Stepi in Chance

Alles, was nicht mit unseren Blauen zu tun hat
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McVillager
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Stepi in Chance

Beitrag von McVillager »

Am Samstag feierte seinen Geburtstag, nachträglich ein interessanter Zeitungsbericht im Zuge des Frankfurt/Ost-Frankfurter Derbies:

GRENZGäNGER
Zirkusdirektor im Trainingsanzug
Das Herz von Dragoslav Stepanovic schlägt auch im fernen China weiter
heftig für Eintracht Frankfurt
Von Ingo Durstewitz

80 Zeilen über Dragoslav Stepanovic schreiben?
Über den Mann, über den es so viele Anekdoten
gibt, dass selbst eine ganze Zeitungsseite nicht
ausreichen würde? Das ist nicht leicht. Weil Stepi
aber einer der vielen Grenzgänger ist, passt eine
kleine Freudsche Fehlleistung ganz gut an den
Anfang. Rückblende: August 2000, Kickers
Offenbach wirft nach zwei Spielen Peter Neururer
raus und wirbt Stepanovic an, den in Offenbach
verhassten Ex-Trainer der Eintracht. Der
Serbo-Hesse sitzt vor seinem ersten Spiel bei den
Amateuren des FC Bayern München im kleinen
Presseraum am Bieberer Berg und zaubert den
folgenden Satz aus dem Hut: "Das Wichtigste ist,
dass wir drei Punkte mit nach Frankfurt bringen."
Bingo. So sammelt man Pluspunkte in Offenbach -
mindestens drei.

Stepanovic redet gerne und viel, verhaspelt und
verdreht die Sätze, irgendwie hört sich sein Kauderwelsch (Lieblingseinleitung:
"Bin isch de Meinung, dass…" oder: "Muss isch e ma sache…") charmant und ulkig
an. Gäbe es Stepi nicht, man müsste ihn glattweg erfinden. Er ist ein
Bauchmensch, eine Art Zirkusdirektor im Trainingsanzug, der nicht nur Profis
begeistern kann.

Allerdings, behaupten böse Zungen, hielten sich seine Fähigkeiten als
Fußball-Lehrer in engen Grenzen.

Wenn Stepanovic in dürren Sätze seine Karriere Revue passieren lässt, dann
bleibt er unwillkürlich in Rostock 1992 hängen, die verpatzte Meisterschaft. "Es
sollte nicht sein, aber für mich waren andere Dinge wichtig. Wir haben die
Bundesliga geprägt, ganz Deutschland hat über uns gestaunt", sagt er und Stolz
schwingt mit in seiner Stimme: "Fußball 2000 haben wir zu unserem
Markenzeichen gemacht." Sein Herz, daraus macht er keinen Hehl, schlägt für die
Eintracht. "Sie wird immer meine große Liebe bleiben."
An seine Amtszeit in Offenbach hat er nicht so gute Erinnerungen, drei Sätze
fallen: "Das war nicht so lustig. Wir haben nur verloren. Die Stimmung war mies."
Der 55-Jährige ist bei den Kickers von einen Fettnäpfchen ins nächste getrampelt.
Er wusste nicht, ob der aus Mainz geholte Marcio Stürmer oder eher
Mittelfeldspieler ist; eine Mannschaftssitzung unterbrach er kurzerhand, weil ein
Journalist ein, zwei O-Töne von ihm wollte - und bekam. Und die Mannschaft
meuterte alsbald gegen seine "Hoch-und-Weit-Taktik" ("Spiele mer immer nach
vonne"). Nach drei Monaten war er entlassen, oder besser, erlöst.

Heute sucht er in China sein Glück, in
der Millionenstadt Shenyang. Seit der
Ex-Lauterer Ratinho da ist, erzählt er,
läuft es gut. Sechster Platz, vier Punkte
hinter dem Ersten. Mit der Mentalität
komme er gut klar, die Bedingungen
seien absolut professionell, "es macht
Spaß".

Das Derby heute Abend wird Stepanovic, der Fußball-Verrückte, in China vor dem
Computer sitzend im Internet verfolgen, seine Ehefrau Jelena nimmt das Spiel auf
und bringt es Anfang September mit nach China. Er selbst hat damals, 1978, als
Spieler der Eintracht einmal gegen die Kickers gespielt, ein
Ablösefreundschaftsspiel für Egon Bihn. "Wir haben 2:1 gewonnen", sagt er. 2:1,
glaubt er, werde es auch heute ausgehen. Nach Verlängerung. Für die Eintracht?
"Selbstverständlich!"
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Rael
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Re: Stepi in Chance

Beitrag von Rael »

McVillager hat geschrieben:Der Serbo-Hesse sitzt vor seinem ersten Spiel bei den Amateuren des FC Bayern München im kleinen Presseraum am Bieberer Berg und zaubert den folgenden Satz aus dem Hut: "Das Wichtigste ist, dass wir drei Punkte mit nach Frankfurt bringen." Bingo. So sammelt man Pluspunkte in Offenbach - mindestens drei.
Hä hä, Fettnapf par excellence. :D
Ja ja.
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Jürgen K.
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Beitrag von Jürgen K. »

Das Visum für Ratinho mußte im übrigen Arie Haan besorgen, da die Jungs die Formalitäten vergessen hatten und die Zaubermaus an der Grenze festhielten.
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