Begnadigung RAF Terroristen / Mörder

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JJ
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Begnadigung RAF Terroristen / Mörder

Beitrag von JJ »

Freiheit ohne Reue?

Haftentlassung früherer RAF-Terroristen weiter umstritten

Mohnhaupt und Klar auf Fahndungsfotos
24. Januar 2007
Die mögliche vorzeitige Haftentlassung der früheren RAF-Terroristen Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar ist weiter umstritten. Während sich der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber in der F.A.Z. gegen eine vorzeitige Freilassung von Mohnhaupt und Klar aussprach, setzte sich der Theologe und SPD-Politiker Richard Schröder für eine Entlassung beider Häftlinge ein. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle plädierte dafür, Klar nur dann zu begnadigen, wenn dieser seine Taten bereue.


Die Bundesanwaltschaft hatte beantragt, für Frau Mohnhaupt den Rest der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung auszusetzen. Sie hat mittlerweile knapp 24 Jahre ihrer lebenslangen Freiheitsstrafe abgesessen. Im Fall Klar prüft Bundespräsident Horst Köhler eine Begnadigung.


Stoiber: Täter müssen Reue zeigen


Brüderle sagte, bei Klar müsse man sehen, „ob er Bereitschaft zur Reue zeigt“. Gegen die Prüfung einer vorzeitigen Entlassung Mohnhaupts habe er keine Einwände. Sie habe „ihre Mindeststrafzeit abgesessen“.


Schröder sagte, das Mindeststrafmaß hätten Mohnhaupt und Klar „bereits deutlich erfüllt“. Auch bestehe bei beiden keine „Gefahr eines Rückfalls, also eine Gefahr für die Gemeinschaft“. In einem solchen Fall sei es allgemein üblich, diese Menschen zu entlassen. „Der Rechtsstaat tut gut daran, die Strenge mit Güte so zu verbinden, dass er also nicht von Strafen ablässt, Reststrafen aber sehr wohl erlässt“, sagte Schröder.


Stoiber hielt dagegen, dass beide Täter keine Reue gezeigt hätten. Es sei richtig, dass ein starker Staat auch seinen Feinden vergeben können müsse. Voraussetzung dafür sei aber eine echte Reue. „Nicht der Staat schuldet den RAF-Terroristen ein Signal der Versöhnung, sondern die Terroristen müssen zunächst einmal ihre Taten ehrlich bedauern und sich zum Rechtsstaat bekennen“, So Stoiber. Mohnhaupt und Klar müssten die Angehörigen ihrer Opfer um Verzeihung bitten. Erst dann könne man über weitere Schritte nachdenken.


„Haft nur noch Verwahrung“


Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, sagte, für ihn spiele es eine Rolle, inwieweit Klar seine Tat bereue. Ihm sei es zudem wichtig zu wissen, wie das Attentat abgelaufen sei und wer seinen Vater erschossen habe.


Das frühere RAF-Mitglied Peter-Jürgen Boock sagte, im Sinne der Resozialisierung sei eine „überlange Haft an sich schon nicht angezeigt“. Etwa ab dem zwölften Haftjahr setze bei Gefangenen „so etwas wie eine Zerstörung der Persönlichkeit ein“. Von da an habe Haft „nur noch den Sinn von Verwahrung“. Auch andere frühere RAF-Mitglieder müssten die Chance haben, „für sich selber auch festzustellen, wie falsch wir da lagen - was wir wirklich verbrochen haben“. Das erfordere eine „Umgebung“, die es im „Gefängnis eigentlich regelmäßig nicht“ gebe.

Text: FAZ.NET

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Unglaublich! ... ich verstehe dass nicht :roll:
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SchorleBlauWeiss
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Beitrag von SchorleBlauWeiss »

Wieso nicht?
Bei jedem "normalen" Mörder kräht kein Hahn danach, wenn er nach 17 - 18 Jahren in BaWü ne Überprüfung der Aussetzung seiner lebenslangen Freiheitsstrafe bekommt. Nur weils hier um die RAF geht ist das Gejammer wieder riesengroß. Und wenn man bedenkt, dass die bereits 24 Jahre sitzen, ist das 1/3 länger als "üblich".

Aber bevor jetzt hier ne Debatte über die Dauer einer lebenslangen Freiheitsstrafe ausbricht. In unserem Land gibt es nunmal diese Regelung, dass man nach mindestens 15 Jahren die Möglichkeit auf eine Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung hat. Und warum soll dies jetzt nicht auch für die RAF gelten? Wir haben immer noch den Gleichheitsgrundsatz (zumindest in der Theorie :( ). Und bei Brigitte Mihnhaupt ist mit Sicherheit eine Wiederholungsgefahr nicht gegeben.
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Martin
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Beitrag von Martin »

die bereuen bis heute nicht was sie gemacht haben, die sollen schön weiter hinter gittern schmoren. und kurnarz dieser alte taliban sollte statt in der presse wieder hübsch in guantanamo sitzen

FUCK OFF TERRORISM
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JJ
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Beitrag von JJ »

Naja die RAF Terroristen mit "normalen" Mördern (mit der Bezeichnung tue ich mich sehr schwer...) gleichzusetzen ist doch wirklich sehr verfehlt.
Hier handelt es sich um kaltblütige Mörder mehrer Menschen(!) die einen ganzen Staat terrorisiert haben.

Für mich haben diese Menschen absolut keine Gnade verdient und eine Begnadigung wäre eine Farce.

Und ob 24 Jahre Haft für die Beteiligung am Mord von

Gerade die Begandigung von Mohnhaupt wäre ein schlechter Witz:

"Als Baaders Frontkommandantin ist sie der strategische Kopf hinter dem Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback, beim Attentat auf Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto greift sie im Sommer 1977 selbst zur Waffe; die Entführer und Mörder des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyers hören auf ihre Befehle.

Anders als viele inhaftierte Genossen weicht Mohnhaupt keinen Millimeter von früheren Standpunkten ab.

Als Klaus Kinkel, damals Staatssekretär im Justizministerium, sie nach Jahren der Haft im Gefängnis besucht, lehnt sie es ab, sich mit ihm auch nur an einen Tisch zu setzen. Sie hört sich lieber stehend an, wie sich der FDP-Politiker einen Ausweg aus dem Kreislauf der Gewalt vorstellt.

1992 verkündet die RAF angesichts der eigenen Erfolglosigkeit, künftig nicht mehr morden zu wollen. Nur eine kleine Gruppe in den Gefängnissen wehrt sich gegen den "Deal mit dem Staat" - darunter Brigitte Mohnhaupt."
[Quelle: Stern.de]

:arrow: die gehören weiterhin hinter Schloss und Riegel!
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peeknockyo

Beitrag von peeknockyo »

die alte hat sie doch eh nicht mehr alle so wie ich das gehört hab, also raus mit ihr zu den anderen verrückten die hier rumrennen 8)
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B.
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Beitrag von B. »

Martin hat geschrieben:die bereuen bis heute nicht was sie gemacht haben, die sollen schön weiter hinter gittern schmoren. und kurnarz dieser alte taliban sollte statt in der presse wieder hübsch in guantanamo sitzen

FUCK OFF TERRORISM
Damit ist eigentlich, wie ich meine, alles gesagt.

Nur noch eins: Jetzt wollen sie also raus die zwei von der RAF und stellen ein Gnadengesuch - wäre für mich kein Problem, ich würde sie einfach fragen ob es nicht sein kann dass ihre Opfer vielleicht auch um Gnade gebeten haben... Tja, da sie diese Gnadengesuche abgelehnt haben, wird ihres eben auch abgelehnt. Ich würde sagen, solang ihre Opfer tot sind, kann man sie leider auch nicht rauslassen. Hätten sie sich vorher überlegen sollen...
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CDS
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Beitrag von CDS »

B. hat geschrieben:
Nur noch eins: Jetzt wollen sie also raus die zwei von der RAF und stellen ein Gnadengesuch - wäre für mich kein Problem, ich würde sie einfach fragen ob es nicht sein kann dass ihre Opfer vielleicht auch um Gnade gebeten haben... Tja, da sie diese Gnadengesuche abgelehnt haben, wird ihres eben auch abgelehnt. Ich würde sagen, solang ihre Opfer tot sind, kann man sie leider auch nicht rauslassen. Hätten sie sich vorher überlegen sollen...
Aha, unser Rechtsstaat arbeitet jetzt also nach terroristischen Normen? :roll:
Ultra1899
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Beitrag von Ultra1899 »

Wenn ich es richtig in erinnerung habe, erhielt Mohnhaupt "fünf mal lebenslänglich"? Da ein Mensch -bisher- nur einmal lebenslänglich ausbaden kann, zeigt das doch ganz klar den Willen der Richter, das diese Person niemals mehr auf freien Fuß kommen soll... Oder zumindest nach fünf mal 24 Jahre...
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JJ
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Beitrag von JJ »

Ich weiss nicht wer von euch Christiansen gestern gesehen hat aber was der Herr Gerhart Baum (FDP) vom Stapel gelassen hat war eine absolute Frechheit und für mich eine Beleidigung der Opfer.

Unglaublich, dass man eine Begnadigungsgesuch als Pflicht des Staates geradeweg absieht.

Wenn man sich überlegt, dass Frau Monhaupt die bereits einmal im Gefängnis sass und anschließend auf Bewährung frei kam und darauf hin Buback 1977 ermorderte, nun eine 2.Chance bekommen soll.
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pupskopf
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Beitrag von pupskopf »

@ jj: kannst du mal näher umschreiben, was der fdp-ler genau gesagt hat. habs leider net gesehen, würde mich aber brennend interessieren.
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JJ
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Beitrag von JJ »

"Die Rädelsführerin war die Mohnhaupt. Für mich wäre das ein merkwürdiges Gefühl, sie kommt frei, er (Christian Klar) bleibt sitzen."

(Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum am Sonntagabend in der ARD-Sendung SABINE CHRISTIANSEN.)

Konsequenz also, beide freilassen....ich lach mich schlapp!

Baum hat (aus meiner Sicht) vor dem Deckmantel einer Grundgesetz- und Rechtstaatlichkeitsdiskussion ständig versucht zu begründen dass nach 20 Jahren diese 2 Massenmörder freizulassen sind um Ihnen eine Resozialisierung und 2. Chance zu geben und dem Grundgesetz und liberalen Rechtstaatlichkeitsprinzip der BRD zu entsprechen.
Baum setzt sich intensiv für eine Freilassung ein.

Wenn man sich überlegt, dass der Sohn von Herrn Buback bis heute nicht weiss wer seinen Vater erschossen hat.

Und der Herr Till Meyer hat aus meiner Sicht den Vogal abgeschossen:

"Es ist an der Zeit auch für eine Geste der Bundesrepublik. Es gibt einfach gar keine Grundlage mehr, diese Leute länger in Haft zu halten."
(Ex-Linksterrorist Till Meyer am Sonntagabend in der ARD-Sendung SABINE CHRISTIANSEN.)
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gerko
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Beitrag von gerko »

Gerhart Baum
ehemaliger Bundesinnenminister, FDP

„Sie wollten damals einen Sonderstatus und als Kriegsgefangene behandelt werden. Wir haben gesagt: Ihr seid Mörder. Wir müssen diese Kategorie – normaler Straftäter – auch heute anwenden.“, findet der ehemalige Bundesinnenminister. „Wir müssen auch in einer emotionalisierten Stimmung einen kühlen Kopf bewahren und sehen, dass wir es mit Grundprinzipien unseres Rechtsstaats zu tun haben. Ob wir für die Täter Sympathie haben oder nicht, sie haben Anspruch auf eine gerechte Behandlung. So sehr sie das Recht ihrerseits missachtet haben, so sehr sollten wir uns - als freie Gesellschaft – strikt an das Recht halten.“ Gerhart Baum versucht auch zu erklären, warum eine klare Mehrheit gegen eine Freilassung ist. „Ich befürchte ja auch, dass in bestimmten Situationen die Mehrheit der Bevölkerung für die Todesstrafe ist. Das ist für mich kein Maßstab. Die Kraft unserer Gesellschaft besteht auch darin, dass sie Gnade üben kann.“
sabine-christiansen.de
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JJ
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Beitrag von JJ »

Zur Info:

Wer das Interview von Journalist Günter Gaus mit Christian Klar von 2001 nochmals sehen möchter der kann dies am 1. Februar um 22:45 Uhr auf dem Berliner Sender RBB
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SchorleBlauWeiss
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Beitrag von SchorleBlauWeiss »

Frühere RAF-Terroristin Mohnhaupt kommt frei
Die frühere RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt darf nach mehr als 24 Jahren Haft das Gefängnis verlassen. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat entschieden: Der Rest der Freiheitsstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt.


Stuttgart - Mohnhaupt soll die Justizvollzugsanstalt im bayerischen Aichach in wenigen Wochen verlassen, die Reststrafe wird mit Wirkung vom 27. März zur Bewährung ausgesetzt. Das entschied das Oberlandesgericht Stuttgart heute. Der Senat sehe "in Übereinstimmung mit dem Vertreter der Generalbundesanwältin und mit der Beurteilung des psychiatrischen Sachverständigen keine Anhaltspunkte für eine fortdauernde Gefährlichkeit der Verurteilten, d.h. für die Gefahr, dass sie künftig neue schwere Straftaten begehen könnte", hieß es in der Entscheidung.

Die Verurteilte werde "der Aufsicht und Leitung eines Bewährungshelfers unterstellt. Außerdem wurden Auflagen zur Meldung des Wohnsitzes und der Arbeitsstelle gemacht. Es handelt sich nicht um eine Entscheidung im Gnadenweg, sondern um eine an bestimmte gesetzliche Voraussetzungen gebundene richterliche Entscheidung", erklärte das Gericht in einer Pressemitteilung.

Die Bundesanwaltschaft hatte am 22. Januar bei einer nicht öffentlichen Anhörung eine Entlassung Mohnhaupts befürwortet.

Die letzte mündliche Anhörung der früheren Terroristin hatte am 21. Februar 2006 stattgefunden. Damals lehnte das Gericht den Antrag auf Aussetzung der restlichen Freiheitsstrafe mit der Begründung ab, die besondere Schwere der Schuld gebiete die weitere Vollstreckung. Der Senat hatte die Mindestverbüßungsdauer der Strafe für die Verurteilte auf 24 Jahre - also mindestens bis März 2007 - festgesetzt.

Die 57-Jährige gehörte zu den führenden Köpfen der sogenannten zweiten Generation der RAF. Sie war unter anderem an der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto, des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und des Generalbundesanwalts Siegfried Buback beteiligt und zu fünfmal lebenslänglich plus 15 Jahre verurteilt worden.

Außer Mohnhaupt sitzen aus den Reihen der RAF noch Christian Klar, Eva Haule und Birgit Hogefeld in Haft. Bei Klar prüft Bundespräsident Horst Köhler derzeit eine Begnadigung. Der 54-Jährige hatte sein Gnadengesuch schon bei Köhlers Amtsvorgänger Johannes Rau gestellt.

Klar gehörte seit Mitte der siebziger Jahre zum inneren Führungszirkel der RAF und war Mohnhaupts Hauptkomplize bei der Schleyer-Entführung. Er sitzt derzeit in Bruchsal in Baden-Württemberg im Gefängnis.

Spiegel-online
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Martin
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Beitrag von Martin »

hm zum kotzen aber von der rechtslage her war es ja zu erwarten ...

des schlimmste wird sein, dass die olle jetzt vermutlich noch durch die fernsehshows hurt und für sämtliche deutsche magazine exklusivinterviews geben wird und damit ordentlich kohle kassiert
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Ralphonso
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Beitrag von Ralphonso »

Martin hat geschrieben:des schlimmste wird sein, dass die olle jetzt vermutlich noch durch die fernsehshows hurt und für sämtliche deutsche magazine exklusivinterviews geben wird und damit ordentlich kohle kassiert
stimme ich dir zu, muss halt schnell was größeres her, dann ist es mit dem thema (hoffentlich) auch wieder schnell ruhig.
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pipes
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Beitrag von pipes »

vielleicht sind die Beamten aus Bad Kleinen ja schon wieder einsatzbereit und packen gerade ihr zeug zusammen
Ich mag keine Leute, die einfach mitten im Satz
peeknockyo

Beitrag von peeknockyo »

Das beste, was Mohnhaupt jetzt tun kann, ist ein Buch zu schreiben. Das wird sich jeder holen, der in Sachen Politik was auf sich gibt! :?
Bluebyte

Beitrag von Bluebyte »

Ich kann keinen Unterschied zwischen einem Mord aus politischen Motiven oder anderen Gründen erkennen. Die Folgen für die Opfer und deren Angehörige sind immer die gleichen.

Für mich sind das immer und ohne Ausnahme niedere Motive, da sie immer egoistischen Hintergrund haben. Etwas anderes hinein zu interpretieren dient nur der Rechtfertigung vor dem eigenen Gewissen. Daher sind sie vom Staat auch gleichwertig zu behandeln. Reue wäre schön, aber davon Entscheidungen abhängig zu machen würde nur der Heuchlerei Vorschub leisten.
peeknockyo

Beitrag von peeknockyo »

es wird immer nur über die "großen namen" bei der ganzen sache gesprochen. Dass dabei Leute sterben mussten, die mehr oder weniger nichts oder gar nichts mit der politischen Sachen zu tun haben sieht man an der Liste der Opfer:

Norbert Schmid (33), Polizist
Herbert Schoner (32), Polizist
Heinz Eckhardt (50), Polizist, Leiter der SOKO "Baader/Meinhof" in Hamburg
Paul A. Bloomquist (39), US-Offizier
Clyde R. Bonner,
Ronald A. Woodward,
Charles L. Peck; US-Soldaten

Fritz Sippel (22), Polizist
Wolfgang Göbel (30), Fahrer;
Georg Wurster (33), Leiter der Fahrbereitschaft der Bundesanwaltschaft
Heinz Marcisz (41), Fahrer;

Reinhold Brändle (41), Polizist
Helmut Ulmer (24), Polizist
Roland Pieler (20), Polizist
Arie Kranenburg (46), niederländischer Polizist
Jürgen Schumann (37), Flugkapitän
Hans-Wilhelm Hansen (26), Polizist
Dionysius de Jong (19),
Johannes Goemans (24), niederländische Zollbeamte
Edith Kletzhändler (56), Hausfrau (?)
Edward Pimental (20), US-Soldat
Frank Scarton (20), US-Soldat
Becky Bristol (25), Zivilangestellte
Eckhard Groppler (42), Fahrer
Michael Newrzella (25), GSG-9-Beamter
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Blaues Stuttgart
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

Ein Gnadenversuch

Michael Buback spricht sich dafür aus, Christian Klar in die Freiheit zu entlassen. Ist das für ihn die Wende?

Von Axel Vornbäumen

Die Einlassungen Michael Bubacks, des Sohns des 1977 von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, geben dem Fall Christian Klar zumindest eine zusätzliche neue Dimension. Weniger entscheidend ist dabei, dass sich mit dem Buback-Sohn erstmals ein Angehöriger eines RAF-Opfers für die Begnadigung Klars stark macht, viel bemerkenswerter ist der Argumentationsstrang, an dem Buback sich entlangbewegt. Buback will für ihn selbst „schlüssige“ Hinweise erhalten haben, wonach Klar möglicherweise nicht für alle Attentate in dem Maße verantwortlich war, wie die Öffentlichkeit 30 Jahre lang glaubte. Klar soll weder die tödlichen Schüsse auf Siegfried Buback abgegeben haben, noch an der Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer beteiligt gewesen sein.

Stimmt das tatsächlich, dann müsste nicht nur ein Teil der RAF-Geschichte – womöglich auch der Ermittlungsgeschichte – neu geschrieben werden, dann wäre auch die politische Debatte um das Maß von Schuld und Sühne neu belebt. Buback selbst rückt von seiner ursprünglichen Forderung nach Preisgabe des Täterwissens oder gar des Zeigens von Reue ab und argumentiert gleichsam mit dem rechtsstaatlichen Gleichgewicht. In einem Beitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt er: „Wenn die Schwere der Verbrechen von Christian Klar die der Morde anderer RAF-Mitglieder nicht deutlich übersteigt, kann man fragen, ob seine Haftdauer länger als die von Frau Mohnhaupt andauern sollte. Beide haben gemeinsam das schreckliche, zur Ermordung von Jürgen Ponto führende Verbrechen ausgeführt, und so könnte auch er nach etwa 24 Jahren Haft in Freiheit gelangen. Durch einen Gnadenerweis des Bundespräsidenten wäre das möglich.“

Ob sich Horst Köhler, der am Mittwoch in kleinem Kreis über das Gnadengesuch von Christian Klar beriet, sich auf diese Argumentation einlässt, ist unklar. Dem Bundespräsidenten ist nach Informationen des Tagesspiegels daran gelegen, die Stimmen der Angehörigen bei seiner Entscheidung besonders ernst zu nehmen – und noch steht Michael Buback mit seinem Plädoyer für Gnade allein auf weiter Flur, viele sind unversöhnlich, zum Beispiel die Angehörigen von Hanns Martin Schleyer. Andererseits hat Köhler durch die neue Erkenntnislage auch neue Spielräume für seine Entscheidung gewonnen. Die waren in der festgefahrenen Debatte zuletzt recht eng geworden, parteiübergreifend wurde ihm in der politischen Klasse Berlins von einem Gnadenerweis für Klar abgeraten, auch in der Bevölkerung lehnt eine große Mehrheit die vorzeitige Freilassung des früheren RAF-Mitglieds ab.

Besonders heikel ist die Frage, wie seriös die Quelle ist, auf die Buback sich nun, nach 30 Jahren, stützt. Er selbst, dem die Frage, wer seinen Vater am 7. April 1977 vom Motorrad aus erschossen hat, die entscheidende war, will „im Zweifel“ zu Klars Gunsten „den Informanten glauben, dass er (Klar) keiner der Täter auf dem Motorrad war“. Es ist wahrscheinlich, dass Buback den Namen des Informanten im Gespräch mit Köhler offenlegen wird, auch die Bundesanwaltschaft wird, wie es heißt, „Hinweise prüfen und hat in diesem Zusammenhang eine Person einbestellt“. Insider gehen in Gesprächen mit dem Tagesspiegel davon aus, dass es sich nur um eine Person handeln kann, die seinerzeit „in der Illegalität“ war, also Mitglied des engsten RAF-Zirkels, der die sogenannte „Offensive 77“ plante und dann auch ausführte. Die glaubwürdigste Quelle, so heißt es von dieser Seite, wäre danach der Täter selbst, also ein ehemaliges, inzwischen wieder freigelassenes RAF-Mitglied. Die Preisgabe von Täterwissen ist aber gerade für die Beteiligten der „Offensive 77“ höchst ungewöhnlich. Christian Klar selbst hat zweieinhalb Jahrzehnte eisern geschwiegen, ebenso Brigitte Mohnhaupt. Nach den Hinweisen, die Buback erhalten hat, war der Schütze auf dem Motorrad auch keiner der wegen der Tat verurteilten RAF-Miktglieder Günter Sonneberg und Knut Folkerts.

Köhler selbst muss abwägen, inwieweit er sich auf die Buback-Quelle stützen kann, wobei es nicht um die juristische Bewertung des wegen gemeinschaftlicher Tat verurteilten Christian Klar geht. Der Bundespräsident wird dabei auch eine andere interessante Frage zu prüfen haben – inwieweit einer bereit ist, sich aus seiner eigenen Gedankenwelt zu befreien, die ihn länger als jeden anderen seiner einstigen Kampfgenossen im Gefängnis gehalten hat. Indizien dafür, dass Klar sich daraus befreien will, gibt es. Im März hat er Köhler einen Brief geschrieben. Auch Christian Klar bewegt sich.
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Beitrag von Stefan L. »

Das ist halt mal wieder typisch Deutschland :!: Die opfer sind scheiß egal hauptsache es gibt einen täterschutz und die mörder werden mit sanfthandschuhen angefasst :evil: :roll:
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JJ
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Beitrag von JJ »

Lewan D hat geschrieben:Das ist halt mal wieder typisch Deutschland :!: Die opfer sind scheiß egal hauptsache es gibt einen täterschutz und die mörder werden mit sanfthandschuhen angefasst :evil: :roll:
Wie gesagt, ich verstehe einfach nicht wieso jemand der so etwas unglaubliches gemacht hat überhaupt noch einmal diejenigen Rechte geniessen soll, die er versucht hat zu bekämpfen.

Sollen sie ihn doch zu Kim-Il Sung nach Nord Korea schicken, dort kann er seinen ach so tollen Kommunismus geniessen (und von den Nahrungslieferungen aus den ach so bösen kapitalistischen - ach noch besser neoliberalistischen- Ländern der EU, USA und Süd Korea leben).
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Beitrag von pilsator »

Martin hat geschrieben:des schlimmste wird sein, dass die olle jetzt vermutlich noch durch die fernsehshows hurt und für sämtliche deutsche magazine exklusivinterviews geben wird und damit ordentlich kohle kassiert
springer?
JJ hat geschrieben:Sollen sie ihn doch zu Kim-Il Sung nach Nord Korea schicken, dort kann er seinen ach so tollen Kommunismus geniessen (und von den Nahrungslieferungen aus den ach so bösen kapitalistischen - ach noch besser neoliberalistischen- Ländern der EU, USA und Süd Korea leben).
diktatur?


mich deucht da wurde was falsch verstanden.
diy or die!
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Beitrag von JJ »

pilsator hat geschrieben:
JJ hat geschrieben:Sollen sie ihn doch zu Kim-Il Sung nach Nord Korea schicken, dort kann er seinen ach so tollen Kommunismus geniessen (und von den Nahrungslieferungen aus den ach so bösen kapitalistischen - ach noch besser neoliberalistischen- Ländern der EU, USA und Süd Korea leben).
diktatur?
mich deucht da wurde was falsch verstanden.
"mich deucht" da hast Du etwas falsch verstanden...
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

Das Ziel der RAF war ein deutlich anderes JJ. Wobei der Zweck nicht alle Mittel heiligt und der Klar ruhig noch weiter sitzen darf.
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JJ
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Beitrag von JJ »

Blaues Stuttgart hat geschrieben:Das Ziel der RAF war ein deutlich anderes JJ. Wobei der Zweck nicht alle Mittel heiligt und der Klar ruhig noch weiter sitzen darf.
Das ist mir schon klar, nur wer Klars Statement zur Rosa Luxemberg Tagung neulich gelesen hat, konnte seinen Hass gegen den "ach so bösen und unmenschlichen" Kapitalismus erkennen.
Deswegen mein Vorschlag: Abschieben in die letzte Herberge für ewig Gestrige.
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Beitrag von derPeter »

JJ hat geschrieben:
Blaues Stuttgart hat geschrieben:Das Ziel der RAF war ein deutlich anderes JJ. Wobei der Zweck nicht alle Mittel heiligt und der Klar ruhig noch weiter sitzen darf.
Das ist mir schon klar, nur wer Klars Statement zur Rosa Luxemberg Tagung neulich gelesen hat, konnte seinen Hass gegen den "ach so bösen und unmenschlichen" Kapitalismus erkennen.
Deswegen mein Vorschlag: Abschieben in die letzte Herberge für ewig Gestrige.
Eine ziemlich krasse Aussage von dir. Wie jeder andere deutsche Bürger hat auch Klar ein Recht auf eine nicht volksverhetzende politische Meinung. Außerdem sagt er heute den brutalen Aktionen der RAF ab und teilt somit seine Meinung damit mit jedem anderen linksradikalen hier in Dschörmänie.
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Beitrag von JJ »

derPeter hat geschrieben: Eine ziemlich krasse Aussage von dir. Wie jeder andere deutsche Bürger hat auch Klar ein Recht auf eine nicht volksverhetzende politische Meinung. Außerdem sagt er heute den brutalen Aktionen der RAF ab und teilt somit seine Meinung damit mit jedem anderen linksradikalen hier in Dschörmänie.
Komisch, dass so eine Meinung als "krass" bezeichnet wird insb. im Zusammenhang mit jemand der am Mord von 9 Menschen(!) direkt oder indirekt beteiligt war und jetzt auf ein Gnadengesuch hofft..... hätte er nur das Konzept "Gnade" einige Jahrzehnt vorher selbst verstanden dann wären jetzt eine Frauen nicht Witwen und einige Kinder nicht ohne Väter aufgewachsen.....

Und ob es besonders produktiv ist sich nach 9 Morden von den brutalen Aktionen der RAF zu distanzieren, erscheint mir als höchst zweifelhaft.
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Blaues Stuttgart
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

JJ hat geschrieben:Und ob es besonders produktiv ist sich nach 9 Morden von den brutalen Aktionen der RAF zu distanzieren, erscheint mir als höchst zweifelhaft.
Stimmt, wenn er weiter von der Richtigkeit der RAF überzeugt wäre würde das viel besser sein... Hallo?
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Beitrag von JJ »

Blaues Stuttgart hat geschrieben:
JJ hat geschrieben:Und ob es besonders produktiv ist sich nach 9 Morden von den brutalen Aktionen der RAF zu distanzieren, erscheint mir als höchst zweifelhaft.
Stimmt, wenn er weiter von der Richtigkeit der RAF überzeugt wäre würde das viel besser sein... Hallo?
Ja sorry, dass klingt allerdings etwas seltsam :lol:
Ich möchte einfach hinterfragen ob die Distanzierung aus Überzeugung ist oder nur Mittel zum Zweck also zur Begandigung.

Wie auch immer...ich persönlich verstehe einfach nicht warum dieser Mensch begnadigt werden sollte :!:
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

Ob es in diesem Fall sein muss können wir denke ich nicht beurteilen, aber der Rechtsstaat sollte sich diese Möglichkeit immer offen halten und sich nicht auf die gleiche Stufe mit diesen Terroristen stellen.
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Beitrag von SchorleBlauWeiss »

Karlsruhe (dpa) - Nach mehr als 24 Jahren im Gefängnis bekommt der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar erstmals Hafterleichterung. Dies hat am Dienstag das Landgericht Karlsruhe entschieden. Klar darf die Justizvollzugsanstalt im badischen Bruchsal zeitweise in Begleitung von Wachbeamten verlassen.

Klars Anwalt hatte Beschwerde eingelegt, weil die bereits beschlossenen Lockerungen vom baden-württembergischen Justizminister Ulrich Goll (FDP) vorerst gestoppt worden waren.

Aus Sicht des Landgerichts haben sich nach der Ende Februar getroffenen Entscheidung, dass dem 54-Jährigen Vollzugslockerungen gewährt werden sollen, keine neuen Umstände ergeben, die ein Abweichen von der ursprünglichen Planung rechtfertigen. Die umstrittene Grußbotschaft an eine Rosa-Luxemburg-Konferenz Anfang Januar in Berlin sei bei dieser "Vollzugsplankonferenz" bereits bekannt gewesen. Mit Blick auf Klars in Berlin geäußerte fundamentale Kapitalismuskritik hatte Goll die Lockerungen ausgesetzt und ein neues Gutachten in Auftrag gegeben.

Klar könnte - falls er nicht zuvor von Bundespräsident Horst Köhler begnadigt wird - frühestens Anfang 2009 nach 26 Jahren Haft freikommen.

Klar war unter anderem wegen seiner Beteiligung am Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback vor 30 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ungeklärt blieb, ob er die tödlichen Schüsse auf Buback abgegeben hatte. Nach einem Bericht des "Spiegel" soll der frühere RAF-Terrorist Stefan Wisniewski der Todesschütze gewesen sein. Die "Süddeutsche Zeitung" meldete dagegen, bei den Ermittlungen zum Fall Buback habe es keinerlei Spuren gegeben für eine Mittäterschaft Wisniewskis.

Dieser war wegen des Attentats auf Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer im Herbst 1977 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seit 1999 ist er auf freiem Fuß. Bisher galt als gesichert, dass Klar und die inzwischen freigelassenen Ex-RAF-Mitglieder Günter Sonnenberg und Knut Folkerts das Buback- Attentat direkt verübten.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ordnete am Montag eine Untersuchung an, ob Bundespolizei und Verfassungsschutz der Justiz jahrzehntelang geheime Aussagen von Ex-Terroristen vorenthielten, die zu einer Neubewertung der Bluttat führen könnten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangte "restlose Aufklärung" der Geschichte der RAF und deren Morde.

Der frühere RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock belastete Wiesniewski am Montagabend erneut. Dieser habe zwei militärische Ausbildungen im Jemen hinter sich gehabt. Klar habe gar nicht mit Waffen umgehen können, sagte Boock in den ARD-Tagesthemen.

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) forderte die ehemaligen RAF-Terroristen, insbesondere Klar, auf, ihr Schweigen zu beenden und über ihre Taten zu sprechen. Im ZDF-"heute-journal" sagte Baum am Montagabend: "Jetzt sollten wir die Chance nutzen und von den früheren Terroristen einfordern, dass sie reden, dass sie das tun, was sie von der Vätergeneration gefordert haben. Sie haben die Kriegsgeneration immer dafür kritisiert, dass sie über ihre Taten schweigt. Jetzt sind sie selber dran. Sie haben die Taten weitgehend abgebüßt, so dass auch ein Klima dafür entsteht."

Der ehemalige RAF-Verteidiger, ehemalige Grünen-Politiker und frühere hessische Justizminister Rupert von Plottnitz sagte der "Frankfurter Rundschau" (Dienstag), es wäre politisch höchst bedenklich, wenn der Verfassungsschutz prozessrelevante Erkenntnisse zur RAF unterdrückt hätte. "Wenn diese Behörde sehenden Auges hingenommen hätte, dass ein Verdächtiger verurteilt wird, der gar nicht dabei war, dann liefe das auf das Gegenteil von Schutz des Rechtsstaates hinaus", sagte von Plottnitz. Deshalb müsse jetzt überprüft werden, ob die neuen Hinweise stichhaltig seien.

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JJ
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Beitrag von JJ »

Zur Info für diejenigen, die dieses Trauerspiel interessiert gerade über die Ticker:

Buback- Mord - Bundesanwaltschaft ermittelt gegen ehemaligen Terroristen Wisniewski
Generalbundesanwältin Monika Harms ermittelt wegen des Mordes an ihrem Vorgänger Siegfried Buback vor 30 Jahren gegen den früheren RAF-Terroristen Stefan Wisniewski. Das erklärte sie heute in Karlsruhe.
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Stepi
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Beitrag von Stepi »

JJ hat geschrieben:
Blaues Stuttgart hat geschrieben:
JJ hat geschrieben:Und ob es besonders produktiv ist sich nach 9 Morden von den brutalen Aktionen der RAF zu distanzieren, erscheint mir als höchst zweifelhaft.
Stimmt, wenn er weiter von der Richtigkeit der RAF überzeugt wäre würde das viel besser sein... Hallo?
Ja sorry, dass klingt allerdings etwas seltsam :lol:
Ich möchte einfach hinterfragen ob die Distanzierung aus Überzeugung ist oder nur Mittel zum Zweck also zur Begandigung.

Wie auch immer...ich persönlich verstehe einfach nicht warum dieser Mensch begnadigt werden sollte :!:
Für mich ist völlig Klar, dass er begnadigt werden sollte. Ich verstehe auch nicht warum er weiter von der Richttigkeit der RAF überzeugt sein sollte. Die RAF war Systemkritisch, sobald Christian Klar einen Gnadegesuch stellt unterwirft er sich dem System, sein Politisches Motiv ist somit gebrochen. Und ab diesen Moment ist er wie jeder andere der einen Gnadegesuch stellt. Und unter den Bedingungen die hier vorherrschen muss dem Gnadengesuch stattgegeben werden. Im Gegenteil, es wäre Fatal wenn dem Gnadengesuch nicht stattgegeben würde, ich würde somit ein bisschen den Glauben in das deutsche Rechtssystem verlieren, denn Recht zeichnet sich damit aus, dass es für Alle (Staatsbürger) gilt.
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JJ
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Beitrag von JJ »

Das Gnadengesuch ist juristisch nicht Teil des Rechtssystems.
Deswegen obliegt auch Herrn Dr. Köhler das Gnadenrecht und nicht einem Richter.

Ich denke es lässt sich treflich darüber streiten. Jemand der nicht zur Aufklärung von Taten beiträgt bei denen er unmittelbar beteiligt war und sich nicht(!) öffentlich von seinen Taten distanziert hat m.E. keine Gnade verdient. Aber wie gesagt: Herr Dr. Köhler muss es wissen. Da darf nicht von Recht im juristischen Sinne sprechen.
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Blaues Stuttgart
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Beitrag von Blaues Stuttgart »

Würde der Gnadengesuch abgelehnt hätte es eben auch den Beigeschmack eines Nachsiegens um die eigene Unfähigkeit des Staates zu überschatten. Besonders in der Relation zu Wagner, Krabbe und Schulz. Fröhlich werden die in ihrem Leben sowieso nicht mehr.
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gerko
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Beitrag von gerko »

Köhler lehnt Begnadigung von Ex-RAF-Terrorist Klar ab

Bundespräsident Horst Köhler hat das Gnadengesuch von Ex-RAF-Terrorist Christian Klar abgelehnt. Das teilte das Bundespräsidialamt heute in Berlin mit. Klar bleibt damit noch bis mindestens Anfang 2009 im Gefängnis.

Berlin - Bundespräsident Horst Köhler hat das Gnadengesuch des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar abgelehnt. Dies teilte das Präsidialamt heute in Berlin mit. "Der Bundespräsident hat entschieden, von einem Gnadenerweis für Herrn Christian Klar abzusehen", hieß es in der Erklärung des Bundespräsidialamts. Klar bleibt daher noch bis mindestens Anfang 2009 im Gefängnis. Zu dieser Zeit läuft die Mindesthaftdauer für Klar ab.

Auch das Gnadengesuch der früheren Terroristin Birgit Hogefeld lehnte das Staatsoberhaupt ab. "Der Bundespräsident wird jedoch zu gegebener Zeit erneut und von Amts wegen über das Gesuch befinden", hieß es in der Mitteilung.

Der heute 54-Jährige Klar sitzt seit Januar 1983 im Gefängnis. Er wurde unter anderem wegen gemeinschaftlichen Mordes von RAF-Terroristen an Arbeitgeber- Präsident Hanns Martin Schleyer und an Generalbundesanwalt Siegfried Buback verurteilt. Sein Gnadengesuch hatte er bereits bei Köhler-Vorgänger Johannes Rau eingereicht.

Die 50-jährige Birgit Hogefeld stieg zu einer Leitfigur der dritten RAF-Generation auf. Im Juni 1993 wurde sie in Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern verhaftet. Dabei starben ihr Komplize Wolfgang Grams und ein GSG-9-Beamter. Wegen der Ermordung eines US-Soldaten und des Bombenanschlags auf die Frankfurter US-Airbase 1985 wurde Hogefeld 1996 zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihre Entlassung aus einem Frankfurter Gefängnis ist frühestens 2011 möglich.

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toebinho
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Beitrag von toebinho »

den klar nicht zu begnadigen, halte ich schon für nachvollziehbar, wobei mich interessieren würde in wie weit da die pöbeleien der csu in den letzten tagen ne rolle gespielt haben...!

generell, ist es schon richtig jemanden, der mehrere leute auf dem gewissen hat und wie alle anderen raf-leuten mit einer abscheulichen selbstgerechtigkeit gehandelt hat, im zweifelsfall mal lieber nicht zu begnadigen...

wobei ich das deutsche rechtssystem generell als etwas zu lasch einstufe, im osten werden bekannte gewalttätige nazis mit samthandschuhen angefasst, kinderschänder werden behandelt, als ob sie ein kavaliersdelikt begangen hätten und linke chaoten wie bei den chaostagen oder am 1.mai in berlin behalten die oberhand und haben das recht polizisten wegen körperverletzung zu verklagen... das sind halt leider die schattenseiten unseres rechtsstaates
Wir hamma heuer mal so eine Weltreise g'macht. Aber ich sag's Ihnen gleich wia's is: da fahrma nimmer hin.
(Gerhard Polt)
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Beitrag von Stefan L. »

toebinho hat geschrieben:den klar nicht zu begnadigen, halte ich schon für nachvollziehbar, wobei mich interessieren würde in wie weit da die pöbeleien der csu in den letzten tagen ne rolle gespielt haben...!

generell, ist es schon richtig jemanden, der mehrere leute auf dem gewissen hat und wie alle anderen raf-leuten mit einer abscheulichen selbstgerechtigkeit gehandelt hat, im zweifelsfall mal lieber nicht zu begnadigen...

wobei ich das deutsche rechtssystem generell als etwas zu lasch einstufe, im osten werden bekannte gewalttätige nazis mit samthandschuhen angefasst, kinderschänder werden behandelt, als ob sie ein kavaliersdelikt begangen hätten und linke chaoten wie bei den chaostagen oder am 1.mai in berlin behalten die oberhand und haben das recht polizisten wegen körperverletzung zu verklagen... das sind halt leider die schattenseiten unseres rechtsstaates
Schau dir doch an was in der Politik sitzt! Kein wunder also das viele Strafen so milde sind.
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