Spielberichte Kickers vs. Schweinfurt
Verfasst: Montag 8. März 2004, 11:16
Leonberger Kreiszeitung:
Disziplin, Teamgeist, bessere Spielkultur: Kickers-Trainer steht für Fortschritt
Dutt bringt die Blauen auf Kurs
Stuttgart - Seit seinem Amtsantritt hat er von acht Spielen fünf gewonnen. Zwar ist der Regionalliga-Klassenverbleib der Stuttgarter Kickers auch nach dem 3:2 gegen Schweinfurt 05 noch lange nicht unter Dach und Fach, doch die Fortschritte unter Trainer Robin Dutt sind unverkennbar.
VON JÜRGEN FREY
Schlusspfiff im Waldaustadion. Robin Dutt lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten. Der Mann stürmt in die Kabine. Er ist auf 180. Schimpft, tobt, rudert wild mit den Armen, schlägt die Tür zu. Eine Viertelstunde später ist sein Puls wieder unten. Verstehen kann er die Leistung seiner Elf nach der 3:0-Führung immer noch nicht. "Wie kann man nur plötzlich zwei Gänge runterschalten?'', fragt er sich. Um gleich wieder nach vorne zu blicken: "Jetzt hat hoffentlich auch der Letzte kapiert, dass wir 90 Minuten Vollgas geben müssen.'' Es gab schon Trainer bei den Blauen, die wären nach einem 3:2 fröhlich pfeifend in die Kabine geschlendert. Dutt ist anders. Der Mann lehnt sich ungern zurück. Er will immer mehr. Und wenn man seine Zeit als Chefcoach analysiert, kommt man zu dem Schluss: Viel falsch gemacht hat er bisher nicht.
Die Aufstellung: Unter Dutt spielt Oliver Barth für Achim Cast in der Innenverteidigung, auf den Außenpositionen in der Viererkette sind die technisch versierten Sascha Benda und Oliver Stierle am Ball. Das kommt dem Spielaufbau zugute. Im zentralen Mittelfeld setzen die laufstarken Mustafa Akcaj und Heiko Gumper die Akzente. Die Ordnung stimmt zu 100 Prozent.
Der Teamgeist: Cast und Stefan Minkwitz kommen zwar nur noch im Notfall zum Einsatz, dennoch spielen sie bei Dutt eine wichtige Rolle. Mit beiden tauscht sich der Trainer intensiv aus. "Wir sprechen viel und haben ein sehr gutes Betriebsklima'', bestätigt Abwehrchef Alexander Malchow.
Das Training: Dutt legt sehr viel Wert auf Disziplin - und Taktik. Diese wird in diversen Spielformen ständig geübt. Folge: Im Waldaustadion kommt man immer öfter auch in den Genuss schöner Spielzüge.
Bleibt die Frage nach der Perspektive. Dutt bastelt mit viel Akribie an der neuen Saison - Spieler wie Alexander Blessin (SC Pfullendorf), Predrag Sarajlic oder Mustafa Parmak (beide 07 Ludwigsburg) stehen auf der Wunschliste - ohne dass die Finanzierung gesichert ist. Für Dutt kein Grund zu klagen: "Wir haben im geplanten Etat den Posten Personalkosten. Und in diesem Fenster muss ich mich zunächst eben bewegen.'' Um die Sponsorensuche kann er sich schließlich nicht auch noch kümmern.
Kickers: Köstel - Benda, Barth, Malchow, Stierle - Braun (78. Zimmermann), Gumper, Akcay, Catizone (69. Steinle) - Mesic, Lakies (69. Intemperante).
Tore: 1:0 (7.) Benda, 2:0 (34.) Catizone, 3:0 (48.) Braun, 3:1 (56.) Kolinger, 3:2 (66.) Brendel. - Zuschauer: 2270.
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Eßlinger Zeitung:
Richtiger Zeitpunkt, falsche Folgen
Beim 3:2-Sieg gegen Schweinfurt verspielen die Kickers fast einen 3:0-Vorsprung
Stuttgart - Es gibt Samstagnachmittage, die sind langweiliger. Wer am freien Tag den Weg nach Degerloch gefunden hatte, erlebte unterhaltsame 90 Minuten und fuhr mit der Erkenntnis nach Hause, dass es allemal besser war, den 3:2 (2:0)-Sieg des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers über den 1. FC Schweinfurt 05 live mit erlebt zu haben, als die Garage aufzuräumen oder Fenster zu putzen.
Von Andreas Müller
Robin Dutt benötigte eine gute halbe Stunde, bis sein Pulsschlag wieder Normalwerte aufwies. Das lag daran, dass die Kickers-Elf fast noch einen 3:0-Vorsprung verspielt hätte und in der zweiten Hälfte gesundheitliche Schäden des Trainers billigend in Kauf nahm. "Zwei Dinge sind nach diesen zweiten 45 Minuten wichtig: Wir haben drei Punkte und den Abstand auf Schweinfurt auf vier Zähler erhöht", sagte Dutt.
Optimaler Spielverlauf
Den Vorstellungen eines Trainers über den optimalen Spielverlauf kamen die Stuttgarter 48 Minuten lang nach. Ein schnelles Tor: Nach sieben Minuten traf Sascha Benda mit einem Freistoß aus 18 Metern zum 1:0. Ein Tor nachlegen: Bitte schön, Giuseppe Catizone, der nach einer über einjährigen Pause eine ordentliche Partie im Mittelfeld machte, besorgte das 2:0 (34.) Die Vorarbeit dazu hatte Mirnes Mesic geliefert, der Oliver Beer am eigenen Strafraum den Ball abgejagt hatte und Catizone mustergültig bediente. Ein Tor gleich nach dem Wechsel: Auch das war gegen die bis dahin zu passiven Schweinfurter kein Problem, Marvin Braun erzielte in der 48. Minute das 3:0.
Was folgte war jener Zeitraum, der Dutts Puls in gesundheitsschädliche Höhen trieb. Die Kickers stellten im Kollektiv den Dienst ein, zogen sich in die eigene Hälfte zurück, die Stürmer attackierten nicht mehr und im Mittelfeld wurde ein Zweikampf nach dem anderen verloren. Der Abstiegskonkurrent aus Bayern nutzte die Freiräume und kam durch Dubravko Kolinger (56.) und Thomas Brendel (65.) auf 2:3 heran. "Wir haben nicht die abgeklärte Mannschaft, die zwei Gänge herausnehmen kann. Wir müssen über 90 Minuten Vollgas spielen", moserte Dutt. Der Kickers-Trainer hat am Samstag Abend sicher nicht mehr Fenster geputzt oder die Garage aufgeräumt . . .
Stuttgarter Kickers: Köstel - Benda, Barth, Malchow, Stierle - Braun (78. Zimmermann), Gumper, Akcay, Catizone (68. Steinle) - Mesic, Lakies (68. Intemperante).
1. FC Schweinfurt 05: Schoppel - Beer - Boden, Löhner - Gorgiev (58. Brendel), Kolinger, Kanyuk (76. Stockmann), Winter, Lützler - Galuschka, Popovic.
Schiedsrichter: Braun (Eschbach). Zuschauer: 2270.
Tore: 1:0 Benda (7.), 2:0 Catizone (34.), 3:0 Braun (48.), 3:1 Kolinger (56.), 3:2 Brendel (65.).
Gelbe Karten: Braun, Catizone, Mesic / Winter, Beer, Boden, Löhner, Stockmann.
Gelb-Rote Karte: - / Beer (86./wiederholtes Foulspiel).
Beste Spieler: Mesic, Benda / Kolinger, Popovic.
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Disziplin, Teamgeist, bessere Spielkultur: Kickers-Trainer steht für Fortschritt
Dutt bringt die Blauen auf Kurs
Stuttgart - Seit seinem Amtsantritt hat er von acht Spielen fünf gewonnen. Zwar ist der Regionalliga-Klassenverbleib der Stuttgarter Kickers auch nach dem 3:2 gegen Schweinfurt 05 noch lange nicht unter Dach und Fach, doch die Fortschritte unter Trainer Robin Dutt sind unverkennbar.
VON JÜRGEN FREY
Schlusspfiff im Waldaustadion. Robin Dutt lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten. Der Mann stürmt in die Kabine. Er ist auf 180. Schimpft, tobt, rudert wild mit den Armen, schlägt die Tür zu. Eine Viertelstunde später ist sein Puls wieder unten. Verstehen kann er die Leistung seiner Elf nach der 3:0-Führung immer noch nicht. "Wie kann man nur plötzlich zwei Gänge runterschalten?'', fragt er sich. Um gleich wieder nach vorne zu blicken: "Jetzt hat hoffentlich auch der Letzte kapiert, dass wir 90 Minuten Vollgas geben müssen.'' Es gab schon Trainer bei den Blauen, die wären nach einem 3:2 fröhlich pfeifend in die Kabine geschlendert. Dutt ist anders. Der Mann lehnt sich ungern zurück. Er will immer mehr. Und wenn man seine Zeit als Chefcoach analysiert, kommt man zu dem Schluss: Viel falsch gemacht hat er bisher nicht.
Die Aufstellung: Unter Dutt spielt Oliver Barth für Achim Cast in der Innenverteidigung, auf den Außenpositionen in der Viererkette sind die technisch versierten Sascha Benda und Oliver Stierle am Ball. Das kommt dem Spielaufbau zugute. Im zentralen Mittelfeld setzen die laufstarken Mustafa Akcaj und Heiko Gumper die Akzente. Die Ordnung stimmt zu 100 Prozent.
Der Teamgeist: Cast und Stefan Minkwitz kommen zwar nur noch im Notfall zum Einsatz, dennoch spielen sie bei Dutt eine wichtige Rolle. Mit beiden tauscht sich der Trainer intensiv aus. "Wir sprechen viel und haben ein sehr gutes Betriebsklima'', bestätigt Abwehrchef Alexander Malchow.
Das Training: Dutt legt sehr viel Wert auf Disziplin - und Taktik. Diese wird in diversen Spielformen ständig geübt. Folge: Im Waldaustadion kommt man immer öfter auch in den Genuss schöner Spielzüge.
Bleibt die Frage nach der Perspektive. Dutt bastelt mit viel Akribie an der neuen Saison - Spieler wie Alexander Blessin (SC Pfullendorf), Predrag Sarajlic oder Mustafa Parmak (beide 07 Ludwigsburg) stehen auf der Wunschliste - ohne dass die Finanzierung gesichert ist. Für Dutt kein Grund zu klagen: "Wir haben im geplanten Etat den Posten Personalkosten. Und in diesem Fenster muss ich mich zunächst eben bewegen.'' Um die Sponsorensuche kann er sich schließlich nicht auch noch kümmern.
Kickers: Köstel - Benda, Barth, Malchow, Stierle - Braun (78. Zimmermann), Gumper, Akcay, Catizone (69. Steinle) - Mesic, Lakies (69. Intemperante).
Tore: 1:0 (7.) Benda, 2:0 (34.) Catizone, 3:0 (48.) Braun, 3:1 (56.) Kolinger, 3:2 (66.) Brendel. - Zuschauer: 2270.
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Eßlinger Zeitung:
Richtiger Zeitpunkt, falsche Folgen
Beim 3:2-Sieg gegen Schweinfurt verspielen die Kickers fast einen 3:0-Vorsprung
Stuttgart - Es gibt Samstagnachmittage, die sind langweiliger. Wer am freien Tag den Weg nach Degerloch gefunden hatte, erlebte unterhaltsame 90 Minuten und fuhr mit der Erkenntnis nach Hause, dass es allemal besser war, den 3:2 (2:0)-Sieg des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers über den 1. FC Schweinfurt 05 live mit erlebt zu haben, als die Garage aufzuräumen oder Fenster zu putzen.
Von Andreas Müller
Robin Dutt benötigte eine gute halbe Stunde, bis sein Pulsschlag wieder Normalwerte aufwies. Das lag daran, dass die Kickers-Elf fast noch einen 3:0-Vorsprung verspielt hätte und in der zweiten Hälfte gesundheitliche Schäden des Trainers billigend in Kauf nahm. "Zwei Dinge sind nach diesen zweiten 45 Minuten wichtig: Wir haben drei Punkte und den Abstand auf Schweinfurt auf vier Zähler erhöht", sagte Dutt.
Optimaler Spielverlauf
Den Vorstellungen eines Trainers über den optimalen Spielverlauf kamen die Stuttgarter 48 Minuten lang nach. Ein schnelles Tor: Nach sieben Minuten traf Sascha Benda mit einem Freistoß aus 18 Metern zum 1:0. Ein Tor nachlegen: Bitte schön, Giuseppe Catizone, der nach einer über einjährigen Pause eine ordentliche Partie im Mittelfeld machte, besorgte das 2:0 (34.) Die Vorarbeit dazu hatte Mirnes Mesic geliefert, der Oliver Beer am eigenen Strafraum den Ball abgejagt hatte und Catizone mustergültig bediente. Ein Tor gleich nach dem Wechsel: Auch das war gegen die bis dahin zu passiven Schweinfurter kein Problem, Marvin Braun erzielte in der 48. Minute das 3:0.
Was folgte war jener Zeitraum, der Dutts Puls in gesundheitsschädliche Höhen trieb. Die Kickers stellten im Kollektiv den Dienst ein, zogen sich in die eigene Hälfte zurück, die Stürmer attackierten nicht mehr und im Mittelfeld wurde ein Zweikampf nach dem anderen verloren. Der Abstiegskonkurrent aus Bayern nutzte die Freiräume und kam durch Dubravko Kolinger (56.) und Thomas Brendel (65.) auf 2:3 heran. "Wir haben nicht die abgeklärte Mannschaft, die zwei Gänge herausnehmen kann. Wir müssen über 90 Minuten Vollgas spielen", moserte Dutt. Der Kickers-Trainer hat am Samstag Abend sicher nicht mehr Fenster geputzt oder die Garage aufgeräumt . . .
Stuttgarter Kickers: Köstel - Benda, Barth, Malchow, Stierle - Braun (78. Zimmermann), Gumper, Akcay, Catizone (68. Steinle) - Mesic, Lakies (68. Intemperante).
1. FC Schweinfurt 05: Schoppel - Beer - Boden, Löhner - Gorgiev (58. Brendel), Kolinger, Kanyuk (76. Stockmann), Winter, Lützler - Galuschka, Popovic.
Schiedsrichter: Braun (Eschbach). Zuschauer: 2270.
Tore: 1:0 Benda (7.), 2:0 Catizone (34.), 3:0 Braun (48.), 3:1 Kolinger (56.), 3:2 Brendel (65.).
Gelbe Karten: Braun, Catizone, Mesic / Winter, Beer, Boden, Löhner, Stockmann.
Gelb-Rote Karte: - / Beer (86./wiederholtes Foulspiel).
Beste Spieler: Mesic, Benda / Kolinger, Popovic.
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