen vor der Partie beim Blick auf die leeren Ränge noch geunkt hatten: ¸¸Das sind wir gewohnt."
Die Kickers nicht, und Hartmann sagte: ¸¸Ich habe das zwar nicht so gemerkt, weil ich im Spiel immer einen Tunnelblick habe. Aber natürlich tut man sich vor 10 000 Zuschauern leichter." So viele werden nächsten Samstag zum Beginn der Rückrunde gegen Aalen nicht kommen. Aber wie hatte sich Hoffenheims Trainer Rangnick diese Woche sinngemäß geäußert: wenn die Kickers bis zur Winterpause alles gewinnen, sind sie wieder vorne dran.
So weit denkt Dutt noch nicht. ¸¸So lange die zwei Mannschaften oben so einen Lauf haben, macht es keinen Sinn, auf die Tabelle zu schauen." Dabei stehen 27 Punkte zu Buche - und das ist die mit Abstand beste Bilanz der Vorrunde seit dem Abstieg.
Kickers: Yelldell - Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz - Benda (59. Parmak), Hartmann, Akcay (70. Gambo), Stierle (82. Stierle) - Mesic, Okpala.
Tore: 1:0 Okpala (75.), 2:0 Parmak (78.)
Beide aus der Stuttgarter Zeitung
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Ruby hat geschrieben:Und Thorsten Philipp lobt die nette Biergartenatmosphäre und die Idee mit dem Kickers-TV. Dennoch könne das Fernsehvergnügen einen Stadionbesuch nicht ersetzen. Die Fans ärgern sich über die Kollektivstrafe - weil einer durchgedreht sei, müssten nun alle draußen bleiben. Das tue weh.
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Ruby hat geschrieben:Dabei stehen 27 Punkte zu Buche - und das ist die mit Abstand beste Bilanz der Vorrunde seit dem Abstieg.
Hm, letzte Saison waren es gerade mal 2 Punkte weniger, auch das sogar mit einem Auswärtsspiel mehr / Heimsiel weniger. Zumindest das "mit Abstand" stimmt also nicht.
Am besten: Einfach nur regelmäßig und möglichst dreifach punkten und erst nach dem 34. Spieltag auf die Tabelle anschauen