Ford K hat geschrieben: ↑Samstag 3. April 2021, 13:24
Ich finde das unverschämt. Schließlich hätte man rein juristisch auch die Regionalligen abbrechen können. Die Ungleichbehandlung von Profi- und Amateurfußball ist generell reine Willkür und letztlich eine Machtfrage. Außerdem: Gerade Vereine wie die Kickers wollten sicher nicht 2 Saisonabbrüche nacheinander. Ich persönlich habe immer dafür plädiert, die alte Saison (2019/20) im Sommer 2020 fortzuführen und keine neue Saison anzufangen, bevor die alte nicht beendet ist. Ich möchte jetzt nicht den großen Propheten raushängen, aber ich habe einen zweiten Saisonabbruch bereits im März 2020 kommen sehen, weil ich die damaligen Vorhersagen der deutschen Virologen entsprechend zur Kenntnis genommen habe. Überdies haben Vereine wie Gießen, RW Koblenz und Balingen jetzt die Möglichkeit gehabt, sich coronabedingt in der RL zu etablieren (wären ansonsten klar abgestiegen) - und Freiberg wäre bei der von mir präferierten Vorgehensweise möglicherweise in der Verbandsliga. Leider waren aber die Kickers am Ende wohl so d**f, gleich zwei Mal "nur" im Verfolgerfeld gewesen zu sein und in der letzten Relegation davor den Aufstieg vergeigt zu haben.
Ich bin bei einigen Dingen bei Dir, aber unverschämt ist die Argumentation meiner Meinung nach nicht. Sondern teilweise haben sie schon Ihre Punkte in Ihrer Argumentation.
Die Verbände werden es so oder so nicht allen Recht machen können und das Thema "Neubewertung" (siehe *unten) ist durch das Hintertürchen in der Satzung der springende Punkt.
Wir plädieren (zurecht) dafür, dass wir nicht die Leidtragenden sein können, wenn die Saison abermals (mit Ansage) abgebrochen wird und wir dadurch wieder in die Röhre schauen würden.
Ich verstehe nicht, warum die Regionalligisten abermals in Watte gepackt werden und verdiente Absteiger nicht absteigen sollen. Andererseits verstehe ich deren Argument, dass man Unbehagen hat, dass Mannschaften bei sehr wenigen Spielen doch aufsteigen sollen, obwohl es vorher ohne Wortklauberei im Zusatz nicht so vereinbart war. Das war ja weit entfernt von einer absolvierten Vorrunde und dadurch eine recht dünne Bestandsaufnahme. Allerdings dann auch bzgl. eines Direktaufstiegs für Freiberg...
Wenn man es aber in der Vorsaison geschafft hat, Kassel mit einer etwas krummen Nummer per Quotient hochzuhiefen, dann könnte man dieses Jahr vlt. auch noch mal einen Blick darauf werfen, wer letztes Jahr in der RL überhaupt wie dastand. Also z.B., wer letzte Saison in der RL schon auf einem Abstiegsplatz stand und dieses Jahr wieder, hat es einfach doppelt nicht verdient und sollte vlt. (noch) schlechtere Karten haben (könnten ja unter den pot. Absteigern mal nen saisonübergreifenden Quotienten anwenden

). Aber viele der dafür in Frage kommenden Kandidaten stehen ja aktuell genau vor dem Strich (und rutschen vlt. später noch rein...).
Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und fordern, dass es drei feste Aufsteiger aus allen drei Verbänden gibt (Trier, Fulda und Freiberg), eine Aufstiegsrunde der OL-Zweiten durchgeführt wird und der Zweite der Runde noch zusätzlich eine Chance auf eine Regelation gegen den Fünftletzen der RL hat. Und zwar, falls dieser schon ein Jahr zuvor auf einem Abstiegsplatz stand. Eine RL-Mannschaft die zwei Mal in Folge auf einem Abstiegsplatz stand und dann "voll im Saft" eine Relegation verliert, hätte den Abstieg mehr als verdient. Außerdem würde das ein Stück weit kompensieren, dass es letzte Saison keinen sportlichen Aufstieg eines OL-Zweiten gab (das Argument wurde bisher ja noch gar nicht gebracht). Das wären insgesamt auch "nur" vier oder fünf Absteiger aus der RL, bei vor der Runde kommunizierten sechs Absteigern. Fände ich fair, aber als "Schritt weiter" sicher sehr unrealistisch.
So oder so, werden es Äpfel, Birnen und heiße Diskussionen werden, bei denen man es niemandem recht machen wird. Aber was einfach saudämmlich ist, dass man wieder versäumt hat eine glasklare Regelung für den Fall der Fälle aufzusetzen. Vlt. war man im Sommer noch so euphorisch/optimistisch, dass es zu keinen gravierenden Rückfällen mehr kommen wird und sich das dann alles ausgeht. Ich sehe da eine Analogie zwischen bundespolitischen und sportpolitischen Fehleinschätzungen...
*Bezüglich der 6 Absteiger muss man klarstellen, dass die Liga dies vor Runde gewusst hat. Allerdings gehörte diese ebenfalls wie die restlichen Amateurligen nicht zu denen in der Corona-VO ausgeführten Ausnahmen. Es war daher davon auszugehen, dass die RL Südwest und auch die darunter spielenden Oberligen entweder allespielen oder eben nicht. Durch das Verbotdes Amateursports und gleichzeitiger Legitimierung der Fortführung des Regionalligaspielbetriebs hat sich eine völlig neue Situation ergeben, die neu bewertet werden muss
Wir hamma heuer mal so eine Weltreise g'macht. Aber ich sag's Ihnen gleich wia's is: da fahrma nimmer hin.
(Gerhard Polt)