Ramovic: Der einsame Kampf um eine Lobby beim Manager
(rau/mé) Ersatztorwart, ein einsamer Job. Sead Ramovic kämpft ihn beim VfL Wolfsburg. Und das nicht nur gegen seinen Konkurrenten Simon Jentzsch. Er kämpft ihn auch um eine Lobby beim Fußball-Bundesligisten, vor allem bei Manager Peter Pander. Aber derzeit ist Ramovic weiter von einem Stammplatz entfernt als vor drei Jahren nach seinem Wechsel von Zweitligist Stuttgarter Kickers.
Damals hatte er die Perspektive, den alternden Claus Reitmaier zu beerben. Letzten Sommer wurde ihm Simon Jentzsch vor die Nase gesetzt. Dann war Ramovic ganz nah dran. Ex-Coach Jürgen Röber hatte Jentzsch mangels überragender Leistungen und mangels Ausstrahlung zu Recht aus dem Kasten genommen. Mehr Punkte kamen mit Ramovic aber auch nicht. Dafür Erik Gerets als Trainer. Und zwangsläufig der neuerliche Torwart-Wechsel.
Pander hatte sich stets für Jentzsch ausgesprochen. Die Verpflichtung des Nationalkeepers aus Deutschlands Perspektivteam 2006 – aus seiner Sicht ein Coup. Ramovic: „Herr Pander hat gesagt, dass er um Simon kämpfen wird, da kann ich meine Schlüsse draus ziehen...” In der Tat lobte der Manager Jentzsch nach dem 1:0 gegen Frankfurt, wie er es sich bei noch besseren Ramovic-Vorstellungen verkniff. Allerdings: Etwas hat der Bosnier schon bewegt. Jentzsch nutzte seine neue Chance, wirkte spürbar lebhafter und sicherer im Kasten nach seiner Zwangspause. Gerets zufrieden: „Er hat das Vertrauen zu 200 Prozent zurück gezahlt.”
Der neue Coach wird jetzt trotz des geschafften Klassenerhalts nicht wieder wechseln, was für Ramovic kein Problem ist: „Die Mannschaft hat Erfolg, es gibt keinen Grund etwas zu ändern.” Gerets: „Ich sehe im Training, wie gut Sead ist. Er gibt 300 Prozent. Wir haben zwei gute Keeper.” Und die will er behalten. Ramovic: „Ich denke, dass es in der Vorbereitung bei Gerets einen fairen Zweikampf um den Platz im Tor gibt.” Und, da gibt er sich selbstbewusst: „Dann stehe ich früher oder später wieder im Tor.”
Vor Gerets hat er „Respekt”. Respekt, den Gerets auch erwartet, „denn ich will keinen Krieg zwischen den Keepern, egal, wen ich reinstelle.” Könnte heißen, dass der Zweikampf offen ist. Doch vielleicht springt Ramovic trotz Vertrag bis 2005 noch ab, wenn er sich in der Klubführung weiter ohne die Lobby fühlt, die er bei den Fans hat. Er meint: „Auch ohne mich wird der VfL mit Gerets erfolgreiche Zeiten haben.”
Wolfsburg
03.05.2004 22:38
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