Terror in London

Themen abseits vom Fussball
Antworten
Benutzeravatar
Blaues Stuttgart
Kickers-Fan
Beiträge: 7537
Registriert: Sonntag 11. April 2004, 17:34
Wohnort: B-Block

Terror in London

Beitrag von Blaues Stuttgart »

Eine Serie von Bombenanschlägen hat am Donnerstag London erschüttert. Nach Polizeiangaben sind dabei mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Die Echtheit eines Bekennerschreibens von El Kaida ist noch unbestätigt. Für den britischen Premier Blair ist aber klar: Die Anschläge haben einen islamistischen Hintergrund.
07.07.2005
--------------------------------------------------------------------------------

Für Blair steht fest: Die Attentate sind von Terroristen verübt worden, "die im Namen des Islams handeln." Er wisse aber, dass Muslime weltweit "diesen Akt des Terrorismus beklagen". In einer Ansprache sagte Blair am Donnerstagabend weiter, Polizei und Sicherheitskräfte würden alles daran setzen, die Verantwortlichen für die Anschläge vor Gericht zu bringen. "Wir werden uns nicht einschüchtern lassen", fügte er hinzu.
21 Menschen seien nahe der Station Liverpool Street im östlichen Teil des Zentrums getötet worden, sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstagnachmittag. Sieben weitere Menschen kamen demnach in einer U-Bahn in der Nähe der Station Moorgate ums Leben. An der Station Edgware Road im Westen des Zentrums seien zudem fünf Menschen getötet worden.
Bus-Explosion zu früh?
Die Station Liverpool Street liegt zwischen Moorgate und dem Haltepunkt Aldgate East, an dem Rettungskräfte eigenen Angaben zufolge mindestens 90 Verletzte und zwei Tote geborgen hatten. Edgware Road liegt westlich des wichtigen Umsteigebahnhofs King's Cross, in dessen Nähe ein Bus in die Luft gesprengt wurde. Auch bei dieser Explosion nahe des Russell Square sind Menschen ums Leben gekommen. Ihre Zahl war jedoch noch unklar.

Die Polizei schloss nicht aus, dass die in dem Bus gezündete Bombe wie die drei anderen Sprengsätze für eine Explosion in einer weiteren U-Bahn eingeplant gewesen sei. Möglicherweise sei sie zu früh hochgegangen, sagte der Sprecher. Die Explosion in dem Bus hatte sich eine Stunde vor den Anschlägen im U-Bahn-Netz ereignet.
MEDIATHEK

Mediathek Terror in London
Keine Hinweise auf Attentate
Ein Vertreter des städtischen Rettungsdienstes sagte, außer den Schwerverletzten seien rund 300 Menschen mit leichteren Verletzungen wie Schockzuständen und Schnitten versorgt worden. "Wir haben 45 Patienten mit schweren oder lebensgefährlichen Verletzungen behandelt", sagte er weiter. "Darunter waren Verbrennungen, Amputationen, Verletzungen unter anderem am Brustkorb und gebrochene Arme und Beine."
Die Londoner Polizei bekräftigte, dass es vor den Anschlägen keine Hinweise auf geplante Attentate gegeben habe. Es sei zu früh, von Selbstmordattentaten zu sprechen, sagte der Sprecher. Auch sei noch unklar, ob wie bei den Anschlägen in Madrid im März 2004 Taschen mit den Sprengsätzen in den Bahnen abgestellt worden seien. "Es ist zu früh, das zu sagen", erklärte der Sprecher. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass irgendetwas anderes als konventionelle Sprengstoffe benutzt wurden."
Muster "passt"
Auch zu einem angeblichen Bekennerschreiben äußerte sich der Sprecher zurückhaltend. Es sei unklar, ob die im Internet veröffentlichte Erklärung echt sei, sagte er. Die Polizei ermittle in alle Richtungen.
MEDIATHEK

Video Theveßen: Keine Warnung
Nach Einschätzung von ZDF-Terrorexperte Elmar Theveßen passten die Ereignisse vom Muster her zu Terroranschlägen aus der islamistischen Szene. Attentäter aus diesem Bereich knüpften ihre Taten gerne an Großereignisse. Für Anschläge spreche außerdem, so Theveßen weiter, dass in der Vergangenheit immer wieder Pläne für Anschläge in der britischen Hauptstadt gefunden worden waren.
Die G8-Staats- und Regierungschefs haben die Terroranschläge in London aufs Schärfste verurteilt. Gemeinsam mit dem britischen Premier und Gastgeber Blair traten sie am Donnerstag im schottischen Gleneagles vor die Presse. "Das ist kein Angriff nur auf eine Nation, sondern auf alle Nationen und zivilisierten Menschen überall", erklärte Blair im Namen der Gipfelrunde. "Der Terror wird nicht gewinnen." Der innenpolitische Sprecher der oppositionellen Konservativen, Alan Duncan, sagte: "Dies ist der ultimative Albtraum."
Mehr zum Thema
"Jetzt sind wir alle Londoner"
"Ein gewaltiger Knall und eine Menge Rauch"
"Jetzt sind wir alle Londoner"

Zahlreiche islamische Staaten und führende Moslemvertreter haben die Terroranschläge scharf verurteilt. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland zeigte sich erschüttert über die "Serie der barbarischen Terroranschläge" in der britischen Hauptstadt. Die saudiarabische Regierung rief die internationale Gemeinschaft auf, ihre "Anstrengungen im Kampf gegen die Terrorplage zu verstärken". Die Arabische Liga verurteilte die Taten, die sich gegen "Unschuldige" richteten. Die iranische Regierung kritisierte den "Rückgriff auf Gewalt".
Antworten