StN: Machtkämpfe und und sportliche Talfahrt
Verfasst: Montag 20. Oktober 2003, 07:02
Machtkämpfe und sportliche Talfahrt - unter dem Fernsehturm gibt es einige Brandherde
Die Kickers spielen mit dem Feuer
Stuttgart - Spätestens nach dem 1:1 gegen Eschborn beginnt für die Stuttgarter Kickers wieder der Existenzkampf im Tabellenkeller. Doch nicht nur die sportliche Situation birgt Zündstoff. Beim Fußball-Regionalligisten gibt es viele Brandherde.
VON JÜRGEN KNAPPENBERGER
UND DIRK PREISS
Die Saison ist noch keine drei Monate alt, das neue Präsidium noch keine 100 Tage im Amt - dennoch haben es die Kickers geschafft, dass bereits überall der Wurm drin ist. Die sportliche Entwicklung der letzten Wochen ist erschreckend, hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf zwischen Präsidium, Aufsichtsrat, Sponsor und Geschäftsführer. Die Brandherde im Einzelnen:
Die sportliche Talfahrt
Das Team steht nach zwölf Spielen bereits wieder im Tabellenkeller. Kein Wunder bei so erschreckend schwachen Leistungen wie der ersten Halbzeit gegen Eschborn. "Das ist ein Kopfproblem", sagt Trainer Rainer Adrion, "die Spieler sind verunsichert."
Der Präsident eckt an
Die Befürchtung, dass der neue Präsident nur eine Marionette sei, ist nicht eingetroffen. Hans Kullen hat seinen eigenen Kopf und trifft auch Entscheidungen, die beim Sponsor oder dem Aufsichtsrat nicht ankommen. Doch das birgt unter dem Fernsehturm wieder Zündstoff für Konflikte. Kullen rackert und ist präsent, doch mit seinem hemdsärmeligen Auftreten eckt er auch bei so manchem Blauen an.
Der Sponsor als Unruheherd
Eduardo Garcia wollte kein Amt mehr haben. Doch sein Ausscheiden aus dem Präsidium hält den Hauptsponsor nicht davon ab, sich überall einzumischen. Dass er sich dabei zu oft im guten Ton vergreift, belastet das Klima in Degerloch zusätzlich.
Falsches Krisenmanagement
Die Blauen können herzlich wenig dafür, dass gegen einen Leiter und einen Trainer der Jugendabteilung wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung ermittelt wird. Doch wie der Club damit umgeht, lässt tief blicken. Aufsichtsrats- und Präsidiumsmitglieder geraten sich in die Haare.
Geschäftsführer in der Klemme
Zwischen den Stühlen sitzt Geschäftsführer Kahraman Erdin. Er kann es nicht allen recht machen, reibt sich zwischen den Parteien auf, er klingt unzufrieden und wirkt amtsmüde. Zusätzlich spielt er ein bisschen den Beleidigten, weil er sich von den Gremien nicht umfassend informiert fühlt.
Viele Parteien, viele Meinungen, viel Missklang. Statt an einem Strang zu ziehen, verzetteln sich die Verantwortlichen in persönliche Fehden. Das mag wichtig sein für deren Ego - für die Blauen ist es das pure Gift.
Aktualisiert: 20.10.2003, 05:06 Uhr
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/s ... php/529240
Die Kickers spielen mit dem Feuer
Stuttgart - Spätestens nach dem 1:1 gegen Eschborn beginnt für die Stuttgarter Kickers wieder der Existenzkampf im Tabellenkeller. Doch nicht nur die sportliche Situation birgt Zündstoff. Beim Fußball-Regionalligisten gibt es viele Brandherde.
VON JÜRGEN KNAPPENBERGER
UND DIRK PREISS
Die Saison ist noch keine drei Monate alt, das neue Präsidium noch keine 100 Tage im Amt - dennoch haben es die Kickers geschafft, dass bereits überall der Wurm drin ist. Die sportliche Entwicklung der letzten Wochen ist erschreckend, hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf zwischen Präsidium, Aufsichtsrat, Sponsor und Geschäftsführer. Die Brandherde im Einzelnen:
Die sportliche Talfahrt
Das Team steht nach zwölf Spielen bereits wieder im Tabellenkeller. Kein Wunder bei so erschreckend schwachen Leistungen wie der ersten Halbzeit gegen Eschborn. "Das ist ein Kopfproblem", sagt Trainer Rainer Adrion, "die Spieler sind verunsichert."
Der Präsident eckt an
Die Befürchtung, dass der neue Präsident nur eine Marionette sei, ist nicht eingetroffen. Hans Kullen hat seinen eigenen Kopf und trifft auch Entscheidungen, die beim Sponsor oder dem Aufsichtsrat nicht ankommen. Doch das birgt unter dem Fernsehturm wieder Zündstoff für Konflikte. Kullen rackert und ist präsent, doch mit seinem hemdsärmeligen Auftreten eckt er auch bei so manchem Blauen an.
Der Sponsor als Unruheherd
Eduardo Garcia wollte kein Amt mehr haben. Doch sein Ausscheiden aus dem Präsidium hält den Hauptsponsor nicht davon ab, sich überall einzumischen. Dass er sich dabei zu oft im guten Ton vergreift, belastet das Klima in Degerloch zusätzlich.
Falsches Krisenmanagement
Die Blauen können herzlich wenig dafür, dass gegen einen Leiter und einen Trainer der Jugendabteilung wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung ermittelt wird. Doch wie der Club damit umgeht, lässt tief blicken. Aufsichtsrats- und Präsidiumsmitglieder geraten sich in die Haare.
Geschäftsführer in der Klemme
Zwischen den Stühlen sitzt Geschäftsführer Kahraman Erdin. Er kann es nicht allen recht machen, reibt sich zwischen den Parteien auf, er klingt unzufrieden und wirkt amtsmüde. Zusätzlich spielt er ein bisschen den Beleidigten, weil er sich von den Gremien nicht umfassend informiert fühlt.
Viele Parteien, viele Meinungen, viel Missklang. Statt an einem Strang zu ziehen, verzetteln sich die Verantwortlichen in persönliche Fehden. Das mag wichtig sein für deren Ego - für die Blauen ist es das pure Gift.
Aktualisiert: 20.10.2003, 05:06 Uhr
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/s ... php/529240
