SZ-Magazin: Aussterben zweiter Mannschaften deutscher Städte

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Olaidotter
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SZ-Magazin: Aussterben zweiter Mannschaften deutscher Städte

Beitrag von Olaidotter »

Im letzten SZ-Magazin war ein interessanter Artikel über Vereine als Nummer 2 der Stadt. Der Verfasser sieht als Ursache für den Untergang solcher Vereine (1860 Fortuna Köln, BW 90 Berlin und natürlich den Kickers) die zunehmende Internationalisierung des Fußballs. Ein Derby VFB gegen Kickers verliere an Reiz, wenn der VFB am Mittwoch in der Champions League auf Real trifft. Interessanter Ansatz!
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

Ja, das ist durchaus eine interessante Theorie. Eine recht logisch klingende zudem.
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Matze
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Beitrag von Matze »

1860

Der Niedergang der Münchner Löwen belegt, dass zwei ebenbürtige Fußballvereine zu viel sind für eine Stadt.
Von Andreas Bernard


Es sei »der Anfang vom Ende bei 1860«, sagte Uli Hoeneß in der vergangenen Woche, als bekannt wurde, dass ein Berliner Immobilienmakler bei dem Fußballverein eingestiegen ist. Tatsächlich wirkt die nun wieder zurückgenommene Zusammenarbeit des Klubs mit dem Investor nur wie ein weiteres Kapitel des schleichenden Niedergangs seit dem Bundesliga-Abstieg 2004, und es wäre nicht überraschend, wenn der TSV 1860 in naher Zukunft einen ähnlichen Weg ginge wie die anderen »zweiten« Vereine einer Stadt.

Fortuna Köln, Stuttgarter Kickers, 1. FC St. Pauli, Blau Weiss Berlin: All diese Clubs befanden sich zumindest kurz-zeitig in der Bundesliga und waren dauerhafter Bestandteil der 2. Liga, brachen in den vergangenen Jahren aber mehr oder weniger fundamental ein. Blau Weiss spielt nach einem Insolvenzverfahren derzeit in der Bezirksliga, Fortuna Köln seit Jahren in der 5. Liga, die Stuttgarter Kickers sind Tabellenletzter in der 3. Liga, und der 1. FC St. Pauli versucht, ähnlich wie der TSV 1860, Saison für Saison vergeblich, wieder in die Bundesliga aufzusteigen.

Seit fünf Jahren hat in der höchsten deutschen Spielklasse kein Stadtderby mehr stattgefunden. Das war lange Zeit ganz anders. Ende der Achtziger- bis Mitte der Neunzigerjahre gab es regelmäßig sogar zwei Städte, die in der Bundesliga jeweils zwei Clubs stellten, Hamburg und Stuttgart oder München und Hamburg. Natürlich ließe sich diese Entwicklung einfach mit der spezifischen Misswirtschaft der einzelnen Vereine begründen, aber das merkwürdige Aussterben der zweiten Clubs ist eine allzu auffällige Regelmäßigkeit, die nicht nur ein deutsches, sondern ein gesamteuropäisches Phänomen zu sein scheint (man denke an den AC Turin, an Espanyol Barcelona oder Atlético Madrid, alles ehemalige Spitzenvereine, die jetzt im Mittelmaß verschwinden; einzig Mailand und London scheinen weiterhin Platz für mehrere ebenbürtige Mannschaften zu haben).


Womit hängt dieser erstaunliche Prozess zusammen? Könnte es sein, dass es über das individuelle Schicksal der Clubs hinaus allgemeinere, eher kulturell und soziologisch bestimmbare Gründe gibt, die mit dem Niedergang der zweiten Vereine zu tun haben?

Es geht um die veränderte Funktion der Einheit »Stadt«, wie sie im letzten Vierteljahrhundert unter den bekannten Schlagworten der »Globalisierung« und »Mobilität« beschrieben worden ist. Lange Zeit waren Städte für die allermeisten ihrer Bewohner weitgehend abgeschlossene Sphären, in denen sie die gesamte Zeit ihres Lebens verbrachten. Innerhalb dieser Sphären ergaben sich grundverschiedene Lebenswelten, verteilt auf die sozial ungleich ausgeprägten Viertel der Stadt – eine Konkurrenz der Anschauungen und Existenzbedingungen, die in der Welt des Fußballs zu einem Wettstreit zweier Vereine führte.

Und die Vereine existierten nicht einfach nebeneinander, sondern verkörperten zwei unterschiedliche Milieus: Klein gegen Groß, Arm gegen Reich, Arbeiter gegen Bürger. In Deutschland zeigte sich diese Rivalität zwischen 1860 und Bayern, St. Pauli und dem HSV, den aufstrebenden Stuttgarter Kickers und Mayer-Vorfelders saturiertem VfB. Heute ist die Stadt für ein Gutteil der Menschen keine lebenslange Heimat mehr, sondern eine Station auf dem flexiblen Lebensweg. Das gilt für die Anhänger genauso wie für die Spieler; der Kader der Vereine ist in den letzten zehn, 15 Jahren bekanntlich radikal verändert worden, geprägt von Internationalität und hoher Fluktuation.

Im europäischen Fußball hat sich das Zeitalter der Globalisierung und Mobilität in der Gründung der Champions League 1992 niedergeschlagen, vor allem in ihrer sukzessiven Erweiterung zu einer Europaliga, die bis zu vier Vereine eines Landes im Wettbewerb zulässt. Das Verschwinden der zweiten Vereine jedoch, die Auflösung von Stadtrivalitäten hängt genau mit dieser Tendenz zusammen. Denn der Schauplatz des Duells im Fußball hat sich ausgeweitet; nicht mehr dem klassischen »Derby« innerhalb einer Stadt gilt das allgemeine Augenmerk, sondern den mit internationalen Stars gespickten europäischen Partien zwischen Manchester und Barcelona, Bayern und Real Madrid, Liverpool und AC Milan. Vereine wie der TSV 1860 sind das Opfer dieser Entwicklung.


http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28160
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Azulblanco
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Beitrag von Azulblanco »

Das Problem ist zweischichtig.

Fanmassen des Eventzeitalters tendieren unkritisch Richtung Erfolg, sprich zur "Nummer Eins". Das gilt innerhalb der Stadt und inzwischen auch national. Man schwimmt bequem mit der Erfolgswelle, wird eben Bayern-Erfolgsfan und inzwischen sogar Hoffenheim-Fan. Leidensfähigkeit ist nicht angesagt, man will bei den Großen dabei sein. In letzter Konsequenz läuft man sogar hierzulande mit einem Barcelona- oder Chelsea - Trikot durch die Gegend.

Das zweite Problem hängt damit zusammen. Auch Sponsoren tummeln sich gerne im Dunstkreis des Erfolgsvereins und in dessen Businesslounge. Das straht auch auf ihr Produkt ab. So ist es nicht verwunderlich, dass die Nummer zwei gnadenlos aus dem Sponsorentopf hinausgedrängt und wirtschaftlich allmählich um Längen abgehängt wird. Man sieht das auch bei unseren Blauen. Es ist offensichtlich schwierig, namhafte Geldgeber zu finden. Der Kollaps ist fast zwangsläufig abzusehen.

Es sei denn, es taucht aus dem Nichts eine Ausnahmepersönlichkeit auf, die bewusst gegen den Mainstream schwimmt und sich dadurch ein Denkmal setzen möchte (Aalen u.a. kleine Vereine).
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hiblaupositiv
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Beitrag von hiblaupositiv »

man hat als 2.Verein in einer Stadt nur eine Chance, nämlich wenn man sich als "die kleine aber feine Alternative" darstellt und auch dementsprechend verkauft. So wie z.B. St Pauli.
Wer das gleiche Publikum anspricht, verliert.So wie z.B.1860.
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E. Conen
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Beitrag von E. Conen »

hiblaupositiv hat geschrieben:man hat als 2.Verein in einer Stadt nur eine Chance, nämlich wenn man sich als "die kleine aber feine Alternative" darstellt und auch dementsprechend verkauft. So wie z.B. St Pauli.
Wer das gleiche Publikum anspricht, verliert.So wie z.B.1860.

So wie Präsident Eichelbaum meinte "Die symphatische Alternative".
Ausser Verwirrung beim VfB-Präsidenten ist aber nichts passiert!

Wobei ich meine das 1860 aber noch eine ordentliche Fangemeinde hat!
Die 60er habe ihre Fans ja hauptsächlich in Bayern, der FCB eben in ganz Deutschland!
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B.
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Beitrag von B. »

hiblaupositiv hat geschrieben:man hat als 2.Verein in einer Stadt nur eine Chance, nämlich wenn man sich als "die kleine aber feine Alternative" darstellt und auch dementsprechend verkauft. So wie z.B. St Pauli.
Wer das gleiche Publikum anspricht, verliert.So wie z.B.1860.
Stimme Dir teilweise zu, aber St. Pauli grenzt sich eben ganz deutlich vom HSV ab was die Fans und Zuschauer betrifft. 1860 hat wie schon oben gesagt eine große Fangemeinde IN München, viele "echte" Bayern sind eben 60er.

Bei uns ist das halt so eine Sache. Wir grenzen uns nicht ab und wir sind auch nicht so sehr anders. Das ist eben schwer nur die blaue Familie zu vermitteln, zumal das unter ADM noch eine andere Aussagekraft hatte - oder wenn ich da nur an die Edit denke, da war es echt eine Familie.

Darum hab ich ja auch mal gemeint, dass wir uns zumindest durch echt coole Fanartikel abgrenzen können sollten. Aber so richtig viel fällt mir mehr auch nicht ein.
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Martin
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Beitrag von Martin »

naja bevor wir wie st. pauli werden, zieh ich die alternative aussterben vor :shock:
Maro
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Beitrag von Maro »

@Martin: Zustimmung! So ein Klientelpublikum ist auch nicht das Wahre.
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Beitrag von Der Vorstand »

Oje ich sehs kommen, jetzt gehts gleich wieder los.
Bei den Kickers haben wir ein "rechtes" Problem.......etc. etc.
Mir egal. Niemals wie scheiß St. Pauli. :twisted:
Von hinten her gesehen, lauf ich immer erste reihe. -altes arabisches sprichwort-
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Martin
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Beitrag von Martin »

@ Maro:
wie waren eigentlich die flitterweochen :?: durch die accountsperrung konntest du die blaue fangemeinde ja gar nicht auf dem laufenden halten :(
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svk4ever
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Beitrag von svk4ever »

B. hat geschrieben:Bei uns ist das halt so eine Sache. Wir grenzen uns nicht ab und wir sind auch nicht so sehr anders. Das ist eben schwer nur die blaue Familie zu vermitteln, zumal das unter ADM noch eine andere Aussagekraft hatte - oder wenn ich da nur an die Edit denke, da war es echt eine Familie.

Eben... im Prinzip repräsentieren wir gar nichts mehr als eine Sparversion der Roten, die nicht mal mit derern Reserve mithalten kann. Das braucht niemand, damit gewinnt man keine neuen Anhänger oder Sponsoren, und man vergrault die langjährige Gefolgschaft, denn die hat sich irgendwann bewusst für Blau und gegen Rot entschieden. Man muss sich nur mal auf der HT umhören, dass die letzten Ergebnisse und die kommenden Spiele der Roten häufiger diskutiert werden, als die Belange des eigenen Vereins. Wir verkommen mehr und mehr zum Auffangbecken derer, die sie in Bad Cannstatt in welcher Position und aus welchem Grund auch immer nicht (mehr) mitspielen lassen. Es ist ein beschämendes Trauerspiel.

Den Niedergang der Lokalrivalen mit der Globalisierung erklären zu wollen halte ich für etwas weit hergeholt, wenn man ohne Not das eigene Profil und den eigenen Charakter über Bord kippt.
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Azulblanco
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Beitrag von Azulblanco »

svk4ever hat geschrieben: ..., wenn man ohne Not das eigene Profil und den eigenen Charakter über Bord kippt.
Tatsache ist, dass wir leider schon in den 50-iger und 60-iger Jahren den Großteil unseres Zuschauerstamms verloren haben. In dieser Zeit sind die Weichen in Stuttgart für uns grundlegend falsch gestellt worden. Das ist zwar reichlich lange her, aber daran leiden wir meiner Meinung nach noch heute. Auch die kurzen aber dennoch wichtigen Wiederbelebungsversuche unter ADM hatten daran langfristig nichts mehr ändern können. Der Zuschauerstamm war bereits weg und die Verankerung im gesellschaftlichen Leben der Stadt auf ein randliches, oft belächeltes Dasein geschrumpft. Der "Blaue Adel" ist tot, der neue Geldadel auf dem Wasen hat übernommen. Dass wir keinerlei Lobby mehr haben, sah man zuletzt überdeutlich, als wir bei der Stadionsanierung emotionslos abserviert wurden.

Dies ist anderen Vereinen (1860, St. Pauli; auch einigen Ruhrgebietsvereinen, die in ähnlich enger Nachbarschaft angesiedelt sind) trotz sportlichem Niedergang nicht in dem Maße passiert wie uns.
Die bewegen nach wie vor beachtliche Fanmassen und sind gesellschaftlich in ihrer Stadt und darüber hinaus präsent.

Daher würde ich SVK4ever nun schon gerne fragen, welchen Charakter wir nach seiner Meinung über Bord gekippt haben. Welches Profil haben wir abgelöst? Da gab es doch schon längst nichts mehr, was man als speziellen Kickers-Charakter hätte über Bord kippen können!

Die anti-Lampen-Haltung allein ist argumentativ doch wohl zu dürftg als Überlebensstrategie, genauso der überstrapazierte Begriff der Kickers-Familie oder die Rolle des armen Underdogs, den jeder liebhaben soll.

Matze und andere haben schon Recht, wenn sie in anderen Threads die Erstellung eines tragfähigen, speziellen Profils einfordern. Die Blauen haben im Moment keinerlei Zielorientierung und spezielle Fanorientierung. Wer sind eigentlich bzw. sollen unsere "Kunden"(Fans) und "Sponsoren" sein??? Da müssen wir ansetzen.
Maro
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Beitrag von Maro »

Martin hat geschrieben:@ Maro:
wie waren eigentlich die flitterweochen :?: durch die accountsperrung konntest du die blaue fangemeinde ja gar nicht auf dem laufenden halten :(
Waren ganz schön, also ich bin ja immer wieder gerne in Rom. Ebenso schön waren unsere Erlebnistage im Ötztal, mit Rafting, Cayoning usw.
Na ist schon toll verheiratet zu sein, auch wenn es solche und solche Tage gibt ...
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Matze
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Beitrag von Matze »

Die breite Masse lässt sich manipulieren und blenden durch großangelegte Medienspektakel...nicht mehr klassisch Fußball steht im Vordergrund, sondern die Unterhaltung :arrow: Die Zuschauer wollen unterhalten werden :!:

Und sie wollen genau die Stars sehen, die im Fernsehen propagiert werden? Und wer kann sich diese Stars leisten ??

Richtig, diejenigen die international spielen! Im Fernsehen wird vorgelebt, wer oder was angesagt ist - und bist du einmal angesagt, rückt der "klassische Fußballsport" in den Hintergrund und eine Plattform für eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen entsteht!

Eine Plattform für all jene, die angesagt sein wollen und eben auch jene, die sich mit dieser zunehmend internationalen Plattform kommunizieren lassen wollen! Wie sagt schon manch Stuttgart Mittelständler? Die wirklich wichtigen Geschäftspartner treffe ich beim VfB! Internationaler Fußball und internationales Sponsoring für global agierende Unternehmen oder eben jene die sich so fühlen (wollen)!

:arrow: Keine Zukunft also für die Kickers??

:arrow: Zu viele Fehler in der Vergangenheit, als die von meinen Vorrednern beschriebenen "Weichen gestellt" wurden??


Meiner Ansicht nach, ein klares Nein! Aufgrund der oben beschriebenen Ausrichtung in internationale Gefilde, sehe ich schon lange keinen Zielkonflikt zwischen Kickers und VfB mehr - zumindest im Sponsoring heissen unsere Konkurrenten aktuell anders!


Wir brauchen die schon so oft geforderte klare Positionierung:

Sportlich, um auch als klammer Verein unsere Potenziale zu fokussieren und konsequent weiterzuentwickeln bzw. das wenige geld gezielt einzusetzn (nur welche sind diese Potenziale und inwieweit ist unsere Nachwuchsarbeit im Status quo wirklich noch ein Alleinstellungsmerkmal?).

Und im außersportlichen Umfeld - respektive bei den Zielgruppen Fans und Sponsoring. Auch hier kehre ich gerne wieder zur eingangs aufgeworfenen Grundsatzfrage zurück:

Ja, in der Vergangenheit wurden Weichen gestellt, aber wie schnell aus einem Außenseiter DER Geheimtipp wird, sollte uns der kurze Hoffnungsschimmer aus unserer bislang letzten DFB-Pokal-Zeit zeigen: Wir waren wieder wer, DER Geheimtipp, der es in dieser Situation leider vergessen hatte, auch im außersportlichen Bereich diesen Aufschwung nachhaltig zu nutzen! Daher führt für mich konsequenterweise der Weg nur über ein tragfähiges und nachhaltiges Konzept:

Wofür stehen wir als Verein für alle unsere relevanten Zielgruppen - sprich Spieler, Talente, Fans und Sponsoren?

Für alle die sich den VfB nicht leisten können oder wirklich eher als Alternative, die eigene Inhalte bietet??

:arrow: Was sind unsere Inhalte??

:arrow: Wofür stehen wir eigentlich??

Damit wir nicht warten müssen, bis sich zufällig ein Sponsor auf die Waldau verirrt, sondern damit wir anhand eines klaren Profils (das für jede Zielgruppe gemeinsam erarbeitet werden muss) konsequent und gezielt auf Sponsoren zugehen können und diesen konkrete Ansatzpunkte aufgrund unseres Profils bieten können, anstatt lediglich auf einen bunten Gemischtwarenhandel verweisen zu müssen!

Eines steht für mich fest: Diese Stadt hat Potenziale für zwei Vereine und mehr, aktuell sehe ich allerdings eher die Gefahr, dass uns selbst Teams wie Aalen, Reutlingen oder Großaspach dauerhaft den Rang ablaufen! Im Umfeld der Kickers und im Umfeld der Landeshauptstadt Stuttgart gibt es Unmengen an Potenzialen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die allerdings konsequent vernetzt und erschlossen werden müssen - ausgehend von einem klaren Profil :!:
Zuletzt geändert von Matze am Mittwoch 18. Februar 2009, 16:53, insgesamt 1-mal geändert.
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stoitschkov
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Beitrag von stoitschkov »

Matze hat geschrieben:Die breite Masse lässt sich manipulieren und blenden durch großangelegte Medienspektakel...nicht mehr klassisch Fußball steht im Vordergrund, sondern die Unterhaltung :arrow: Die Zuschauer wollen unterhalten werden :!:

Und sie wollen genau die Stars sehen, die im Fernsehen propagiert werden? Und wer kann sich diese Stars leisten ??

Richtig, diejenigen die international spielen! Im Fernsehen wird vorgelebt, wer oder was angesagt ist - und bist du einmal angesagt, rückt der "klassische Fußballsport" in den Hintergrund und eine Plattform für eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen entsteht!

Eine Plattform für all jene, die angesagt sein wollen und eben auch jene, die sich mit dieser zunehmend internationalen Plattform kommunizieren lassen wollen! Wie sagt schon manch Stuttgart Mittelständler? Die wirklich wichtigen Geschäftspartner treffe ich beim VfB! Internationaler Fußball und internationales Sponsoring für global agierende Unternehmen oder eben jene die sich so fühlen (wollen)!

:arrow: Keine Zukunft also für die Kickers??

:arrow: Zu viele Fehler in der Vergangenheit, als die von meinen Vorrednern beschriebenen "Weichen gestellt" wurden??


Meiner Ansicht nach, ein klares Nein! Aufgrund der oben beschriebenen Ausrichtung in internationale Gefilde, sehe ich schon lange keinen Zielkonflikt zwischen Kickers und VfB mehr - zumindest im Sponsoring heissen unsere Konkurrenten aktuell anders!


Wir brauchen die schon so oft geforderte klare Positionierung:

Sportlich, um auch als klammer Verein unsere Potenziale zu fokussieren und konsequent weiterzuentwickeln (nur welche sind das und inwieweit ist unsere Nachwuchsarbeit im Status quo wirklich noch ein Alleinstellungsmerkmal?).

Und im außersportlichen Umfeld - respektive bei den Zielgruppen Fans und Sponsoring. Auch hier kehre ich gerne wieder zur eingangs aufgeworfenen Grundsatzfrage zurück:

Ja, in der Vergangenheit wurden Weichen gestellt, aber wie schnell aus einem Außenseiter DER Geheimtipp wird, sollte uns der kurze Hoffnungsschimmer aus unserer bislang letzten DFB-Pokal-Zeit zeigen: Wir waren wieder wer, DER Geheimtipp, der es in dieser Situation leider vergessen hatte, auch im außersportlichen Bereich diesen Aufschwung nachhaltig zu nutzen! Daher führt für mich konsequenterweise der Weg nur über ein tragfähiges und nachhaltiges Konzept:

Wofür stehen wir als Verein für alle unsere relevanten Zielgruppen - sprich Spieler, Talente, Fans und Sponsoren?

Für alle die sich den VfB nicht leisten können oder wirklich eher als Alternative, die eigene Inhalte bietet??

:arrow: Was sind unsere Inhalte??

:arrow: Wofür stehen wir eigentlich??

Damit wir nicht warten müssen, bis sich zufällig ein Sponsor auf die Waldau verirrt, sondern damit wir anhand eines klaren Profils (dss für jede Zielgruppe gemeinsam erarbeitet werden muss) konsequent und gezielt auf Sponsoren zugehen können und diesen konkrete Ansatzpunkte aufgrund unseres Profils bieten können, anstatt lediglich auf einen bunten Gemischtwarenhandel verweisen zu müssen!

Eines steht für mich fest: Diese Stadt hat Potenziale für zwei Vereine und mehr, aktuell sehe ich allerdings eher die Gefahr, dass uns selbst Teams wie Aalen, Reutlingen oder Großaspach dauerhaft den Rang ablaufen! Im Umfeld der Kickers und im Umfeld der Landeshauptstadt Stuttgart gibt es Unmengen an Potenzialen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die allerdings konsequent vernetzt und erschlossen werden müssen - ausgehend von einem klaren Profil :!:
Zustimmung bis auf das letzte Komma! Chapeau!
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svk4ever
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Beitrag von svk4ever »

Azulblanco hat geschrieben:Die anti-Lampen-Haltung allein ist argumentativ doch wohl zu dürftg als Überlebensstrategie, genauso der überstrapazierte Begriff der Kickers-Familie oder die Rolle des armen Underdogs, den jeder liebhaben soll.
Was haben wir denn für Alternativen? Weitermachnen wie bisher und versuchen als Nr. III in Stuttgart uns irgendwie durchzuwursteln?

Es ist schwer zu beschreiben, aber für mich stand Blau immer für Klasse und eine gweisse Exklusivität (Relikte daraus ist beispielsweise unser unschlagbarer Mitgliedsbeitrag) - Rot für Masse. Ja durchaus ein gewisses elitäres Denken. Die Kickers, das Sammelbecken für diejenigen, die eben nicht wie die breite Masse nach Bad Cannstatt dackeln.
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Bluebyte

Beitrag von Bluebyte »

Für die Blauen bleibt nur der Weg über eine konsequente Ausrichtung intensivster Jugendarbeit, die eigene Talente in die erste Mannschaft bringt. Wenn damit eine bestimmte Klasse nicht zu halten ist, dann ist das eben so. Aber im kapitalistischen Wettbewerb bestehen zu wollen ist keinem Management ohne Mäzen hier möglich. Dafür steht dann jahrelanges Gewürge ohne Spass für alle Beteiligte.

Zurück zu anderen Werten. Förderung junger Spieler und Spielfreude. Die Ligazugehörigkeit ist zweitrangig. Bis heute sind wir nicht die sympathische Alternative - wir sind nur die schlechte Kopie.
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Beitrag von Blue Fritz »

Sehr interessante Diskussion. Den Kickers fehlt einfach " einen oder mehrere Verrückte" (positiv gemeint), die Geld in die Kickers stecken zur Liebe zu den Blauen! Ob es realistisch ist, dass so etwas passiert? Ich weiß es nicht! Aber ohne Geld verpuffen alle noch so gut gemeinten Versuche irgendwann. Es bedarf ein finanzieller Kraftakt um die Marke Stuttgarter Kickers nach vorne zu bringen. Ich glaube gerade in der heutigen Zeit hätten die Kickers gute Chancen als symphatische Alternative in Stuttgart zu bestehen. Aber da wäre eine gute Rolle in der 2. Liga Voraussetzung. Als Tabellenletzter in der 3. Liga mit Tendenz nächstes Jahr in der 4. Liga zu spielen klappt dies nie!
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Beitrag von Matze »

Blue Fritz hat geschrieben:Sehr interessante Diskussion. Den Kickers fehlt einfach " einen oder mehrere Verrückte" (positiv gemeint), die Geld in die Kickers stecken zur Liebe zu den Blauen! Ob es realistisch ist, dass so etwas passiert? Ich weiß es nicht! Aber ohne Geld verpuffen alle noch so gut gemeinten Versuche irgendwann. Es bedarf ein finanzieller Kraftakt um die Marke Stuttgarter Kickers nach vorne zu bringen. Ich glaube gerade in der heutigen Zeit hätten die Kickers gute Chancen als symphatische Alternative in Stuttgart zu bestehen. Aber da wäre eine gute Rolle in der 2. Liga Voraussetzung. Als Tabellenletzter in der 3. Liga mit Tendenz nächstes Jahr in der 4. Liga zu spielen klappt dies nie!
Dein Posting trifft implizit den Nagel auf den Kopf, jemand müsste in "Vorleistung gehen", weil er an die Sache glaubt! Nur ist dies eben wesentlich realistischer, wenn dafür ein Plan in der Schublade liegt, als dass sich zwei/drei Fußballverrückte eben wirklich "nur aus Liebe zu den Kickers" der Sache annehmen!
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Beitrag von G.Regor »

Jaja, das gute alte "Wir brauchen halt einen Maezen, der Kohle in die Kickers steckt"...

Den hatten wir, Freunde! Und als Ergebnis ist alles zusammengebrochen, als der eines Tages nicht mehr war. Weil er immer alle Loecher gestopft hat.

Was wir brauchen ist ein SPONSORING-Konzept und nicht das ewige Warten auf Mister Millionaire als Maezen. Sponsoring bedeutet naemlich genau NICHT Maezen, sondern der eine gibt Geld - und der andere (Kommunikations-)Leistungen.

Verdammt noch mal. Ich kann's echt nicht mehr hoeren. Wartet halt weiter auf Euren ADM II! Da wartet Ihr aber bis ewig!

Ich wuerde stattdessen zusehen, dass wir mal das Merchandising ordentlich angehen, wie ich in einem anderen Thread geschrieben habe, sich jetzt schon mal um die CD 2009/10 kuemmern, um Kalender, um Kleinsponsoren, um Believe in Blue, etc pp. Der Haken ist dass hier kein Konzept und keine Idee laenger als ein Jahr durchgehalten wurde.
***Abteilung Ostafrika***
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Tacheles
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Beitrag von Tacheles »

Zur mal wieder aufkommenden "Wir brauchen einen Mäzen"-Diskussion ein kleiner Ausschnitt aus der 11Freunde:

"Mit deutlich mehr Grandezza als Blau-Weiß 90 Berlin ging Westfalia Herne unter. Finanziert von Mäzen und Tankstellenbesitzer Eberhard Goldbach kaufte der Zweitligist Ende der Siebziger Spieler en gros ein und zahlte horrende Jahresgehälter bis zu 200.000 Mark pro Spieler. Dann aber folgte die Ölkrise: Denn 1979 wurde offenbar, dass der umtriebige Goldbach seit Jahren großzügig davon abgesehen hatte, die fällige Mineralölsteuer zu bezahlen. Von heute auf morgen war der Club pleite."

:arrow: Man vergisst gerne, dass man sich bei einem Mäzen auch in Abhängigkeit begibt und das Opfer zum Schluss sehr groß sein kann !!
Werde auch DU Fansponsor der Stuttgarter Kickers !!!!!!!

Informationen gibt es unter 12für11.de
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Matze
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Beitrag von Matze »

Und was man auch gern mal vergisst: auch ein Mäzen verfolgt Interessen! Dies kann aus Liebe zum Verein geschehen oder eben auch aus Profilierungsgründen etc. Es mag positive Gründe für ein Engagement geben, aber auch negative sowie die Kombination aus beidem!

Unter'm Strich allerdings überwiegen für mich die von Tacheles und Gregor thematisierten Risiken: eine gefährlich einseitige Abhängigkeit!

Da auch ein Dr. Garcia - zu Recht - eine Gegenleistung für sein Engagement fordert und ein Mäzen derzeit nicht in Sicht ist, bevorzuge ich die Variante der soliden Arbeit. Mit dem Ziel, eines bunten, sich befruchtenden und vorallem zu den Kickers-passenden Branchen-Fit!

Anstatt auf Wunder zu hoffen, gilt es auch abseits des Platzes ordentlich zu klotzen..nur dann kann ein (weiteres) sportlich kurzfristiges Wunder auch nachhaltig Wirkung entfalten!
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Dimi
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Beitrag von Dimi »

B. hat geschrieben:Stimme Dir teilweise zu, aber St. Pauli grenzt sich eben ganz deutlich vom HSV ab was die Fans und Zuschauer betrifft. 1860 hat wie schon oben gesagt eine große Fangemeinde IN München, viele "echte" Bayern sind eben 60er.
Zu St.Pauli möchte ich Folgendes anmerken: Hamburg ist auch keine gewachsene Metropole. Die Stadtteile sind immer noch relativ autonom und erst seit einigen Jahrzehnten wurde das Hamburger Stadtgebiet, um die Stadtteile erweitert. Die Vereinigung der Stadteile Altona-St.Pauli und Hamburg Mitte kam erst 1938:

http://de.wikipedia.org/wiki/Altona/Elbe

Hier sieht man sehr gut die Grenzziehung zwischen Altona/Hamburg:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... n.1890.png

St.Pauli liegt genau dazwischen, liegt aber ebenfalls außerhalb der Stadtmauern von Hamburg.

Bestes Beispiel ist Altona. "Unabhängigiger" Stadteil mit einem eigenen Traditionsverein Altona 93, der mittlerweile in der RL-Nord spielt! Aber ebenfalls ohne taugliches Stadion. Dem Aufstieg von St.Pauli aus der (alten) RL-Nord folgt der Aufstieg von Altona 93 aus der HH-Liga in die RL-Nord! Des weiteren hat St.Pauli eine Fluktuation in Richtung Altona. Dort kommen hauptsächlich Leute unter, denen St.Pauli zu kommerziell geworden ist! Das erste Mal in Hamburg war ich am 27./28.Juli 2007 bei einem Testspiel zwischen St.Pauli-PAOK Saloniki in der "Adolf Jäger Kampfbahn". Dort spielt Altona 93 gar nicht mehr, die mußten in eines der zig Hamburger Stadien umziehen.

Folglich gibt es Hamburg keinen Zweikampf unter den Vereinen, sondern einen Dreikampf! Ich war Anfang Dezember 2008 nochmal in Hamburg, auf dem Weihnachtsmarkt in Altona gab es einen eigenen Fanartikel-Stand. In Hamburg kann man also nicht von zwei konkurrierenden Stadtvereinen sprechen, sondern um konkurrierende Vereine aus ehem. unabhängigen "Städten".

Das ist bei uns in Stuttgart nicht der Fall, oder erinnert sich irgendjemand, dass Degerloch mal Hauptstadt vom Württemberg war? Degerloch war schon immer Stadtteil von Stuttgart. Folglich gibt es eben bei uns Konkurrenz und in Hamburg eher Koexistenz.
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