Wenn man mal von der Saison 2006/2007 absieht, sehen wir seit mindestens 2002 in Degerloch keine gelungene Saison mehr. Auch davor gab es immer wieder Jahre in denen man sich ärgerte, jedoch stets sich sicher war: nach Regen kommt auch Sonnenschein. So hat man sich auch mal durch trostlose Saisons gespielt.De Roque hat geschrieben: Man sollte - auch wenn es schwer fällt - der Mannschaft und dem Verein die Geduld entgegenbringen, in Ruhe an sich zu arbeiten.
Wir als Fans sind aufgefordert, den Verein zu unterstützen. Wegbleiben bringt da nichts, auch wenn es der einfachste Weg ist.
Aber seit vielen vielen vielen Jahren geht es stetig bergab. Dieser Neubeginn letzte Saison war endlich Balsam auf die blaue geschundene Kickersseele, auch wenn nicht alles Gold war was geglänzt hat, so bekamen wir jedoch sehr viele von uns zumindest Hoffnung, dass sich hier was tut. Ich habe keine Ahnung wie es euch ging, aber ich habe wieder an den Verein geglaubt und mir selbst gesagt: wenn es kleine Fortschritte gibt, dann lässt sich auch die Geduld noch weiter strapazieren.
Es gab eine unglaublich positive Stimmung. Ich erinnere mich z.B. an Interviews in denen immer wieder ganz stolz berichtet wurde, wie familiär und ohne Probleme es auf der Führungsebene zugeht, ebenso mit dem Trainer. Videos von Tunjic tauchten auf, der zu spät ins Training kam und die Mannschaft dies feierte. Es machte den Anschein dass das ganze Spaß pur war, egal ob Mannschaft, Führung Trainerstab etc. Es machte den Anschein dass hier alle an einem Strang ziehen, inklusive die Fanvertreter und die Fans als solche.
Ich mag jetzt langsam echt nimmer. Mir kommt es so vor als hätten wir mit Beginn dieser Saison bzw. mit dem Spiel gegen NürnbergII angefangen den Neuanfang wieder umkehren zu wollen. Es werden Spieler suspendiert und öffentlich an den Pranger gestellt, es wird öffentlich zur Schau gestellt dass der Zeyer sich mit Schuster nicht verträgt und umgekehrt. Es fehlen selbst gegen ganz krasse Aussenseiter (siehe WFV Pokal) Spiele, in denen der Spaß am Kicken bei den Spielern ins Gesicht geschrieben steht. Dabei - ich kann da nur von mir sprechen - waren die Ansprüche zu Beginn der Saison alles andere als hoch. Ich wollte einzig und alleine eine kleine Verbesserung zur letzten Saison sehen. Ich wollte einfach Spielzüge und schönen "ehrlichen" Fussball sehen. Und wenn es dann zum Aufstieg gereicht hätte, umso schöner, aber erwartet habe ich das nicht. Wenn wir ehrlich sind sind nicht nur keine Fortschritte zu erkennen, es sind ganz offensichtliche Rückschritte da.
Es fehlt die Ruhe im Umfeld um die Mannschaft. Einzig wir Fans, die ja mittlerweile schon sehr viel erlebt haben, bleiben noch einigermaßen ruhig.
Ich frage mich dabei aber eines: warum sind wir so ruhig? Haben wir tatsächlich so viele "vernünftige" Menschen in unseren Reihen, die sich sagen, dass Schuster oder Zeyer oder sonstwer raus Rufe nur unnötig Unruhe in die ohnehin angespannte Situation bringen? Oder setzt bei einigen langsam aber sicher die Gleichgültigkeit ein (was man sicher nicht verübeln könnte).
Wäre letzteres der Fall, dann hätte der Verein bereits ein wirklich großes Problem. Nichts ist schlimmer als die Gleichgültigkeit.
Ist es denn zu viel verlangt, wenn man als Fan einfach mal einen Aufwärtstrend sehen möchte, ungeachtet dessen, was dieser Aufwärtstrend für eine Platzierung zur Folge hätte? So genügsam ist unsereins schon geworden. Es muss nicht der große Erfolg her, es reicht mittlerweile schon der kleine, der im Grunde nichst einbringt, dennoch aber das Fünkchen Hoffnung auf eine mittelfristig bessere Zukunft am leben hält. Dieser kleine Erfolg war letztes Jahr zweifelsohne da. Ich habe die Befürchtung dass uns dieses letzte Jahr nun wieder für die nächsten 5 Jahre reichen muss.
