Wir müssen uns einfach damit abfinden, dass in der heutigen Zeit, sich Vereine nicht an Traditionen festklammern können, wenn nicht an die Zukunft gedacht bzw. investiert wird.
Traditionsunternehmen wie Agfa und Grundig, sind trotz Ihres guten Namens insolvent gegangen. Dazu gehört gerade leider auch die Marke "Darmstadt 98" und eventl. bald "Stuttgarter Kickers".
Dafür kommen aber wiederum neue erfolgreiche Unternehmen auf den Markt. Bestes Beispiel - SAP (leider), Bionade usw.
So entwickelt sich derzeit auch eine neue Fussballlandschaft mit Dorfvereinen wie bspw. Hoffenheim, Wehen, und Sandhausen.
Wer erinnert sich heute noch an die Marken "DEA" oder "Hertie"?
Genauso ist "Blau Weiss 90 Berlin" noch bei den wenigsten, zumindest den Jüngeren, in Erinnerung.
In der heutigen Zeit wird zudem die Kluft zwischen Reichen und Armen Vereinen immer mehr sichtbarer. Eine sogenannte Mittelschicht fehlt. D.h., diese Vereine können es sich sogar finanziell locker leisten, ein 2. Team nebenbei auflaufen zu lasten. Ebenfalls werden derer Spieler nicht schlechter oder sogar besser bezahlt. Somit werden gute Spieler den Traditionsvereinen vor der Nase weggeschnappt.
Zurzeit stehen 11 (12) Amateur-Teams auf einen Aufstiegsplatz für die Regionalliga.
Fürth, Nürnberg, Freiburg, Mainz, Wehen, Frankfurt, Schalke, Bochum, Leverkusen, Gladbach, Hertha, sowie Rostock und/oder Hannover auf ein Qualifikationsplatz.
Dazu kommen noch die etwaigen „Absteiger“ Hamburg, Cottbus, Wolfsburg, 1860 München und Karlsruhe.
D.h. von 54 Teams in der neuen 3-gleisigen Regionalliga betreiben allein 17 Amateur-Mannschaften den Spielbetrieb in dieser 4..Liga. Nicht wirklich spannend.
Wir müssen also daran arbeiten, dass die Marke "Stuttgarter Kickers" nicht von der Bildfläche verschwindet.
Erste innovative Ideen haben ja bereits gestalt angenommen - siehe BiB-Aktion oder die Zusammenarbeit bei der Werbung mit der Fa. Auch.
Doch damit ist noch nicht für die Zukunft gesorgt bzw. genug Geld in Kasse geflossen.
Die einfachste und einzigste Variante ist, einen oder mehrere begeisterten Mäzen für uns zu gewinnen. Aber woher?
Es müssten Werbepartner größer Firmen gefunden werden. Am besten ein Unternehmen, wo der Gründungsinhaber noch selber mit agiert und sein Herz für Blau schlägt.
Würde sich dann dieser wohlbetuchte Mensch bei uns im Stadion wohlfühlen?
Eher nicht. Unser marodes Stadion entspricht momentan der "Holzklasse" statt der wohl eher heutigen erwarteten "Polsterklasse".
Als Präsident würde ich mich schämen, wenn ich meinen Werbepartner auf der Holzbank zum "Platz nehmen" einladen würde.
Ein H. Hoeneß hat es schon richtig zitiert. Man muss den reichen das Geld aus der Tasche ziehen. Mit uns, dem kleinen Volk, ist der Erfolg nicht machbar. Daher ist folgendes Umzusetzen.
1. Stadion. Der Mut in eine Investitionen (wie z.b. Stadionneu- oder umbau mit Gastrobereich) würde hier schon der entscheidende Weg in die Zukunft sein. Somit verwöhnt man nicht nur einen exklusiven Kreis, sondern lockt auch andere Zuschauer umso öfter ins Stadion.
Und nur so bekommt man den nötigen Kontakt, mit den eher besserverdienenden Menschen.
2. Entertainment. Auch wenn es bisher undenkbar war auf dem Sportplatz, die Masse braucht Entertainment. Sei es nur durch Cheerleader-Gören oder Gewinnspielen, oder dass auf eine Video-Anzeigtafel gelinst wird. Zumal dies für die Firmen eine bessere Werbung darstellt, wie eine Durchsage des Stadionsprechers.
3. Infrastruktur. Wir werden keinen „Snob“ dazu bewegen können, mit der Trampe oder U-Bahn ins Stadion zu kommen. Die Zufahrt und Parkplatzsituation ist eine Katastrophe. Wie will ich denn die Masse für ein Stadionbesuch begeistern können, wenn hier schon die Überlegung anfängt (zwecks Parkplatz und Stau), ob man um 13.00 Uhr oder 12.30 von zu Hause los fährt.
Die damaligen Überlegungen Anfang der 90er oder zuletzt durch Hans Kullen (siehe Link) waren somit überhaupt nicht falsch.
http://forum.stuttgarter-kickers.de/vie ... ht=fildern
Ein Besuch im Stadion stellt für viele Besucher heute ein Erlebnis dar. Diese Ambiente konnten die Kickers den Zuschauern im „Waldau-Stadion“ nur bis in die Mitte der 90er bieten.
Wir müssen also schauen, dass wir wieder zu einer Großmarkt-Kette werden, und nicht irgendwann unsere Pforten als Tante-Emma Laden schließen.
Ich habe keine Lust auf KSC II – Kickers.
Ich habe viel mehr Lust auf Kickers II – Kaiserslautern.
Und ich habe keine Lust, von irgendwelchen Start-Up Fussballvereinen ala Hoffenheim eingeholt zu werden.
Auch ich gehöre zu denjenigen, die sich lieber ein Spiel unterm Wahrzeichen von Stuttgart anschauen. Doch im Wandel der Zeit würde ich mich auch mit einer solch neuen Situation anfreunden. Zum Wohle und für die Zukunft des Vereins.
Wenn es also irgendwie finanziell möglich wäre, mit der Hilfe unserer bisherigen Sponsoren, Fans und Mäzen, sollte so schnell wie möglich dieser Schritt gewagt werden.
Nur so kann der Sprung zu den „Reichen“-Vereinen aufgeholt bzw. neue Investoren für das Konzept „Stuttgarter Kickers“ gewonnen werden.
Fazit: Da dies wahrscheinlich nicht möglich ist, war es mir eine Ehre, mit Euch gemeinsam im Stadion gewesen zu sein.
Auf die Blaue