DFB ermittelt nach antisemitischen Rufen
Bitter für Rot-Weiß Erfurt: Der 2:1-Sieg vom vergangenen Freitag gegen Jena könnte nichts wert sein - weil rund 100 Hirnlose die Gäste in der 2. Halbzeit mit antisemitischen Rufen beleidigt haben.
Aus den Blöcken E und F der Haupttribüne wurde „Juden-Jena“ skandiert, zudem ein Hass-Lied mit der Textzeile „Wir bauen eine U-Bahn von Jena bis nach Auschwitz“ angestimmt. TV-Aufnahmen des MDR belegen das.
Jena-Geschäftsführer Andreas Wiese: „‚Juden-Jena‘ ist kein Schmähruf mehr, sondern ein anderes Kaliber.“
JETZT ERMITTELT DER DFB!
Kontrollausschuss-Mitglied Erwin Bugar (56): „Diese Sache können wir nicht einfach unter den Tisch kehren.“ Der Vize-Chef des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt leitet die heute beginnenden Ermittlungen. Bugar: „Wir werden Schiedsrichter Trautmann befragen. Sollte sich der Tatbestand der antisemitischen oder rassistischen Äußerungen bestätigen, erwartet Erfurt eine Strafe.“
Und die heißt wohl Punktabzug! Laut Paragraf 9 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB werden „beim ersten Vergehen drei Punkte und beim zweiten Vergehen sechs Punkte abgezogen“.
Für Erfurt ist zusätzlich eine Geldstrafe von 18000 bis 150000 Euro möglich, falls die Anhänger eindeutig RWE zugeordnet werden. Zudem droht auch ein „Geisterspiel“.
Präsident Rolf Rombach (54) hofft, dass RWE der Höchststrafe entgeht: „Es war ja eine absolute Minderheit der Fans, die wir auch versuchen werden, zur Verantwortung zu ziehen.“
Dabei sollen die Polizei-Videos helfen. Rombach will Stadionverbote aussprechen. Ob das den DFB milde stimmt?
Auch Jena muss mit einer DFB-Strafe rechnen. Fan-Idioten von Carl Zeiss randalierten im Gästeblock, zertraten Sitzbänke, verbogen den Zaun zum Spielfeld und verbrannten Erfurt-Schals.
Hoffentlich werden die Schuldigen gefunden und bestraft. Diese Dummköpfe auf beiden Seiten dürfen nie wieder ein Derby kaputtmachen!
