Bahn-Streik

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Alder
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Bahn-Streik

Beitrag von Alder »

Eskalation im Tarifstreit: Bahn feuert streikende Lokführer

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will heute beschließen, ob weiter gestreikt wird. Eine Einigung mit der Bahn scheint indes unwahrscheinlich - der Arbeitskampf wird härter denn je geführt. Die Bahn hat Kündigungen, Abmahnungen und Suspendierungen ausgesprochen. Die GDL verweigert Notdienste.

Für den Montag hat die Lokführergewerkschaft GDL auf neue Streiks verzichtet – allerdings sind Streiks am Dienstag und Mittwoch möglich. Man wolle bei neuen Bahn-Streiks Pendler und Schüler möglichst schonen, so die GDL. Im Arbeitskampf dagegen hat man harte Bandagen angelegt. Nach Informationen von WELT ONLINE hat die Bahn im Zusammenhang mit den Streiks Kündigungen ausgesprochen, Abmahnungen verschickt und Lokführer vom Dienst suspendiert. Die GDL wiederum verweigert Notdienste, die einen Mindestbetrieb des Bahnverkehrs garantieren sollen.

Gegen zwei Lokführer und GDL-Mitglieder hat die Bahn fristlose Kündigungen eingeleitet. Das Unternehmen wirft den Mitarbeitern Verstöße gegen die Bahn-Vorschriften vor. Die beiden Lokführer seien zeitweise nicht erreichbar gewesen. "Es geht dabei um klare, sicherheitsrelevante Dinge", sagte Bahn-Sprecher Uwe Herz. Einer der beiden gekündigten Lokführer ließ demnach beim Streik am 18. Oktober seinen Zug nach Streikbeginn um 2.00 Uhr am Bahnhof Zoo in Berlin stehen. Der Zug endete dort und hätte danach auf ein Abstellgleis gebracht werden müssen. Dass der Regionalzug dennoch am Bahnsteig blieb, war laut Bahn ein "gefährlicher Eingriff in den Bahnbetrieb" – und ein Kündigungsgrund.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) weist den Vorwurf zurück. "Eine Umfahrung des betreffenden Zugs war möglich", sagte Hans-Joachim Kernchen, Vorsitzender des GDL-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen. Seinen Angaben zufolge ist der Lokführer vom Dienst freigestellt worden. Die Gewerkschaft hat dem Lokführer einen Anwalt gestellt und will nun erreichen, dass die Bahn die Kündigung zurücknimmt.

Der zweite Fall liegt länger zurück: Beim ersten Streik der GDL am 3. Juli hatte ein Lokführer in Nordrhein-Westfalen einen Intercity auf freier, eingleisiger Strecke stehen gelassen. Laut GDL-Bezirkschef Frank Schmidt ging von dem Zug-Stopp – anders als die Bahn behaupte – keine Gefahr für den Eisenbahnverkehr aus. "Das ist doch unnormal, wie die Bahn hier reagiert, das hat auch der Richter im Gütetermin angedeutet", sagte Schmidt.

GDL: Bahn hat 200 Lokführer abgemahnt

Der Versuch einer gütlichen Einigung aber scheiterte. Nun hat das Gericht den nächsten Verhandlungstermin für Mitte Dezember angesetzt. Nach Angaben von Schmidt gibt es "etwa zehn Fälle" bundesweit, in denen die Bahn weitere Kündigungen vorbereitet hat. "Außerdem hat die Bahn jede Menge Kollegen abgemahnt", sagte Schmidt. Insgesamt seien bundesweit rund 200 solcher Abmahnungen ausgesprochen worden, heißt es bei der GDL.

Laut Bahn sind die Angaben der GDL falsch. Es habe Abmahnungen "im niedrigen zweistelligen Bereich" gegeben, so Bahn-Sprecher Herz, weil die betroffenen Lokführer Notdienste verweigert hätten. Das Arbeitsgericht in Berlin hatte vor dem Streik am 18. Oktober entschieden, dass die Bahn Notdienste auch ohne eine vorige Vereinbarung mit der Gewerkschaft anweisen darf. Damit sollen auch in Streik-Zeiten ein sicherer Betrieb und ein Mindest-Bahnverkehrs garantiert werden. "Doch die GDL hat zuletzt die von uns angebotenen Termine für eine Notdienst-Vereinbarung nicht mehr wahrgenommen", sagt Herz.

Bahn bestreitet Zahlen der Gewerkschaft

Nach Informationen von WELT ONLINE aus Gewerkschaftskreisen hat die Bahn nicht nur Kündigungen ausgesprochen, sondern auch Dutzende Lokführer vom Dienst suspendiert. Dabei soll es sich in allen Fällen GDL-Mitglieder handeln. Am härtesten traf es den Angaben zufolge Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ein GDL-Funktionär spricht von einer "Politik der Nadelstiche" gegen die Gewerkschaft, um die Streik-Moral zu brechen. Allein in Mecklenburg-Vorpommern hat die Bahn demnach mindestens zwölf Lokführer bis auf weiteres von der Arbeit freigestellt, in Niedersachsen fünf, bei der Regionalbahn Schleswig-Holstein drei und bei der Hamburger S-Bahn zwei Mitarbeiter. "Das treibt die Leute erst recht auf die Palme", sagt Norbert Quitter, Chef der GDL-Nord.

Die Gewerkschaft führt derzeit Gespräche in Sachsen, damit die Bahn die Suspendierungen wieder aufhebt. In Ostdeutschland ist der Organisationsgrad der Lokführer besonders hoch. Dort fielen beim Streik am vergangenen Donnerstag mehr Züge aus als im Westen. "Ich habe den Eindruck, dass beim Arbeitgeber die Nerven blank liegen", sagte der Berliner GDL-Bezirkschef Kernchen.

Die Angaben über die Suspendierungen bestreitet die Bahn. Das Unternehmen bestätigte jedoch "Absagen von Arbeit" – das ist der juristische Begriff. Zahlen dazu wollte der Bahn-Sprecher nicht nennen. Den Vorwurf, es handele sich dabei um gezieltes Vorgehen der Bahn, um den Streik-Willen zu brechen, wies er zurück. "Die Absage von Arbeit ist gängige Praxis auch an normalen Arbeitstagen."

Normal aber verläuft die Arbeit in diesen Tagen nicht: Die Bahn muss mit Notdiensten planen, um die gesetzlich vorgeschriebene Grundversorgung der Bahnkunden zu sichern – eben weil die Gewerkschafter nun über neue Streiks entscheiden. Die Forderungen liegen weit auseinander. Die GDL will 31 Prozent mehr Lohn, die Bahn bietet zehn Prozent unter Einbeziehung von zwei Stunden bezahlter zusätzlicher Arbeit. Der Konzern lehnt es ab, seine Offerte aufzustocken.

Welt Online, 22.10.2007


http://www.bahn.de/blitz/view/index.shtml

http://www.s-bahn-stuttgart.de/s_stuttg ... reik.shtml
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JJ
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Beitrag von JJ »

Was für ein AFFENTHEATER!!!

So ist es halt wenn man ein Monopol hat....
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

Ich finds einfach eine Unverschämtheit was die Lokführer da abziehen. Mehr Gehalt Ok. Aber 30% das ist ne Frechheit, wenn man sieht wie manche Berufsgruppen um 4-5 % kämpfen.

Und dann auch noch nicht 1 cm auf die Bahn zukommen... Ich hab überhaupt gar kein Verständniss dafür.
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Bunny
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Beitrag von Bunny »

Wenn man mal schaut was die Lokführer im Umland bekommen (Österreich, Frankreich usw), dann versteh ich diesen Arbeitskampf voll und ganz ! Ein Lokführer der schon 4 Jahre fährt und das auch Sonntags, Nachts usw war vor kurzem im TV... 2200 Euro Brutto isch dafür ja wohl etwas wenig ...
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JJ
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Beitrag von JJ »

Denen geht es schon lange nicht mehr um ein "gerechtes" Auskommen. Die GDL will ihre Machtposition festigen durch einen eigenen Tarifvertrag.

Und wie immer bei solchen Diskussionen: Was wäre denn ein "gerechtes" Auskommen und wer bitte soll das zahlen?
30 % ist völlig(!) verrückt!
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

BunnyCheckerGott hat geschrieben:Wenn man mal schaut was die Lokführer im Umland bekommen (Österreich, Frankreich usw), dann versteh ich diesen Arbeitskampf voll und ganz ! Ein Lokführer der schon 4 Jahre fährt und das auch Sonntags, Nachts usw war vor kurzem im TV... 2200 Euro Brutto isch dafür ja wohl etwas wenig ...
Auf andere zu schauen ist kein Argument, da sind ja Strukturen, Gehaltsgestaltung u.v.m. ja ganz anders! Und zum zweiten: Ich arbeite auch nachts, sonntags und alle feiertage... Und da gibts noch viele die das ebenfalls tun, aber so eine freche Forderung hat noch keiner gestellt.
DJ Thommy
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Beitrag von DJ Thommy »

Felix B. hat geschrieben:
BunnyCheckerGott hat geschrieben:Wenn man mal schaut was die Lokführer im Umland bekommen (Österreich, Frankreich usw), dann versteh ich diesen Arbeitskampf voll und ganz ! Ein Lokführer der schon 4 Jahre fährt und das auch Sonntags, Nachts usw war vor kurzem im TV... 2200 Euro Brutto isch dafür ja wohl etwas wenig ...
Auf andere zu schauen ist kein Argument, da sind ja Strukturen, Gehaltsgestaltung u.v.m. ja ganz anders! Und zum zweiten: Ich arbeite auch nachts, sonntags und alle feiertage... Und da gibts noch viele die das ebenfalls tun, aber so eine freche Forderung hat noch keiner gestellt.
Sehr richtig felix. Ich glaube in keinem anderen Land wird so oft gestreikt wie bei uns !
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Oeffinger
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Beitrag von Oeffinger »

DJ Thommy hat geschrieben:Sehr richtig felix. Ich glaube in keinem anderen Land wird so oft gestreikt wie bei uns !
Ich hoffe das meintest du ironisch!?!?!?!?!

Schau mal nach Italien oder Frankreich :wink:
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JJ
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Beitrag von JJ »

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft gab es in Deutschland 2005 weniger als 20.000, 2006 etwa 430.000 und im ersten Halbjahr 2007 bereits 500.000 streikbedingte Ausfallstage.

Und wenn man dann noch bedingt dass wir in Deutschland (EUROPA) im Vergleich zu Asien und den USA exorbitant viele Urlaubstage haben dann geht die Produktivität pro Arbeitnehmer dieses Jahr drastisch nach unten....
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Bunny
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Beitrag von Bunny »

JJ hat geschrieben:Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft gab es in Deutschland 2005 weniger als 20.000, 2006 etwa 430.000 und im ersten Halbjahr 2007 bereits 500.000 streikbedingte Ausfallstage.
:shock: :shock: Das Jahr hat doch nur 365 Tage ?!?! :lol: :lol: :lol: 8)
Bluespirit

Beitrag von Bluespirit »

JJ hat geschrieben:Denen geht es schon lange nicht mehr um ein "gerechtes" Auskommen. Die GDL will ihre Machtposition festigen durch einen eigenen Tarifvertrag.

Und wie immer bei solchen Diskussionen: Was wäre denn ein "gerechtes" Auskommen und wer bitte soll das zahlen?
30 % ist völlig(!) verrückt!
Na ja,wenn sich die Herren Manager und Vorstände ihre Gehälter verdreifachen,sind die Lokführer doch noch bescheiden.
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JJ
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Beitrag von JJ »

Bluespirit hat geschrieben:
JJ hat geschrieben:Denen geht es schon lange nicht mehr um ein "gerechtes" Auskommen. Die GDL will ihre Machtposition festigen durch einen eigenen Tarifvertrag.

Und wie immer bei solchen Diskussionen: Was wäre denn ein "gerechtes" Auskommen und wer bitte soll das zahlen?
30 % ist völlig(!) verrückt!
Na ja,wenn sich die Herren Manager und Vorstände ihre Gehälter verdreifachen,sind die Lokführer doch noch bescheiden.
Zweimal falsche Dinge machen das Ganze immer noch nicht richtig.
Wenn die Lokführer einverstanden damit wären 70 - 80 % ihres Gehalts davon abhängig zu machen ob die Züge rechtzeitig ankommen dann kann man das ganze gut vergleichen.
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Rinderwahn
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Beitrag von Rinderwahn »

JJ hat geschrieben:
Bluespirit hat geschrieben:
JJ hat geschrieben:Denen geht es schon lange nicht mehr um ein "gerechtes" Auskommen. Die GDL will ihre Machtposition festigen durch einen eigenen Tarifvertrag.

Und wie immer bei solchen Diskussionen: Was wäre denn ein "gerechtes" Auskommen und wer bitte soll das zahlen?
30 % ist völlig(!) verrückt!
Na ja,wenn sich die Herren Manager und Vorstände ihre Gehälter verdreifachen,sind die Lokführer doch noch bescheiden.
Zweimal falsche Dinge machen das Ganze immer noch nicht richtig.
Wenn die Lokführer einverstanden damit wären 70 - 80 % ihres Gehalts davon abhängig zu machen ob die Züge rechtzeitig ankommen dann kann man das ganze gut vergleichen.
Der Vergleich hinkt aber sehr stark. Ein Lokführer hat kaum Einfluss darauf ob er pünktlich kommt oder nicht. Ich kenne keinen Lokführer der bewusst langsamer fährt um unpünktlich zu sein. Wenn er, die ihm gestreckten Ziele, ausschließlich beeinflussen kann ist die Idee nicht falsch. Aber so macht das keinen Sinn.
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JJ
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Beitrag von JJ »

Rinderwahn hat geschrieben: Der Vergleich hinkt aber sehr stark. Ein Lokführer hat kaum Einfluss darauf ob er pünktlich kommt oder nicht. Ich kenne keinen Lokführer der bewusst langsamer fährt um unpünktlich zu sein. Wenn er, die ihm gestreckten Ziele, ausschließlich beeinflussen kann ist die Idee nicht falsch. Aber so macht das keinen Sinn.
Aha und Du glaubst ein Mann ober nun Hambrecht, Mehdorn, Zetsche oder wie auch immer heisst hat den alleinigen und direkten Einfluss darauf wie sich der Börsenkurs, Umsatz, Absatz etc. entwickelt?

Mein Vergleich hinkt natürlich genauso stark wie der des Gehalts eines Lokführers mit dem des CEOs eines Unternehmens.
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Rinderwahn
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Beitrag von Rinderwahn »

JJ hat geschrieben:[Aha und Du glaubst ein Mann ober nun Hambrecht, Mehdorn, Zetsche oder wie auch immer heisst hat den alleinigen und direkten Einfluss darauf wie sich der Börsenkurs, Umsatz, Absatz etc. entwickelt?
Nicht alleine, nein. Aber deshalb hat er ja auch ein Fixum und einen variablen Anteil am Gehalt. Auf jeden Fall hat er deutlich mehr Einfluß auf die korrekte Ausführung seiner Arbeit als ein Lokführer an einem pünkltichen Zug.
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DJ Thommy
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Beitrag von DJ Thommy »

Oeffinger hat geschrieben:
DJ Thommy hat geschrieben:Sehr richtig felix. Ich glaube in keinem anderen Land wird so oft gestreikt wie bei uns !
Ich hoffe das meintest du ironisch!?!?!?!?!

Schau mal nach Italien oder Frankreich :wink:
OK die beiden Länder sind mir irgendwie entfallen :-)
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Tacheles
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Beitrag von Tacheles »

Immer wieder schön, wie hier Grundrechte (Streik z.B.) einer Demokratie in Frage gestellt werden. Und ja, ich halte die Forderungen für gerechtfertigt. Ich glaube manche wissen wenig darüber Bescheid, welche Verschlechterungen bei Arbeitsbedingungen und Gehalt allein in den letzten 5 Jahren auf viele Arbeitnehmer eingebrochen sind. Leute, ich kann euch hier ein Lied von singen...
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JJ
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Beitrag von JJ »

Tacheles [reloaded] hat geschrieben:Immer wieder schön, wie hier Grundrechte (Streik z.B.) einer Demokratie in Frage gestellt werden. Und ja, ich halte die Forderungen für gerechtfertigt. Ich glaube manche wissen wenig darüber Bescheid, welche Verschlechterungen bei Arbeitsbedingungen und Gehalt allein in den letzten 5 Jahren auf viele Arbeitnehmer eingebrochen sind. Leute, ich kann euch hier ein Lied von singen...
Es geht nicht um das Grundrecht sondern darum wie man dieses ausnutzt ("missbraucht").
Welche Verschlechterungen meinst Du denn genau? Das würde mich mal interessieren.
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Tacheles
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Beitrag von Tacheles »

JJ hat geschrieben:
Tacheles [reloaded] hat geschrieben:Immer wieder schön, wie hier Grundrechte (Streik z.B.) einer Demokratie in Frage gestellt werden. Und ja, ich halte die Forderungen für gerechtfertigt. Ich glaube manche wissen wenig darüber Bescheid, welche Verschlechterungen bei Arbeitsbedingungen und Gehalt allein in den letzten 5 Jahren auf viele Arbeitnehmer eingebrochen sind. Leute, ich kann euch hier ein Lied von singen...
Es geht nicht um das Grundrecht sondern darum wie man dieses ausnutzt ("missbraucht").
Welche Verschlechterungen meinst Du denn genau? Das würde mich mal interessieren.
Ich meine sämtliche Verschlechterungen die Abseits von Tarifverhandlungen einschleichen. Wegfall etwaiger Zulagen oder sonstigem. Ganz besonders allerdings die Arbeitsverdichtung, die gerade in meinem Bereich massiv zugenommen hat. Das sind alles Sachen, die die Arbeitgeberseite meist schleichend durch die Hintertüre einbringt und umsetzt und von der die Öffentlichkeit keine Notiz nimmt. Bei größerem Interesse: PN !!
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Tobi78
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Beitrag von Tobi78 »

Mein Problem bei der Thematik Bahnstreik liegt darin, dass ich beide Seiten in ihren Standpunkten verstehen kann.

Lokführer:
- Geringes Gehalt
- Schlechte Arbeitszeiten
- Schlechte Arbeitsbedingungen
- Viel Verantwortung

:arrow: Forderung nach mehr Gehalt (30 %)

Bahn:
- blockiert ab 10 %

:arrow: Sagt, Forderungen sind viel zu hoch

Irgendwie haben beide Parteien Recht. Ja, Lokführer verdienen sehr wenig. Sie wussten aber als sie sich für diesen Beruf entschieden haben, auf was sie sich einlassen (Fragt mal eine Krankenschwester zu dem Thema). Die Lohnforderung mag (betrachtet man das Zielgehalt) sogar ok sein, eine relative Steigerung von 30 % ist aber so hoch, dass die Bahn allein aus politischen Gründen nicht darauf eingehen wird.

Im Grunde gibt es nur eine befriedigende Lösung. Man schnürt ein Paket in dem festgelegt wird, dass jeder Lokführer in den nächsten 6 Jahren jeweils eine Gehaltserhöhung von 4-5 % bekommt. Dann hätten die Lokführer im Ergebnis was sie wollen (und was gerechtfertigt ist) und die Bahn hätte ihr Gesicht gewahrt und genügend Zeit strukturelle und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, um die finanzielle Mehrbelastung abfedern zu können.

By the way: Bei den Preisen kann ich nicht glauben, dass die erhöhten Gehälter wirklich wirtschaftlich untragbar sind. Wenn das so wäre, dann hat die Bahn noch in ganz anderen Bereichen massive Defizite. Ich habe eher den Eindruck die Bahn bereitet sich auf einen Börsengang vor und presst sich selbst maximal aus, um für etwaige Aktionäre so attraktiv wie möglich zu werden.
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Killerauge
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Beitrag von Killerauge »

Tobi78 hat geschrieben: Lokführer:
- Viel Verantwortung
Stimmt, sie könnten ja mal falsch abbiegen. :roll:
Der Vergleich zu den Krankenschwestern ist sehr gut :arrow: DAS ist Verantwortung. (bei mind. genauso schlechter Bezahlung/Arbeitsbedingungen)
Ich meine sogar, dass jeder LKW-Fahrer/Busfahrer mehr Verantwortung hat, da der keine automatischen Sicherungssysteme als Unterstützung hat (Zug wird ja automatisch gebremst, wenn ein Lokführer einen drastischen Fehler macht...)

Ich steh bei der Diskussion in jedem Fall auf der Seite aller Wirtschaftsexperten :arrow: Piss Off, GDL :twisted:
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Oeffinger
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Beitrag von Oeffinger »

Killerauge hat geschrieben:Ich steh bei der Diskussion in jedem Fall auf der Seite aller Wirtschaftsexperten :arrow: Piss Off, GDL :twisted:
Jaja, schon blöd so ohne Auto :lol: :wink:
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Killerauge
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Beitrag von Killerauge »

Oeffinger hat geschrieben:
Killerauge hat geschrieben:Ich steh bei der Diskussion in jedem Fall auf der Seite aller Wirtschaftsexperten :arrow: Piss Off, GDL :twisted:
Jaja, schon blöd so ohne Auto :lol: :wink:
Ne, die Bahn muss hart bleiben :arrow: weitere Streiks (auch wenn ich kein Auto habe :P ) :arrow: GDL geht pleite :arrow: Ruhe im Karton :!:

:wink:
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Rinderwahn
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Beitrag von Rinderwahn »

Tobi78 hat geschrieben:...die Bahn hätte ihr Gesicht gewahrt und genügend Zeit strukturelle und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, um die finanzielle Mehrbelastung abfedern zu können.
Du meinst die Bahn hat dann genügend Zeit Lokführer zu entlassen (senkt die Kosten und macht sich gut beim Weg zur Privatisierung) und den verbliebenen dann noch mehr Arbeit aufzudrücken?
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Beitrag von Tobi78 »

@Rinderwahn:
Darauf würde es wohl unter anderem hinauslaufen. Insofern können die hohen Forderungen der GDL bzw. der Lockführer für einige schnell zum Eigentor werden. Die Bahn wird sich die größten Aufrührer vermutlich merken und als erste vor die Tür setzen.

Die Bahn muss natürlich effizienter werden und das geht zu 90 % immer mit Entlassungen einher. Es ist aber auch scheinheilig, wenn man bei Entlassungen immer nur mahnend den Finger hebt.

Ich arbeite z.B. aktuell bei einer Firma, die Software herstellt und vertreibt. Unsere Produkte verkaufen sich sehr gut, WEIL eine ROI-Berechnung sehr schnell zu dem Ergebnis führt, dass der Kauf einer teuren Software immer noch viel billiger (und qualitativ besser) ist, als die Anforderungen durch Personal abzudecken.

Davor habe ich für ein SAP-Consulting-Unternehmen gearbeitet. Was ist wohl das Ergebnis aus der Einführung von effizienteren Abläufen und (IT-) Strukturen? Genau, weniger Ressourceninput. Übersetzt: Weniger Personen schaffen das gleiche Pensum (besser) als vorher.

Sorry, aber ich schlafe deswegen trotzdem gut. Das ist ein ganz normaler Selbsterhaltungsmechanismus von Unternehmen in Märkten.
Zuletzt geändert von Tobi78 am Donnerstag 25. Oktober 2007, 08:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Tobi78 »

@Killerauge:
Du hast schon recht, deshalb zittern mit Sicherheit auch andere "Branchen" im Moment. Nicht auszudenken was passiert, wenn sich die GDL durchsetzt und daraufhin LKW-Fahrer, Busfahrer, Krankenschwestern, Sozialarbeiter etc. auch aufmüpfig werden.
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Beitrag von Soulfly »

Tobi78 hat geschrieben:Nicht auszudenken was passiert, wenn sich die GDL durchsetzt und daraufhin LKW-Fahrer, Busfahrer, Krankenschwestern, Sozialarbeiter etc. auch aufmüpfig werden.
Leute die so denken wie Du machen mir angst.
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Beitrag von Tobi78 »

@Soulfy:
Du hast mich vermutlich falsch verstanden. Aus der Warte z.B. der Krankenkassen etc. gesprochen ist jetzt zittern angesagt. Ich persönlich finde auch nicht akzeptabel wie das Verhältnis von Arbeitszeit, Verantwortung und Arbeitsbedingungen zu Entlohnung in manchen Berufen ist.
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Soulfly
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Beitrag von Soulfly »

Tobi78 hat geschrieben:@Soulfy:
Du hast mich vermutlich falsch verstanden. Aus der Warte z.B. der Krankenkassen etc. gesprochen ist jetzt zittern angesagt. Ich persönlich finde auch nicht akzeptabel wie das Verhältnis von Arbeitszeit, Verantwortung und Arbeitsbedingungen zu Entlohnung in manchen Berufen ist.
OK. Falsch verstanden. Sorry.
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JJ
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Beitrag von JJ »

Um es mal klar aus meiner Warte auszudrücken: Das was die GDL und die Lockführer machen ist in höchstem Masse unsolidarisch sowohl gegenüber den anderen Bahn Angestellten als auch gegenüber der Gesellschaft als Ganzes.
(Gewerkschaft und Co. schreiben sich ja die "Soldiarität" auf die große Fahne laufen dann aber meist in eine völlig andere Richtung)

Es ist zudem in keinster Weise (zumindest für mich) nachvollziehbar warum man bitte 30 % Lohnerhöhung Lockführern zugestehehn sollte. Ich bin völlig d'accord damit dass man zumindest einen Inflationsausgleich erhalten sollte oder bei veränderten Rahmenbedingungen eines Jobs entsprechend Anpassungsmaßnahmen sinnvoll sind. Ich sehe solche veränderten Rahmenbedingungen bei den Lokführern nicht! Das einzige was sich geändert hat ist die wirtschaftliche Gesamtlage und die wird letztlich schamlos ausgenutzt um Lohnforderungen von 30 % :roll: zu rechtfertigen. Selbstverständlich haben Lockführer einen "harten" Job aber um Gottes Willen sie haben ihn sich ja auch selbst ausgesucht. Wenn es einen Mangel an Lockführern gebe bzw. an Leuten die man zu diesen ausbilden könnte dann würde die Bahn nicht zögern und höhere Löhne zahlen. Doch das ist hier nicht der Fall.

Ich finde Herrn Mehdohrn sehr unsympathisch aber ich hoffe dass er sich durchsetzt. Und ob die Lockführer sich damit einen Gefallen tun - naja ich weiss ja nicht. Meine Sympathien und Versändnis haben sie nicht.

Ach ja wenn ich mich an das gesamtgesellschaftliche Unverständnis über den Ärztestreik erinnere muss man sich schon wundern warum doch recht viele für diesen Streik Verständnis haben.
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Beitrag von Tobi78 »

@JJ:
Das Verständnis der Bevölkerung ist in der Bahnstreik-Geschichte einfach deshalb höher als beim Ärztestreik, weil zum einen das Marketing der GDL besser und Emotionaler war und zum anderen der Glaube vorherrscht, dass Ärzte ohnehin sehr viel verdienen. Da findet es der "Durchschnittsbürger" nicht gerechtfertigt Forderungen zustellen.
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Killerauge
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Beitrag von Killerauge »

Tobi78 hat geschrieben:@JJ:
Das Verständnis der Bevölkerung ist in der Bahnstreik-Geschichte einfach deshalb höher als beim Ärztestreik, weil zum einen das Marketing der GDL besser und Emotionaler war und zum anderen der Glaube vorherrscht, dass Ärzte ohnehin sehr viel verdienen. Da findet es der "Durchschnittsbürger" nicht gerechtfertigt Forderungen zustellen.
Das kann man auch andersherum sehen:
Ärzte habe einen sehr schweren Job mit sehr, sehr viel Verantwortung unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen (z.B. 24h-Schicht). Außerdem sind Ärzte begehrt und eine Berufsgruppe, die nicht jedem offen steht (es erfordert ein sehr gutes Abitur und ein anstrengendes, abgeschlossenes Medizinstudium mit vielen Entbehrungen). Insofern herrscht hier ein weitgehendes Verständnis für den Streit um bessere Arbeitsbedingungen (zumindest bei mir).

Lokführer erled igen eine ziemlich einfache Arbeit, die meines erachtens keine besondere Verantwortung beinhaltet (s.o.) - außerdem würde dieser Beruf einer sehr viel größeren Personengruppe offen stehen (ohne besonders anspruchsvolle Anforderungen) - und dann gehen sie für eigene (unverhältnismäßige) Forderungen auch noch ziemlich rücksichtslos vor und schaden damit der dt. Wirtschaft (was ja Sinn sein soll) und damit jedem einzelnen Bürger.
Ich will die Arbeit von Lokführern nicht schmälern und ich würde ihnen natürlich auch bessere Arbeitsbedingungen wünschen (wie jedem anderen auch) - aber wir leben nunmal nicht in Utopia und ein Arbeitskampf auf diese Weise bringt bei mir null Mitgefühl oder gar Sympathie.
Da versuchen ein paar Berufsfunktionäre der GDL sich ein Denkmal zu setzen und wenn sie damit durchkommen, dann funktioniert in diesem Land bald gar nix mehr, weil andere dieses Verhalten kopieren wollen und jeder rücksichtslos das Beste für sich herausschlagen will...


Fazit: Ärzte- und Lokführerstreik kann man insofern gar nicht miteinander vergleichen... :wink:
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Tobi78
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Beitrag von Tobi78 »

Richtig! Abgesehen davon verdienen Ärzte heutzutage auch verdammt wenig. Sieht man das Ärtzeeinkommen im Verhältnis zu Arbeitszeit, Investition in Qualifikation (Studium) und Verantwortung verdienen Ärzte sicherlich weniger als Lokführer.
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Beitrag von EliteSued »

Tobi78 hat geschrieben:Richtig! Abgesehen davon verdienen Ärzte heutzutage auch verdammt wenig. Sieht man das Ärtzeeinkommen im Verhältnis zu Arbeitszeit, Investition in Qualifikation (Studium) und Verantwortung verdienen Ärzte sicherlich weniger als Lokführer.
:!: gerade als assistenzarzt steht das einkommen in keiner relation zur leistung. und dann kommen da solch absurde forderungen von bis zu 30% mehr bei irgendwelchen lokführern. da habe ich kein verständnis für!
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Martin
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Beitrag von Martin »

EliteSued hat geschrieben:
Tobi78 hat geschrieben:Richtig! Abgesehen davon verdienen Ärzte heutzutage auch verdammt wenig. Sieht man das Ärtzeeinkommen im Verhältnis zu Arbeitszeit, Investition in Qualifikation (Studium) und Verantwortung verdienen Ärzte sicherlich weniger als Lokführer.
:!: gerade als assistenzarzt steht das einkommen in keiner relation zur leistung. und dann kommen da solch absurde forderungen von bis zu 30% mehr bei irgendwelchen lokführern. da habe ich kein verständnis für!
vor allem peinlich wie sich der gewerkschaftsheini aufführt. entweder er ist total spinnert mit seinen 30 % oder falls sie aus seiner sicht gerechtfertigt sind, spricht es dafür, dass er die letzten 20 jahre gewaltig geschlafen haben muss.
Tobi78
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Beitrag von Tobi78 »

@Martin:
Genau so ist es aber. Die haben Jahrzehnte nichts bewegt bzw. bewegen wollen und jetzt wollen sie alles Verpasste auf einmal nachholen.
Wenn man sich z.B. die IG-Metall ansieht, dann stellt man fest, dass sie von Zeit zu Zeit immer wieder Druck machen, dabei aber (meistens) moderate Forderungen stellen, die sowohl erfüllbar als auch politisch vertretbar sind.
paimei
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Beitrag von paimei »

Martin hat geschrieben:
EliteSued hat geschrieben:
Tobi78 hat geschrieben:Richtig! Abgesehen davon verdienen Ärzte heutzutage auch verdammt wenig. Sieht man das Ärtzeeinkommen im Verhältnis zu Arbeitszeit, Investition in Qualifikation (Studium) und Verantwortung verdienen Ärzte sicherlich weniger als Lokführer.
:!: gerade als assistenzarzt steht das einkommen in keiner relation zur leistung. und dann kommen da solch absurde forderungen von bis zu 30% mehr bei irgendwelchen lokführern. da habe ich kein verständnis für!
vor allem peinlich wie sich der gewerkschaftsheini aufführt. entweder er ist total spinnert mit seinen 30 % oder falls sie aus seiner sicht gerechtfertigt sind, spricht es dafür, dass er die letzten 20 jahre gewaltig geschlafen haben muss.
der marburger bund unterstützt die gdl in ihrem recht auf streiks und in ihrer forderung nach einem spartentarifvertrag. und weißte was li´l squirt? das ist auch gut so!

greetz&cheers von ´nem gewerkschaftlich organisierten assistenzarzt.
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JJ
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Beitrag von JJ »

paimei hat geschrieben: der marburger bund unterstützt die gdl in ihrem recht auf streiks und in ihrer forderung nach einem spartentarifvertrag. und weißte was li´l squirt? das ist auch gut so!

greetz&cheers von ´nem gewerkschaftlich organisierten assistenzarzt.
...mmmh....was ist denn "gut so" ?
Das die Leute von der GDL streiken oder weil der Marburger Bund sie unterstützt?

Spartentarifvertrag ist natürlich ein sehr starkes Instrument, welches dazu führt, dass das gegenwärtige Tarifsystem tendenziell aufgelöst wird und es zunehmend zu Verzerrungen im Gehaltsgefüge zwischen Gruppen kommt.....ob das gut so ist...naja gibt es verschiedene Gründe die für und gegen eine solchen Spartentarifvertrag sprechen.

Ich halte wie gesagt wenig von dem Streik und meine Sympathie und Verständnis haben die Streikenden längst verloren.
Ob die Streikenden mittelfristig davon profitieren...ich habe meine Zweifel.
Es sind der Worte genügend gewechselt lasst mich endlich Taten sehen. (Goethe)
paimei
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Beitrag von paimei »

JJ hat geschrieben:...mmmh....was ist denn "gut so" ?
Das die Leute von der GDL streiken oder weil der Marburger Bund sie unterstützt?
beides - ich habe in unserem streik zuviel scheisse von der konzertierten aktion ver.di/länderfinanzminister gesehen, dass jede gewerkschaft, die sich gegen diese mischpoke stellt, meine vollste unterstützung hat.
JJ hat geschrieben:Spartentarifvertrag ist natürlich ein sehr starkes Instrument, welches dazu führt, dass das gegenwärtige Tarifsystem tendenziell aufgelöst wird und es zunehmend zu Verzerrungen im Gehaltsgefüge zwischen Gruppen kommt.....ob das gut so ist...naja gibt es verschiedene Gründe die für und gegen eine solchen Spartentarifvertrag sprechen.
entschuldige mal - es soll in diesem system, in dem wir leben, nunmal angeblich leistungsbezogene bezahlung geben. da dies aber nur in der sog. freien wirtschaft gilt und auch da zumeist erst ab facharbeiterebene, halte ich jedwede streikaktion von berufsgruppen, die in diesem land die gesellschaft am laufen halten, dies aber in relation gesehen für nen appel und nen ei machen, für mehr als gerechtfertigt und notwendig.
JJ hat geschrieben:Ich halte wie gesagt wenig von dem Streik und meine Sympathie und Verständnis haben die Streikenden längst verloren.
Ob die Streikenden mittelfristig davon profitieren...ich habe meine Zweifel.
gott lob ist das sterikrecht in einer halbwegs funktionierenden demokratischen sozialen marktwirtschaft ein verbrieftes recht und nicht von sympathie oder zustimmung der nicht-streikenden abhängig. streiks tun weh oder sie bringen nichts ein - das sieht man an diesem streik und das hat man am ärzte-streik gesehen. erst als die heidleberger uniärzte die evakuierung der patienten begonnen hatten und die freiburger einen aufnahmestopp durchgezogen haben, hatten wir 3 tage später unseren spartentarifvertrag. solange wir uns bemühten den streik für patienten abzufedern interessierte die landesfinanzminister das ganze einen feuchten. das ist nunmal tatsache.

es ist schön und nett, wenn die bevölkerung für die anliegen der streikenden sympathien hegt - wenn das aber damit erkauft werden muss, dass sich die arbeitgeber wegen *belanglosigkeit des streikes* zurücklehnen könen, dann müssen andere saiten aufgezogen werden.
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