Die Bundesliga bekommt 43 Jahre nach ihrer Gründung einen neuen Namen: Künftig werden die deutschen Profivereine in der “T-Com-Bundesliga“ spielen. Telekom-Vorstand Walter Raizner erklärte am Mittwoch in München, sein Konzern verzichte zu Gunsten von Arena auf die Ausstrahlung der Live-Spiele via Kabel und Satellit und erspare allen Beteiligten einen Rechtsstreit. Dafür werde die Bundesliga ab August 2007 “aller Voraussicht nach die T-Com-Bundesliga sein“.
Der Deutsche Journalistenverband kritisierte die Vereinbarung. Die Bundesligaübertragungen drohten zu Dauerwerbesendungen zu verkommen, erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. “Die Telekom wird damit in den Sportsendungen durch Logos und insbesondere durch die Nennung des Namens in Verbindung mit dem Begriff Bundesliga allgegenwärtig sein“, befürchtete Konken. Die Spieler aller 36 Vereine müssen der Vereinbarung zufolge künftig das Telekom-Logo auf den Ärmeln ihrer Trikots tragen. Auch die Auswechsel-Tafeln werden den Namenszug des Sponsors zeigen. Eine Umbenennung schon zur kommenden Saison sei praktisch nicht umzusetzen gewesen, weil sie schon am 11. August beginne. Die Änderung der Designs brauche eine gewisse Zeit, erklärte der Verhandlungsführer der Deutschen Fußball-Liga, Christian Seifert: “Das war ein rein logistisches Problem.“ “Klar, dass das eine Diskussion wird“, sagte Seifert voraus. Aber “wenn das Geld in die Qualität der Mannschaften investiert wird, gewöhnt man sich daran.“
In England, Frankreich, Österreich und vielen anderen europäischen Ländern würden die Profiligen schon lange nach Sponsoren benannt. “Die Frage ist, warum man das bei uns erst jetzt macht.“ Die DFL ging mit der Vereinbarung einem Rechtsstreit mit der Telekom aus dem Wege. Die Liga hatte die Live-Übertragungsrechte ab der kommenden Saison an den Kabelnetzbetreiber Arena und an die Telekom verkauft. Die Telekom wollte die Spiele bislang aber mit Hilfe des Abosenders Premiere auch über Kabel und Satellit ausstrahlen. Die Liga akzeptierte diese Rechtsauffassung am Mittwoch, worauf die Telekom im Gegenzug versprach, die Spiele nur als Internet-Fernsehen über ihr noch im Aufbau befindliches VDSL-Glasfasernetz zu verbreiten.
Quelle: ap




