Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Alles rund um unsere Blauen aus sportlicher Sicht
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pichierri
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Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von pichierri »

Seit gestern gibt es auch für blaue Traumtänzer, wie wir sie häufig unter den Fans (was in Ordnung geht), aber möglicherweise auch gar nicht selten unter den Hauptverantwortlichen (was nicht in Ordnung geht) antreffen, nichts mehr daran zu deuteln, dass der Abstieg beschlossene Sache ist.

Wobei es sich nicht um einen normalen Abstieg handelt der passiert, weil man zum Schluss leider das schlechtere Torverhältnis oder den ein oder anderen Punkt vergeudet hat:
Wir waren als einziges von zwanzig Teams, und das sollte betont werden, nicht konkurrenzfähig und ich glaube, das war im Nachhinein relativ früh in der Saison zu erkennen. Bei allem Geldmangel meine ich, ein konkurrenzfähiges Team hätte man auch unter den gegebenen Bedingungen mit später Quali usw. zusammenstellen können.

Jena, Aalen oder andere kommen mit in die Vierte, aber der Unterschied ist:
Sie haben mit viel oder wenig Geld eine Mannschaft aufgeboten, bei welcher man im Normalfall zumindest keinen Klassenunterschied zu anderen Mannschaften der dritten Liga erkennt. Bei uns war es die Ausnahme, wenn der Klassenunterschied nicht sichtbar war. Man kann in dieser Liga mit unserem Etat absteigen, aber eben nicht so. Wenngleich es mir als "nur Fan" sowieso schon schwer verständlich zu machen ist, weshalb jetzt Vereine wie Sandhausen oder Burghausen, demnächst Heidenheim, bessere Voraussetzungen für einen Ligaverbleib mitbringen, als wir es tun. Daran werden wir uns aber weiterhin gewöhnen müssen. Mit einem zukünftigen Etat von anderthalb Millionen wird es demnächst heißen: Tut uns leid, liebe Kickersfans, aber Mannschaften wie Eintracht Bamberg haben einfach ganz andere finanzielle Voraussetzungen, als wir sie mitbringen.

Die Hauptursache für den Niedergang der letzten Jahre liegt - keine Neuigkeit - wohl an den ausbleibenden Sponsoreneinnahmen. Aber weshalb steigen Sponsoren denn trotz fehlender Tradition eher bei Sandhausen, Aalen und neuerdings möglicherweise Heidenheim ein als bei uns. Was machen die denn anders als wir? Was haben diese Dorf- oder Retortenvereine denn zu bieten, was wir nicht bieten könnten? Fünf Generationen Stuttgarter gehen seit 110 Jahren alle zwei Wochen nach Degerloch, in einen der schönsten Stadtteile Stuttgarts, im übrigen eine der reichsten Städte Europas, um in wunderbarer Umgebung und in liebenswerter und traditionsreicher Atmosphäre Fußball in einem charmanten Stadion zu schauen und das kann nicht vermarktet werden? Auf diese Fragen hätte ich gerne eine Antwort von den Verantwortlichen.

Der Hauptfehler in dieser Saison liegt augenscheinlich in der Kaderzusammensetzung. Das ist ebenfalls keine Neuigkeit. Aber genau darüber sollten sich die Verantwortlichen Gedanken machen. Und dabei lag es möglicherweise nicht einmal an den zweifellos bescheidenen technischen oder läuferischen Fähigkeiten der Akteure. Regensburg hat keine besseren Techniker am Start, schafft aber den Ligaverbleib.

Ergo hat man den Charakter der Akteure nicht ausreichend berücksichtigt. Ich will jetzt auch gar nicht noch mehr draufhauen auf die bedauernswerten Jungs, die mich mit ihrem "Spiel" und ihrer Angst jetzt knapp ein Jahr lang gequält haben, aber wenn man als erfahrener Manager wie Cast mittlerweile noch nicht weiß, welche Eigenheiten einen unterdurchschnittlichen Fußballer mit Drittligaformat von einem durchschnittlichen Angsthasen unterscheiden, dann gibt es Einstellungstests, strukturierte Interviews, Arbeitszeugnisse usw. mit welchen man die Personalauswahl und das damit verbundene Risiko von Neuverpflichtungen im charakterlichen Bereich zwar nicht ausschalten, aber doch vermindern kann. Ich hoffe, bezweifle aber, dass man bei den Blauen davon Kenntnis genommen hat.

Wenn ich von Charakter rede, meine ich in diesem Fall nicht in erster Linie, dass die Spieler nett, hilfsbereit oder verständnisvoll sein sollten. Ortlieb und Deigendesch sind wahrscheinlich furchtbar nette Jungs und helfen möglicherweise jetzt im Moment gerade einer Oma über die Strasse. Orlando z.B. ist bei den Fans so beliebt, weil er Selbstvertrauen bereits mitbringt (und es ihm nicht erst mühevoll verzärtelnd eingeredet werden muss), er alles andere als lieb ist und sich - obwohl er es nicht nötig hätte, da er sicher unterkommt - gegen Widrigkeiten stemmt. Wirklich gut kickt er eigentlich auch nicht, aber er lässt sich nicht unterkriegen. Vom Charakter her möchte ich, trotz seiner Spinnereien und seiner Fastfoodvorliebe, im nächsten Jahr lieber elf Orlandos sehen, als nochmals Spiele wie im Derby, Wuppertal und ähnliches. Und ganz im Ernst: Der Musti mag Probleme haben und sich enttäuschend abseits des Platzes verhalten. Wenn er auf dem Platz stand, hat er mich seltener enttäuscht als so mancher Spieler der nahezu jedes Spiel aufgelaufen ist.

Was ich mir als Fan nun wünsche ist, dass man auf Experimente verzichtet. Deshalb bitte in puncto sportlicher Leitung keine unerfahrenen Leute holen, die den Nachweis ihrer Tauglichkeit in der Vierten erst erbringen und noch Lehrgeld bezahlen müssen. Deshalb kein Kraft als Trainer und auch keinen Hinck und schon gar keinen Rosen als Manager. Wir haben keine Zeit und keine Ressourcen mehr für Wagnisse, die in Kürze wieder fehlschlagen könnten. Weiterhin wünsche ich mir einen realistischen aber auch ambitionierten Blick der Beteiligten auf die nächste Saison. Das die Fans träumen ist normal, aber diejenigen die das ganze leiten, sollten den Überblick bewahren. Viele werden den Gang in Liga 4 noch mitmachen, aber wenn es dann irgendwann "Kickers gegen Spvgg Feuerbach" heißt, dann wird auch von den Leuten hier kaum einer noch regelmäßig kommen...
franky
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von franky »

Ich gehörte bisher nicht zu den "Cast Raus" - Schreiern, weil ich doch immer
die schwierigen Rahmenbedingungen als Entschuldigung für Manches sah. Und
vor der Saison war ich, wie ja auch viele andere hier der Ansicht, dass sehr viel-
versprechende Leute geholt worden waren. Dass die sich nun nicht so wie
erhofft entwickelt haben, mag auch einfach ein bisschen Pech sein.

Aber ich sehe jetzt einen konkreten Kritikpunkt, für den Herr Cast mE die volle
Verantwortung übernehmen muss: ich erinnere mich noch zu gut, wie oft betont
wurde, wie viel Wert man bei den Neuen auf charakterliche Eigenschaften gelegt habe.
Und da wurde ja offensichtlich und mittlerweile auch von den Trainern angesprochen
ganz ganz böse daneben gegriffen.

Und diese Fehleinschätzung hat die Mannschaft in die 4. Liga und damit den Verein an den Rand des
Ruins gebracht.

Deshalb schreie ich jetzt auch: CAST RAUS!
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* * * - k & k & k
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von * * * - k & k & k »

Geld ist zwar nicht alles und schon gar keine Garantie für sportlichen Erfolg, aber es ist offensichtlich, daß der magere Etat der Stuttgarter Kickers ein wichtiges Problemfeld darstellt. Andererseits gibt es andere Vereine, die trotz ebenfalls bescheidener Mitteln deutlich besser dastehen als wir. Inwieweit die Zusammenstellung einer guten Mannschaft und eines guten Trainerteams Glückssache ist oder inwieweit Kompetenz oder Inkompetenz der Führungsebene eine Rolle spielen, will ich hier nicht diskutieren. Dennoch würde ich stark annehmen, daß wir nur dann wieder vorankommen können, wenn sich eine Persönlichkeit finden würde, die mit Charisma und überdurchschnittlicher Sachkompetenz die Verantwortung übernimmt. Gut möglich, daß es mit einer solchen Persönlichkeit an der Spitze auch einfacher sein könnte, Sponsorengelder einzusammeln. Vor allem aber muß wohl ein neues Konzept her: zum einen sowieso wegen der Etatvorgaben in Liga 4, zum anderen, weil man seit geraumer Zeit schon das Gefühl hat, daß wir gegen die Wand fahren und es so nicht weitergehen kann. Aber das ist alles leicht gesagt und recht allgemein - - - die Frage ist, ob sich jemand findet, der die Ärmel hochkrempelt und uns mit Sachkompetenz (und dem sprichwörtlichen Glück des Tüchtigen) wieder zurück auf die Erfolgsspur bringt. Zwar bin ich der Meinung, daß nach einem solche Einschnitt wie jetzt, Präsident und Manager reif für eine Ablösung sind, aber allein durch deren Rücktritt ist noch keine positive Änderung in Sicht. Vielleicht wäre Wolfgang Wolf einer, der uns weiterhelfen könnte, aber ich glaube, im Moment stehen wir alle - die Fans wie die Verantwortlichen im Verein - ziemlich ratlos da.
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Ford K
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von Ford K »

Man sollte auf jedenfall zwischen längerfristigen Strukturproblemen und aktuellen Fehlern unterscheiden.

1. Generelles Problem: Nur der 2. Fußballverein in unserer Stadt und dadurch große Konkurrenz bei der Sponsorensuche zum beim Publikumszuspruch. Kickers-Hasser gibt es in Stuttgart wenige, im Gegensatz dazu sogar viele Sympathisanten. Nur gehen die auf Grund der Qualitätsunterschiede nach Cannstatt. Das Fanpotenzial, sprich: Leute, die nicht nur zu den Topspielen gehen - lag aber in den letzten Jahren bei 10000 (1. Liga), 4000 - 5000 (2. Liga), 3500 (3. Liga) bzw. 2800 (RL) Zuschauern
2. In den 90ern Jahren zunächst "Fahrstuhlmannschaft". Dann 5 Jahre am Stück 2. Liga, aber praktisch in jeder Saison zumindest zeitweise gegen den Abstieg kämpfend. In diesen 5 Jahren ging es kontinuierlich abwärts: Von Platz 5 auf Platz 12, 12, 15 und 17. Folgen: Regelmäßig keine Planungssicherheit, am Ende: Abstieg
3. Von 2001 bis 2008 durchgehend Regionalliga. Hört sich nach Kontinuität an, war es aber nicht. Anfangs noch mit dem Ziel Wiederaufstieg gestartet und auch mit entsprechendem Etat ausgestattet, stimmte in der 1. Saison (2001/02) die Mischung nicht, fiel die Mannschaft in der 2. Saison (2002/03) auseinander bzw. der Trainer hatte sie nicht im Griff, Folge: Sportlicher Abstieg in die Oberliga (vielleicht hätte er tatsächlich erfolgen sollen, dann hätte es wohl Insolvenz gegeben und wir wären vielleicht schon wieder auf dem aufsteigenden Ast). In der 3. Saison (2003/04) werden endlich mehr Spieler aus der Region geholt, aber auch Rainer Adrion kann keine verschworene und schlagkräftige Truppe bilden. Die Kickers stehen wieder auf einem Abstiegsplatz als mit Robin Dutt endlich der ersehnte Retter kommt. Er steht für nachhaltiges Wirtschaften, baut erfolgreich Nachwuchsspieler ein - am Ende der Saison steht nach langen Jahren endlich mal wieder ein einstelliger Tabellenplatz. Die 4. Saison (2004/05) beginnt zunächst aber wieder mit Abstiegskampf, ehe eine Aufholjagd eingeläutet wird, dieses Mal sogar ohne Trainerwechsel. Am Ende steht wieder Platz 9 - und das erste Mal ein leicht positives Punktekonto. Sehr stark verbunden ist diese mit dem Namen Suad Rahmanovic, dem über eine Saison gesehen erfolgreichsten Goalgetter der Kickers in den letzten Jahren. Leider kann der aber nicht gehalten werden, dank eines immer besser werdenden Mirnes Mesic wird das aber in der darauffolgenden Saison (2005/06) kompensiert. Diese kann man als die reibungsloseste Saison der letzten 15 Jahre bezeichnen: Man hat nichts mit dem Abstieg zu tun, kann zwischendurch sogar nach vorne schielen. Zum 2. Mal nacheinander gewinnt man den WFV-Pokal und nimmt dadurch am DFB-Pokal teil. Es war also durchaus Zeit, das Thema Aufstieg hinter verschlossenen Türen vorsichtig wieder anzugehen. Mit dem Trio Christian Okpala (damals amtierender Torschützenkönig), Lazlo Kanyuk (zweitligaerfahrender Spielmacher) und Sascha Benda (Rückkehrer und erfolgreicher Freistoßschütze) sollte alles besser werden. Die Saison fängt denn auch mit dem 5:2 in Aalen prächtig an - mehrere deutliche Siege werden errungen, Bashiru Gambo avanciert zwischenzeitlich zum Toptorschützen. Der Sieg in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den HSV verstärkt die Euphorie noch, stellt sich aber als Beginn einer Flaute heraus: die Gegner stellen sich zunehmend hinten rein, man findet vor allem zu Hause kein Mittel dagegen, es folgt eine längere Serie siegloser Spiele - dazwischen auch das Skandalpokalspiel gegen die Hertha mit dem roten Becherwerfer - die erst beim letzten Hinrundenspiel (Geisterspiel) gegen Elversberg beendet wird. Auf den Aufstiegsplätzen stehen aber mittlerweile Wehen-Wiesbaden und Hoffenheim. Unter der Woche beendet schließlich eine Affäre das Engagement von Torjäger Okpala bei den Kickers - ein weiter Dämpfer für den am Anfang der Saison so erfolgreichen Kickers-Sturm. Ohne Okpala wird zwar zum Rückrundenauftakt der VfR Aalen nochmals mit 4:1 aus dem Stadion gefegt - in der Winterpause buhlt jedoch Konkurrent Hoffenheim um Mirnes Mesic, der schließlich ebenfalls die Koffer packt. Derart jäh wurde noch nie ein Kickers-Sturm auseinandergerissen. Die als Nachfolger verpflichteten Angelo Vaccaro und vor allem Sean Dundee können ihre Vorschusslorbeeren nicht bestätigen. Am Ende der Saison kann man sogar froh sein, nicht noch in den Abstiegsstrudel hinein geraten zu sein. Von diesem wird dafür das Ligaschwergewicht 1. FC Saarbrücken mitgezogen, der nur ein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz steht - am letzten Spieltag nämlich - und mit einem positiven Torkonto. Am Ende dieser ereignisreichen Saison verabschiedet sich Robin Dutt in Richtung Freiburg. In der neuen Saison stand alles im Zeichen der Qualifikation für die neue 3. Liga, wofür mindestens Platz 10 erreicht werden musste. Angesichts der Erfahrungen der letzten jahre sollte dies eigentlich kein Problem sein - sollte. In einer Art Casting (kein beabsichtiges Wortspiel !) wurde zunächst ein neuer Trainer gesucht. Angeblich gab es sehr viele Kandidaten, die Namen der Top 3 klingen aber vergleichsweise wenig vielverprechend. Da der mutmaßliche Favorit Jürgen Seeberger vermutlich von sich aus absagte (er fand wenig später eine besser dotierte Stelle in Aachen) wurde Peter Zeidler schließlich als neuer Trainer präsentiert, der in Aalen schon mal 2 Jahre erfolgreich in der Regionalliga gearbeitet hat. Er war eher ein "Kumpeltyp", was nicht zwangsläufig schlecht sein muss. In einem live vom DSF übertragenen Testspiel gegen Borussia Dortmund konnte man denn auch einen schönen 4:2-Sieg bestaunen - und eine Kickers-Mannschaft, die richtig gut kombinierte und wunderschöne Tore zu Stande brachte. Dieser Eindruck wurde beim Auftakt in Ingolstadt, einem Aufstiegsfavoriten, zumindest in der 1. Phase des Spiels bestätigt. Man führt bereits mit 3:0 als man schließlich doch noch einbricht und sich zum 3:2-Sieg durchzitterte. Auch der Heimauftakt gegen Regensburg begann mit einem wunderschönen Tor von Vaccaro. Dann allerdings konterte der freche Aufsteiger die Kickers aus und man verlor noch mit 1:3 - der Beginn einer unglaublichen schwarzen Heimserie. Dank der Auswärtsstärke konnte man sich am Anfang noch eher oben halten, in Aalen ging aber auch diese Serie flöten und man solte die restliche Hinrunde nicht über diese vier (Auswärts-) Siege hinauskommen. Zwischenzeitlich wurde Peter Zeidler durch Stefan Minkwitz ersetzt. Die Spieler mochten Zeidler wohl, ließen ihn aber auch meistens einen netten Kumpel sein und zeigten auf dem Platz nicht das, was man von ihnen erwarten konnte. In der Winderpause wurde nun die "Mutter aller Rückrunden" ausgerufen und noch einige Verstärkungen an Land gezogen. Das Kickers-Spiel wurde nun tatsächlich zunehmend besser, zunächst holte man gegen die direkte Konkurrenz allerdings nur Unentschieden, was noch nicht viel weiter half. Mitte der Rückrunde klappte dann das, was keiner mehr für möglich gehalten hat: der erste Heimsieg gegen Pfullendorf, dank zweier Freistoßtore von Mustafa Parmak. Weil es so schön war, wurde dies wenig später gegen den KSC II wiederholt. Auf einmal lief es daheim wie am Schnürchen und man erlebte den Höhepunkt in Form eines 5:1 gegen den VfR Aalen, damals noch heißer Aufstiegskandidat, der mit Platz 9 belohnt wurde. Nur eine Woche später folgte in des der Rückschlag gegen die überhart kämpfenden Reutlinger - und ausgerechnet für Mustafa Parmak war die Saison beendet. Nach einer weiteren Heimniederlage gegen 186ß München II. war die Quali dann praktisch schon wieder abgeschrieben, bis in einem spannenden Schlussspurt dann doch noch Platz 10 erreicht wurde - auf Grund des besseren Torverhältnisses.

4. Deutschlandtour
Trotz der Euphorie war den Verantwortlichen eigentlich klar, dass das Ziel nur Klassenerhalt lauten konnte. Der Schnitt in der Mannschaft war dann doch größer als erwartet, mit Mustafa Parmak und Oliver Stierle verließen zwei wichtige Leute den Verein. Der Sturm wurde durch Michael Schürg auf dem Papier leicht verstärkt, für Parmak kam Sascha Traut im Tausch aus Koblenz. Bei der Konkurrenz, die die Quali nicht geschafft hatte, bediente man sich jedoch verhältnismäßig wenig, dafür setzte man mehr auf Perspektivspieler wie Josip Landeka oder Ralf Kettemann. Leider machte sich die fehlende Routine von Beginn an bemerkbar. Die Perspektivspieler waren noch nicht so weit, andere (Traut) hatten in der Saison davor wenig Spielpraxis. So ging gleich das Schlüsselspiel am 1. Spieltag in Burghausen verloren, was umso schwerer wiegte, als dass sich diese Mannschaft in den Wochen danach ebenfalls wie ein klarer Abstiegskandidat präsentierte. Es folgten schwere Spiele gegen Düsseldorf, Haching und Sandhausen, bei den eigentlich Niederlagen zu erwarten waren (und auch kamen), was aber deutlich unterstrich, dass man es in Burghausen gewaltig hatte schleifen lassen. Dann endich der 1. Punkt in Regensburg, danach jedoch zwei weitere, dieses Mal eher unglückliche Niederlagen gegen Aue ud Erfurt. Danach war bereits Schluss für Stefan Minkwitz, obwohl in Erfurt erstmals zwei Tore erzielt wurden und ein Aufwärtstrend erkennbar war. Der neue Trainer Edgar Schmitt krempelte das Team taktisch stark um und probierte es wie zuvor in Aalen mit Offensivfußball. Das Heimspiel gegen Emden wurde sogar fast gewonnen, in München lag man nach 20 min mit 3:0 vorn - ein ganz neues gefühl. Leider stand es am Ende 3:3 - ud eine Reihe nervenaufreibender Spiele begann, mit umgekeehrten Vorzeichen wiederum das Stuttgarter Derby, in dem nach 1:4-Rückstand tatsächlich noch ein 4:4 erreich wurde. Mit den ersten Niederlagen unter Schmitt war jedoch die Euphorie des Trainerwechsels schon verflogen. In Wuppertal folge erneut das Trauma einer verspielten 2-Tore-Führung, was die Mannschaft weiter im verunsicherten Zustand verharren ließ. Auch der 1. Sieg gegen Dresden, der zudem glücklich war, endete da leider wenig. Mit einem 0:3 gegen Mitabstiegskonkurrent Jena folgte der nächste Nackenschlag, ein Spiel, das deutlich aufzeigte, warum die Kickers unten standen - man hatte den gegner 1 Stunde im Griff - dann machte der mit seiner 1. Chance das Tor und das Unheil nam seinen Lauf. Trotzdem wurde nach dem 2. Sieg gegen Bremen (wieder ein Zitterspiel) kurzzeitig der letzte Platz verlassen - die Bremer holten den Rückstand mit zwei Heimsiegen nacheinander rasch wieder auf. Im letzten Spiel vor der Winderpause wurde in einem weiteren 6-Punkte-Spiel gegen Burghausen wieder sehr ängstlich gespielt - man hatte den Eindruck, Minkwitz wäre zurück auf der Bank. Jedenfalls ging man als abgeschlagener Letzter in die Winterpause.

In der Winterpause dann die obligatorischen Schnellschusswechsel. Von Vaccaro war man enttäuscht - erging nach Frankfurt. Für ihn holte man wieder einen Perspektivspieler - Danny Galm. Der Markt gab wohl auch nicht viel anderes her. Leider zunächst alles wie gehabt: gleich zum Auftakt die erwartete Niederlage in Düsseldorf. Dann musste witterungsbedingt 3 Wochen pausiert werden. Aus der 2. Winterpause kamen die Blauen dann doch tatsächlich mit neuem Schwung. Erstmals folgten zwei Siege am Stück - die Konkurrenz war wieder in Reichweite. Kaum war aber der Abstand so verkürzt, dass man mit einem Sieg das rettende Ufer hätte erreichen können, setzte es weitere Rückschläge, zunächst ein unglückliches 1:2 gegen Erfurt - trotz Überzahl. Auch in Sandhausen war nichts zu holen. Dafür wurde in Emden erstmals bei einem Topteam gewonnen. Man bestaunte den Spielmacher Ralf Kettemann und das Jokertor von Michael Schürg. Leider verletzte sich Kettemann in der Woche danach schwer, so dass für ihn die Saison beendet war. leider folgten weitere Niederlagen und nach dem 1:5 bei Union Berlin hatte "Euro-Eddy" genug und übergab an seinen Assistenten Rainer Kraft. Der nahm dann die obligatorischen Suspendierungen vor, die es schon in den letzten 3 Jahren gegeben hatte. Die Mannschaft rückten nun tatsächlich näher zusammen und erzielte nochmals zwei Siege am Stück. In Jena gegen Regensburg wurde dann allerdings nur Unentschieden gespielt - beides direkte Konkurrenten - und gegen Wuppertal und Aalen gar verloren. So wurde der Abstieg letztlich besiegelt. Die Usachen sind vielfältig: Zusammengewürftelte Truppe am Anfang der Saison, viele Perspektiv-, aber keine echten Führungsspieler, so dass die physische und mentale Stärke oft nicht ausreichte. So wechselten sich unglückliche Niederlagen, verspielte Führungen, deutliche Schlappen mit seltenen Hoffnungsschimmern in Form von Siegen ab - es sollte nicht für den Klassenerhalt reichen.
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von Blauer Radler »

Leute, ihr könnt doch noch nicht über die Abstiegsursachen diskutieren. Die geballte Fußballkompetenz der Kickersführung sitzt noch am Rechenschieber, denn nach den heutigen Ergebnissen ist doch noch alles drin... :wink:
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von kässpätzle »

kodledd hat geschrieben:Leute, ihr könnt doch noch nicht über die Abstiegsursachen diskutieren. Die geballte Fußballkompetenz der Kickersführung sitzt noch am Rechenschieber, denn nach den heutigen Ergebnissen ist doch noch alles drin... :wink:
so stell ich mir das auch vor... :lol: Es geht noch was!
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von käköka »

kodledd hat geschrieben:Leute, ihr könnt doch noch nicht über die Abstiegsursachen diskutieren. Die geballte Fußballkompetenz der Kickersführung sitzt noch am Rechenschieber, denn nach den heutigen Ergebnissen ist doch noch alles drin... :wink:
sorry, aber ich finde das ich nicht die richtige Zeit für Sarkasmus. Wir sind abgestiegen und Cast soll seinen Hut nehmen. Eichelbaum kann wegen mir bleiben wenn er eine solide Planung auf die Beine stellt und einen attraktiven Hauptsponsor findet. Sonst aber nicht.
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kässpätzle
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von kässpätzle »

Ne, der Eichelbaum muss nicht sein... Was hat er denn gebracht im vergangenen Jahr? Wo sind die tollen Sponsoren, die er versprochen hat? Hat er die bei den Lampen gesucht? Es muss doch eine Alternative geben - wie sieht das mit Herrn Lorz aus?
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Ford K
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von Ford K »

Eichelbaum ist führungsschwach, Kullen wiederum war kein Teamplayer. Da würde ich einem Klinsi oder Buchwald mehr zutrauen, weil die beiden einfach Connections haben. Nur tun die sich das sicher nicht an...

Argumente à la "der flirtrt mit MV" finde ich Eichelbaum gegenüber jedoch recht schwach. Das hat ADM nämlich auch gemacht.

Vielleicht sollte man einen neuen Präsidenten per Stellenausschreibung suchen, nach dem Motto: Verein am Boden sucht Macher, der sich ein Denkmal errichten lassen will...
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kässpätzle
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Re: Abstiegsursachen ? Was muß sich ändern?

Beitrag von kässpätzle »

Ford K hat geschrieben:Eichelbaum ist führungsschwach, Kullen wiederum war kein Teamplayer. Da würde ich einem Klinsi oder Buchwald mehr zutrauen, weil die beiden einfach Connections haben. Nur tun die sich das sicher nicht an...

Argumente à la "der flirtrt mit MV" finde ich Eichelbaum gegenüber jedoch recht schwach. Das hat ADM nämlich auch gemacht.

Vielleicht sollte man einen neuen Präsidenten per Stellenausschreibung suchen, nach dem Motto: Verein am Boden sucht Macher, der sich ein Denkmal errichten lassen will...
Es ist halt schon ein Unterschied ob einer mit dem MV Tennis spielt, oder aber ein wichtiges Spiel verpasst und dafür zu den Lampen fliegt!
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