Ich muss zugeben, selbst nach längerem Abwägen dieser Aktion bin ich hin und hergerissen...und zwar aus folgenden Überlegungen:
Grundsätzlich finde ich es top, welchen Aktivismus einige Lichtgestalten aus der Fanszene an den Tag legen. Mag man sich über das "wie" auch hin und wieder streiten, egal von welcher Seite die Fans "auf die Fresse bekommen" (Stadionfrage etc.) es wird reagiert!
In der hier genannten Aktion wurde sogar fanclubübergreifend agiert und wenn ich mir die Initiatoren des Aufrufs so durchlese scheint zwischen dem Großteils der noch aktiven Fanclubs Konsens zu bestehen (womit ich auch die Kategorisierung der Aktion als "wichtig" rechtfertige: es geht dabei weniger um einen bloßen Aufruf, als vielmehr um eine Diskussionplattform - wie Möhringer auch sagte: jeder entscheidet für sich selbst, man soll sich nur nicht -wie im letzten Jahr- beschweren erst gar nichts über die Hintergründe der Aktion gewusst zu haben).
Auch ich stehe einem solchen Aktivismus insbesondere in der aktuellen Situation grundsätzlich positiv gegenüber und hätte bis vor einigen Tagen auch an dieser geplanten Aktion kaum Einwände gehabt:
Es ist bzw. war einfach Zeit ein Zeichen von Seiten der Fans zu setzen: das verunsicherte Team hätte wahrscheinlich auch ohne Fanunterstützung eine konstant miserable Leistung abgeliefert, um den Gegner wäre es nicht schade gewesen und auch das Trainerteam hätte sich über mangelnde Argumente für die Auswärtsniederlage (zugegeben provokant formuliert...) keine Sorgen machen müssen
Nach der Entlassung des Trainers und unabhängig der Diskussion an seinem Anteil bzw. seinem Einflussbereich auf die zuletzt gezeigten Leistungen bin ich aber etwas im Zweifel über diese Aktion und hin und hergerissen:
Nicht dass ich diese Aktion nicht gut durchdacht, öffentlichkeitswirksam und als Zeichen auch grundsätzlich als zielführend gesehen hätte - sie kommt nun in Zeiten eines - von allen Seiten erhofften Aufbruchs - meiner Meinung nach einfach zu einem nun ziemlich unglücklichen Zeitpunkt.
Auch hier sei an das Auswärtsspiel in Bad Cannstatt im letzten Jahr erinnert: Unabhängig der Hintergründe, Ziele und Argumentation der Aktion...auch hier war der Zeitpunkt als Zeichen für die Mannschaft denkbar ungünstig!
Ich selbst werde es mir gut überlegen wie ich es für mich halte, spenden werde ich auf alle Fälle und ich habe ebenfalls im Hinterkopf, dass es grundsätzlich nichts geileres gibt, als die geballte Stimme aus der Fanszene: Vom Zeitpunkt jedoch sehe ich die Zeichen inzwischen jedoch tendenziell eher Richtung Aufbruch, was Nährboden bietet für weitergehende Aktionen wie etwa die von blauer Hund veröffentlichte Botschaft "Was wäre Stuttgart ohne blau":
Die Führung der Vereinsspitze wird in der Öffentlichkeit in der heutigen Presse zumindest nicht als überprofessionell dargestellt. Mit Aktionen wie von User "Blauer Hund" angedacht, könnte man ein weiteres Zeichen in Stuttgart setzen ( Rockkonzert pro Kickers im Schlesinger, Getränk des Monats mit Kickers Obolus, Aufkleberaktion fürs Auto mit einem symbolischen Wert...., einfach in der Stadt auffallen "Was wäre Stuttgart ohne blau").