40 Jahre Bundesliga

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SIR Andrew
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40 Jahre Bundesliga

Beitrag von SIR Andrew »

40 Sprüche aus 40 Jahren

Die Bundesliga feiert Jubiläum

"Ich glaube, dass der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann." (Berti Vogts, Trainer)

"Das habe ich ihm dann auch verbal gesagt."

(Mario Basler, Profi)

"Mein Problem ist, dass ich sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber."

(Andreas Möller, Ex-Profi)

"Seither bemühe ich mich, bei jeder leichten Berührung, bei jedem Zusammenstoß, bei jedem Foul im Gegner zuerst den Menschen zu sehen."

(Toni Schumacher, Ex-Nationaltorhüter, in Bezug auf das brutale Foul an Battiston)

"Die Spieler von Ghana erkennen Sie an den gelben Stutzen." (Marcel Reif, damals ZDF-Kommentator,

beim Länderspiel Deutschland - Ghana)

"Ein Drittel mehr Geld? Nee, ich will mindestens ein Viertel." (Horst Szymaniak, Ex-Profi)

"Wenn ich über"s Wasser laufe, dann sagen die Kritiker, nicht mal schwimmen kann er."

(Berti Vogts, Trainer)

"Madrid oder Mailand - Hauptsache Italien!"

(Andreas Möller, Ex-Profi)

"Wir werden nur noch Einzelgespräche führen, damit sich keiner verletzt." (Frank Pagelsdorf, Trainer)

"Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch nicht." (Rudi Völler, Trainer)

"Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt - da hat unser Mittelfeld ja nun nichts zu befürchten."(Berti Vogts, Trainer,

vor dem WM-Spiel 1998 gegen Kroatien)

"Die habe ich noch nicht probiert, aber im allgemeinen mag ich Geflügel." (Thorsten Legat, Ex-Profi,

auf die Frage, wie er denn Spätzle fände)

"Da geht er, ein großer Spieler. Ein Mann wie Steffi Graf." (Jörg Dahlmann, Sat.1-Kommentator)

"Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt."

(Rolf Rüssmann, Ex-Profi)

"Nein, die spielen immer mittwochs, da habe ich keine Zeit." (Paul Steiner auf die Frage,

ob die Nationalmannschaft für ihn ein Thema sei)

"Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen." (Franz Beckenbauer)

"Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, nur bei mir lief"s ganz flüssig."

(Paul Breitner, Ex-Profi)

"Mann, wir Schwarzen müssen doch zusammenhalten!" (Anthony Baffoe, Ex-Profi

nach gelber Karte zum Schiedsrichter)

"Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio."(Fritz Walter jun., Ex-Profi)

"Ich bleibe auf jeden Fall wahrscheinlich beim KSC." (Sean Dundee, Profi)

"Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär."

(Hans Krankl, Trainer)

"Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre, die Schuld beim Trainer zu suchen."

(Karl-Heinz Körbel als Trainer von Eintracht Frankfurt)

"Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding." (Giovanni Trapattoni, Trainer)

"Jürgen Klinsmann ist inzwischen 694 Minuten ohne Tor. Das hat vor ihm, glaube ich, nur Sepp Maier geschafft." (Harald Schmitt, Sat.1-Showmaster)

"Was ist eigentlich Winfried Schäfers Friseur von Beruf?" (Michel Palme, ZDF-Redakteur)



"Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl."

(Andreas Möller, Ex-Profi)

"Ich will nicht parteiisch sein, aber: Lauft, meine kleinen schwarzen Freunde, lauft!"

(Marcel Reif, Premiere-Kommentator)

"Früher war ich ein großer Fan von Borussia Mönchengladbach. Doch da hatte ich noch keine Ahnung vom Fußball." (Marco Reich, Profi)

"Zwei Chancen, ein Tor - das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung!"

(Roland Wohlfahrt, Ex-Profi)

"Wer hinten offen ist, der kann nicht ganz dicht sein." (Werner Hansch, Sat.1-Kommentator)

"Ich habe gleich gemerkt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt."

(Lothar Matthäus, Trainer)

"Ich bin körperlich und physisch topfit."

(Thomas Häßler, Ex-Profi)

"Wir sind hierher gefahren und haben gesagt: Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause." (Marko Rehmer, Profi)

"Und jetzt skandieren die Fans wieder: Türkiye, Türkiye. Was so viel heißt wie Türkei, Türkei."

(Heribert Faßbender, ARD-Kommentator)

"Es ist wichtig, dass man neunzig Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt."

(Lothar Matthäus, Trainer)

"Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt." (Thomas Häßler, Ex-Profi)

"Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten." (Peter Neururer, Trainer)

"Berkant Oktan ist erst 17. Wenn er Glück hat, wird er nächsten Monat 18." (Franz Beckenbauer)

"Mit 50 bist du als Fußballtrainer reif für die Klapsmühle. Wenn du genug Geld verdient hast, kannst du wenigstens erster Klasse liegen."

(Otto Rehhagel, Trainer)

"Es steht im Augenblick 1:1, aber es hätte auch umgekehrt lauten können."

(Heribert Faßbender, ARD-Kommentator)

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Von Bergleuten und Kneipenbesitzern

40 Jahre Bundesliga - eine Reise in die Vergangenheit

Die Bundesliga hat Geburtstag. Morgen wird sie vierzig. Als es am 24. August 1963 losging, kostete der Stehplatz drei Mark, für Kriegsversehrte die Hälfte, und aller Anfang war schwer - vor allem für den VfB beim Gastspiel auf Schalke.

Von Oskar Beck

Auch wenn es die Alten nicht wahrhaben wollen: es hat in der Bundesliga schon immer Schlawiner gegeben - von Anfang an, sogar beim VfB. Wilhelm Herbert Koch hat"s dokumentiert am 24. August 1963. Damals, als alles anfing, saß der Lokalreporter der WAZ in der Glückaufkampfbahn und schrieb mit königsblauer Tinte: "Die Stuttgarter kamen mit dem berühmten Italienflügel Geiger/Waldner - und mit der Demonstration vieler Tricks bester südländischer Profiklasse wie geschicktes, unauffälliges Mitmischen mit der Hand oder pompöses, elfmeterreifes Hinstürzen in den Strafraum."

Morgen jähren sie sich zum vierzigsten Mal, die schwäbischen Schwalben auf Schalke - und alle sonstigen Schüsse, die die Italo-Spätheimkehrer Erwin Waldner und Rolf Geiger an jenem historischen Nachmittag abgefeuert haben. Vierzig Jahre. Lang her. Selbst Willi Koslowski, Schalkes Rechtsaußen, erinnert sich nur getrübt. Den VfB-Torwart ("Wir kannten uns von der WM 1962 in Chile") hat er seinem Klubmagazin beispielsweise kürzlich als "Helmut Sawatzki" vorgestellt. Vermutlich meint er Günter Sawitzki - dafür weiß Koslowski umso genauer, wie eng es mit den Zuschauern damals zuging: "Wenn man eine Ecke schießen wollte, musste man die Leute erst beiseite schieben. Und als ich einmal einwerfen wollte, saß da ein Opa an der Linie, der mich mit seinem Krückstock am Fuß festhielt." Andere Zeiten, andere Krücken.

Heribert Fassbender war allerdings schon dabei: als Radioreporter. In der 37. Minute hat sich seine Stimme überschlagen - denn der "Schwatte", wie sie Koslowski nannten, schlug zu. "Das 1:0", erinnert sich Willi, "fiel auf das Tor in Richtung Emscher-Schnellweg, den es damals noch gar nicht gab. Ich habe den Ball mittels Unterkante der Latte verwandelt." Zu spät allerdings fürs Rekordbuch. In dem steht als erster Schütze der Bundesliga: Friedhelm ("Timo") Konietzka.

Der behauptet das jedenfalls. Er spielte mit Dortmund in Bremen, und nach exakt 58 Sekunden geschah Folgendes: "Aki Schmidt passte links auf ,Emma" Emmerich. Der lief zur Grundlinie, flankte zur Mitte, und ich musste nur noch den rechten Fuß hinhalten." Leider kann er es nicht beweisen. Es gibt - das Fernsehen befand sich noch im prähistorischen Zeitalter - von seinem Tor nämlich keine laufenden Bilder. Trotzdem gilt Konietzka, der auch noch das 3:2 schoss, als erster Held der Bundesliga - kurz zuvor hatte er noch "als Bergmann im Kohlenpott gearbeitet, bei der Unionsbrauerei Kisten und Flaschen geschleppt und bei den Stadtwerken Laternen geputzt". Am weitesten auf dem Weg in den Professionalismus war der 1. FC Köln - dank Präsident Franz Kremer, einem Visionär. "Als wir noch in Baumwolltrikots spielten, die einliefen", erinnert sich Horst Wolter, damals Torwart in Braunschweig, "waren Overath und Co. schon in Dior gekleidet." Gleich beim 2:0 in Saarbrücken sahen die Kölner aus wie der erste Meister, mit dem 35-jährigen Hans Schäfer als Denker.

Als Exweltmeister bezog der das für "besonders wertvolle Spieler" erlaubte Höchstgehalt: 1500 Mark - wie Uwe Seeler, der beim 1:1 des HSV in Münster zum Auftakt leer ausging, oder Helmut Rahn und Max Morlock, die sich als verbliebene 54er-Helden von Bern à la Schäfer noch eine Schnitte vom neuen Kuchen abschneiden wollten. Rahn traf beim 4:1 des Meidericher SV in Karlsruhe, ebenso Morlock bei Nürnbergs 1:1 in Berlin - obwohl Otto Rehhagel ihn beharkte.

Der hat kürzlich geschildert, wie er sich von Essen aus mit seiner Freundin Beate zur Hertha nach Berlin begab: "Mit unserem voll gepackten VW sind wir losgefahren, und auf der Gladbecker Straße sind mir die Tränen gekommen." Gegen das Heimweh haben sie sich gleich nach dem ersten Spiel auf dem Dachgarten des Hilton-Hotels verlobt.

Der Vollständigkeit halber sind noch die Duelle 1860 gegen Braunschweig und Frankfurt gegen Kaiserslautern (je 1:1) zu erwähnen - und das bittere Ende des VfB in Schalke. Nach dem 2:0 war die Sache gelaufen, obwohl Koch unter dem Druck des Italienflügels Waldner/Geiger notierte: "Die Schalker Abwehr drischt den Ball jetzt sinn- und planlos nach vorn - das hätte mal einer zu Szepans und Kuzorras Zeiten wagen sollen." Willi Schulz war schon damals nicht nur im Wegdreschen gegen den VfB der Weitsichtigste. Er hat sich flankierend noch eine zweite Existenz aufgebaut - in der WDR-Serie "Der Ball ist rund" war der junge Schulz kürzlich zu bewundern, wie er mit Krawatte und strengem Scheitel hinterm Tresen seiner Kneipe am Schalker Markt Bier zapfte und sagte: "Ich muss Sorge tragen, dass ich nicht verhungere und verdurste. Man muss ja erst abwarten, ob die Bundesliga anläuft - und wie se anläuft." So war das - damals, am 24. August 1963.

Aktualisiert: 23.08.2003, 05:05 Uhr
Es sind nicht die Fahnen, die Farben, die Schminke oder die Trikots, die euch zum Fan machen. Es ist das Gefühl, das ihr in euch spürt. Die Fähigkeit, wegen eurer Mannschaft zu verzweifeln und sie trotzdem zu lieben und in totale Ekstase zu verfallen. 365 Tage im Jahr. *Mirko Bohn*
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