Das WM-Qualifikationsspiel Nordkorea - Iran (0:2) war von schweren Zwischenfällen begleitet.
Nordkoreanische Spieler attackierten den syrischen Schiedsrichter, und ein Teil der 70 000 Zuschauer warf Flaschen und Sitzkissen auf den Platz.
Ausgebrochen waren die Unruhen im Kim-II-Sung-Stadion kurz vor dem Schlusspfiff, als der Schiedsrichter den Gastgebern einen Handspenalty verweigerte. Aufgebrachte Spieler wurden gegen den Unparteiischen handgreiflich. Soldaten und Polizisten mussten die Zuschauer beruhigen. Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch.
Als sich die Lage leicht entschärft hatte, stellte der Schiedsrichter einen Nordkoreaner vom Platz. Das wütende Publikum warf daraufhin verschiedene Gegenstände nach den Assistenten. Nach dem Spiel musste das Schiedsrichtertrio über 20 Minuten lang in der Mitte des Spielfelds verharren, weil immer noch Flaschen aus den Zuschauerrängen flogen.
Nordkorea - Iran (0:2) -->Schwere Zwischenfälle!
- SIR Andrew
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PRÜGEL FÜR DEN REFEREE
Jagdszenen in Nordkorea
Schwere Zwischenfälle beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Nordkorea und Iran: Weil die nordkoreanischen Spieler sich von dem Unparteiischen benachteiligt fühlten, wurden sie handgreiflich. Auch die Zuschauer sorgten für Tumulte.
Pjöngjang - Die Enttäuschung über die 0:2-Niederlage gegen die iranische Fußballnationalmannschaft entlud sich bei den Nordkoreanern in Attacken gegen Fifa-Schiedsrichter Mohamed Kousa. Der Unparteiische aus Syrien hatte den Nordkoreanern vier Minuten vor Spielende einen Elfmeter verweigert. Daraufhin jagten die in rot gekleideten Nordkoreaner Kousa über den gesamten Platz. Nur durch das Eingreifen der Linienrichter und Funktionäre konnte sich der Schiedsrichter vor den Fußballern retten.
Auch die Zuschauer waren empört und sorgten mit einem Bombardement aus Steinen, Flaschen und Sitzschalen für Tumulte. Zu diesem Zeitpunkt führten die Iraner nach einem Eigentor von AnYong-hak (33.) und einem Treffer Javad Nelounam (80.) mit 2:0. Das Spiel vor 60.000 Zuschauern stand kurz vor dem Abbruch.
Als sich nach den minutenlangen Ausschreitungen die Lage kurzzeitig beruhigte, zeigte Kousa dem Nordkoreaner Nam Song Chol die Rote Karte, was das Publikum wieder erzürnte. Weitere Flaschen und Sitze wurden auf den Rasen geschleudert.
"Eine gefährliche Situation"
"Die Atmosphäre außerhalb und auf dem Platz hatte mit Sport nichts mehr zu tun", klagte Irans kroatischer Trainer Branko Ivankovic anschließend, "es ist sehr enttäuschend, wenn du fühlst, dass dein Leben nicht sicher ist. Meine Spieler haben nach der Partie versucht, den Bus zu erreichen. Aber es war nicht möglich, es war eine gefährliche Situation."
Nach dem Schlusspfiff mussten die Schiedsrichter rund 20 Minuten am Anstoßkreis ausharren, weil es zu gefährlich schien, unter der Tribüne zu den Kabinen zu gehen. "Da bekommt man ein Gefühl dafür, was passiert, wenn die Dinge hier außer Kontrolle geraten", sagte ein ausländischer Diplomat nach den Krawallen.
Bereits vor dem Spiel ging es vor und im Stadion chaotisch zu, als Zuschauer von Soldaten abgedrängt wurden. Die Massen schoben sich völlig ungeordnet durch die Eingänge, so dass dutzende Menschen auf der steilen Tribüne zu Fall kamen. Hunderte, die sich einen Weg ins Stadion bahnen konnten, strömten plötzlich auf die Aschenbahnen neben dem Spielfeldrand. Ein paar Uniformierte versuchten vergeblich, sie zurückzuschicken. Die Leute kletterten einfach über Mauern auf die längst überfüllten Tribünen. Der Anpfiff musste verschoben werden.
Nächstes Heimspiel gegen Japan
Nach den Zwischenfällen herrschte nur noch Betroffenheit. Niemand mochte sich vorstellen, was passieren kann, wenn im Juni der Erzfeind Japan, der Korea über Jahrzehnte bis 1945 als Kolonialmacht brutal unterdrückt hatte, zum Rückspiel in Pjöngjang antreten muss.
Das 0:2 Nordkoreas ist nach dem 1:2 vom vergangenen Wochenende gegen Bahrein bereits die zweite Heimniederlage in der WM-Qualifikation der Asien-Gruppe B. Bereits gegen Bahrein beklagten sich die Zuschauer über eine schlechte Schiedsrichterleistung.
Mit sieben Punkten aus drei Spielen liegen die Iraner in der Gruppe B der Asien-Qualifikation auf dem ersten Rang. Bereits abgeschlagen mit null Punkten aus den bisherigen drei Partien rangiert Nordkorea auf dem vierten Rang. Nur die beiden Erstplatzierten der beiden Vierergruppe in der Asien-Qualifikation lösen automatisch ein Ticket für die Endrunde in Deutschland.
www.spiegel.de
Jagdszenen in Nordkorea
Schwere Zwischenfälle beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Nordkorea und Iran: Weil die nordkoreanischen Spieler sich von dem Unparteiischen benachteiligt fühlten, wurden sie handgreiflich. Auch die Zuschauer sorgten für Tumulte.
Pjöngjang - Die Enttäuschung über die 0:2-Niederlage gegen die iranische Fußballnationalmannschaft entlud sich bei den Nordkoreanern in Attacken gegen Fifa-Schiedsrichter Mohamed Kousa. Der Unparteiische aus Syrien hatte den Nordkoreanern vier Minuten vor Spielende einen Elfmeter verweigert. Daraufhin jagten die in rot gekleideten Nordkoreaner Kousa über den gesamten Platz. Nur durch das Eingreifen der Linienrichter und Funktionäre konnte sich der Schiedsrichter vor den Fußballern retten.
Auch die Zuschauer waren empört und sorgten mit einem Bombardement aus Steinen, Flaschen und Sitzschalen für Tumulte. Zu diesem Zeitpunkt führten die Iraner nach einem Eigentor von AnYong-hak (33.) und einem Treffer Javad Nelounam (80.) mit 2:0. Das Spiel vor 60.000 Zuschauern stand kurz vor dem Abbruch.
Als sich nach den minutenlangen Ausschreitungen die Lage kurzzeitig beruhigte, zeigte Kousa dem Nordkoreaner Nam Song Chol die Rote Karte, was das Publikum wieder erzürnte. Weitere Flaschen und Sitze wurden auf den Rasen geschleudert.
"Eine gefährliche Situation"
"Die Atmosphäre außerhalb und auf dem Platz hatte mit Sport nichts mehr zu tun", klagte Irans kroatischer Trainer Branko Ivankovic anschließend, "es ist sehr enttäuschend, wenn du fühlst, dass dein Leben nicht sicher ist. Meine Spieler haben nach der Partie versucht, den Bus zu erreichen. Aber es war nicht möglich, es war eine gefährliche Situation."
Nach dem Schlusspfiff mussten die Schiedsrichter rund 20 Minuten am Anstoßkreis ausharren, weil es zu gefährlich schien, unter der Tribüne zu den Kabinen zu gehen. "Da bekommt man ein Gefühl dafür, was passiert, wenn die Dinge hier außer Kontrolle geraten", sagte ein ausländischer Diplomat nach den Krawallen.
Bereits vor dem Spiel ging es vor und im Stadion chaotisch zu, als Zuschauer von Soldaten abgedrängt wurden. Die Massen schoben sich völlig ungeordnet durch die Eingänge, so dass dutzende Menschen auf der steilen Tribüne zu Fall kamen. Hunderte, die sich einen Weg ins Stadion bahnen konnten, strömten plötzlich auf die Aschenbahnen neben dem Spielfeldrand. Ein paar Uniformierte versuchten vergeblich, sie zurückzuschicken. Die Leute kletterten einfach über Mauern auf die längst überfüllten Tribünen. Der Anpfiff musste verschoben werden.
Nächstes Heimspiel gegen Japan
Nach den Zwischenfällen herrschte nur noch Betroffenheit. Niemand mochte sich vorstellen, was passieren kann, wenn im Juni der Erzfeind Japan, der Korea über Jahrzehnte bis 1945 als Kolonialmacht brutal unterdrückt hatte, zum Rückspiel in Pjöngjang antreten muss.
Das 0:2 Nordkoreas ist nach dem 1:2 vom vergangenen Wochenende gegen Bahrein bereits die zweite Heimniederlage in der WM-Qualifikation der Asien-Gruppe B. Bereits gegen Bahrein beklagten sich die Zuschauer über eine schlechte Schiedsrichterleistung.
Mit sieben Punkten aus drei Spielen liegen die Iraner in der Gruppe B der Asien-Qualifikation auf dem ersten Rang. Bereits abgeschlagen mit null Punkten aus den bisherigen drei Partien rangiert Nordkorea auf dem vierten Rang. Nur die beiden Erstplatzierten der beiden Vierergruppe in der Asien-Qualifikation lösen automatisch ein Ticket für die Endrunde in Deutschland.
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