ZÜRI IST SCHWEIZER MEISTER !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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ZÜRI IST SCHWEIZER MEISTER !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Unglaublich. Was für ein geiler Tag!!!
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Bisschen was zum lesen:
Liga-Gigant stürzt in der 93. Minute vom Sockel
Der FC Zürich verblüfft ein weiteres Mal
In der 93. Minute hat sich im Basler St.-Jakob-Stadion der Umsturz der nationalen Fussball-Szene zugetragen: Mit dem letzten Angriff sicherte sich der FC Zürich den ersten Titel seit 25 Jahren. Iulian Filipescu versetzte dem Schweizer Branchenleader mit seinem ersten Meisterschaftstor zum 2:1 den Knock-out.
Nur die grössten FCZ-Optimisten glaubten an den Titelgewinn ihres Teams.
Nur die grössten FCZ-Optimisten glaubten an den Titelgewinn ihres Teams. (Bild EQ Images)
(si) Auf die FCZ-Jubel-Szenen deutete wenig hin. Nach einer Serie brillanter Chancen der Basler hatte Mladen Petric in der 72. Minute mit einem wunderbaren Freistoss das 1:1 markiert. Der zuvor bereits stark unter Druck geratene Aussenseiter wankte minutenlang. Vom Ausgleich schien er sich nicht mehr zu erholen. Zu sehr hatten ihm die frühen verletzungsbedingten Ausfälle der Schlüsselfiguren César und Rafael zugesetzt - ehe der Rumäne Filipescu die Geschichte der Partie und jene der Saison gleichermassen umschrieb.
FC Zürich in dieser Saison vom Glück begünstigt
«Das Glück war in diesem Jahr definitiv auf der Seite des FC Zürich. Ich sah nur noch, wie Flo (Stahel) den Ball zur Mitte flankte. Da wusste ich, dass ich ihn reinmache. Es war wie im Film», kommentierte Filipescu seinen Meisterstreich hinterher mit verschmitzter Miene. Argumente, den Vertrag mit dem 32-jährigen Abwehrchef zu verlängern, liegen nun reichlich vor. Hässliche Bilder nach Schlusspfiff Was sich unmittelbar nach der Entscheidung in Basel zutrug, ist in als eines der dunkelsten Kapitel im Schweizer Klub-Fussball einzureihen. Blind vor Hass stürmten Hooligans nach dem Schlusspfiff aufs Feld. Den Zürcher Spielern blieb zunächst keine Minute, den grössten Triumph ihrer Karriere zu geniessen.
Unbeschreibliche Jagdszenen auf dem Rasen
Auf dem Rasen spielten sich unbeschreibliche Jagdszenen ab. Matchwinner Filipescu wurde mehrfach von ganzen Horden tätlich angegriffen. Einige FCZ-Spieler flüchteten gar zur Fan-Kurve des Zürcher Anhangs. Erst ein massiver Tränengas- und Gummischroteinsatz der Polizei verhinderte noch schlimmere Bilder. Ausserhalb des Stadions lieferten sich Chaoten eine Strassenschlacht. Auf sportlicher Ebene war das lange hochgradig spannende, intensive und am Ende dramatische Duell der mit weitem Abstand besten Schweizer Teams Werbung für das hiesige Fussball-Schaffen. Als die Basler Anhänger (und Spieler) den vermeintlichen Hattrick als gesichert betrachteten und den Titelhalter im Chor feierten, verblüffte der FCZ alle ein weiteres Mal.
In extremis überflügelten die im Durchschnitt 23-jährigen Gäste den punktgleichen Liga-Giganten, der im Championat nach 15. Runden neun Punkte vor dem FCZ klassiert war. Selbst Coach Lucien Favre, der zu Beginn seiner Amtszeit vor drei Jahren nur knapp einer Entlassung entgangen war, sprach erst vor ein paaren Wochen erstmals von einem möglichen Umsturz der Super-League-Hierarchie. Seit der Aufholjagd vom 0:3 zum 3:3-Heimremis gegen YB reihte der unwiderstehliche FCZ sieben Siege aneinander. 24 Runden lang hat Favres Mannschaft nicht mehr verloren - es war die Serie zum unerhörten Titelgewinn.
Im wichtigsten Rendez-vous reisst die Serie
In grösster Bedrängnis setzten die Stadtzürcher der Basler Serie der Ungeschlagenheit vor eigenem Publikum im 60. Spiel ein bitteres und angesichts des Spielverlaufs nicht mehr für möglich gehaltenes Ende. Seit dem 1. Dezember 2002 und dem 1:2 gegen GC kannten die «Bebbi» das Gefühl der Niederlage im eigenen Stadion nicht mehr. Im wichtigsten Rendez-vous seit Jahren riss die Serie des elffachen Champions nun ausgerechnet gegen den zweiten Zürcher Erzrivalen. Das zu akzeptieren, damit bekundeten nicht nur die Fans ihre liebe Mühe.
Dem finalen Coup in der Nachspielzeit lag eine «Zürcher» Kette von günstigen Szenen zugrunde. Nach einem letzten Einwurf erkämpfte sich Verteidiger Stahel, den Sekunden zuvor Krämpfe fast lahmgelegt hatten, den Ball mit im Wortsinn letztem Einsatz und spielte seinen entscheidendsten Pass der Saison. Filipescu, der am Ende stürmende Innenverteidiger, lenkte die Vorlage Stahels zum Entsetzen der Basler am machtlosen Nationalkeeper Zuberbühler vorbei - Zeit zur Reaktion blieb dem geschockten FCB keine Sekunde mehr.
Johnny Leoni mit den grössten Fortschritten
Auf die seit Dekaden spektakulärste Wende hätte keiner der 32'712 Zuschauer mehr einen Rappen gewettet. Nach dem 1:0 von Alhassane Keita (30.) verstärkte der FC Basel den Druck von Minute zu Minute. Mehr und mehr rückte Zürichs Keeper Johnny Leoni in den Mittelpunkt. Der junge Goalie mit den grössten Fortschritten aller Schweizer Torhüter wehrte sich gegen die Übermacht der Gastgeber mit Bravour. Und doch zeichnete sich der Ausgleich Petrics regelrecht ab. Primär der starke Scott Chipperfield überforderte die Zürcher im linken Couloir ausnahmslos. Seine Flanken verfehlten den Adressaten mehrfach nur um Haaresbreite.
Zürich blieb angesichts der Basler Wucht bis zum Exploit in letzter Minute nichts mehr als die Schadensbegrenzung. An eine Spielverlagerung war nicht zu denken. Zu ballsicher und entschlossen stürmte Christian Gross' Auswahl ihrem letzten verbliebenen Saisonziel entgegen. Ohne César, der nach einem von Reto Zanni zumindest nicht verhinderten Zusammenprall mit einer Schulterverletzung ausgeschieden war, fehlte dem FCZ im Mittelfeld die ordnende (und beruhigende) Komponente. Erschwerend kam hinzu, dass Favre mit dem Brasilianer Rafael auch den zweiten «Ballsicherer» bereits nach 28 Minuten wegen einer Muskelverletzung zu ersetzen hatte.
Keita im Stile des Torschützenkönigs
FCZ-Trainer Lucien Favres Glück war hingegen, dass ausgerechnet der für Rafael eingetretene Franzose Alphonse mit einem feinen Dribbling Nef lancierte, dessen abgefälschte Flanke Keita im Stile des Torschützenkönigs verwertete. Sein zwanzigstes Saison-Tor wird der Afrikaner in langer Erinnerung behalten. Es ist anzunehmen, dass Sven Hotz, der leidenschaftliche Präsident und millionenschwere Mäzen, mit Keita im Zürcher Kreis 4 auf dem Helvetiaplatz abermals einen spektakulären Tanz aufführen wird. Mit Tränen vor Freude und der Polizei-Gase wegen. (NZZ)
FCB glücklos: 1:2 - Der FC Zürich ist Schweizermeister
BERICHT AM MONTAG IN DER BAZ - TESTEN SIE DAS EPAPER
Zoom Der entscheidende Treffer in der 93. Minute. Iulian Filipescu schiesst den FCZ zum Sieg. Foto Keystone
Basel. Si/baz. In der 93. Minute trug sich im Basler St.-Jakob-Stadion der Umsturz der nationalen Fussball-Szene zu: Mit dem letzten Angriff sicherte sich der FC Zürich den ersten Titel seit 25 Jahren. Iulian Filipescu versetzte dem FCB mit seinem ersten Meisterschaftstor zum 2:1 den Knock-out.
Auf die FCZ-Jubel-Szenen deutete wenig hin. Nach einer Serie brillanter Chancen der Bebbi hatte Mladen Petric in der 72. Minute mit einem wunderbaren Freistoss das 1:1 markiert. Der zuvor bereits stark unter Druck geratene Aussenseiter wankte minutenlang. Vom Ausgleich schien er sich nicht mehr zu erholen. Zu sehr hatten ihm die frühen verletzungsbedingten Ausfälle der Schlüsselfiguren César und Rafael zugesetzt -- ehe der Rumäne Filipescu die Geschichte der Partie und jene der Saison gleichermassen umschrieb.
Wie im Film
«Das Glück war in diesem Jahr definitiv auf der Seite des FC Zürich. Ich sah nur noch, wie Flo (Stahel) den Ball zur Mitte flankte. Da wusste ich, dass ich ihn reinmache. Es war wie im Film», kommentierte Filipescu seinen Meisterstreich hinterher mit verschmitzter Miene. Argumente, den Vertrag mit dem 32-jährigen Abwehrchef zu verlängern, liegen nun reichlich vor. Hässliche Bilder nach Schlusspfiff
Was sich unmittelbar nach der Entscheidung in Basel zutrug, ist in als eines der dunkelsten Kapitel im Schweizer Klub-Fussball einzureihen. Blind vor Hass stürmten Hooligans nach dem Schlusspfiff aufs Feld. Den Zürcher Spielern blieb zunächst keine Minute, den grössten Triumph ihrer Karriere zu geniessen. Auf dem Rasen spielten sich unbeschreibliche Jagdszenen ab. Matchwinner Filipescu wurde mehrfach von ganzen Horden tätlich angegriffen. Einige FCZler flüchteten gar zur Fan-Kurve des Zürcher Anhangs. Erst ein massiver Tränengas- und Gummischroteinsatz der Polizei verhinderte noch schlimmere Bilder. Ausserhalb des Stadions lieferten sich unverbesserliche Chaoten eine Strassenschlacht.
Dramatisches Ende
Auf sportlicher Ebene war das lange hochgradig spannende, intensive und am Ende dramatische Duell der mit weitem Abstand besten Schweizer Teams Werbung für das hiesige Fussball-Schaffen. Als die Basler Anhänger (und Spieler) den vermeintlichen Hattrick als gesichert betrachteten und den Titelhalter im Chor feierten, verblüffte der FCZ alle ein weiteres Mal. In extremis überflügelten die im Schnitt 23-jährigen (!) Gäste den punktgleichen Liga- Giganten, der im Championat nach 15. Runden neun Punkte vor dem FCZ klassiert war.
Selbst Coach Lucien Favre, der zu Beginn seiner Amtszeit vor drei Jahren nur knapp einer Entlassung entgangen war, sprach erst vor ein paaren Wochen erstmals von einem möglichen Umsturz der Super-League-Hierarchie. Seit der Aufholjagd vom 0:3 zum 3:3- Heimremis gegen YB reihte der unwiderstehliche FCZ sieben Siege aneinander. 24 Runden lang hat Favres Mannschaft nicht mehr verloren -- es war die Serie zum unerhörten Titelgewinn.
Basler in Bedrängnis
In grösster Bedrängnis setzten die Stadtzürcher der Basler Serie der Ungeschlagenheit vor eigenem Publikum im 60. Spiel ein bitteres und angesichts des Spielverlaufs nicht mehr für möglich gehaltenes Ende. Seit dem 1. Dezember 2002 und dem 1:2 gegen GC kannten die Bebbi das Gefühl der Niederlage im eigenen Stadion nicht mehr. Beim wichtigsten Rendez-vous seit Jahren riss die Serie des elffachen Champions nun ausgerechnet gegen den zweiten Zürcher Erzrivalen. Das zu akzeptieren, damit bekundeten nicht nur die Fans ihre liebe Mühe.
Dem finalen Coup in der Nachspielzeit lag eine «Zürcher» Kette von günstigen Szenen zugrunde. Nach einem letzten Einwurf erkämpfte sich Verteidiger Stahel, den Sekunden zuvor Krämpfe fast lahmgelegt hatten, den Ball mit im Wortsinn letztem Einsatz und spielte seinen entscheidendsten Pass der Saison. Filipescu, der am Ende stürmende Innenverteidiger, lenkte die Vorlage Stahels zum Entsetzen der Basler am machtlosen Nationalkeeper Zuberbühler vorbei -- Zeit zur Reaktion blieb dem geschockten FCB keine Sekunde mehr.
Auf die seit Dekaden spektakulärste Wende hätte keiner der 32 712 Zuschauer mehr einen Rappen gewettet. Nach dem 1:0 von Alhassane Keita (30.) verstärkte der FC Basel den Druck von Minute zu Minute. Mehr und mehr rückte Zürichs Keeper Johnny Leoni in den Mittelpunkt. Der junge Goalie mit den grössten Fortschritten aller Schweizer Torhüter wehrte sich gegen die Übermacht der Gastgeber mit Bravour. Und doch zeichnete sich der Ausgleich Petrics regelrecht ab. Primär der starke Scott Chipperfield überforderte die Zürcher im linken Couloir ausnahmslos. Seine Flanken verfehlten den Adressaten mehrfach nur um Haaresbreite.
Exploit
Zürich blieb angesichts der Basler Wucht bis zum Exploit in letzter Minute nichts mehr als die Schadensbegrenzung. An eine Spielverlagerung war nicht zu denken. Zu ballsicher und entschlossen stürmte Christian Gross' Auswahl ihrem letzten verbliebenen Saisonziel entgegen. Ohne César, der nach einem von Reto Zanni zumindest nicht verhinderten Zusammenprall mit einer Schulterverletzung ausgeschieden war, fehlte dem FCZ im Mittelfeld die ordnende (und beruhigende) Komponente. Erschwerend kam hinzu, dass Favre mit dem Brasilianer Rafael auch den zweiten «Ballsicherer» bereits nach 28 Minuten wegen einer Muskelverletzung zu ersetzen hatte.
Favres Glück war hingegen, dass ausgerechnet der für Rafael eingetretene Franzose Alphonse mit einem feinen Dribbling Nef lancierte, dessen abgefälschte Flanke Keita im Stile des Torschützenkönigs verwertete. Sein 20. Saison-Tor wird der Afrikaner in langer Erinnerung behalten. Es ist anzunehmen, dass Sven Hotz, der leidenschaftliche Präsident und millionenschwere Mäzen, mit Keita im Zürcher Kreis 4 auf dem Helvetiaplatz abermals einen spektakulären Tanz aufführen wird. Mit Tränen vor Freude und der Polizei-Gase wegen.
Ausschreitungen
Nach dem Spiel kam es im Stadion zu Ausschreitungen. Fanatiker stürmten das Spielfeld. Die Polizei setzte Gummischrot ein. Die Kübelübergabe fand unter erschwerten Bedingungen statt. (BAZ)
Liga-Gigant stürzt in der 93. Minute vom Sockel
Der FC Zürich verblüfft ein weiteres Mal
In der 93. Minute hat sich im Basler St.-Jakob-Stadion der Umsturz der nationalen Fussball-Szene zugetragen: Mit dem letzten Angriff sicherte sich der FC Zürich den ersten Titel seit 25 Jahren. Iulian Filipescu versetzte dem Schweizer Branchenleader mit seinem ersten Meisterschaftstor zum 2:1 den Knock-out.
Nur die grössten FCZ-Optimisten glaubten an den Titelgewinn ihres Teams.
Nur die grössten FCZ-Optimisten glaubten an den Titelgewinn ihres Teams. (Bild EQ Images)
(si) Auf die FCZ-Jubel-Szenen deutete wenig hin. Nach einer Serie brillanter Chancen der Basler hatte Mladen Petric in der 72. Minute mit einem wunderbaren Freistoss das 1:1 markiert. Der zuvor bereits stark unter Druck geratene Aussenseiter wankte minutenlang. Vom Ausgleich schien er sich nicht mehr zu erholen. Zu sehr hatten ihm die frühen verletzungsbedingten Ausfälle der Schlüsselfiguren César und Rafael zugesetzt - ehe der Rumäne Filipescu die Geschichte der Partie und jene der Saison gleichermassen umschrieb.
FC Zürich in dieser Saison vom Glück begünstigt
«Das Glück war in diesem Jahr definitiv auf der Seite des FC Zürich. Ich sah nur noch, wie Flo (Stahel) den Ball zur Mitte flankte. Da wusste ich, dass ich ihn reinmache. Es war wie im Film», kommentierte Filipescu seinen Meisterstreich hinterher mit verschmitzter Miene. Argumente, den Vertrag mit dem 32-jährigen Abwehrchef zu verlängern, liegen nun reichlich vor. Hässliche Bilder nach Schlusspfiff Was sich unmittelbar nach der Entscheidung in Basel zutrug, ist in als eines der dunkelsten Kapitel im Schweizer Klub-Fussball einzureihen. Blind vor Hass stürmten Hooligans nach dem Schlusspfiff aufs Feld. Den Zürcher Spielern blieb zunächst keine Minute, den grössten Triumph ihrer Karriere zu geniessen.
Unbeschreibliche Jagdszenen auf dem Rasen
Auf dem Rasen spielten sich unbeschreibliche Jagdszenen ab. Matchwinner Filipescu wurde mehrfach von ganzen Horden tätlich angegriffen. Einige FCZ-Spieler flüchteten gar zur Fan-Kurve des Zürcher Anhangs. Erst ein massiver Tränengas- und Gummischroteinsatz der Polizei verhinderte noch schlimmere Bilder. Ausserhalb des Stadions lieferten sich Chaoten eine Strassenschlacht. Auf sportlicher Ebene war das lange hochgradig spannende, intensive und am Ende dramatische Duell der mit weitem Abstand besten Schweizer Teams Werbung für das hiesige Fussball-Schaffen. Als die Basler Anhänger (und Spieler) den vermeintlichen Hattrick als gesichert betrachteten und den Titelhalter im Chor feierten, verblüffte der FCZ alle ein weiteres Mal.
In extremis überflügelten die im Durchschnitt 23-jährigen Gäste den punktgleichen Liga-Giganten, der im Championat nach 15. Runden neun Punkte vor dem FCZ klassiert war. Selbst Coach Lucien Favre, der zu Beginn seiner Amtszeit vor drei Jahren nur knapp einer Entlassung entgangen war, sprach erst vor ein paaren Wochen erstmals von einem möglichen Umsturz der Super-League-Hierarchie. Seit der Aufholjagd vom 0:3 zum 3:3-Heimremis gegen YB reihte der unwiderstehliche FCZ sieben Siege aneinander. 24 Runden lang hat Favres Mannschaft nicht mehr verloren - es war die Serie zum unerhörten Titelgewinn.
Im wichtigsten Rendez-vous reisst die Serie
In grösster Bedrängnis setzten die Stadtzürcher der Basler Serie der Ungeschlagenheit vor eigenem Publikum im 60. Spiel ein bitteres und angesichts des Spielverlaufs nicht mehr für möglich gehaltenes Ende. Seit dem 1. Dezember 2002 und dem 1:2 gegen GC kannten die «Bebbi» das Gefühl der Niederlage im eigenen Stadion nicht mehr. Im wichtigsten Rendez-vous seit Jahren riss die Serie des elffachen Champions nun ausgerechnet gegen den zweiten Zürcher Erzrivalen. Das zu akzeptieren, damit bekundeten nicht nur die Fans ihre liebe Mühe.
Dem finalen Coup in der Nachspielzeit lag eine «Zürcher» Kette von günstigen Szenen zugrunde. Nach einem letzten Einwurf erkämpfte sich Verteidiger Stahel, den Sekunden zuvor Krämpfe fast lahmgelegt hatten, den Ball mit im Wortsinn letztem Einsatz und spielte seinen entscheidendsten Pass der Saison. Filipescu, der am Ende stürmende Innenverteidiger, lenkte die Vorlage Stahels zum Entsetzen der Basler am machtlosen Nationalkeeper Zuberbühler vorbei - Zeit zur Reaktion blieb dem geschockten FCB keine Sekunde mehr.
Johnny Leoni mit den grössten Fortschritten
Auf die seit Dekaden spektakulärste Wende hätte keiner der 32'712 Zuschauer mehr einen Rappen gewettet. Nach dem 1:0 von Alhassane Keita (30.) verstärkte der FC Basel den Druck von Minute zu Minute. Mehr und mehr rückte Zürichs Keeper Johnny Leoni in den Mittelpunkt. Der junge Goalie mit den grössten Fortschritten aller Schweizer Torhüter wehrte sich gegen die Übermacht der Gastgeber mit Bravour. Und doch zeichnete sich der Ausgleich Petrics regelrecht ab. Primär der starke Scott Chipperfield überforderte die Zürcher im linken Couloir ausnahmslos. Seine Flanken verfehlten den Adressaten mehrfach nur um Haaresbreite.
Zürich blieb angesichts der Basler Wucht bis zum Exploit in letzter Minute nichts mehr als die Schadensbegrenzung. An eine Spielverlagerung war nicht zu denken. Zu ballsicher und entschlossen stürmte Christian Gross' Auswahl ihrem letzten verbliebenen Saisonziel entgegen. Ohne César, der nach einem von Reto Zanni zumindest nicht verhinderten Zusammenprall mit einer Schulterverletzung ausgeschieden war, fehlte dem FCZ im Mittelfeld die ordnende (und beruhigende) Komponente. Erschwerend kam hinzu, dass Favre mit dem Brasilianer Rafael auch den zweiten «Ballsicherer» bereits nach 28 Minuten wegen einer Muskelverletzung zu ersetzen hatte.
Keita im Stile des Torschützenkönigs
FCZ-Trainer Lucien Favres Glück war hingegen, dass ausgerechnet der für Rafael eingetretene Franzose Alphonse mit einem feinen Dribbling Nef lancierte, dessen abgefälschte Flanke Keita im Stile des Torschützenkönigs verwertete. Sein zwanzigstes Saison-Tor wird der Afrikaner in langer Erinnerung behalten. Es ist anzunehmen, dass Sven Hotz, der leidenschaftliche Präsident und millionenschwere Mäzen, mit Keita im Zürcher Kreis 4 auf dem Helvetiaplatz abermals einen spektakulären Tanz aufführen wird. Mit Tränen vor Freude und der Polizei-Gase wegen. (NZZ)
FCB glücklos: 1:2 - Der FC Zürich ist Schweizermeister
BERICHT AM MONTAG IN DER BAZ - TESTEN SIE DAS EPAPER
Zoom Der entscheidende Treffer in der 93. Minute. Iulian Filipescu schiesst den FCZ zum Sieg. Foto Keystone
Basel. Si/baz. In der 93. Minute trug sich im Basler St.-Jakob-Stadion der Umsturz der nationalen Fussball-Szene zu: Mit dem letzten Angriff sicherte sich der FC Zürich den ersten Titel seit 25 Jahren. Iulian Filipescu versetzte dem FCB mit seinem ersten Meisterschaftstor zum 2:1 den Knock-out.
Auf die FCZ-Jubel-Szenen deutete wenig hin. Nach einer Serie brillanter Chancen der Bebbi hatte Mladen Petric in der 72. Minute mit einem wunderbaren Freistoss das 1:1 markiert. Der zuvor bereits stark unter Druck geratene Aussenseiter wankte minutenlang. Vom Ausgleich schien er sich nicht mehr zu erholen. Zu sehr hatten ihm die frühen verletzungsbedingten Ausfälle der Schlüsselfiguren César und Rafael zugesetzt -- ehe der Rumäne Filipescu die Geschichte der Partie und jene der Saison gleichermassen umschrieb.
Wie im Film
«Das Glück war in diesem Jahr definitiv auf der Seite des FC Zürich. Ich sah nur noch, wie Flo (Stahel) den Ball zur Mitte flankte. Da wusste ich, dass ich ihn reinmache. Es war wie im Film», kommentierte Filipescu seinen Meisterstreich hinterher mit verschmitzter Miene. Argumente, den Vertrag mit dem 32-jährigen Abwehrchef zu verlängern, liegen nun reichlich vor. Hässliche Bilder nach Schlusspfiff
Was sich unmittelbar nach der Entscheidung in Basel zutrug, ist in als eines der dunkelsten Kapitel im Schweizer Klub-Fussball einzureihen. Blind vor Hass stürmten Hooligans nach dem Schlusspfiff aufs Feld. Den Zürcher Spielern blieb zunächst keine Minute, den grössten Triumph ihrer Karriere zu geniessen. Auf dem Rasen spielten sich unbeschreibliche Jagdszenen ab. Matchwinner Filipescu wurde mehrfach von ganzen Horden tätlich angegriffen. Einige FCZler flüchteten gar zur Fan-Kurve des Zürcher Anhangs. Erst ein massiver Tränengas- und Gummischroteinsatz der Polizei verhinderte noch schlimmere Bilder. Ausserhalb des Stadions lieferten sich unverbesserliche Chaoten eine Strassenschlacht.
Dramatisches Ende
Auf sportlicher Ebene war das lange hochgradig spannende, intensive und am Ende dramatische Duell der mit weitem Abstand besten Schweizer Teams Werbung für das hiesige Fussball-Schaffen. Als die Basler Anhänger (und Spieler) den vermeintlichen Hattrick als gesichert betrachteten und den Titelhalter im Chor feierten, verblüffte der FCZ alle ein weiteres Mal. In extremis überflügelten die im Schnitt 23-jährigen (!) Gäste den punktgleichen Liga- Giganten, der im Championat nach 15. Runden neun Punkte vor dem FCZ klassiert war.
Selbst Coach Lucien Favre, der zu Beginn seiner Amtszeit vor drei Jahren nur knapp einer Entlassung entgangen war, sprach erst vor ein paaren Wochen erstmals von einem möglichen Umsturz der Super-League-Hierarchie. Seit der Aufholjagd vom 0:3 zum 3:3- Heimremis gegen YB reihte der unwiderstehliche FCZ sieben Siege aneinander. 24 Runden lang hat Favres Mannschaft nicht mehr verloren -- es war die Serie zum unerhörten Titelgewinn.
Basler in Bedrängnis
In grösster Bedrängnis setzten die Stadtzürcher der Basler Serie der Ungeschlagenheit vor eigenem Publikum im 60. Spiel ein bitteres und angesichts des Spielverlaufs nicht mehr für möglich gehaltenes Ende. Seit dem 1. Dezember 2002 und dem 1:2 gegen GC kannten die Bebbi das Gefühl der Niederlage im eigenen Stadion nicht mehr. Beim wichtigsten Rendez-vous seit Jahren riss die Serie des elffachen Champions nun ausgerechnet gegen den zweiten Zürcher Erzrivalen. Das zu akzeptieren, damit bekundeten nicht nur die Fans ihre liebe Mühe.
Dem finalen Coup in der Nachspielzeit lag eine «Zürcher» Kette von günstigen Szenen zugrunde. Nach einem letzten Einwurf erkämpfte sich Verteidiger Stahel, den Sekunden zuvor Krämpfe fast lahmgelegt hatten, den Ball mit im Wortsinn letztem Einsatz und spielte seinen entscheidendsten Pass der Saison. Filipescu, der am Ende stürmende Innenverteidiger, lenkte die Vorlage Stahels zum Entsetzen der Basler am machtlosen Nationalkeeper Zuberbühler vorbei -- Zeit zur Reaktion blieb dem geschockten FCB keine Sekunde mehr.
Auf die seit Dekaden spektakulärste Wende hätte keiner der 32 712 Zuschauer mehr einen Rappen gewettet. Nach dem 1:0 von Alhassane Keita (30.) verstärkte der FC Basel den Druck von Minute zu Minute. Mehr und mehr rückte Zürichs Keeper Johnny Leoni in den Mittelpunkt. Der junge Goalie mit den grössten Fortschritten aller Schweizer Torhüter wehrte sich gegen die Übermacht der Gastgeber mit Bravour. Und doch zeichnete sich der Ausgleich Petrics regelrecht ab. Primär der starke Scott Chipperfield überforderte die Zürcher im linken Couloir ausnahmslos. Seine Flanken verfehlten den Adressaten mehrfach nur um Haaresbreite.
Exploit
Zürich blieb angesichts der Basler Wucht bis zum Exploit in letzter Minute nichts mehr als die Schadensbegrenzung. An eine Spielverlagerung war nicht zu denken. Zu ballsicher und entschlossen stürmte Christian Gross' Auswahl ihrem letzten verbliebenen Saisonziel entgegen. Ohne César, der nach einem von Reto Zanni zumindest nicht verhinderten Zusammenprall mit einer Schulterverletzung ausgeschieden war, fehlte dem FCZ im Mittelfeld die ordnende (und beruhigende) Komponente. Erschwerend kam hinzu, dass Favre mit dem Brasilianer Rafael auch den zweiten «Ballsicherer» bereits nach 28 Minuten wegen einer Muskelverletzung zu ersetzen hatte.
Favres Glück war hingegen, dass ausgerechnet der für Rafael eingetretene Franzose Alphonse mit einem feinen Dribbling Nef lancierte, dessen abgefälschte Flanke Keita im Stile des Torschützenkönigs verwertete. Sein 20. Saison-Tor wird der Afrikaner in langer Erinnerung behalten. Es ist anzunehmen, dass Sven Hotz, der leidenschaftliche Präsident und millionenschwere Mäzen, mit Keita im Zürcher Kreis 4 auf dem Helvetiaplatz abermals einen spektakulären Tanz aufführen wird. Mit Tränen vor Freude und der Polizei-Gase wegen.
Ausschreitungen
Nach dem Spiel kam es im Stadion zu Ausschreitungen. Fanatiker stürmten das Spielfeld. Die Polizei setzte Gummischrot ein. Die Kübelübergabe fand unter erschwerten Bedingungen statt. (BAZ)
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