Kickers sind heiß auf Fortuna
Düsseldorf (RPO) Fortuna kann sich in dem kleinen Stadion unter dem Stuttgarter Fernsehturm auf einen heißen Tanz gefasst machen. Für die Gastgeber hat die Partie nicht nur wegen ihrer 0:2-Auftaktniederlage in Burghausen eine große Bedeutung.
Kickers-Manager Joachim Cast sagt: „Fortuna ist der attraktivste Gegner der Liga. Das ist der Höhepunkt der Saison.” Das sehen auch die Fans so: Für die Heimspiel-Premiere der Kickers wurden im Vorverkauf 2500 Karten abgesetzt. Das ist für Kickers-Verhältnisse sehr viel.
Und da erst am Mittwoch endgültig die Entscheidung fiel, das Gazi-Stadion trotz der weiterhin fehlenden Arrestzellen für den Spielbetrieb freizugeben, rechnen die Gastgeber zudem mit einer hohen Nachfrage an der Tageskasse. Der Besucherrekord des GAZI-Stadions von 7200 Zuschauern wird zwar vermutlich nicht geknackt. Aber die Blauen hoffen auf mindestens 5000 Zuschauer - und sind für den Ansturm gerüstet: Die Kassen werden bereits um 12.15 Uhr geöffnet, eine halbe Stunde früher als üblich.
Kickers-Coach Stefan Minkwitz, der zwei Jahre in Düsseldorf spielte, ist erleichtert, dass seine Mannschaft nicht in der riesigen Mercedes-Arena des ungeliebten Stadt-Nachbarn VfB spielen muss und so auf die Heimstärke setzen kann. Auf der Waldau können die Kickers jede Mannschaft schlagen, das haben sie schon des öfteren bewiesen.
Der 40-Jährige, der die Auftaktniederlage der Fortuna gegen Paderborn in der LTU Arena erlebt hat, sieht Fortuna nicht als Favorit. "Wir haben Respekt, aber keine Angst vor Düsseldorf", sagt er. "Wir sind heiß und wollen die Scharte von Burghausen auswetzen."
Mit acht neuen Spielern und einer Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern sind die Kickers in die Saison gegangen. Für Gesprächsstoff hatte in den vergangenen Wochen die Torwart-Personalie gesorgt: Manuel Salz hat im Tor die Nachfolge von David Yelldell angetreten. Der 22-Jährige stand bislang im Schatten Yelldells und durfte lediglich in der Reserve kicken. Nun hat Yelldell eine Klasse höher bei TuS Koblenz angeheuert und Salz ist die neue Nummer eins. Der Youngster machte in Burghausen ein starkes Spiel und hielt die Niederlage in Grenzen. Neue Nummer zwei ist Benjamin Huber, der vom FC Ingolstadt kam.
Trainer Minkwitz kann wieder auf Ralf Kettemann zurückgreifen, der nach seinem auskurierten Ermüdungsbruch ins Training einstieg. Überraschenderweise steht Sokol Kacani weiterhin im Kader. Der Stürmer wollte zum Teheraner Club von Trainer Pierre Littbarski wechseln, entschied sich dann aus persönlichen Gründen im letzten Moment dagegen. Dadurch mussten die Kickers auf die geplante Verpflichtung eines namibischen Nationalspielers verzichten – der Etat gibt das nicht her.
Die Kickers und Fortuna standen sich in der Vergangenheit zwölfmal gegenüber, davon zweimal im DFB-Pokal: 1978 gewannen die Fortunen. Im Halbfinale am 31. März 1987 gab es eine 0:3-Klatsche auf der Waldau.
Sieg und Niederlage gab es in der einzigen gemeinsamen Bundesligasaison 1991/1992. In der 2. Liga gab es fünf Düsseldorfer Niederlagen und lediglich zwei Siege. Beim einzigen Remis - am 7. März 1999 – standen im Kader der "Blauen" unter anderen Stefan Minkwitz sowie sein heutiger Assistent Alexander Malchow.
So spielten die Kickers in Burghausen: Salz - Deigendesch (46. Landeka), Mann, Rapp, Janic - Traut (66. Prediger), Rosen, Gambo, Reiß - Schürg (46. Tucci), Vaccaro.
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