Auch nach der Osterpause bleibt beim Handball-Oberligisten HV Stuttgarter Kickers alles wie gehabt: Die Mannschaft von Trainer Gerhard Warstat unterlag am Samstagabend beim TuS Schutterwald mit 27:31 und steckt als Tabellenvorletzter im Abstiegskampf der Baden-Württemberg-Oberliga weiterhin dick im Schlamassel.
TuS Schutterwald nach 31:27 nur noch zwei Punkte hinter der Spitze
Handball-BW-Oberliga: Arbeitssieg gegen die Stuttgarter Kickers und nunmehr 21:1-Punkte in Folge
Auf dem Spielfeld scheint für die Oberliga-Handballer des TuS Schutterwald schon lange die Sonne, doch mit den ersten richtigen Strahlen schien am Samstag die geistige Frische flöten gegangen. In einem Spiel der schwächeren Art behielten die Schutterwälder am Ende mit 31:27 (16:15) gegen die Stuttgarter Kickers aber dennoch die Oberhand, verteidigten Aufstiegsplatz zwei und rückten bis auf zwei Punkte an Spitzenreiter Horkheim heran, der am 28. April in der Mörburghalle antreten wird.
Schutterwald. »Für uns ist jedes Spiel schwer, das sind alles nur noch Endspiele.« Das Trainer-Duo Bernd Junker und Daniel Kempf betont immer wieder die Schwierigkeit des Unternehmens »Regionalliga«. Doch am Samstag war dennoch erst mal ein Spaziergang vor den großen Bergwanderungen hin zum Gipfel erwartet worden. »Es war schwer, sich zu motivieren. Jeden interessierte doch nur die Höhe des Sieges«, haderte Bernd Junker nach der Partie gegen den Fast-Absteiger aus Stuttgart mit der gestiegenen Erwartunghaltung.
Und so war nach 4:1 und 7:3-Führung (9.) schnell der Anfangselan verflogen. Zwei Lattentreffer und eine Behandlungspause für Daniel Kempf brachten die Gäste wieder zurück ins Spiel. Mit 11:10 (18.) gingen sie sogar in Führung, wobei zu diesem Zeitpunkt bereits vier Treffer auf das Knto des starken Julius Emrich gingen, der einst in der Jugend des TuS Schutterwald gespielt hatte.
»Die Abwehr hat versucht, zehn Minuten aggressiv zu sein, dann ist sie total zusammengebrochen«, musste Junker konstatieren, »da waren wir einfach zu offensiv.« Immerhin konnten die Schutterwälder auch einen Zwei-Tore-Rückstand kontern und mit 16:15 eine psychologisch wichtige Führung in die Pause retten.
Zu Beginn der zweiten Hälfte waren es dann zwei A-Jugendspieler, die für den nötigen Rückhalt sorgten. Vorne machte Gerrit Bartsch die Tore, und hinten hielt Felix Heuberger sein Tor dicht, nachdem Kollege David Bindner vor der Pause von den Vorderleuten oft sträflich im Stich gelassen worden war. Flugs spielte der TuS einen 21:16-Vorsprung heraus, ehe es wieder eng wurde. Erst wurde ein Tor von Jens Gudelius nicht gegeben, als der Ball die Linie klar überquert hatte, der Schiedsrichter aber ungünstig stand, dann wurde ein unmotivierter Wurf nach dem anderen im Angriff genommen, zudem zwei Mal den Schwaben der Ball in die Hände gespielt. Und plötzlich war der Abstiegskandidat aus Stuttgart mit 21:21 (42.) wieder im Rennen.
Jetzt allerdings machten die Schutterwälder endlich ernst. Über eine stärkere Abwehr und wohl auch dank der besseren konditionellen Verfassung wurde nun kontinuierlich ein Vorsprung herausgespielt, der am Ende in einen doch noch sicheren 31:27-Sieg mündete.
»Es war kein überragendes Spiel. Wir haben viel zu viele Chancen ausgelassen, aber die letzten 20 Minuten waren gut«, zeigte sich Bernd Junker versöhnlich, dass die beeindruckende Serie auf 21:1-Punkte ausgebaut werden konnte.